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Die Stimme · 1955-04-01 · Heft 93 (April 1955) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1955
Issue
Heft 93 (April 1955)
Date
1955-04-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 n 11 s I! \! M \ Nr 93 ^'o3er aoer wir können unseren Kurs so wühleiu daß sie uns möglichst wenig gefährden Wenn wir Cuich nicht in der Lage sind — und welches Volk oder Staat ist in dieser Lago? — dmi Stürmen zu entrinnen se können wir ihnen duh heute mit Zuversicht trotzen Israel hat in den wenigen Zähren seines Bestehens seine Kraft serviolfacht Seine Wirtschaft hat siegreich die Frohe der sie durch die plötzliche Verdopplung der Einwohnerzahl ausgesetzt war bestanden Aut allen Gebieten des Aufbaues ist der Fortschritt unverkennbar, überall erheben sich neue Fabriken neue Kraftwerke und neue Siedlunyen Während wir vor weniyen Jahren nur ein Achtel unseres Importes durch Export decken konnten, ist heute die Relation oe'-eits eins zu drei Auch das ist ungünstig genug, aber es ist ein gewaltiger Fortschritt umsomehr als die Gesundunystcndenz unverändert anhält Ebenso gelang es es uns. unser Finanzwesen auf gesunde Grundlagen zu stellen. Es ist nicht mehr nötig zu ungünstigen Bedingungen kurzfristige Anleihen auizunehmen Im GeyenieF. vrir konnten die früheren kurzfristigen Kredite in langfristige konvertieren und haben nicht nur unsere Schulden pünktlich sondern vor der Zeit zurückbezahlt. Unsere Währung ist stabilisiert und hat ihre Kaufkraft, zurückerhalten ln wichtigen Zweiyen unsere;- Wirtschaft konnten wir den impo; t durch Eigenproduktionen ersetzen Es war rnculich. die Steuern zu senken um mehr Kapital für Neuinvestitionen frei/umachen. Obwohl wir noch weit vom Ziele sind, so ist doch die Tendenz der Stabiiisieruny unverkennbar. Der unaufhörliche Aul bau Israels und der Gesunciunesprozeß seiner Wirtschaft hat. seinen Femden die Illusion genommen, daß w in -ich wir1 fön Kartenhaus zesarnmeniu eenen werde. In Kairo und Baud ad schien man z u lv Men, daß j rn r es Z dessen En cüc hum - m i t. militari sch: e n Mitteln gesenoter t wai :■ nun me h r , -• U l andere Weise : en •eicht we re len kennt, :?. A u c h dieser Iro m me '.Ol sch h a i, s ich zerschlag en! srael ist nie :h> l r u r itärRsc.h, sende rn auch v, o rischaf'; i e il stä e ker als je Es will ZV i r den M r ■m aoer es braue! R: ihn ni< eht w e m un d n i e h r. mehr As die a ralusc ehe: n S taa i. :n, die immer not eh ni< eht <[r m . zu in l'o ili Sinus a u! fori n v ten r Mn u i eugnen, daß di e H erste: 1 i u n g no - -mn ilezie hringen ZV ische n Is' u nd ndne u Xachu ci r n!>e!d en S‘ ein n g-ol: i (■ (Teormunisi che Vor ing-r ■n kann (ma ei ru nie; d a ru Ul hin w'-'iseiv daß es; not g e r; r i; mgen me eh a nde w-, echk Der!'■ ich t' e;y ist nie e!ü ,mmcr d'r beste und der sch WO isO n i :Cht i nirn-'-. r der s chbu eh fest :e. W Tr gel een ein'in Süll Wf; '•en V eg , Are : 1" ••Be •su Brite recht': •; rtig e n i i i ir Unser Volk das eich vähr.-nä fahrt.ausenden rou I lohnunge,, qm,ährt, hat, kann Geh heute aut eine I atsacha stiiM-ii Alio i’i okhmm l.ioiien jener füikberen. die sicli mit ihr ne h nicht abqetunden haben, kennen nicht-; dazivar V-ersuchen, uns das I. eben sc hwer zu machen Jene ucu isriien GeirualetaleoJ i i/irTc, dir; dir. : - iT. i i! - - ,iul i s rar! j sein; G re U /.