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Die Stimme · 1959-10-01 · Heft 113 (Oktober 1959) · page 24

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Journal
Die Stimme
Volume
1959
Issue
Heft 113 (Oktober 1959)
Date
1959-10-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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P. b. b. Ejcpadt«’ par t'editeur Herrn Frau Wann verzogen, bitte nachsenden oder zurück an die Redaktion Wien IX, UniversitStsstraße 4 4 Was will das Weltjahr des Flüchtlings erreichen? Das Welfjahr des Flüchtlings soll allen Flüchtlingen zugute kommen, in welchem Land immer sie sich befinden und welcher Kategorie sie auch angehören. Für einen Menschen, der aus seinem Heim vertrieben und in eine fremde Umgebung verpflanzt wurde, ist es, so argumentieren die Initianten mit gutem Recht, belanglos, ob er international als Flüchtling anerkannt wird oder nicht. Ihm kommt es allein darauf an, daß er wieder in die menschliche Gesellschaft eingegliedert wird und Wohnung und Arbeit findet, damit er sich nicht mehr als Fremder fühlt. Der Wunsch des Flüchtlings ist es, aufzuhören, Flüchtling zu sein. Diesem Ziel dienen die verschiedenen Pläne, die im Weltajhr des Flüchtlings verwirklicht oder doch in Angriff genommen werden sollen. Eine der Hauptsorgen des Hohen Kommissars für die Flüchtlinge, Minister Dr. Lindf, ist es, daß die Lager in Europa, die er als Schandfleck bezeichnete, verschwinden. Dies kann, wenn die erforderlichen zusätzlichen Geldmittel — ca. 15 Millionen Schweizer Franken (mit rund 650.000 Schweizer Franken kann man ein hundert Flüchtlinge zählendes Lager auflösen!) — bereifgestelll werden, bis Ende 1960 der Fall sein; das Programm für die praktische Durchführung liegt fertig vor. Ein großes Hindernis für die Lösung des Flüchtlingsproblems erblicken die Promotoren des Weltflüchtlingsjahres in der „natürlichen, aber beklagenswerten" Tendenz der Bürokratie in bestimmten Ländern, die Einwanderung nur gesunden und berufstüchtigen Flüchtlingen zu gestatten, Altersgrenzen zu setzen usw. Der Träger des Friedensnobelpreises 1958, Pater Pire, spricht anklagend von einem „Vorhang des westlichen Egoismus". Die Sprache unserer Zeit ist durch einen fragwürdigen ZIONISTISCHE FÖDERATION IN ÖSTERREICH Unentgeltliche KwImiiStt'h -DCnzse für Anfänger und Fortgeschrittene Anmeldungen schriftlich: Sekretariat der Zionistischen Föderation L, Seilenstettengasse 2 oder mündlich: Mapai (Dr. Schlang] I., Sfeindlgasse 2 'von 10—12 Uhr und 14—16 Uhr) Müpam, XV., Storchengasse 21 (von 16 — 20 Uhr) Misrachi, I., Judenplatz 8 (von 9- 13 Uhr und 16- 19 Uhr) Heruth, III., Salesianergasse 33 (Montag von 19 —20 Uhr) Zion. Landesverband, IX., Universitätsstraße 4 (von 14—18 Uhr) Rogrif f „ bereichort" worden, die „hcirdroro" (harte Kerne, Reslbcslände), das sind alte, kranke und gebrechliche Flüchtlinge, die allein und mittellos in der Welt stehen und füi die irgendwo auf dem Erdenrund eine dauernde Heimstätte gesucht wird. An die Regierungen und Parlamente der verschiedenen Länder ergeht im Welfjahr des FliichHings datier der inständige Appell, bestimmten weiteren Kategorien von Flüchtlingen, die schon seit Jahren aut ihre Neuansiedlung warten, darunter jenen, die zwar behindert sind, aber gleichwohl ins Wirtschaftsleben eingegliedert werden können, Aufnahme* zu gewähren und die Einwanderuagskonligenfe zu vergrößern, Die Organisatoren des Weltflüchtlingsjahres sind auf Grund der guten Erfahrungen, die Länder mit einer langen Aufnahmepraxis gemacht lieben, fest davon überzeugt, daß ein solches Entgegenkommen der Wirtschaft der Aufnahmelcincler nicht schaden, sondern itir im Gegenteil nützen wird; sie erheben scharfen Einspruch gegen die „unerträgliche Vergeudung von Menschen". Aktion „Gutes Herz" Ein amerikanischer Millionär aus New York, der in den USA durch eine Stiftung ,dje nach ihm benannte „Samuel I. Goldfarb Foundation Inc." bekannt wurde, Unterzeichnete im Hotel Imperial in Wien im Beisein eines Vertreters der oberösterreichischen Landesregierung einen neuen Stiftungvertrag, der zunächst auf einen Mittelschüler aus Linz beschränkt ist. Die Stiftung sieht die alljährliche Verleihung eines Preises in der Höhe von 100 Dollar an einen Linzer Mittelschüler des letzten Jahrganges vor, der sich durch besondere Liebe und Verständnis gegenüber seinen Mitschülern oder anderen Mitmenschen ausgezeichnet hat. Die Linzer Aktion wird nur ein Teil einer Cesamtsliftung sein, die alle Länder Europas umfassen soll und für einen Zeitraum von 100 Jahren errichtet wird. Das von Samuel I. Goldfarb zur Verfügung gestellte Vermögen der europäischen Stiftung umfaßt eine Million Dollar. Wie Mr. Goldfarb erzählt, war das unermeßliche: Leid, das der Nationalsozialismus über die Juden in aller Well gebracht hat, für ihn bestimmend dafür, daß er von einem „unwissenden Hasser zu einem denkenden und auch seine Feinde liebenden Menschen" wurde. Seine Aktion „Gules Herz" startete Goldfarb erstmals 1942 nach dem Fall Pearl Harbour, als die US-Regierung als Reprassalie die Internierung von Japanern, die in Kalifornien lebten, verfügt hatte. Damals hatte er diesen In ternierlen seine finanzielle Hilfe gewährt. Seither hat Goldfarb Millionen Dollar für wohltätige Zwecke ausgogeben und will nun seinen „Kreuzzug" in Europa foriführen. Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Zionistischer Landesverband in Österreich, Wien IX, Universitätsstraße 4 — Chefredakteur: Bernhard Braver. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Müller. Wien il. Krummbaurngasse 1 — Druck. K. Wilhelm, Pächter Hans Proidl, II, Taborstr. 46.

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