Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1955
- Issue
- Heft 93 (April 1955)
- Date
- 1955-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b, timme Öe^an dec Allgemeinen Zionisten in ÖstecceicU n^is o^sn o^i^n rrnnxrn Zionistischer Landesverband Wien Preis 2 Schilling gppnitiiiiaiHiniiiiii........1111,1, Redaktion u. Administration: Wien IX, Unlversitfitsstr. 4 4 Telefon A 26 4 73 Postscheck-Konto Nr. 134.292 J April-Mai 1955 j Nr. »3 Sieben Jahre Staat Israel Eine Botschaft des Staatspräsidenten BEN-ZWI Eine Staatsordnung gegründet auf Gerechtigkeit und Gleichheit, in Übereinstimmung mit dem demokratischen Prinzip, das unser großer Gesetzgeber uns hinterlassen hat, bildet den zweiten Faktor unseres Wiederaufbaues: Ein Recht und ein Gesetz soll für den Bürger und für den Fremden in Eurer Mitte sein! Unsere Staatsordnung muß den Schutz des ganzen Volkes gewährleisten, derer die in der Landwirtschaft und in den Fabriken arbeiten, in der Stadt und auf dem Land; diese Staatsordnung soll das Leben der Juden aus den zurückgebliebenen Ländern und dasjenige der Minderheiten in unserer Mitte der höchsten Kulturstufe entgegenführen und sie — ohne jede Diskrimination — teilnehmen lassen an allen Pflichten und Rechten. Der dritte Faktor ist Israels Verteidigunqsarinee, die für uns ein Instrument des Selbstschutzes ist. In diesem Jahr sind verstärkte Anstrengungen gemacht worden, um den Negev wirtschaftlich zu entwickeln und unsere chaluzische Siedlung auszudehnen. Die Erweckung der Negev- Konsul ARIE ESHEL Jüdisc Anläßlich des 7. Jahrestages des Staates Israel richte ich meineWünsche an alle Bürger und Einwohner unseres Landes, sowie an das ganze Haus Israel. Dieses Jahr war gleich den vorangehenden ein Jahr des Kampfes und der Mühe, aber auch ein Jahr des Schaffens und der Tat. Wiederum erleben wir eine Einwanderung aus allen Teilen der Diaspora. Sie bringt zwei Probleme mit sich: das der Einordnung und das der Verschmelzung der verschiedenen Gruppen zu einem Volk. Die Alijah stand nicht still und wird so lange nicht Stillstehen, als die natürliche Quelle nicht erschöpft ist, die alle diejenigen Juden bilden, die beseelt sind von der Sehnsucht nach einem freien, unabhängigen Leben, die müde sind der Unsicherheit des Lebens draußen und die bereit sind, die Aufgabe des Wiederaufbaues unseres Landes auf sich zu nehmen. Drei Faktoren sind entscheidend für diesen unsern Aufbau eines einheitlichen Volkes. Der erste ist die Erziehung, die der Staat der Vorbereitung der nächsten Generation widmet, der hier geborenen Jugend und der neu eingewanderten, damit sie gegenüber Volk und Vaterland die Devise verwirklicht: ,,Dienen und standhaft bleiben." Es ist im Rahmen einer kurzen Würdigung des Staates Israel anläßlich dieses Unabhängigkeitsfestes nicht möglich, auf alle seine Leistungen einzugehen, oder die ihm noch bevorstehenden Aufgaben erschöpfend zu behandeln. Nicht nur deshalb, weil der zur Verfügung stehende Raum dafür nicht ausreichen würde, sondern — und dies in erster Linie — infolge der Dynamik, die den Aufbau des jüdischen Staates kennzeichnet und nur schwer einen Ruhepunkt finden läßt, der eine beschauliche Darstellung des schon Erreichten und noch Gewollten ermöglichht. Die Staatswerdung ist nach wie vor in ihrer Frühphase und alles bisher Erzielte ist, so groß es auch sein