-. i cd 11; uge u [Jiuen und den Mei d e-iner 11 M-d 1 icdu-n Zivib be Mldkorung zum poi i * isc.hen Konzept {»einacht, haben, '.verden irgendwann erkennen, daß null diese \E-thode nicht, zum Ziele führt Nicht, nur, daß wir fest entschlossen .sindunser blut auch keine Macht rI.■: Welt, und bestimmt nicht, die aut tönernen Füßen stehende Macht, der aiahischen E'uidaldikbiiiiren, wird uns von dem einmal eingnschlagerien Wey aiibrine'in köunf:n Für jedes von I O'-rnristen niedergebrannt e (laus im Neye vwerd'm hunderle neue entstehen. Für jeden ermordeten Siedler oder -Soldaten werden aus dem groß'-n Ke-nr zoi r unseres Volkes in der Golali Dutzend'; APRIL I94S Juden in Wien Die es miterloben mußten können os nicht vergossen und jene die nicht Babe: »varen sollen es nicht v ergsssen was da Angehörige des jüdischen \ .»Ikes in den letzten März und in ersten Apriltayen dns Jahres 19J5 in Wien o-r|oiden mußten Nun sind yerade zehn Jahre ver- Iioßen daß liir die letzten überlebenden Juden von Wien die Stunde der Bettung schluy! Das so yründlich ludeniem gemachte Wien bekam nämlich in den letzten Wärztnyen wieder jüdischen Zuwachs aus dem Osten Frauen Greise Mädchen, halbe Kinder wurden \ on den Nazis heranyetneben Sie kamen aus Budapest aus Fünfkirchen aus den ungarischen Städten und Märkten wo sie die SS zusammenyefanyen und mit geschleppt, hatte Die Männer und Kinder hatte man zur Schanzarbeit im Frontbereich gepreßt Der Rest" aber, eb-ui jene armseliyrm Bude! durch ‘ banger Angst und unendliche J agend Nachtmärsche ontki älteten Greise, Frauen. Mädchen und Kinder wurden nun in Wien den .Goldfasanen , den n-iMsiischen Führen als Arbeitstiere! ü r einen sinnlosen Einsatz zugetrieben. Man trie'o sie in die noch brandheißen Ruinen und ließ sie mit bloßen i Fänden die heißen Ziege! einsammeln, bn zwang. sie unfer einstürzonden b* auern nach verschüttete m Gut. zu wühlen Wenn die Sirenen heulten, durften sie keinen Luftschutzkeller a i:ls u c h e n E n g / u s a m m - - n g e k a uert i n ■ Mrer Ruine mußten so-' das Bersten der Bomben ab.warten Veim, wenn einer fehlt ‘ drohte dei Nazi in der Schandunilorm und kl'•'PH'* aut seine i-istolentasche. Man wußte, daß das. den Tod bedeuten •.•-»Ute. Es fehlte niemand, wenn man aus dein Bombenkeiler kroch, oder — es fehlten alle. Der Tod raffte die virem hinweg .5 c: h a n z e n — v ar das Suhl e r k. w' > r f. iür die Sklaven. Denn v/or da mit einem der ratiernden halbialunen -b utos hinaus nach dem Osten gefahren •.-•M-do. der wußte daß er r in.uv alle Maßen ü l.e rs oe i gen den Eienri en (.gegen- Fahr in Lumpen yehüili.. vom Fieber AvMüt frdt, mit hutschen angei rieben und;ecie Sekunde auf den Genickschuß »eiaßt, gruben sie d:e Erde au! ihr d- --o i’einiger. die ihr verdammte; A i .-p. schützen vMU'-n '.Vene dem, der schwankte, wehe riem der stolperte und fiel. Ein Schuß — und wenn es dem Mörder besser gefiel, ein Ko-!bensch lag und der Judo verröchelte im Schlamm. .Nur nicht hinscham-n. nur n'."h! F msc hauen": lau'ntr* die icarolo für alle — and mochte der aior. der Brurler. der Sohn das (»pier sein ,.-\ngetrefen" fließ f-s rlann und di i a,f.rit'.nr.nden wurden zusamm.'