Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1956
- Issue
- Heft 97 (März 1956)
- Date
- 1956-03-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2431292-2431390-2431392--0716-2432362- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I) l f S I I M M f Seite 7 Nr. 97 Nachrichten aus der jüdischen Welt JAHRES; AG Ol-S AUSLANDES IM WARSCHAUER GHETTO. I!>'r ni■ 11•,<!i Wo!I kongreß ruhtet .m alle .111f(f'n <•!f'r \' f'11 einen Aulrtil, Vorbereitungen zu I rO ten, um clor 13. Wiederkehr dos Jahrestages dos Aulstcimlos im Warschauer Ghetto wurde1, zu gedenken. Dieser Lue lallt liouor .ml don 8. April (don 77. Tag dos Monates Nissan). Im Aul'rul i rrl betont, daß dieser Tag zu oin-'m nationalen (iedeu k tag I iir die <■ u hs Milli' non umgekommenen .Indem dos /Weden Wol I k riegos und lür iinsoro Kampier im Warschauer Ghetto gemacht u erde, Es wird an albe .luden appolliorl, an < icsem (iedenktag Versammlungen /u veranstalten und l.ehranstalten, Bihliu. Ivoketi und andere Einrichtungen muh d''u Kumplern im Warschauer Ghali > ,'u henennen. JUDEN IN NOR DA ERIKA. Cher die Lage der Juden in Nordafrika außerhalb Ägyptens, kann gesagt werden, daß si" olJonbar überall unter denn Einfluß denanti-jüdischen llet/.e von Ägypten aus, das (lefiihi der Sicherheit verloren hahen. beweis dafür ist die verhältnismäßig große Zahl von Abwanderungen, teils nach Israel, teils nach Frankreich, zu dessen Imperium die meisten Gebiete gehören. Ein Lichtblick ist die vorläufig günstige Entwicklung in Marokko. Es gelang jüdischen Unterhändlern, mit dem Führern der mohammedanischen Vertretung in Marokko eine; Vereinbarung zu trollen, welche den Juden ihre Rechte als Staatsbürger sichert. Ein Vertreter der Juden ist in das Ministerium von Marokko aufgenommen worden. Ein besonderes Verdienst auf marokkanischer Seite erwarb sich dabei der Ministerpräsident Herr Bourguiba, der Führer der dort regierenden Partei. Es wurde eine neue Organasition gebildet, die unter den Namen EL. WIFAG bekannt ist, um das gute Einvernehmen /.wischen den Juden und den Mohammedanern in Marokko zu verstärken. Die Führung der Gruppe wurde den Prinzen Hassan, dem Sohn des Sultans anvertraut. ÄGYPTISCHE HETZE. Die vor allen ägyptische Hetze gegen Israel und den Zionismus geht weiter. Die Sendungen von Radio Kairo und die Sprache der führenden Clique in Ägypten wie auch der anderen arabischen Länder, die unter dem Einfluß der Nasser-Clique stehen, haben längst das NH veau von Streichers ,, Stürmer" unseligen Gedekens erreicht. Sie machen kein Geheimnis daraus, daß es ihnen darum geht, den Staat Israel und die dortigen Juden zu vernichten. KANADA UND DIE ARABISCHEN FLÜCHTLINGE. Es ist bekannt, daß Canada die traditionelle Abschließung gegen Einwanderungen aufgegeben hat und dem Beispiel Australiens folgend, nun eine größere Iinigration anstrebt. Nach Zeitungsnachrichten soll Canada das Quotensystem aufgegeben haben und zu einem durchaus liberalisierten Einwanderungssystem übergegangen sein. Unter anderem soll eine Delegation der Regierung von Canada im Nahen Osten eingetroffen sein, um für die Einwanderung der aus Israel geflüchteten Araber Listen zusammen/.ustellen. Die Leser wissen, daß diese arabischen Flüchtlinge aus ■Israel von den arabischen Hetzern in Lagern in der Nähe von Israel mit Propaganda und Zwang zusainmengehalten werden, um sie als politische Schaustücke und Stoßtrupps gegen Israel zu ver.wurden Vermutlich werden die Bemühungen .er canadischen Delegation um die arabischen Flüchtlinge aus Israel, inloh’e d u dort gegenwärtig herrschenden p( ■. 