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Die Stimme · 1956-08-01 · Heft 98-99 (August 1956) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1956
Issue
Heft 98-99 (August 1956)
Date
1956-08-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit- 4 Dir: STIMME Nr 98 99 (Vortrag Dr Musik vereinssaal 24. März 1956.) Drei Dinge wollen wir ausNnanderhalten wenn wir die Lage Israels gegenüber seinen Feinden von heute untersuchen: a) die Gefahren auf kurze Sicht — und die Gefahren auf lang'' Sicht; b) die wahren Motive unserer Feinde — und die Motive dir1 von ihnen vorgeschoben werden und die von den Großmächten (wirklich oder angeblich) geglaubt werden; c) Maßnahmen zur Beseitigung oder Verkleinerung der Gefahren die von uns Juden allein abhängen — und Maßnahmen zu denen wir die Mitarbeit anderer Faktoren nötig haben Unterscheiden wir zunächst die Probleme auf kurze und die auf lange Sicht. Auf kurze Sicht: steht Israel vorder Möglichkeit eines Krieges der jede Sekunde aubrechen kann — aber nicht ausbrechen muß. Dies war Israels politische Lage seitdem Tage des Waffenstillstandes am 7. Januar '1949. Dies wird Israels Lage bleiben auf unabsehbare Zukunft — auf viele Jahre hinaus. Diese Tatsache ist sehr unangenehm und kostspielig. Aber daran läßt sich nichts ändern. So lebten die zionistischen Einwanderer in Palästina seit 1920 — umringt von Feinden deren Zahl täglich (durch wachsenden Geburtenüberschuß) stieg. Trotzdem nahm die Zahl der Juden und ihre Kraft immer mehr zu und führte zu immer neuen und immer größeren Siegen über ihre Gegner. Wenn heute die Juden in ihrem Staate unter ständig^** Kriegsgefahr leben — so ist das nur eine Fortsetzung der Lage von gestern und ehegestern. Daher ist der Jischuw davon viel weniger betroffen als man es sich im Ausland vorstellt. Wir sind an die ständige Kriegsgefahr gewöhnt. Aus Gründen, die ich gleich anführen will, glaube ich persönlich nicht an Krieg mit den Arabern. Nicht im Jahr 1956 (vor den Präsidentenwahlen in USA) und nicht einmal in dem folgenden Jahre 1957. Natürlich müssen wir auf die Möglichkeit gefaßt sein, daß irgend ein Verbrecher aus den Reihen des Mufti im Gazastreifen einen Krieg provoziert. Diese Möglichkeit bestand aber auch schon ehe die Russen ihre Walfen und Spezialisten IPIeum* Adolf Reiss Erben & Co. Tuchgroßhandel und eigene I Schafwollwaren - Manipulation Wien I, Rudo!Jsp!a*z 6 U 21 5 10, U 21 5 19 _ Allen unseren Kunden und Freunden herzl. ö/ückwünsche zu den Hohen Feiertagen! nach Ägypten schickten. Dies zwingt uns zwar zu immer größeren Rüstungen — jede Kanone mehr und jeder neue Tank und jeder schnellere Jet - Bomber und vor allem jedes neue Kriegsschiff für Israel verbessern die Chancen des Friedens und vergrößern die Aussichten auf raschen Sieg. Aber — obgleich jeder Tag kostbar ist brauchen wir nicht in Hast zu planen. Ich bin fest überzeugt, daß die Chancen für Frieden in den nächsten zwei Jahren sehr groß sind und die Chancen für Krieg mit den Arabern sehr klein. Meine Gründe, warum ich nicht an einen ägyptischen Angriff in absehbarer Zeit glaube, sind: Erstens — Ägypten hat nichts wesentliches durch einen Sieg zu gewinnen; selbst bei einer Verriichnichtung des Staates Israel würde die Hauptbeute dem Staate Jordanien zufallen und nicht Ägypten. Solange Jordanien nicht von Ägypten ,, verschluckt” wurde, müßten die Ägypter dumm sein finden jordanischen Feind die Kastanien aus dem Feuer zu holen, Zweitens — Ägypten hat im Falle einer Niederlage einiges und Nasser alles zu verlieren. Und eine militärische Niederlage ist heute - nach den schlechten Erfahrungen der ägyptischen Infanterie im Kampfe von Nizzana — nicht Wenider wahrscheinlich als 1948. Warum soll daher Nasser seine ungeheure Popularität aufs Spiel setzen um einen Krieg zu führen bei dem er nichts Wesentliches gewinnen aber alles verlieren kann? Nur um ,,etwas zu tun"? — Etwas tun kann er auch an anderen Fronten. Nordafrika ist für Ägypten viel wichtiger als Israel — und der Kampf dort ist viel bequemer als gegen Israel. Denn dort kämpfen andere — und nicht die Ägypter. Jeder Erfolg der Aufständischen in Algier stärkt die Stellung Nassers. Jede Niederlage der Aufständischen gibt, ihm Möglichkeit za neuen politischen Reden und Manövern ohne aber ihn zu gefährden. Sogar die