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Die Stimme · 1964-08-01 · Heft 123 (August 1964) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1964
Issue
Heft 123 (August 1964)
Date
1964-08-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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NUMMER 123 DIE STIMME SEITE 3 Aus unserer Konföderation Warszawski in Wien Vor kurzem weilte hier der in zionistischen Kreisen Europas äußerst populäre und hochverdiente Generalsekretär unserer Konföderation, J i /, c h a k W a rs z a vv s k i, mit dem wir auf höchster Ebene Fragen der Bewegung besprochen haben. Resultat der Besprechungen war die Einleitung von Vorbereitungen, unsere Tätigkeit, auf breiter Basis auszuclehnen, um die Erkenntnisse unserer Bewegung in die weitesten Kreise zu tragen. So wird z. B. ein stabiler Pressedienst in den Städtern München, Frankfurt, Berlin und Kopenhagen eingerichtet. Dem Wiener SNIF wird eine wichtige Funktion zugewieson werden. FRANKREICH: Dr. Israel G o l d s t e i n, Präsident der Weltkonföderation der All-, gemeinen Zionisten und Madame II o s II a 1 p e r i n führten den Vorsitz j bei einer Landeskonferenz, die kürzlich; in Paris stattfand. Ros Halperin, die Mit-; Präsident und außerdem Mitglied der i : Exekutive der Weltorganisation ist, war; eigens von New York gekommen, um i an der Arbeit der Konferenz teilzunehi men. 120 Delegierte aus Frankreich und | zahlreiche Vertreter aus dem Ausland I! waren zugegen, darunter die Präsidenten j; in England und Holland. Sir Barnett Janj i ner und Mr. de Vries.; Dieses internationale Forum besprach j auf höchster Ebene die derzeitigen zio-! nistischen Weltprobleme und erwog Möglichkeiten, die jüdischen Massen der Gola mit unserem Problemen vertraut zu machen. SCHWEIZ: In Genf wurde ein Denkmal für die sechs Millionen Naziopfer errichtet. Zu der Einweihungsfeier in der Synagoge erschienen zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens, internationaler Organisationen, sowie der Geistlichkeit aller Konfessionen. M. J e a n Bruns hv i g, der Präsident der Schweizer Sektion unserer Konföderation, hielt die Gedenkrede für die Opfer. Israel mit den Augen zur Diaspora Die Diaspora mit Herz und Seele in Israel Während für die alten Zionisten unter uns der Begriff Zionismus noch mit dem schweren, leidenschaftlichen und endlich erfolgreichen Kampf um die Errichtung des Staates Israel verbunden ist, ist Israels realer Bestand für die junge Zionistengeneration schon eine Selbstverständlichkeit. Die zionistischen Probleme von heut e sind wohl andere, sie sind aber nicht weniger wichtig und nicht weniger schwer. Ging es einst, beim ersten Zionistenkongreß im Jahre 1897 um die Schaffung einer Heimstatt für die Juden, geht es heute, bei allen zionistischen Zusammenkünften und letzten Endes beim 26. Zionistenkongreß, der im Dezember dieses Jahres in Jerusalem stattfinden wird, um die Existenz des jüdischen Volkes, sowohl in Israel, als auch in der Gola. Eine Erkenntnis hat sich jetzt schon durchgerungen: Durch Isi'ael und durch die Diaspora fließt derselbe Strom des Lebens und würde er an einer Stelle unterbunden, dann gibt es für beide kein weiteres Leben. Der israelische Premierminister war es, der bei der letzten Sitzung des Aktionskomitees von Israels Dasein, „mit den Augen zur Diaspora gewendet“, gesprochen hat. Es gibt nicht zwei jüdische Völker, es gibt nur eins. Die Stellung, die die Juden der Diaspora heute in ihren Ländern haben, ist J ein Widerschein der Stellung, die Israel; unter den Völkern hat. Helfen wir Israel j in seiner Entwicklung in der Welt, so! helfen wir uns selbst und entwickeln i unsere eigene Existenz. Andererseits j braucht Israel die Gola genau so. Die j Gola ist für Israel das große Reservoir J für die Regeneration, die das kleine Land noch nicht allein bewerkstelligen kann. Die physische, materielle, geistige und kulturelle Wechselwirkung ist entscheidend — nicht die politische. Israel besteht zwar für die Weltgeschichte noch nicht lange, aber immerhin so lange, um seine eigene Politik zu haben, vor allem seine eigene Innenpolij tik. In das innenpolitische Leben Israels, ) in das Leben der Parteien, braucht die I Gola sich nicht mehr zu mischen. Wohl Wir wünschen allen unseren Freunden ein glückliches neues Jahr Keren Koyemeth Leisrael in Österreich müssen wir uns mit Israel identifizieren, aber mit Israel als Ganzes. Daß man ein Parteileben und womöglich Parteidifferenzen im Weltmaßstab aufzieht, daß eine parteimäßig gefärbte Gruppe in irgendeinem Land Europas oder Amerikas sich mit einer israelischen politischen Partei identifiziert, Detailfragen des israelischen Lebens, die man aus der Ferne gar nicht beurteilen I kann, zu ihrem Programm macht und diese Haltung Zionismus nennt — diese Situation ist überlebt. Es gibt politisch auch keine Wechselwirkung in Richtung Israel. Ein Beispiel: Es gibt in Israel keine zionistischen Wahlen zum Kongreß. Die Mandate hängen vom Resultat der Knessethwahlen ab. M. Kalman Sultanik, von der Leitung unserer Konföderation in Paris, schreibt dazu: „Ist es nicht absurd und sogar lächerlich, daß zionistische Gruppen im Ausland sich mit politischen Parteien in Israel identifizieren wollen?“ Über den Parteien muß die zionistische Bewegung von heute stehen. Das ganze Judentum der Gola muß sich mit ganz Israel identifizieren, seine Interessen fördern und ihm Hilfe und Stütze sein. Jeder jüdische Mensch auf dem Globus muß sich heute für ganz Israel verantwortlich fühlen, keinesfalls aber für das Getriebe seiner Parteien.

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