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Die Stimme · 1960-03-01 · Heft 114 (März 1960) · page 16

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Journal
Die Stimme
Volume
1960
Issue
Heft 114 (März 1960)
Date
1960-03-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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14 DIE STIMME Am 24. April 1956, einen Tag vor Eröffnung des 24. Zionisten-Kongresses, kehrte dieses Genie und Hui des jüdischen Volkes heim nach Israel. Die Gebeine Nahum Sokolows und seiner Gattin wurden in feierlicher Zeremonie auf dem Herzl-Berg beigesetzt, wo dieser Weggenosse Herzls und Weizmanns nun seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Das Gedenken an ihn wird in unserem Volke immer wach bleiben! Zionistenkongreß 27. Dezember 1960 An der letzten Tagung des Aktionskomitees der Zionistischen Organisation in Jerusallem wurde als Termin des nächsten Zionistenkongresses der 27. Dezember 1990 festgesetzt. Der Präsident der Z. O., Dr. Nachum Goldmann hat dadurch die Möglichkeit, das neue Statut auszuprobieren, laut welchem die Zionistische Organisation in einen Verband von Organisationen umgewandelt wird. Verbände mit 150.000 Mitgliedern können sich demnach der Zionistischen Weltorganisation anschließen, wenn sie das Zionistische Programm anerkennen. An die Stelle des Baseler Programms tritt das Jerusalemer Programm der Z. O., das lautet: „Die Hauptaufgabe des Zionismus ist die Konsolidierung des Staates Israel und die Pflege der Einheit des jüdischen Volkes" — Dieses Programm soll am nächsten Kongreß einer neuen Formulierung unterzogen werden. Die Zionistische Organisation Amerikas glaubt im Gegensatz zu David Ben Gurion, das Ziel des Zionismus sei die Aufrechterhaltung der Einheit des jüdischen Volkes und die Förderung des Staates Israel. Der Schekel bleibt weiterhin der persönliche Ausweis zum zionistischen Bekenntnis, jedoch ist die individuelle Mitgliedschaft zur Zionistischen Weltorganisation abgeschaft. Mitglieder der Organisation sind jetzt die Landesverbände, oder wenn sich Organisationen nicht an Landesverbände oder Parteien anschließen wollen, können sie sich direkt der Weltorganisation anschließen. Die 500 Sitze zum Kongreß wurden derart verteilt, daß 38"<i an Israel gehen und 29",o an die Vereinigten Staaten. Die restlichen 33",i; oder 164 Sitze wurden nach den Vorschlägen der Kongreßkommission verteilt. Die WIZO erhält erstmals eine direkte Vertretung von 5 Mandaten. Schließlich will sich Dr. Goldmann Vorbehalten, die Organisationen, die das zionistische Programm nicht anerkennen, jedoch beim Aufbau Israels helfen wollen, in einen nichtzionistishecn Council zusammenzufassen. Im Laufe des Jahres sollen eine Anzahl regionaler Konferenzen und Seminare stattfinden, um die Behandlung der Kongreßprobleme vorzubereiten. Die europäische Konferenz soll im Mai in Amsterdam stattfinden. Else Lasker-Schüler zum 15. Todestag Von K. Schümann Zum 15. Male jährte sich der Tag, an dem im Hadassa-Krankenhaus zu Jerusalem Else Lasker-Schüler für immer ihre Augen schloß. Briefe in alle Welt meldeten die erschütternde Kunde, daß der „Schwarze Schwan von Israel", daß die aus Deutschland verscheuchte „Sappho" für immer verstummt war. Man hat Else Lasker-Schüler den Rang der „größten deutschen Dichterin seit der Droste" zuerkannt; man hat von ihr gesagt, sie sei „eine jüdische Streiterin wie Deborah", und man hat von ihr als „einer Sappho, der die Welt entzweibrach" gesprochen. „In ihr steckt ein Erzengel und ein Marktweib", sagte ihr „Dalai-Lama", ihr „Kardinal" Karl Kraus von ihr; „es gibt in ihrem Werk Verse, an denen die Sterne mitgedichtet haben", so schreibt der Schweizer Max Rychner. Alle Aussagen stimmen. Sie zeigen jede nur eine bestimmte Seite der Dichterin, insgesamt aber zeigen sie die Dichterin, die repräsentativ ist für die Verkörperung des Deutsch-Jüdischen in einer Person und in einem schöpferischen Geist. Was es an Höhen und Tiefen, Glück und Leid in der Seele eines Menschenlebens auszukosten gibt, ist ihr überreichlich beschieden gewesen; von der Geborgenheit des Kindes im Elberfelder Elternhause an über Liebe, Enttäuschung, Mutierglück und -not, heimatloses Irren durch Berlin und Zürich bis zu ihren letzten Jahren in Jerusalem. Alles, was einem Dichter an Phantasie, Ausdrucks- und Gestaltungskraft, an äußerer Anerkennung wie an Schmähungen widertahren kann, sie hat es erleben dürfen, und sie hat es hinnehmen müssen. Ihr Wesen waren die Liebe, die Phantasie und der Glaube ihrer Väter, geboren an den Ufern der Wupper, geformt an den Ufern der Spree, zur Ruhe gekommen an den Ufern des Jordan. Hätte sie nicht von allem im überreichlichen Maße besessen, wer weiß, ob sie nicht schon viel früher an ihrem Teil der jüdischen Passion zerbrochen wäre. So aber war sie in der Lage, bis kurz vor ihrem Tode noch Liebe zu verschenken; so war sie in der Lage, noch in Jerusalem Wuppertaler Platt zu sprechen und gleichzeitig bei Kerzenlicht im „Kraal" in ihre alten Traumfiguren „Tino von Bagdad", „König Abigail", „Prinz Malik" und „Jussuf von Theben" hineinzuschlüpfen; so war sie in der Lage, immer wieder sich der sie bedrängenden Schatten zu erwehren und im Ton des schlichten deutschen Volksliedes, dann wieder morgenländisch mit Bildern prunkend, und nicht zuletzt mit der Feierlichkeit der alten Psalmisten „Gott Heilige zu pflücken von den Ufern leiser Ströme". KEREN KAYEMETH LEISRAEL Am 12. März 1960 GROSSER PURIM-BALL mit Tanz und vielen Überraschungen. PARKHOTEL SCHÖNBRUNN Zur Aufführung gelangen: „Im Speisenwagen" von Theodor Herzl „Der Schabesgoj" von J. L. Peretz Aulobusverbindung bis 4 Uhr früh s l. iii 2.

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