Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1960
- Issue
- Heft 115 (September 1960)
- Date
- 1960-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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fimme Otyan dec AtlyetneiMn Honis-len in ÖsteeeeieU c'ji'xn nnn«rr Preis 2 Schilling September 1900 Zionistischer Landesverband Wien Nr. 115 ROSCH HASCHÄNAH 5721 De»6 Präsident der Medinath Israel, Ben Zwi, übermitlelf anläßlich des Roscb Haschana 5721 allen Juden in der Welt, allen Freunden Israels und allen Menschen die guten Willens sind, die innigsten Wünsche für Gesundheit, Frieden und Wohlstand. Möge die Menschheit Einkehr halten und sich auf Eintracht und Wohlergehen besinnen. Roscb Hc/schanah ist die Zeit der Prüfung, ist die Erinnerung an die weltumspannende Gabe der zehn Gebote, die eine Forderung an das Gewissen darstellen, der Gebote, welche der Menschheit auf ihren Wegen leuchten und ihr moralische Kraft verleihen. Es ist die Zeit des Schofarrufes, der uns mahnt, die begangenen Sünden zu erkennen, die Pflicht zu erfüllen, ein go1 Igefähiges, sauberes Leben in Freiheit zu führen, der Not zu entgehen. Israel, der neuerrichtete jüdische Staat, wird das Ende unseres Exils einmal herbeifüh.ren und die Not der Juden beheben. Von Rosch Haschanah bis Jom Kippur widmen wir uns der inneren Prüfung, durch feschuwa, beten wir um Vergebung unserer Sünden, verwerfen wir schlechte Gesinnung und hegen Zuversicht auf Erlösung der Menschheit von den begangenen Übeln, die sich nicht mehr wiederholen mögen. In der jüdischen Lehre heißt es: Alle, die umkehren, die die Teschuwa vollziehen, wird Gott vergeben, nur dem nicht, der da Die Botschaft des Staates Israel in Wien wünscht dem Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Österreich, der Zionistischen Föderation, den zionistischen Parteien, dem Bund Werktätiger Juden, dem Flerzi-Klub, der Wizo, allen jüdischen Institutionen und jedem Mitglied der jüdischen Gemeinschaft in Österreich. mnö mv sagt: Ich werde sündigen, da bleibt mir ja noch immer der Weg der Umkehr übrig. Ihm wird nicht vergeben! Martin Bubet drückt es so aus-. Wer um des Guten Willens das Böse getan hat, zerstört die eigene Seele so, daß er nicht mehr fähig sein wird, das Gufe zu tun. Das gilt wie für den Einzelnen so auch für die Gemeinschaft. Wir Juden hogen die Hoffnung auf unbeugsame Gerechtigkeit im Leben, auf Menschenliebe, auf gesichertes Dasein in dieser Welt und auf dauernden Frieden. Wir sind Träger einer großartigen, geschichtlichen Überlieferung, eines göttlichen Auftrags, und haben, entgegen allen Geschichtsregeln, Bestand, weil wir eine Aufgabe organisch in uns tragen, nicht etwa bloß in unserem Bewußtsein und unserem Willen, sondern in unserer Substanz. Wir haben daher das Recht, am Jom Hasikaron, mit genauer Denkkraft unsere Stimme zu erheben und der Menschheit zuzurufen, um das sittliche Gesetz bemüht zu sein und mit Vorurteilslosigkeit und Gerechtigkeitssinn des Denkens zu handeln. In den „Jamin noraim" beten wir um ein weltumfassendes Heil, um eine gesunde, gesellschaftliche Ordnung in der Welt und lehnen uns an die Worte des Propheten an, der da sagt: „Gibt es denn etwas höheres als Vorbild für die Völker auf dem Wege des Rechts und der Wahrheit zu sein? Nein, es gibt nichts Höheres, Erhabeneres als Recht und Wahrheit. Aber vor nicht langer Zeit löschte ein Volk im Herzen Europas den Begriff Recht und Wahrheit völlig aus! Das darf nie vergessen werden! Dieses Volk überzog die Welt mit Krieg, verkündete die unfaßbare Gier, andere Völker auszurotten und deren Länder zu anektieren, stellte uns Juden außerhalb jeder menschlichen Gemeinschaft und nach systematischer Vorarbeit, hatte es uns der Massenvernichlung anheimgegeben. Das Nazireich erschien nicht nur als der The Jewish Agency for Israel Die Jewish Agency for Israel in Österreich wünscht der Medinath Israel und ihren Bürgern sowie dem ganzen jüdischen Volke ein glückliches und gesegneies NEUES iAHR!