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Die Stimme · 1955-06-01 · Heft 94 (Juni 1955) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1955
Issue
Heft 94 (Juni 1955)
Date
1955-06-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sette 2 DIL STIMM \ Nr 91 Louis Backschtanski 25 Jahre zionistische Tätigkeit Des Dichters Streiten ging dahin d 1 ß wir Juden den Anschluß finden an unsere unvergängliche Geschichte ln der modernen hebräischen Literatur Qi 11 Bialik als der bedeutendste Lyriker Seine glanzenden Dichtungen die immer wieder hervorqehnbon w erden, sind die welche sieh mit den Preblemen des jüdischen Volkslebens befassen Auch mit dem jüdischen Volkslied befaßte sich Bialik gründlich und ihm verdanken wir eine Reihe unvergänglicher Volkslieder. Seine sprachsciiöpferischen Arbeiten auf dem Gebiete der Neu gestalt ung der hebräischen Sprach"' überragen alles was die moderne Zeit hervorqebracht hat Line einmalige Tätigkeit entfaltete Biadk als Volkserzieher und Betreuer des klassischen Geistesqutes Es sei nur erwähnt, daß er Arbeiten alter hebräischer Dichter neu bearbeitet, deren Popularisierung betrieben und der Jugend prachtvolle Literatur an die Hand gegeben hat Bialiks Werk ist einmalig; sein Leben hat er dem Leben seines Volkes geweiht und unbeugsam schaffendes Lehen gefordert, das ganz der Madinath Israel gehören muß Bernhard Braver Belgrader Chor in Wien Von der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien eingeladen, gab der Belgrader Chor ein Konzert, in welchem hebräische und jiddische Lieder, sowie jugoslawische Chorkompositionen zu Gehör gebracht wurden. Alle V orträge wurden vom Publikum mit starkem Beifall aufgenommen, insbesondere die Iwrithlieder Schir Haemek und eine Horah von Lavry. i Die jugoslawischen Gäste hinterließen einen ausgezeichneten Eindruck. Der Wunsch, sie bald wieder zu sehen, wurde allgemein geäußert. Don englischen Zionisten ward die Lhre zui'ii. die 25 jährige zionistische Tätigkeit eines ihrer erfolgreichsten und verdienstvollsten Männer des Generalsekretärs der Zionistischen Föderation in England, Louis Backschtanski. in einem feierlichen Meeting zu würdigen Pakschtanskis markante Persönlichkeit ragte auf den zionistischen Konferenzen hervor, zog immer die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf sich. Seine profunden Kenntnisse der zionistischen Geschieht befähigten ihn, die zionistische Bewegung ,r L anfzubauen, ihr Gestalt zu verleihen und dort, wo er an der vordersten Front des Kampfes um die jüdische Selbstständigkeit werkte, leistete er wertvollste Arbeit. An ,:.er Feier zu Ehr n Bakschtanski's nahmen Persönlichkeiten von Rang und Namen teil, darunter der bekannte Philanthrop, Sir Simon Marks, der in einer großangelegten Rede, die Persönlichkeit des Gefeierten, außerordentlich treffend charakterisierte. Sir Marks würdigte die Verdienste Bakschtanskis und hob besonders hervor, daß sogar seine beharrlichen Kritiker jederzeit bereit sind, die außerordentlich en organisatorischen Fähigkeiten des Jubilars anzuerkennen Ein derart fähiger Mann besitzt große dynamische Kraft und Eignung, seine Mitmenschen zu faszinieren. Setzt sich Bakschtanski ein Ziel, so wendet er sein ganzes geistiges und physisches Vermögen auf, um es sicher zu erreichen Immer ist er vielfältig engagiert lind oft steht er vor schier unlösbaren Problemen, die er aber allen Widrigkeiten zum Trotz, glänzend zu losen versteht. Schließlich pries Sir Marks den Jubilar als einen Schüler Weizmanns und dankte ihm dafür, daß er im Geiste Weizmannischer Philosophie, die Interessen des englischen .Zionismus wahrnehme. Während seiner 25-jährigen unermüdlichen Täogkoit, leitet Bakschtanski die zionistische Arheil in England und als Gen:"- \D'kre!