sudanesischen Probleme sind füi Ägypten dringender als die Israels. •Daher glaube ich nicht an einen Krieg in den nächsten Monaten und Jahren. Und das läßt uns Zeit zur Planung unserer Politik auf lange Sicht. Auf lange Sicht ist unsere Situation tatsächlich problemaisch. Mohammedaner und Europäer gemeinsam pflegen an die Lehren der Kreuzzüge zu erinnern Europas Heere haben (1099) nicht nur Palästina sondern die ganze Küsö Syriens und des Lihan ms vm der heutigen türkisheu C.enze bis Transjordanien erobert — aber drei Menschenalter späer sind die Christen auf das Gebiet zwischen Jafla uni Äkkn zurückgedrängt (1192) und wieder drei Menschenalter später (1291) verlieren die Christen ihren letzten Fußhalt. in Palästina Die Araber hören nicht auf an diese Niederlagen Europas zu erinnern: Wenn damals der deutsche Kaiser und die Könige von Frankreich und England nicht imstande waren sich auf die Dauer gegen den Islam zu behaupten — wie sollen das die Juden in Israel ausrichten?! In der Tat: der Vergleich mit den Kreuzzüglern drängt sich auf. Wer den Zionismus ernst nimmt und wer sich nicht nur mit Phrasen begnügt — der ist verpflichtet zu erklären, mit welchen Mitteln er verhindern will, daß der Staat Israel das gleiche tragische Ende finde wie das Königreich Jerusalem im 12. Jahrhundert ... Fortsetzung folgt! Jugendlager (Aus einem Brief ) Wie jedes Jahr, veranstalteten wir auch heuer ein großes Sommerlager, das vom 13, Juli bis 8. August dauerte. Wieder wählten wir zum Aufenthaltsort Edlach, wo Herzl verschieden ist. Uber 60 Kinder durften sich der herrlichen Umgebung erfreuen und lebten in einer freien, von israelischem Geist erfüllten Atmospäre. Die neuen hebräischen Lieder und israelischen Volkstänze, die wir in diesem Lager erlernten, verstärkten unsere Verbundenheit mit unserer Heimat, Erez Israel. Das Tagesprogramm war ausgefüllt mit Sport, Ausflügen und kulturellen Veranstaltungen, an denen die Kinder regen Anteil nahmen und vollste Befriedigung fanden. Großen Wert legten wir auf tägliches Iwrit-Lernen, dem wir jederzeit einen wichtigen Platz in unserer erzieherischen Tätigkeit einräumen. Zwei große Ausflüge auf den naheoelegen Schneeberg und auf die Rax fanden bei den Kindern große Begeisterung. Im Mittelpunkt der kulturellen Veranstaltungen stand die Herzl- Bialik - Feier, die beim Herzl-Ge-i denkstein stattfand. Fs war ein feierlicher Anblick als man abends bei Fackelschein des großen Vorkämpfers des Judenstaakes und des größten jüdischen Dichters gedachte. Mit der Feier erfüllten wir eine heiljge Pflicht, Mie Erinnerung an die Bedeutenden unseres Volkes wach zu halten und den Jugendlichen diese großen Gestalten näher zu bringen. So verliefen diese schönen Tage leider viel zu schnell. Die Schlußfeier wurde durch einen eindrucksvollen Mifkad eingeleitet. Es wehten stolz unsere Fahnen, die Fahne des Staates Israel. Wir tanzten eine imposante Hora und bis spät in die Nacht klangen unsere Lieder, Lieder des Höffens, und Sehnens nach Israel. Die Redaktion der „Stimme“1 wünscht ihrem Freund und Mitarbeiter David Klinghofer Tel Aviv zu seinem 70. Geburtstag und anläßlich Roseh Haschanah Gesundlieitund Glück OSKAR Holz-Großhandel JÜefevb ösiecceicUiscUes hadd- &cUhütUohz nacU lernet uhd dee Heuernte WIEN I, HERRENGASSE 6-8 Tel. U 28 0 32 Die idealsten Schulterauilagen aus Watte, beste Paßfoun, iür Damen-, Herren- und Kinderbekleidung Achselpolster-Erzeugung RU DICH (& Co. Wien UyAspernbrückeng.4 Tel. R 45 5 63 Allen unseren Kunden und Freunden herzl Glückwünsche zu den Hohen Feiertagen! Der Präsident, der Europäischen Exekutive der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten in Europa Dr. Joseph Sagall, seine Frau und sein Sohn, wohnhaft in London, wünschen allen Zionisten in Österreich ein recht glückliches Neues Jahr 5717! „ELSE" PÄRFUMEEIE WIEN I, STEINDELGASSE 1 (beim Tuchlaubcn-Kino) TELEFON U 213 61 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN APS IkS.A. FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Wir schicken offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen nach Israeli Allen unseren geschätzten Kunden herzliche Glückwünsche zu den Hohen Feiertagen! Israel gegen den Weltislam W. v. W'eisls im in Wien am GESCH> Wien

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