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Die Stimme · 1963-12-01 · Heft 119 (Dezember 1963) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1963
Issue
Heft 119 (Dezember 1963)
Date
1963-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I*. b. b. Erscheinungsort Wien — Verlagspostamt 68 timme Otfyan dtt AlfyitoteiMH' ÜanLsieti U% ÖsiecceicU C'iV'xn nvrntfrr /monistischer Landesverband Wien, Tel. 33 75 84, Postsparkassenkonto 134.292 Dezember 1963, Preis S 3.—, Nr. 119 „Es genügt heute nicht, frühere Generationen anzuklagen!“ sunde und schuld immer und unerail - Katholische Studenten und Ahademiher gedachten des Synagogensiurms vom 10. novemberi938 (Kathpress) Katholische Studenten und hang zwischen Auserwählung und Ver- Akademiker gedachten in einer Feierfolgung, wie sie die Juden in allen Zeiten stunde, die der Katholische Akademikerzu erleiden hatten, in den Vordergrund verband und die Katholische Hochschulstellte. Univ.-Doz. Dr. Erika Weinzierliugend Österreichs im Katholischen Stu- Fischer nahm zum Antisemitismus vom lentenhaus, Wien I, veranstalteten, der historischen Standpunkt aus Stellung. „Reichskristallnacht“, die mit über 100 in Nach der Erörterung seiner konfessionel- Brand gesteckten Synagogen vor 25 Jah-len, sozialen und psychologischen Kommen den Auftakt zu den unmenschlichen 1 ponenten gab sie eine chronologische Darfudenverfolgungen des nationalsozialisti- Stellung der nationalsozialistischen Judenschen Regimes bildete. ' Verfolgung von 1933 bis 1945. In den von Prof. Schubert und Dozent ☆ Weinzierl gehaltenen Referaten wurde j Das Konzilsdokument über die Juden /„um Ausdruck gebracht, daß die Christen j jn a]]en jüdischen Kreisen von Israel sich nicht begnügen können, Generationen anzuklagen und bei Sekundärursachen stehenzubleiben. Der Antisemitismus dürfe auch nicht nur als Folge der Auserwählten Israels gesehen werden. In einer strengen Gewissenserforschung müßten die Katholiken vielmehr erkennen, daß sie hier versagt und dadurch Schuld auf sich geladen haben. Diese Möglichkeit zur Sünde und zur Schuld bestehe zu jeder Zeit und in jedem Land. Die Aufgabe der kommenden Generationen müsse es daher sein, Vorsorge zu treffen, daß Untaten wie die unmenschlichen Greuel der „Endlösung“, die den größten Menschenmord der Geschichte darstellt, nicht mehr geschehen können. Univ.-Prof. Dr. Kurt Schubert behandelte in seinem Referat „Mysterium Israel und Antisemitismus“ den religiöstheologischen Aspekt des Judentums, wobei er vor allem den engen Zusammen- bis zu den Vereinigten Staaten den stärksten Widerhall gefunden. Der Präsident der europäischen Sektion des amerikanischen jüdischen Komitees, Sonnabend, bezeichnete es als historisch, insofern es die Sorge der katholischen Welt zum Aus- UUiU SEIFEST HERREN-, DAMEN- UND KINDERKLEIDER EN GROS WIEN II, DONAUSTRASSE 87 druck bringe, die jahrhundertealten Spannungen zu beseitigen. Die Annahme dieses Schemas werde es jedwedem unmöglich machen, zum Haß gegen die Juden zu hetzen und die Unterstützung der Lehre oder des Dogmas der Kirche dafür anzurufen. Ähnlich äußerte sich der Präsident der israelitischen Gemeinschaft in Rom, Prof. Fausto Pitigliani. Gerade wegen seines religiösen und geistlichen Charakters stelle die Bekräftigung der Bande, die die katholische Kirche mit dem auserwählten Volk des Alten Bundes verknüpften, und die Feststellung, daß die Anklage des Jesusmordes gegen das jüdische Volk unbegründet ist, eine feierliche und endgültige Wiedergutmachung einer seit Jahrhunderten begangenen Ungerechtigkeit dar. Der Oberrabbiner von Rom, Dr. Elio Toaff, erklärte in einem Interview, welches die italienische Zeitung „Messagiero“ veröffentlichte, das Dokument beseitige einen tragischen Irrtum der Vergangenheit, lasse der Judenheit der Gegenwart Gerechtigkeit widerfahren und lege den Grund für die zukünftigen Beziehungen zwischen Rom und den Juden. Er würde es begrüßen, wenn das Konzil zusätzlich zu diesem rein religiösen Dokument eine ausdrückliche Verurteilung des Rassendenkens und des Antisemitismus ausspräche. Der israelische Religionsminister Zerah Wahrhaftig bezeichnete in Jerusalem die Konzilsvorlage als einen mutigen Schritt

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