är der Zi mistischen Föderation, trug er wesentlich zur höchsien Entwicklung der Bewegung in England Lei Darüber hinaus nimmt Bakschtanski regen Anteil an den zionistischen und gesellschaftlichen Arbeiten des europäischen Kontinents. Bei vielen Treffen und Konferenzen agier! Bakschtanski mit scharfer Logik und bestrickendem Verstand und in po Fischen, sehr heiklen Fragen, spielt sein Scharfsinn eine auss'hoiggebende Rolle Das sehr verzweigte Gebiet der Tätigkeit Bakschtanskis, seine hervorragende Geistigkeit sein interessantes geistiges Profi), schuf ihm gute Freunde und begeisterte Verehrer Die größte Aufmerksamkeit lenkt Bakschtanski den zentralen Problemen seiner reichen Tätigkeit und die sind: Zionismus, Medinath Israel, Kampf gegen die Assimilation und Förderung der hebräischen Kultur. Der Lebensweg Bakschtanskis ist nicht weniger reich an Erfolgen, als seine Tätigkeit im Interesse des Zionismus Er stieg die Sprossen seiner Lehensleiter * icher empor, dank seiner Klugheit, Energie, Bildung und starker Lebenskraft. Der erste Präsident des Staates Israel, Prof. Dr. Weizmann, schätzte Bakschtanski sehr hoch und unterhielt mit ihm herzliche Freundschaft. Der gegenwärtige Präsident des Staates Israel, Ben Zwi, dankte Bakschtanski in einem herzlich gehaltenen Glückwunschschreiben, Der Premier Israels Moshe Sharett, beglückwünschte Bakschtanski und nannte ihn einen seiner treuesten Freunde. Im Jahre 1935 organisierte der Jubilar eine Rettungsaktion zu Gunsten der gepeinigten Juden in Deutschland und übernahm die Funktion des Generalsekretärs des britischen Rettungsfonds. Mit Stolz wird erwähnt, daß dank den Anstrengungen Bakschtanskis, viele Juden aus Deutschland gerettet werden konnten. Bakschtanski ist nicht nur in England populär, sondern auch in anderen Ländern, wo Juden wohnen. Ueberall erfreut er sich großer Wertschätzung. Den Wünschen der englischen Zionisten schließt sich der Zionistische Landesverband in Österreich an! Wir sind stolz darauf, Herrn Bakschtanski zu unseren Freunden zählen zu können! Die Bedeutung des Schekels Die diesjährige Schekelaktion sowde die Wahlen zum 24. Zionistenkongreß basieren auf der Annahme, daß der zionistischen Weltbewegung noch größere Aulgaben, sowohl im Staate Israel als auch im Weltjudentum, bevorstehen. Der 23 Zionistenkongreß, der im August 1951 in Jerusalem stattgeflinden hatte, hat ein Arbeitsgebiet von vier Aufgaben formuliert, weiche ailen TeFen der Zionistischen Bewegung viel Raum für schöpferische Arbeit geben Ls wäre nur zu hoffen und zu wünschen, daß eine Generation genügt, um diese Aufgaben zu verwirklichen. Die erste Aufgabe ist: Die Festigung des Staates Israel. Es gilt, ihm po,i isch und wirtschaftlich zu helfen, bis er seine völlige Unabhängigkeit erreicht hat Die zweite Aufgabe lautet: Kibbuz-Galujoth — die Sammlung der Zerstreuten Diese Zielsetzung schließt Juden von der ganzen Welt ein, amerikanische Juden nicht ausgeschlossen. Wir wissen, daß dieser Prozeß sehr schw'acir ist. Aber in früheren Generationen war er noch viel schwerer — und