11 i ,.en Umstände, von geringem Frlolp min. WAU EN ZU ISRAELS VERTEIDIGUNG. Infolge der unbefriedigenden und schwankenden Politik der Regierung der USA im Nahen Osb-n wurde eine dringend" Zusammenkunft der Vertreter jüdischer Organisation ui in den USA einherufen, die am 17. und 18. Jänner in Washington slalttand. Diese Konferenz richtet" einen dringenden Appell an die US-Regierung, die Verteidigung Israels mit notwendigen Waffenlieferungen zu stärken. Botschaften der Sympathie kamen von vielen nicht jüdischen Kreisen, namentlich von den Führern der vereinigten Gewerkschaften GEORGE MEANY und WALTER REUTH ER. Einer der Redner war rF'r bekannte Senator JOHN SEAKMAN von der Demokratischen Partei. Alle Redner betonten, daß die Regierung der USA nicht zulassen dürfe, daß die benachbarten arabischen Länder stark genug würden, um Israel zu vernichten. JUDEN IN SÜDAFRIKA. Die Juden in Südafrika. Wir wissen daß dort, eine von nazistischer Rassen- Iheorien beeinflußte Partei an der Macht ist. Nichts Gutes kann eine Minderheit wie die Jüdische von einer solchen Regierung erwarten. Wir können aber berichten, daß bis nun eine gesetzliche Diskriminierung der Juden nicht stattfand. Soweit hat sich dort die jüdische Gemeinde günstig entwickelt. Die Zahl der .Juden betrug dort im Jahre 1911 ungefähr 45.000. nach dem letzten vorliegenden Zensus (1951) war die Zahl 108.000. In einem Bericht über die Juden in Südafrika Lesen wir, daß die Juden als Gruppe zu innerpolitischen Problemen nicht Stellung nehmen. Es kann aber nichts anderes erwartet werden, als daß die große Mehrheit der Juden für rassische Diskriminierung gegen wen immer kein großes Verständnis hat. JUDEN IN AUSTRALIEN. Uber die Juden in Australien liegt ein durchaus positiver, erfreulicher Bericht vor. Die jüdische Gemeinde in Australien ist von 17.000 im Jahre 1911 auf 55.000 im Jahre 1954 angewachsen. Die Hälfte fehl in Victoria (Melbourne) und 40",, in New South Wales (Sydney). Der Verfasser dieser Aufsätze hat selbst viele Jahre in Australien verbracht und besitzt auch eigene Informationen über die Juden drüben. Es kann allgemein gesagt werden, daß es dort den Juden gut geht. Es muß ferner hervorgehoben werden, daß die Einstellung der Juden in Australien zu Israel eine durchaus positive ist. Zur Wahrung der jüdischen Interessen in Australien ist ein repräsentativer Executive-Council gebildet worden, der überall und namentlich bei der Bundesregierung Australiens, als gesetzlich" Vertretung der jüdischen Gemeinde anerkannt ist. Die Juden Australiens haben auch ihre eigenen Schulen, andere BiIdungsinslitute, und Zeitschriften. Wir gedenken, in den nächsten Nummern dieser Zeitschrift unter'dieser Rubrik namentlich über die Juden in Sowjet- Rußland und Deutschland, zu Imrichten. Israelische Geschenke für Adenauei. Der israelische Außenminister Moshe Shareft ließ dem Bundeskanzler Dr. Ade- 'nuuer aus Anlaß s"iues 80. Geburtslage-; ais persönliches Geschenk eine komplette Sammlung aller Briefmarken seil Begründung des Staates durch den Chef der Kötner Israel-Mission. Dr. E. E. Shinnar, überreichen. Dr. Nahum Goldmann schenkte zwei antike Münzen aus den Jahren 132 und 6b v Chr. Dr. Shinnar brachte als eigene Gabe eine silberne Schale, das kunstvolle Werk jeme n i ti scher Si Iherschm iede. Die Austrocknung der Poleg-Siimpfe vollendet. Ein weiteres, Malaria-verseuchl.es Sumpfgehiet ist von der Karte Israels verschwunden, und fruchtbares Ackerland an seine Stelle getreten. Diese Nachricht wurde im Sanatorium von Schefajim ausgegeben, wo der Kreisrat der Scharonküste sich in feierlicher Sitzung gemeinsam mit den Vertretern des KKI. versammelte, um 'die vollendete Austrocknung des PolegJWädi Falik)-,' Sumpfes, südlich von Natania, feierlich zu begehen. In diesem kleinen Bruder ries Hula' sind Drainagekanäle in Länge von 26 km angelegt und über 4000 Dunum Land trockengelegt worden, die jetz.t an die u inliegenden Siedlungen zur Bearbeitung verteilt werden. V'olle Beschäftigung der Arbeiter im Lachisch-Gebiet. Für volle Beschäftigung der Einwanderer, die im Entwicklungsgebiet von Lachisch zur Ansiedlung gekommen sind, wird vom Jüdischen Nationalfonds gesorgt. Ober 90 Prozent aller arbeitenden Personen sind heute bei Aufforstungsprojekten des KKL tätig. Der Fonds sieht im Laufe diese Jahres die Anpflanzung von 792.000 Bäumen auf 4000 Dunam des Bezirkes vor. Neues chemisches Mittel spart Devisen. Der KKL hat neuerdings die Anwendung von ,,Tarprime” in seinen Baumschulen eingeführt. Durch Bestreichen der Blechtöpfe der Setzlinge mit diesem aus Kohlerückständen nach Entziehung von Gas angefertigten Mittel wird das Metall vor Rostgefahr bewahrt. Man hofft, auf diese Weise jährlich IL. 50.000 Devisen einzusparen. Stadtbaupläne auf Dünensand. Dem