Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1956
- Issue
- Heft 98-99 (August 1956)
- Date
- 1956-08-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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timme Öttyati dtt MlyemeU%en ZiowLslttt Ut Ö&becceicU Zionistischer Landesverband Wien Preis 2 Schilling V. b. b, | Redaktion u. Administration: | | Wien IX, Universitdtsstr. 4 4 | 1 Telefon A 26 4 73 1 H Postscheck-Konto Nr. 134.292 | August/ September 1956 | BiHiiiHiiinHiiiiiitiriMiiiiiiiiiiiiiH'LiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiHiniiiiiiitiiiiiiiiiiBI Nr. 98/99 ROJCH HAKHANA 5717 Unsere Wünsche und Hoffnungen Wi; /u len ':eten nun in da? .Jahr 5717, was uns wieder Geleg mlim! zur Selbstbesinnung i 1 ■ t.• Das immar wache ßewußisein legt uns besondere Pflichten auf, denen wir, im Hinblick auf Erez Israel, Rechnung tränen müssen. Wir haben uns die vordringlich'-' Fräße vorzulegen, wie weit wir das Gesetz der nationalen, menschlichen und brüderlichen Bindung zum Staate der Juden befolgen, welche Handlungen wir gesetzt haben, um dem Lande zu helfen, damit es seine Existenz erhalte und seine lebenswichtigen Ziele verwirklichen könne. Eines der wichtigsten Themen des 24. Zionistenkongresses war die Frage der Pflichterfüllung der Juden in der Diaspora gegenüber Israel, das von Feinden u!mgeben, einen harten Kampf gegen arabische Feudalherren, die nationalistischen und religiösen Haß gegen den selbständigen j üdischen Staat anfachen, führen muß. Der Aufbau der wiedergewonnenen Heima't erfordert überdimensionierte Anstrengungen und gewaltige Opfer. Nun, wer soll diese Opfer bringen und wie sind die Kräfte zu mobiliseren, um sie wirksam zu machen? Der Jischuw Israels macht schwere Zeiten durch: er erfüllt die Pflicht des Aufbaues und der Verteidigung, der Sicherung der Unversehrtheit des nationalen Territoriums und gewährleistet die Abwicklung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Der 24. Zionistenkongreß unterstrich die besondere Wichtigkeit einer raschen Kolonisation des zentralen und südlichen Negews, rief nach verstärkten Anstrengungen, um eine große Zahl von Kindern in den nächsten Jahren nach Israel bringen zu können und richtete einen Appell an die Sowjetunion und an alle kommunistischen Staaten, die Auswanderung von Juden, insbesondere von jüdischen Waisenkindern nach Israel zu gestatten. Im Sinne des Beschlusses desZionistenkongresses erging ein Mahnruf an die Juden in der Golah, insbesonders an ihre Jugend, an die Intellektuellen und an landwirtschalLieh ausgebildele Fachleute nicht in Lethargie zu verhanen, sondern frohen Mutes nach fsrnrd zu kommen und neue Siedlungen zu bilden. Im Ra Innen des Wirtschaftsdepartements der Jewish Agency ist eine neue Abteilung "für die Absorbtion von Einwanderern aus dem Mittelstand geschaffen worden, die sich bemühen Wji'd, alles vorzukehren, um die Einordnung leichter zu gestalten. Herz! hat in wunderbarer Klar¬ D i e heit die unglückselige urid wenig ehrenhafte Existenz unseres Volkes in der Galuth charakterisiert- Nun entsteht die Frage: Haben wir, die wir außerhalb Israels leben, das Auge für die Wunder, die in diesem jüdischen Land geschaffen wurden, offen? Ist unser Denken nach dieser Richtung hin wach? Ist es uns gegenwärtig, daß die Judenfeinde auf der Lauer liegen und darnach trachten, uns tiefe Wunden zu schlagen? Für uns in der Galuth ist durch die Realität der bestehenden Tatsache die Wogi Fhtung un~d das Ziel deutlich bestimmt. Alles, was mit der Erhaltung und nationalen Gesundung des jüdischen Volkes auf eigenem Boden zusammenhängt, ist Aufgabe aller "Juden in der Welt, also auch der Jüden in Österreich und wir erscheinen mit als aktive Träger geschichtlicher Verantwortung, die äußerst groß ist, weil das Schicksal der Medinah mit dem Schicksal aller Juden eng verbunden ist Das Wachsen und Gedeihen Israels stärkt die Position der Juden in aller Welt; eine Schwächung Israels könnte uns Juden in der Golah an den Rand des Abgrundes bringen. Der weitaus größte Teil des jüdischen Volkes lebt noch zerstreut in aller Herren Ländern, das bedeutet, daß wir von der Verwirklichung des Erlösungsgedankens noch weit entfernt sind. Aber Israel bildet das gesunde Instrument zur Erlösung aus der Golah und wird auch die Kra'ft auf bringen, alle Juden außerhalb Israels zu einigen und ihnen den Weg zu bereiten, der in die jüdische Heimat und in die Geborgenheit führt. Jedes Volk muß bereit sein, schwere Lasten auf sich zu nehmen, um Freiheit, Sicherheit und Unabhängigkeit zu erringen, da die Wirklichkeit liart ist und zum Handeln zwingt. In biblischer Zeit war das jüdische Volk Lehrer der Menschheit und die Zeichen dieser Sendung reichen noch bis in unsere Tage. Die Juden im eigenen Lande, auf eigenem Boden, werden die teilweise versiegten geistigen Quellen neu erschließen und damit, der gesamten Menschheit dienen! Zu Rosch Haschanah, zum Tage der Besinnung sei es uns gestattet, den Wunsch auszusprechen, daß die Gesamtheit des jüdischen Volkes sich der großen historischen Bedeutung bewußt werde, daß die Gründung und das Bestehen des Staates Israel für sie Erhebung bedeutet. Alle mögen dazu beitragen, den Staat Israel in seinem Wachsen und Gedeihen zu unterstützen und sollen stolz darauf sein, daß sie für das Gelingen dieses großen geschichtlichen "Werkes eingetreten sind. Das neuerstandene Israel möge unsere Kraft verstärken und unserem Selbstvertrauen neue Nahrung geben. Von Zion möge auch weiterhin die Lehre ausgehen und das Wort Gottes von Jerusalem- Wir wünschen dem Jischuw des Staates Israel, seinem Präsidenten Ben Zwi, der Knesseth, der Regierung und der Zwa Haganah Glück und Segen zur Rosch Haschanah. Unsere Freunde im In- und Ausland, den Gesandten des Staates Israel in Österreich, Herrn Minister Bentsur, begleiten unsere Wünsche für das neue Jahr 5717. Bernhard Braver. rf)('tis ident des cStaates dsn/el Ben Zwi, richtet an das gesamte Judentum der Welt eine Botschaft, worin er zu Rosch Haschanah 5717 seinem Wunsche Ausdruck verleiht, das kommende Jahr möge uns und der Medinath Israel Glück und Wohlstand bringen! (^j&SGLribtschcLjf: h&s i n W i e n wünscht dem Bund der Israelitischen Kuliusgemeinden in Österreich, der Zionisiischen Föderation, den zionistischen Parteien und allen Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft in Österreich ein Jahr des Aufbaues, des Aufstieges und des Glücksl