-nyeiriMvn zu jener verlor'-neu cn.o von I,' di, die den Marsch antralen, dv als der . J odesm.irsch .on Encern u" mit in die Gesellk hte nazionalsoziaiisi i- ,i. fi r r Verbrechen •.meng Nur M)b ■'.lonscluui überlebtem diesen Marsch, down Musik das Knall mm vui •n h ii wn das lihrMoi '; •ederv ,!ooheiier oder mit i\ olbensch lägen N vdoryoknüppeller war, rl i '•• sMirieen i u ■ 'U 71 ] r li und niemand durllo ihivm iioMcii; der narnilierziye l’od nahm sie gnädig in die Anim Das war der Ostermarsch dos nazistischen Gramms, der sich in Richtung Wien zubewayle W ien, der befestigt an SEult". In den fotzten Jagern da der Ring um Wien sieh endlich ganz eng zu schließen begann machten SS-Gestapostreifen, Jagd auf .Schiminler"; die Huliyans drangen in Häuser umi Wohnungen von Menschen ein, die als Antinazi bekannt waren. Und wo denn als hier hätten die ,U-Boote 1 eine Zullucht linden können? Einzelschicksale zu schildern, ginge über den Rahmen dieser Aufzeichnung hinaus Aber daß von diesen U-Booten" manche' sieben Jahre lang kein Tageslicht gesehen hatten daß sie frisch' Luft nur in hastigen Zügen nachts in Hinterhöfen atmen riurlt.em daß sie ihr bißchen Hab und Gut hergeben mußten, um ohne Lebensmittelkarten leben zu können . Auch das soll nicht vergessen sein. Freilich auch nicht die Tapferkeit jener weniyen aufrechten Wiener, die ihnen die ganzen bitteren .fahre über Untorschfupl gewährten, die sie gleichsam \ on Freund zu Fieund schieußlen. Daß diese Menschen die letzten Tage mit schier zerreißenden Nerven vegetierten, wer könnte das nicht verstehen. Es war wahrlich nur ein kleiner, ein wahrhaft jämmerlicher l-.est, der den April Udo erleben durlto. jenen Ap.il 1945, der den überlebenden Juden und anderen wahren Menschen Wiens, endlich die Freiheit und neue HolUutny brachte Mauihcmsen Nun aber wird, jetzt auch wieder der Belreiunystay von Mauthausen i ey-.moen werden. Vertreter aller Nationen werden sich wieder treffen, reo d oh gelitten, gebangt, oehofit hallen SG »verden wieder antrelen d'.rt <vo ih’-e J’ocEosiayer waren; dir; Franzosen, die Russen die Amerikaner, die Engländer, die Deutschen, die ■ rst erreich er und d i e Juden, die de m letzten Massaker wie du ich ein Wunder en! rennen sind. Es werden nicht, mehr \ icde, allzuvielo sein, di'1 dort zusammen kommen, um der toten Leidensgefährten und einer Ms! irdischen, unmesachlichen Zcit zu gedenken Denn w,,|- in Mauthausen war, clor hat einen Gedei1 seiner!.v;Lensk ralt dort eingobiißt 'Jan stirbt auch Jahre nach der bMrMiiny aus dem KZ. am nazistischen Nenzen* rat ivnslagoi! Aber der Rest, der jämmerlich'' kioiiv Rest,, wird sich zusam mensetz an und wird der letzten Jage des Konzentrationslagers Mauthausen gedenken. als die Entscheidung zwischen M,r-.-.r>nmaHsakor durch die SS Mörder Mer Massenbel roiuny durch die Alli- ■er'rm nn dos Messers Schneide lag. Um:! an denen sich f'inf; S-dirlaritäl lie- >■.'ährte, die unier J'odeshedrohung das l.c-bon dos anderen zu i ölten »-erstand \ Ais warf'o rla aut geheimnis «-ollr» Art >e/ 11j!11 11 Ein bekannter Jude wurd'‘ eis .(liiich den Of.-'ii ■"•z.in.gn neunMd.! D iß er im Eranzzsoilagor unlo' dein Namen eines loten Franzosen we i ter lob l o, ahnten die!lenkcir nicht. Gefährdete l’olilische" tauchten imi FMndshaulen der .luden unter und i r11or■ 11 statt den roten den {>,eiben Winkel -- und iiherlehlen das Ende von Maiilhauson, vvüi sie ('inlach un- .