Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1959
- Issue
- Heft 112 (April 1959)
- Date
- 1959-04-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME PBSSACH 5719 l'ossiuh ist das nationale fest (Ins jüdischen Volkes, if,t die Erinnerung an die Befreiung aus ägyptischer Fron und die Freude über die Geburtsstlinde der jüdischen Nation. Zum ersten Mal in der Geschichte der sierten Menschheit, ward ein Flatt autgeschlagen, woraus die Welt erfuhr, daß ('in Volk, das Volk der Israeliten, sich gegen dif' Versklavung und Ausbeutung erhöh. Objekt elf'r Versklavung waren nicht die luden al.'ejn, sondern auch die breiten Massen des ägyptischen Volkes, die für Freiheit. und Menschenwürde kein Empfindungsvermögen besaßen. Freiheit und Menschenliebe sind Gebote, die unsere Bibel eindringlich verkündet und uns .Juden heilig. Wir haben uns, die wir zu den ältesten Völkern der Erde zählen, als Volk, das der Idee der Freiheit ein unzerstörbares Denkmal gesetzt, erhalten und, wie es Marlin Buber formuliert, wir gelernt hatten das Exil in Ägypten zu ertragen. In der Uagadah, die wir zu Pessach lesen, häufen sich Wunder über Wunder. Das Wunder der Befreiung aus ägyptischer Versklavung durch den Genius Moses, das Wunder der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste, das Wunder der Bildung und Festigung des sittlichen Monotheismus, trotz der Verfolgung undl Unterdrückung, das Wunder, daß wir, mit der Bibel in der Hand, bis auf den heutigen Tag durch den Geschichtsprozeß gehen, uns zur Höhe jedes Jahrhunderts emporringen und das Wunder der Neuzeit, das zur Wiederaufrjchtung des Judenstaates geführt hat. Im Abendgebet für den siebenten Festtag heißt es: Am Pessach wird eine Stimme aus der Höhe vernommen: ,,Israel wird Hilfe für alle Zeit! Pessach dereinst!" Pes< ach huldigt das jüdische Volk der Idee der Freiheit, Pessach ist der Ausdruck der Freude des Judentums über die Geburtsstunde der jüdischen Nation, über den Bestand der Medinat.h Israel, dessen Einwohner schöpferisch, phantasiereich, intellektuell bewegt, dynamisch und kosmopolitisch ist und Pessach mahnt die Juden der ganzen Welt Israel zu gedenken, für sein Wohl zu sorgen und für seine Unversehrtheit alle Kraft aufzubieten. Bernhard Braver Erfüllet Eure Pflicht! Wir feiern Pessach 5719, das Fest zur Erinnerung an den Auszug der Juden aus Ägypten, aiis der Knechtschaft in die Freiheit, aus der Fremde in in die Heimat. Sowie damals das ganze jüdische Volk, so müssen auch heute viele Tausende unserer jüdischen Brüder und Schwestern ihren derzeitigen Wohnsitz verlassen, weil sie an diesem ganz einfach als Juden nicht leben können, aber als freie Men-l sehen und Juden leben wollen. Sie wollen und müssen in ihre — in unsere alte Heimat. Die Tore Israels sind allen Juden offen, die Heimbeförderung dieser Menschen, ihre Einordnung ist Aufgabe der Juden der ganzen Welt. Wir fragen unsere Freunde, habt Ihr Eure Pflicht dem Keren Hayessod, der Vereinigten Aktion für Israel, dem Finanz-'Jnstrument der Jowish Agency gegenüber schon erfüllt? Niehl Spenden erwartet Israel von uns, sondern ernste Teilnahme an der Aktion 1959, um die große und schwere Aufgabe. „Die Einordnung der neuen Olim” er-( füllen zu können. Aber ebenso wichtig wie Ihre Beitragsleistung ist auch Ihre Mitarbeit. Die Aktion 1959 ist im Gange. Ihre bisherigen Ergebnisse sind nicht unbefriedigend, aber keineswegs so, daß sie im Ein-? klang mit den großen Aufgaben, die zu erfüllen sind, stehen. Bitte: Erfüllet Eure Pflicht der Vereinigten Aktion für Israel 1959 gegenüber und arbeitet mit. Vereinigte Aktion für Israel Keren Hayessod — Magbit Meuchedeth Pessachtage im belagerten Jerusalem Von Dr. Z. F. Finot Ein düsteres Gewölk von ßombenattentaten, Schießereien und Hungernot senkte sich vor den Pessach-Tagen des Jahres 1948 über Jerusalem. Mit dem letzten Transport von über 200 Panzer- und Lastwagen der Haganah, der es gelungen war, den eisernen Ring bei Kastei zu durchbrechen, begann die Belagerung und der eigentliche Schicksal, skampf um Jerusalem. Dieser Kampf ging bereits seit Monaten im Stadtgebiet und auch weit draußen infolge der Invasion benachbarter arabischer Heerscharen in Ramleh, dem Galil und Mishmar-ha-Emek. Der Beschluß von Lake Success, der den Judenstaat ver-, kündete, peitschte im Nu die Haß- und Kriegsgelüste arabischer Wüstenvölker bis zur Siedehitze auf und so wandelte sich auch die als „Heilig” angesehene Stadt Jerusalem in einen brodelnden Hexenkessel von Tod und Vernichtung. Kein Tag verging hier ohne Blutopfer, kein Monat ohne Metzeleien am hellichten Tage. Kaum 2 Wochen vor diesem Pessach-Feste waren es 7G Professoren, Arzte und Krankenschwestern, die auf dem Wege zum Hadassah^Spital am Scopusberg ruchlos niedergemetzelt wurden. Ara-1 bische Legionäre waren die Vollstrecker und englische Bataillone, die sich in unmittelbarer Reichweite befanden, assistierten als stille Beobachter. Vorher waren es die Attentate auf die „Palestine Post”, die Sochnut und die Ben-Yehuda-Gasse, die lediglich den Auftakt zum letzten Kampfe auf Leben und Tod eines ziir Staatlichkeit aufgerufenen Volkes bilden sollten. Noch saßen die Engländer in Jerusalem und deren eigentlicher Kulissenschieber Ernast Bevin in London. Der High - Commissioner in seiner Festung und die englischen Soldaten im Herzen der Stadt sperrten sich durch Panzer- und Stacheldraht von den Juden ab, die schließlich nach dem letzten Attentat in der Ben-Yehudagasse auch den Engländern in offener Feindschaft die Stirne« zu bieten begannen. Auch in den jüdischen VA er-