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Die Stimme · 1959-03-01 · Heft 111 (März 1959) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1959
Issue
Heft 111 (März 1959)
Date
1959-03-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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lim m e OttyXH, <Ut iliönisieH Ut ösleteeicU t'^z~ t':r*- nrnNn." Preis 2 Schilling März 1959 Zionistischer Landesverband Wien Nr. 111 IN MEMORIAM KNESSETH-PRÄSIDENT SPRINZAK Der Präsident des israelischen Parlaments und Vorsitzende des zionistischen Aktionskomitees Josseph Sprinzak ist Ende Jänner 1959 im Alter von 74 Jahren verschieden. Sprinzak galt als die Verkörperung des Beständigen und Dauerhaften, was darin Niederschlag fand, daß er die Ideale des Zionismus heilig hielt, für deren Verbreitung sorgte, das jüdische Selbstbewußtsein positiv beeinflußte, schöpferische Gedanken entwickelte und sie zum Nutzen der Medinah verwertete. Er hat sich als führender israelischer Politiker und Präsident der Knesseth ein bleibendes Denkmal gesetzt. Ein Kind des traditionsreichen und schöpferischen Judentums Rußlands, wuchs Sprinzak im intellektuellen, zionistischen und jüdischem Milieu auf. Der Zionismus war für ihn eine naturgegebene Sache, der er sich mit seiner ethischen und physischen Kraft gewidmet hat. Seine Gedanken kreisten nur um die Probleme der Rückkehr der Juden in das Land ihrer Väter und um ihre Gestaltung zu einem souveränen 'Volk. Er gehörte zu der verläßlichsten Generation jener Menschen, die die zionistische Bewegung formten und ihr den Weg bahnten, der zur Erfüllung ihres höchsten Ideals führte. Sprinzak war von hohen jüdischen idealen getragen. Seine menschlichen Qualitäten befähigten ihn, der zweiten Alijah Impulse zu geben, sie auf feste Grundlagen zu stellen und mit Hand ans große Werk zu legen, das zum Aufbau des Landes führte. Sprinzak war ein sehr wacher Geist, verbunden mit allen Problemen des jüdischen Volkes im Lande und in der Diaspora. Er verfolgte mit brennendem Interesse alle Ereignisse in der jüdischen Welt und trat jederzeit auf den Plan, sobald es galt, dem Zionismus wertvolle Dienste zu leisten. Wenn die Zionisten in der Galuth sich mit dem bis jetzt Erreichten zufrieden gaben, und die Mission der zionistischen Bewegung in der Golah als abgeschlossen betrachteten, trat Sprinzak warnend und belehrend auf und wies darauf hin, daß d<ie glückliche Zukunft Israels von allen Juden, besonders von den Zionisten außerhalb Israels stark abhängig i st. Er war sehr bedacht auf die Stärke der zionistischen Institutionen und bestrebt, sie zu einer Weltorgnaisation zu gestalten. Sprinzak gehörte zu den Gründern des VVaad Leumi, der früheren Gesamtvertretung der Juden in Palästina. 1995 wurde er zum Generalsekretär der Ilistadruth bestellt. Am 25. Juli 1948 wurde er zum Vorsitzenden des Staatsrates designiert und übernahm das Präsidium des israelischen Parlaments, das er bis zu seinem Tode innehatte. Sprinzak begründete die Anfänge einer parlamentarischen Tradition in Israel und bewies damit, daß er über Fähigkeiten verfügte, die denen der Parlamentarier alter Staaten adäquat waren. Der Verewigte stieg zum Gipfel seines Ansehens und seiner sozialen Tätigkeit durch die Partei; er war aber der Heros des ganzen jüdischen Volkes, das in ihn Vertrauen setzte, i hm glaubte und ihn liebte. Wir werden sein Angedenken immer in Ehren halten. Bernhard Braver An die jüdische Bevölkerung Österreichs! Gebot der Stunde Die Vereinigte Aktion für Israel (Magbith — Meuchedet — Keren Hayessod) eröftnete am 25. 2. mit einem Festakt im' Sitzungssaal des Alten Rathauses in Wien I, die Campaign 1959, die heuer unter dem Motto steht: 100.000 neue Olim aus den Oststaaten. Es sprachen bei dieser Veranstaltung der Gesandte des Staates Israel in Wien, Herr Minister Jecheszkel Sachar, der Bundespressechef Sektionschef Dr. Fritz Meznik, Herr Dr. J. Teitler, Zürich, Gouverneur des Weizmann Instituts in Rechovoth und Präsident der Vereinigten Aktion für Israel in der Schweiz. Die Campaign dieses Jahres steht unter dem Motto: Heimbringung und Einordnung der Alijah aus den Ländern jenseits des Eisernen Vorhanges. Das Staatsgrundgesetz Israels besagt, daß seine Tore für alle Juden jederzeit offen sein müssen. Derzeit kommen ca. 6000 Juden monatlich aus diesen Ländern, deren Zahl sich wesentlich erhöhen wird. Aus Rumänien werden im Laufe des heurigen Jahres 90 — 100.000 neue Einwanderer erwartiet.

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