Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1964
- Issue
- Heft 121 (März 1964)
- Date
- 1964-03-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ni IMMI P DIE STIMME SEITE / Juden in den Ländern Allahs Sabbatai Zwi im Mikrofilm / Ben-Zwi-Instiiut in Jerusalem Unsere Kenntnis über das Leben der jüdischen Gemeinde im moslemischen Raum \v;ir bis zur Gründung des Ben-Zwi-Instituts, chis der Hebräischen Universität in Jerusalem angcschlosscn ist, nur sehr gerinn und oberflächlich. Die meisten Werke über die Geschichte der .luden enthielten /.war Hinweise;iuf jüdisches Leben im .Jemen sowie das Persiens, der Türkei und Nordafrikas bis zum 14. Jahrhundert, über die nächsten 600 Jahre aber herrschte völlige Ungewißheit. Es blieb deshalb dem Ben- Zwi-Institul für die Erforschung der jüdischen Gemeinden des Orients Vorbehalten, das Leben der Juden im Nahen und Mittleren Osten und in Nordafrika zu studieren, von der Vertreibung aus Spanien bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Es war der verstorbene Staatspräsident Jizhak Ben Zwi, ein bekannter Forscher auf diesem Gebiet, der das Institut vor 17 Jahren gründete und bis zu seinem Tode hier viele Stunden wöchentlich arbeitete; er hatte' frühzeitig erkannt, daß Israel das geeignetste Land für dieses Forschungsgebiet darstellt. Wissenschaftler besuchten im Aufträge des Instituts eine ganze Reihe von Ländern und untersuchten Dokumente, die sich in den Synagogen und den Räumen der jüdischen Gemeinden befanden; sie unterhielten sich mit jüdischen Stadt- und Dorfbewohnern, wobei sie alle Informationen genau registrierten. Außerdem wurden natürlich die Vertreter der heute teilweise oder überhaupt nicht mehr existierenden Gemeinden interviewt, die in Israel leben. Unter den Dokumenten im Besitz des Instituts befinden sich die Erinnerungen eines jemenitischen Marco Polo, der eine sehr lebhafte Darstellung über das Leben der Juden in Ägypten, Syrien, Palästina und Griechenland im 18. Jahrhundert verfaßt hat. Ein anderer Bericht beschreibt das Leben im jüdischen Viertel von Fez in den Jahren 1438 bis 1725. Die Arbeit des Instituts umfaßte zunächst j die wissenschaftliche Untersuchung des gei samten handschriftlichen Materials. Außer j den großen hebräischen Druckereien in Kon- I stantinopel und Saloniki gab es in den kleii neren orientalischen Gemeinden keine hebräischen Druckereien, so daß der größte Teil des dokumentarischen Materials in! Handschriften erhalten geblieben ist. Diese befinden sich heute hauptsächlich in den; großen Bibliotheken Englands, Hollands, der j Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.! Auf Grund der gesammelten Urkunden; konnten Forschungsarbeiten über das Leben 1 der Juden in den Ländern des Orients ge- J schrieben werden, die das Ben-Zwi-Institut : in der Welt bekannt machten. Viele For- I scher in Israel und im Ausland sind daran! interessiert, ihre Arbeiten durch das In- | stitut verlegen zu lassen. das Wacsckauec Jiddische JJAtcdec Das Institut betrachtet es als seine Aufgabe, Dokumente über das Leben der Juden in den genannten Ländern zu sammeln, die im Druck oder in Handschrift existieren, sowie Bücher, die über das Leben der Juden in den betreffenden Ländern berichten. Das Institut unterhält enge Beziehungen mit den jüdischen Gemeinschaften in diesen Ländern: so konnten bisher 1300 Originalhandschriften — darunter eine von Sabbatai Zwi Tausende von Urkunden, eine halbe Million Handschriften in Mikrofilmen und 7000 Bücher —, außer einer Sammlung von 1300 Bänden in Ladino und 230 Zeitungen in dieser Sprache zusammmengetragen werden. Diese Sammlung ist die größte der Welt auf diesem Gebiet; ihre Anschaffung ist hauptsächlich Ben Zwi zu verdanken. Besonders lag ihm daran, das historische Material derjenigen Gemeinden zu retten, die sich durch die Auswanderung ihrer Mitglieder nach Israel in Auflösung befanden. # Pelzmäntel und Pelzjacken jetzt besonders preisgünstig 0 Umarbeitung in der billiget en Zwischensaison MASSARBEITEN TEILZAHLUNG MÖGLICH K ü i s c h n e r in e i s t e i FRIEDRICH GOLDSCHMIED WIEN II, HEINESTRASSE 13 gab in Wien ein Gastspiel, das nur zwei! Aufführungen umfaßte. Das Warschauer jiddische Ensemble agierte im ..Theater an j der Wien“ mit Volksstücken, und zwar' „Mirele Efros“ von Jakob Gordin und j „Sender Blank“ von Schalom Alejchem. Wie I soll man denn dieses jiddische Ensemble j qualifizieren, wie seiner Kunst gerecht werden? Sein Spiel war eine Leistung von klassischer Vollendung! Angesichts der Seltenheit des Auftritts im Westen, der einzigen und letzten europäischen Repräsentanz jüdischer Theaterkultur, war es für uns in Wien ein Erlebnis, das nur bewundernd als einmalig bezeichnet werden muß. Ein Teil der Zuschauer mußte sieh erst in die jiddische, klassisch gesprochene Sprache einleben, was aber durch die kultivierte Darstellung überraschend schnell gelang. Besonders die ältere Generation genoß die Gegenüberstellung mit der ihr noch vertrauten, aber jetzt versunkenen Welt des jüdischen Stadt eie. Die Darbietungen der Schauspieler erweckten das Gefühl heiteren und lebens- Die ORT-Vereinigung, Wien XIX, Ruthgasse 21, Tel. 36 46 91, führt kontinuierlich kostenlose Berufsschulung durch. Eine große Zahl von Menschen, die die Kurse frequentiert haben, können sich als vorzüglich qualifiziert legitimieren. freudigen Erlebens, angeregt durch die Erinnerung an das Leben in den geschlossenen Siedlungen, wo die jiddische Sprache gesprochen und das heilige Schrifttum gepflegt wurde. Die Künstler und Initiatoren seien bedankt. ,^öi<mna‘ Wäsche- und Bekleidungsfabtik WIEN I, RUDOLFSPLATZ 10 wünscht innig einen koscheren Pessach A.DOFT Textilgroßhandel WIEN I, MARK-AUREL-STRASSE 5 wünscht einen koscheren Pessach allen Freunden und Kunden , Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Zioj nistischer Landesverband in Österreich, i Wien IX, Universitätsstraße 4 4. Chefredakteur: Bernhard Braver. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Hansi Berger. Beide Wien IX, Universitätsstraße 4/4. Druck: A. Luigard, Wien VIII, Pfeilgasse 35.