Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1959
- Issue
- Heft 112 (April 1959)
- Date
- 1959-04-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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12 DIE STIMME HacUcicU+en aus Iscaet: Jubiläum der Stadl Toi Aviv Am 10. März fand r)io Jubiläumsfeier cor Stadl Tel Aviv-Jaffa statt. Es ist noch ya r nicht so lange her, daß die Jurlenhrit der We|t Tel Aviv als die jüngste hebräische Stadl betrachte! hat, und auf sie stolz war, weil sie so jung und so ganz und gar hebräisch war. Inzwischen bat sich manches verändert. Der vor nunmehr genau 50 Jahren unter dem Namen „Achusath Majith" von 40 jüdischen Familien gegründete Vorort der aden Stadt Jaffa wuchs und wuchs, erhielt chm Namen Tel Aviv (Frühlingshügel), wurde Stadt und machte sich selbständig. Tel Aviv-(Jaffa feiert eigentlich gar nicht das 50]ährige Jubiläum der Stadt, sondern das hall e Jahrhundert seit der Gründung von ,, Ac husath Bajith". Denn die Stadt selbst besteht in ihrem „Bezirk" Jaffa, der eben heute ein integralem Bestandteil des Ortes ist, seit über 3000 Jahren. Uuci selbst das Stadtgebiet von Tel Aviv war, wie kürzlich durchgeführte archäologische Ausgrabungen im Norden der Stadt, am Tel e| Kassile, bewiesen haben, bereits Jahrtausende vor Jaffa, a'.so in grauer Vorzeit, bewohnt. Was Tel Aviv für das Land Israel in jenen fahren der Unruhen bedeutet hat, wo alle Siedlungen gefährdet und auch die Städte von arabischem Banden bedroht waren, in Jahren, da man -.icli* eigentlich nur in Tel Aviv sicher fühlte, da Tel Aviv für Verstärkungen an allen Fronten, für Nachschub, Munition, Verpflegung zu sorgen natte und die einzige Machtposition bildete —, kann man sich mit etwas Phantasie wohl auch heute noch vergegenwärtigen. Inzwischen wurde Tel Aviv- Jaffa Großstadt, Handels- und Industriezentrum, aber auch Zentrum für Kunst und Kultur; nahm in den ersten Jahren nach der Staalsgründung den Großteil der Einwanderer auf, und bildete für Touristen aus allen Teilen der Welt einen interessanten An-i ziehungspunkt. Knesseth geht in die Ferien Auf Beschluß des Knesseth-Präsidiums werden die Pessachferien des Parlaments vom 13. April bis zum 18. Mai dauern. Danach wird die Knesseth bis Ende Juli tagen. Deutsche Studenten besuchen Israel Unter Führung des Berliner Studentenpfarrers Weckerling traf vor kurzem eine Gruppe von 23 protestantischen Studenten der Freien Universität Berlin zu einem kurzen Besuch in Jerusalem ein. Die Gruppe gehört der „Gesellschaft lür christlichjüdische Zusammenarbeit" an. In Jerusalem wurde die Gruppe von einer Abordnung der Studenten der Hebräischen Universität empfangen. Von Jerusalem aus unternahmen die deutschen Studenten eine Rundreise durch den Negev. über Tel Aviv und Haifa fuhren sie nach Nazareth, wo sie den Karfreitag und den Ostersonntag verbrachten. Für die. restlichen drei Wochen wollen die Studenten in einen religiösen Kibbuz gehen. „Sprinzak - Wald" am Eingang Jerusalems bin Gedenkwald für den verstorbenen Präsidenten des zionistischen Aktionskormnittees und Vorsitzenden der Knesseth, Herrn Joseph Sprinzak, wird am Westeingang von Israels Hauptstadt innerhalb dem „Jerusalemwaldes" angepflanzl vver-i den. Dieser Beschluß ist vor kurzem vom Direk-' lorium des Keren KayeimTh Leisr.iel gefaßt wor-, iden. Re'kordsaison der Urbarmachung Uber 31.000 Dunam Boden wurden vom Keren K-iyemeth Leisrael im Jahre 1058 in allem 'Teilen des Landes urbar gemacht, wie aus kürzlich veröffentlichten Ziffern des Hauptbüros hervorgeht. 15.375 Dunam wurden der Anbaufläche im Nordfei! des Landes, 16.101 im Süden zugefügt, Ol des neugewonnenen Bodens befinden sich imBe’g-, land, wo jede Urharmachungsarheit I esonrlers hart und kostspielig ist, und 0' in ebenem Gelände, vor allem im Negev. Lin Schritt des Papstes Dei Bapst hat einen Schritt getan, der in vieiei Hinsicht charakteristisch für unsere Zeit ist und von. uns in seiner Bedeutung festgeha.lten werden sollte fn der katholischen Liturgie für Karfreitag gati es u. a. seit a.ltersher einen Satz: „Labt uns beten für die verräterischen Juden". Pius XU. hatte d.esen Satz bereits geändert, und er lautete bisher: „Laßt uns beten für die ungläubigen Juden". Jetzt hat Papst Johannes angeordnet, daß der Satz laute: „Oremus pro Judaeis", d. h. „Laßt uns beten für die Juden". Ls scheint uns, daß diese Abänderung eines Satzes in der katholischen Gebets - Ordnung Ausdruck eines tiefen Wandels in zwei Hinsichten ist: Es i st einmal die Beziehung der katholischen Kirche zu den Juden als einer Glaubens-Gemeinschaft. Von der Feindschatt des Adjektivs „verräterisch" führte der Weg über die religiös-ne.’ative Bewertung des Adjektivs „ungläubig" bis zu der sozusagen neutralen adjektivlosen Bezeichnung von heute. Wahrscheinlich wäre dieser Entwicklungsgang kaum mög ich gewesen, wenn, n ch! die Kirche durch die Vorgänge unserer Zeit aufs schwerste erschütteit worden wäre und sich in ihr die Empfindung durchgesetzt hätte, daß die jüdische Katastrophe zugleich eine christliche Katastrophe war, sodaß auch jede noch so entfernte Andeutung einer kritisch-abwertigen Beziehung zu den Juden die Kirche in gefährliche Nachbarschaft zu den Kräften der anti-christlichen Unterweit bringen könnte. „Geschichte der Juden in Wien" Der Verlag „OLAMENU" Tel Aviv, POB 3002, Israel, bittet alle ehemaligen Absolventen der Wiener Universität, des Chajes-Reajlßymnasiu ns und der Wiener Israelitisch-theologischen Lehranstalt um Mitteilung ihrer gegenwärtigen Anschrift für das in Vorbeieitung befindliche Lexikon „Wiener Juden in der freien Welt" und für das illustrieret Standardwerk „Geschichte der Juden in Wien".