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Die Stimme · 1964-02-01 · Heft 120 (Februar 1964) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1964
Issue
Heft 120 (Februar 1964)
Date
1964-02-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I* b. b. Erscheinungsort Wien — Verlagspostamt 68 iimme bttyXH, dec AllyctneUteto 2ianUten Ur ÖsletcticU z*bbzn C'iV'^n nnntfnr; Zionistischer Landesverband Wien, Tel. 33 75 84, Postsparkassenkonto 134.292 Februar 1964, Preis S 3—, Nr. 120 Grußworte auf heiligem Boden Wir glauben an die große Vision des Friedens und der sozialen Gerechtigheit unserer Propheten Das überwältigende historische Geschehen, das den Besuch des Papstes Paul VI. in Israel kennzeichnet, rief bei der israelischen Regierung und beim israelischen Jischuw Enthusiasmus hervor. Mit großer Sorgfalt traf Israel Vor- . Ivo”—,. h..!i TV..dts eminenten Gastes. Als er seinen Fuß auf israelischen Boden setzte, erwarteten den Papst in Meggido der Präsident Israels, Salman Shazar, der Premier Eshkol, der Vizepremier Eban und andere hochgestellte Persönlichkeiten. Während des päpstlichen Besuches in Israel herrschte wunderbare Ordnung, die Zeugnis dafür wai, daß die Sicherheitsorgane Israels ihrer Aufgabe in vollem Maße gewachsen waren. Historische Worte Anläßlich der ersten Begegnung mit dem Pontifex, hielt Israels Präsident Shazar folgende Rede: „Mit schuldigem Respekt und im Bewußtsein des historischen Geschehens, das keine Parallele findet im Leben vergangener Generationen, erscheine ich hier im Namen der Medinath Israel und meinem eigenen Namen, um das pontifikale Haupt, den geistigen Vater der Gläubigen der römisch-katholischen Kirche des Erdballs, feierlich willkommen zu heißen, und ich begrüße ihn mit dem traditionellen Segen ,Baruch Habah‘.“ „Der hohe Besuch wird ein Akt des Gebetes und Erbarmens sein! Wir beten um Erbarmen für die gesamte Menschheit, um die Befreiung von Armut, Hunger, um die Erfüllung der Sehnsucht nach Frieden, wirtschaftlicher Prosperität, nach Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt. Das Schicksal der Gemordeten des jüdischen Volkes in unserer Generation ist eine ernste War-! nung, die beweist, zu welchem Ab- Igrund von Schlechtigkeit Menschen fähig sind als Resultat des Hunderte Jahre alten Hasses und Rassismus. Wenn sich nicht zeitgerecht dieses seelische Klima ändert, das für immer die Sicht auf die Wahrheit trübt, wäre ein Ende des Unglücks nicht abzusehen. Von der Tiefe des menschlichen Herzens dringt heute die Hoffnung ans Licht auf eine moralische Renaissance. Es möge das Schlechte in der Welt, Gier, Haß und Lüge beseitigt werden. Friede möge einkehren und die Ideale unserer Propheten mögen sich verwirklichen. Der Fortschritt der Wissenschaft in unserem Zeitalter stellt die Menschheit vor ernste Probleme und wir werden Aug in Aug mit der Gefahr von Untergang und Vernichtung konfrontiert, wie es sich keine Generation vor uns auch nur vorstellen konnte. Jedoch haben wir die Hoffnung, daß die Vision von universalem Frieden und sozialer Gerechtigkeit, wie es unsere Propheten geweissagt haben, sich erfüllen wird. Die Menschheit wird von ihren schweren Ketten befreit sein und die Welt wird mit Liebe aufgebaut .sein noch in unserer Zeit. Gesegnet sei unser hoher Gast beim 'Betreten des jüdischen Bodens!-' Mit einmaligem Interesse lauschte das Volk Israels auch den Worten des Papstes. Er sagte: „Die Mühe der persönlichen Begrüßung und Gastfreundschaft, der sich Eure Exzellenz unterzogen haben, hat Uns tief : gerührt und wir drücken Ihnen Unsere; Anerkennung aus. Unsere ersten Worte sollen Ihnen die Gefühle nahebringen, | die Uns bewegen beim Anblick dieses | Bodens, wo einst unsere Patriarchen geliebt haben, unsere Glaubensväter dieser;Erde, die so viele Jahrhunderte lang die 1 Stimmen der Propheten gehört hat, die I im Namen Gottes gesprochen haben, im i Namen von Abraham, Isak und Jakob, j dieser Erde, durch die Anwesenheit von j Jesus Christus auf ewig gesegnet und uns! Christen heilig, auch, man kann es sagen, | heilig für die Menschheit der ganzen J Welt. Eure Exzellenz wissen es, und Gott j ist unser Zeuge, daß Unser Besuch der i eines frommen Pilgers ist, der gekommen J ist, die heiligen Stätten zu ehren und hier; Gebete zu verrichten. Von dieser Erde! aus, auf der sich die größten Geschehnisse aller Zeiten abgespielt haben, sollen Unsere innigen Gebete zu Gott aufsteigen für alle Gläubigen und Ungläubigen. Gott erhöre Unser Gebet und Unseren Wunsch: SCHALOM! SCHALOM!“

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