-.uliindbar waren, als die Nazimörder uns If'tzte Liquidieren besonders gefährlich scheinender Folilischer gingen. Die letzten Tage von Maut hausen dehnten sich unendlich und wenn amerikanische Fliegern erhände über das Lager brausAn, flehten alle — we | c h e n GI a u I -, e n s b e k e n n t n i ss? s immer sie waren: ..Herrgott, hilf, daß Fa 11 - schirmspringer kommen, die die Freiheit!) rin gen weiden" Fndlich kam doch die Stunde der Befreiung, als die ersten Fanzer anroiRen Sa schwach die ausgemcrgelten Gestalten der KZler waren, fielen sie e i n a n d e r u m den II a I s u n d keiner fragte oh Jude oder Christ ob Amerikaner, Russe, Franzose oder Spanier. Menschlichkeit, war Alles! Ja — auch daran werden sie denken, die Männer von Maul hausen, wenn sie heuer zum Zehntahies'ag Zusammenkommen. Und das allein rechtfertigt diese Zusammenkunft auf dem Co Rin de von Mauthausen, wo einst Nazi bar Fa ren die Menschheit schändeten! W. 11. WIZO-WIEN Das Charakteristische der WIZO- Arbeit im vergangenen .Jahr war die Erweiterung und Vergrößerung ihres Wirkungskreises, clor auf vielen Gebieten zusätzliche Leistungen aiifzuweisen hat., zu denen das Gebot der Stunde' zwang und die unserem Volk und unserem Land zum Seeen wurden. "Jenmehr muß sich di' Aktivität der ..Wi/.O" vor allem au! die Grenzsiedlungen konzentrieren, die nicht nur das Brot liir die'Siedler her Vorbringen, sondern auch zur SR.herbei! des Landes in Bollwerke verwandelt, verden müssen. Diese Grenzpioniere müssen mit imsonderen physischen und geistigen Kräften ausgerüstet werden, wenn sie erf'egbmieh ckirchhallen seilen. Iüiesen a1»gelegenen Sicdiunv-en muß W/izo neben ihrer sonstigon, oevvohnlen .Arheit Hille bringen, denn der Kampf der Grenzsiodier ist unser Kampf und ihr Sieg, unser Sieg. Kinderheime müssen in diesen Gefieuden errichtet, werden, Heimindustrien für die Frauen geschallen und f'.tubs für die juneon Mädchen gegründet. werden Für LandwirtschMUMhe l ntarwei- und J D'ai Lisch en Uo E rricht muß W"\/'> sorgen. Kulturelle und erzieherische Arbeit der menniyiachsten Art muß 'geleistet werden, damit sich diese Familien wirklich im Lande einleben können. WH7.0-\\JEN appeliert an ihre Mitglieder zur aktiven Mitarbeit und zur Sicherung unseres Beitrages zum großen VVizo Werk in Israel Jeden Mittwoch Zusammenkunft im V-'17.0-1 leim, I, Seitensleitenyasse 4 II, >7-19 Uhr. Jeden Donnerstag Biidye u. Canasla- ( ü'icle im Cale ( larfenhau, I , Farkring, i o—79 Uhr. Erstklassige Sloll und Zu gehör, sowi beste Verarbeitung bilden die Grundlage ieilcrkleidu ///. . Haüpl 90 U16 286 i.-i nspri legen. Jene, die vrsiichon, das Rrirl der Geschichto zu i ii( k/udrelien, v/erjr ii unter ihm zei malmt werd'ui. Das jüdische Volk hallo aul seinen!i nährten durch die < lese hichte n i f * - iiirds die Hollnmiy aul ' ine besser'' /.uki.mll. veih»ren. Heule jedoc Ii ist es nicht mehr Hollnnng allein, die es am Lehen erhält. Es ist die Sicherheit, die ihm durch die Existenz eines freien Standes gegeben wird. Was aul den Bergen Galiläas, an den Ulern des lordan und in den Wüsten des Negev yoshnlMn wurde, wurde durch unsere Hände Arbeit geschallen. Die Entschlossenheit. eines Volkes zur nationalen Wiedergeburt hat alle I lindernisst' besiegt. Sie wird sie auch weiter besiegen. Caf6 — Bar — Tanz Wien IX., Porzellangcsssc 39 Tel R 52 4 05

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