Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1959
- Issue
- Heft 113 (Oktober 1959)
- Date
- 1959-10-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oktober 1959 Zionistischer Landesverband Wien Nr. 113 iimme Ocyan dee AUyemeinen Zionisten in ÖsteteeUh c'jV'xn rHRKrn Preis 2 Schilling BOSCH HASCHANAH 5720 Wir stellen an der Schwelle unseres Neuen Jahres „ROSCH HASCHANAH 5720" und geben, nach altem Brauch und Überlieferung unserer Väter, „Cheschbon hanefesch" (Rectienschaft) über unser Leben und Handeln, über die Wirklichkeit unsres Daseins. Was Selbstbesinnung im Leben bedeutet, muß uns klar sein. Die Redlichkeit unserer Selbstbesinnung führt zur Erkenntnis ,daß wir, ohne Läuterung unseres Herzens, Reinhaltung des Gewissens und der Gesinnung, weder vor GOTT, noch vor den Mitmenschen bestehen können. V/ir dürfen des sittlichen Selbstbewußtseins nicht entraten und müssen, Du pAXUidthl der Medinath Israel, Ben Zwi, übermittelt anläßlich des Rosch Haschana 5720 allen Juden in der Welt, allen Freunden Israels und allen Menschen die guten Willens sind, die innigsten Wünsche für Gesundheit, Frieden und Wohlstand. Möge die Menschheit Einkehr halten und sich auf Eintracht und Wohlergehen besinnen. trotz der Unbilden, nach ethischer Reinheit streben. Eine Midraschstelle sagt: Den Hohepriester und den Hohen Tempel haben wir nicht mehr ,aber das uns erfüllende Gebet und Inbrunst des Herzens besitzen wir auf alle Fälle". Unsere Lehren, die Ewigkeit haben, begleiten unser Volk auf seinen dornenvollen Wanderungen, verleihen ihm Kraft an der Wirklichkeit teilzunehmen und moralischen Bestand des Judentums zu sichern. Die Konsequenzen hieraus sehen wir darin, daß wir, trotz der Vernichtung von sechs Millionen Juden durch die grausamsten Feinde der Menschheit, nicht in den Abgrund stürzten, sondern uns wieder aufrichteten und uns zu einem selbstständigen, national bewußten Volk konstituierten. Nach jüdischer Auffassung ist Rosch haschanah der Tag, an welchem die Handlung jedes Menschen genau erwogen und sein Schicksal bestimmt wird. Die Bibel fordert vom Menschen Gerechtigkeit. Dies präzisiert der G. s. Rabbiner Dr. Baeck folgendermaßen: „Der gerechte Mensch ist der Mensch des Gewissens, das heißt, der, welcher nicht mit sich selber, wie er nun eben ist, sich zufrieden gibt, noch mit bestehenden Verhältnissen, wie sie nun einmal sind, sich rasch abfindet, sondern die bleibende Forderung, das Wort Gottes, das Wort unserer ewigen Wahrheit, immer neu zu sich sprechen läßt. Völker und Gemeinschaften, die sich in die Breite erstrecken, könnten sich vielleicht damit begnügen, daß es unter ihren vielen ,vielen, einige Gerechte gibt, die das Volksgewissen aufrufen können. Die jüdischen Gemeinschaften, sind klein auf dieser Erde und überall, in allen Ländern, wo sie wohnen, sind sie in der Tatsache und im Prinzip die Minderheit. Von dieser Gemeinschaft soll und darf mehr verlangt werden. Hier ist das Ideal, wie der Prophet es ausgesprochen hat: O Herr! Dein Volk, sie alle sind Gerechte." Alle die Gerechten ersehnen den baldigen, sicheren Frieden mit den Arabern, das Aufstreben Israels, die Festigung und Ausbreitung der jüdischen Lehren, die Verstärkung der Bande unsrer Bruderschaft, unsrer nationalen Einheit, Verständigung zwischen allen Völkern der Erde, die Beseitigung allen Hasses und Feindschaft. Frieden und sorgenloses Dasein für alle Menschen. Von einem Neujahr zum anderen erleben wir es, daß Israel sich immer mehr politisch und ökonomisch entwickelt und stärkt, alle Vorkehrungen trifft, neue Einwanderer einzuordnen, leere Landstriche im Norden und Süden des Landes zu , besiedeln, zu kultivieren und die im Schoße der Erde ruhenden Schätze zu heben. Um mit Ben Gurion zu sprechen, steigt der israelische Jischuw den Abhang eines Berges empor, doch ist der Gipfel noch nicht in Sicht und der Aufstieg beschwerlich, aber der Wille, das Ziel unfehlbar zu erreichen, ist unbeugsam. Schöpfen wir Mut und Kraft aus den immerhin schönen Errungenschaften, die in der kurzen Geschichte Israels erreicht wurden. Die natürliche Verbundenheit, die zwischen den Juden in der ganzen Welt und der Medinah besteht, verleiht uns das Gefühl des Optimismus und der Hoffnung, daß der Die Botschaft des Staates Israel in Wien wünscht dem Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Österreich, der Zionistischen Föderation, den zionistischen Parteien, dem Bund Werktätiger Juden, dem Herzl-Klub, der A/Vizo, allen jüdischen Institutionen und jedem Mitglied der jüdischen Gemeinschaft in Österreich nsio n;p