Stadthaurat von Rischon Lezion ist der Plan zur Errichtung einer Stadt aut 6000 Dunam der an Rischon Lezion angrenzenden Sanddünen vorgelegt worden. Die Vorarbeiten dazu werden vom KKL unternommen. Nicht weit, nördlich von dem Gebiete dieser geplanten Stadt, ist der KKL schon mitten in den Entwicklungsarbeiten aut einer Sandfläche von 600 Dunam, die nahe dem Hüttenviertel Esra- Uvitzaron liegt. Mit diesen Arbeiten denkt man den Bisherigen Slum zu räumen und seine Einwohner in das 2000 Wohneinheiten umfassende Behausungsprojekt zu überführen. Jugendbücher. Tel Aviv. Zwei populäre, lehrreiche Jugendbücher des österreichischen Schulmannes und Jugendschriftstellers Karl Hartl, ,,Wie? Wann? Wo?" und ,,Warum? Wozu?", wurden von einem israelischen Verlag in hebräischer Sprache herausgebracht.. Der Autor Karl Hartl war nach Entstehen des Staates Israel dort selbst als erster österreichischer Konsul und später als Generalkonsul tätig. Wl/O-Erauon arbeiten für die Zukunft Israels. Dir' Anzahl der pingeii Mädchen, die aus orientaiisrh"n I.ändern nach Israel kommen und sich liir di" Ausbildung in BerulssehuF'n eignen, wird von Jahr zu Jahr größer. WIZO bemüht sich, din unter den Nr* icinwunderem lest eingewurzelte Idee zu bekämpfen, daß Mädchen *ine richtige Berul sin Id ine, nicht brauchen. SRsind der Meinung, daß der Platz einer heran wachsend >n Tochter in ihrem I leim sei, wo es genügend Arbeit für sie gibt; die jüngeren Geschwister zu pflegen, Haushallarbeiten zu leisten usw. Die Vorberufsschuie der WIZO in Rechowol (früher Maya Rosenberg- Schule), belaßt sich mit allgemeiner Schulbildung und Berufsschulung von Mädchen, die ohne oder mit ganz 'geringer Schutausbildung ins Land kommen. In Fällen aber, wo Mädchen ihr Heim nicht verlassen können, weil entweder die Eltern die Erlaubnis hiezu nicht erteilen oder sie als Brot Verdiener Benötigen, versuchen die WiZO-MÄD- CHEN-KLUBS, ihnen eine allgemeine and technische Schulung zu gehen, die durch Instruktorinnen aus den Berufsschulen in den Nachmittagsstunden erteilt werden kann. Aber nicht nur die zentralen Institutionen der WIZO versorgen die vermehrte Einwanderung aus den nordafrikanischen Ländern. In Niederlassungen, in den Grenzdörfern muß in gleicher oder ähnlicher Weise für die Mädchen und Frauen vorgesorgt werden. Schon vor sieben Jahren, als die Masseneinwanderung begann, zogen WiZO-In-t struktorinnen in die verlassenen Städte und Dörfer, in die Auffanglager und von dort in die vorstädtischen Siedlungen. Vor kurzem konzentrierte sich das Interesse auf die Grenzsiedlungen im Negev, in Galiläa, im Jerusalemer Korridor und in der Nähe des kleinen Dreiecks. Die Grunderforderinsse des Lebens, wie Wohnung und Beschäftigung kann WIZO nicht beistellen. Doch kann WIZO für alle Erfordernisse außerhalb der bloßen Existenzmöglichkeit aufkommen und dem Leben der Neueinwanderer durch Schulung, Freude und Hoffnung geben, Diese besondere Aufgabe hat sich WIZO Israel gestellt. Für Menschen mit westlicher Mentalität ist es schwer, sich vorzustellen, was es bedeutet, Frauen zu organisieren, für die das Wort „Organisation" überhaupt kein Begriff ist. Die Frauen aus moslemitischen Ländern müssen zunächst auf ihre Bedeutung innerhalb des Rahmens ihrer Familie und des größeren Rahmens der Volksgemeinschaft hingewiesen werden. Dann müssen sie allmählich dazu gebracht werden, sich helfen zu lassen, um sich dann seihst zu helfen. Das ist nur durch engste Zusammenarbeit aller W1ZO-DEPARTMENTS möglich. YVIZO-Frauen haben immer die Kraft gefunden, ihre Tätigkeit weiter, jenseits der engen Grenzen ihrer eigenen Heime und Familien auszuhauen und sie werden den Staat Israel in den neuen Erfordernissen der Einwanderung nicht im Stiche lassen. WIZO WIEN ist stolz, aus den aufgebrachten Mitteln die Adoption des Mädchenheims BET1I NEUEM IA in einem Grenzort bei Tel Aviv verwirklicht und damit im Rahmen des großen Programms der WIZO einen nicht unbedeutenden Beitrag geleistet zu haben. Auch in der Folge wird die Arbeit der WIZO WIEN darauf konzentriert sein, dieser Zielsetzung gerecht zu werden; sie erbittet für diese Bestrebungen die Förderung aller Zionisten und Israelfreunde Wiens.