mag, nur Beginn und Verheißung. Eine Würdigung der Errungenschaften darf deshalb auf keinen Fall zum Nachlassen der Energie und der Entschlossenheit zu weiteren Tatern führen. Sieben Jahre nach der Gründung des Staates sind wir am Anfang des Anfanges, stehen wir vor schwe- Wüste, des Jahrhunderte hindurch vernachlässigten Gebietes,wird unsere Zukunft in diesem Teil des Staatsgebiets sicherstellen; dort war der Schauplatz der Wanderungen unserer Stammväter den die Stämme Israels nach ihrem Auszug aus Mizrajim wieder in Besitz genommen haben. Ähnliche Anstrengungen wurden für die Wiederbelebung des westlichen Galil gemacht, ebenso für die Erher Wille und ren Entscheidungen und gewaltigen Aufgaben, die nicht kleiner als die bereits bewältigten sind. Unser junger Staat wurde von zwei Faktoren gemeinsam aus der Wiege gehoben: dem unzerstörbaren Lebens¬ und Erlösungswillen des jüdischen Volkes, der trotz Judenleid und Judennot nie besiegt wurde, und einer politischen Weltsituation, die die Gründung des Staates Israel ermöglicht hat. Art und Form seiner Weiterentwicklung hängen deshalb von denselben richtung von Kolonien entlang unserer bedrohten Grenzen, eine unentbehrliche Voraussetzung für die Ansiedlung der Einwanderrer und gleichzeitig für die Sicherheit unseres Gebietes. Gewiß, noch hat dieses Jahr keine Besserung in der Sicherheitslage an unsern Grenzen gebracht; die Gefahr, die von unsern Nachbarn ausgeht, ist noch nicht geringer geworden. Fast jeder Tag fügt neue Opfer der Reihe derer hinzu, die für die Verteidigung des Vaterlandes fallen. Wir vergessen sie nicht, so wenig wie wir an diesem Unabhängigkeitstag der besten unserer Söhne und Töchter vergessen, die im Unabhängigkeitskriege ihr Leben für unser Land geopfert haben. Trotz unserer Warnungen vor der Gefahr, die die Provokationen der arabischen Staaten schafft, und trotz unserer aufrichtigen Versicherung unseres Wunsches nach Frieden, hat sich die Lage nicht gebessert, und wir bedauern, daß der Friede in diesem Teil der Welt nicht herbeigeführt wurde. Noch sind wir von diesem Ziel weit entfernt, noch bleibt uns ein langer Weg, bis sich die Prophezeiung verwirklicht: „Israel wird in Sicherheit in seinem Gebiet leben". An alle Einwohner unseres Landes, ohne Unterschied, richte ich meine Wünsche, daß ihr Beginnen erfolgreich sein möge. Gleichzeitig richte ich meine Wünsche an alle unsere Brüder in der Galuth: Stärkt Euch mit Kraft und Mut zur Erfüllung Eures Werkes, des heiligen Werkes der Wiederaufrichtung unseres Staates. Ich richte mein Gebet an den „Fels Israels", daß er Eure Hände und die unsrigen stärke, damit wir alle das Glück haben, die Größe Israels mit Augen zu schauen, die Sammlung der Zerstreuten zu sehen und einen wirklichen Frieden in der Welt zu erleben, sowohl zwischen uns und unsern Nachbarn als auch zwischen allen Völkern der Erde. jüdische Kraft Komponenten ab, denen seine Entstehung zu verdanken ist. Jedoch hat sich mit der Staatsgründung ein neuer Faktor dazugesellt: der Staat Israel selbst als Ausdruck jüdischen Willens und jüdischer Kraft. Mit seiner Entstehung erhielt unser Schiff, das Jahrtausende ziellos auf den Wogen der Weltgeschichte dahingetrieben wurde, ein sicheres Steuer. Wir wurden vom Objekt der Handlungen anderer zum Herrn über unser eigenes Schicksal. Die Klippen und Brandungen bestehen