doch hat das jüdische Volk auch damals nicht auf ihn verzichtet. Heute nach Entstehung des Staates ist Kibbutz-Galujoth kein bloßes Ziel und Bekenntnis, sondern eine praktische Aufgabe Die Zionistische Bewegung ist dazu berufen, die Juden der verschiedenen Länder zu bewegen, sich selbst in diesen historischen Prozeß einzuscha tan - Wir akzeptieren alle Formen der Alijah, die zu diesem Ziele führen: beginnend mit jenen, die bereit sind, sich im Lande dem Lager der Chaluzim anzuschließen und die schwersten Aufgaben des Aufbaues aut sich zu nehmen, bis zu denen, die nur auf eine begrenzte Zeit nach Erez kommen, um den Staat konsolidieren zu helfen. Die dritte Aufgabe heißt: Einheit und Einigkeit des Volkes. Wir sehen die Juden der ganzen Welt einschließlich des Staates Israel als e i n Volk an. Dabei bekämpfen wir die Auslegung, welche von verschiedenen Kreisen der Idee ,,Weltvolk" gegeben „ELSE" PARFÜMERIE WIEN I, STEINDELUASSE 1 (heim Tuchlauhen-Kino) TELEFON U 213 61 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN AUS IJ.S.A. FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Wir Rehieken offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen naeh Israel! wird. Sie bedeutet nicht, daß die Juden für immer ein Volk in der Zerstreuung bleiben müssen. Wir sehen den Sinn der jüdischen geschichtlichen Entwicklung darin, daß das Zentrum und der Schwerpunkt unseres nationalen Lebens in den Staat Israel verlegt wurde Solange jedoch Juden in den verschiedenen Gaiuthländern leben, sind wir dafür, daß jüdische schöpferische Kräfte, wo immer sich Juden befinden, auf das Höchste entwickeln werden. Die v i c r f c Aufgabe: Organisierung des jüdischen Lebens in allen Ländern der Zerstreuung. Diese Aufgabe ist mit der dritten eng verbunden und ist ein Mittel zur Erfüllung der ersten beiden Die Probleme, vor weiche die jüdische Geschichte unsere Generation gestellt hat, können nur durch ein organisiertes Judentum gelöst werden. Der Schekel ist das Mittel zur Organisierung, zur organisatorischen Zusammenfassung des jüdischen VoP.es. Die diesjährige Schekelaktion hat auch eine politisch-demonstrative Bedeutung: die Verbreitung von Millionen von Schekalim in den jüdischen Gemeinden in der freien Welt wird klar und unzweideutig den Willen des Weltjudentum demonstrieren, den Staat Israel in seinem politischen und wirtschaftlichen Kampfe zu unterstützen Baruch Zuckermann (Mitglied der zionistischen Exekutive) Zionisten Wiens! Sichert Euch das Wahlrecht zürn Zionistenkongreß! Erwerbet den DOPPELSCHEKEL, 5713/14 durch den Zion. Landesverband, Wien IX, Universitätsstr. 4, Tel. A 26 4 73 Awztityt qzcfito den „Witnat Samstofy" Wie uns der Zionistische Landesverband mitteilt, wurde von diesem Verband an die Staatsanwaltschaft Wien, eine Anzeige gegen den verantwortlichen Redakteur des .Wiener Samstag', Erna Czerny, erstattet. Das Substrat der Anzeige bildet eine Notiz der genannten Wochenzeitung, die wie folgt lautet: „Wissen die Juden noch immer nicht, daß auch hunderttausende Österreicher, Greise, Frauen und Kinder, durch f Ambon barbarisch ums Leben gebracht worden sind? Durch Bomben, deren Abwurfplätze Juden bekanntgegeban haben!” In dieser Behauptung erblickt der Zionistische Landesverband eine Aufreizung gegen die Judenschaft, die des heimtückischen Massenmordes und des Verrates beschuldigt wird.

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