Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1954-08-01 · Heft 88-89 (August 1954) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 88-89 (August 1954)
Date
1954-08-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2431292-2431336-2431343--0645-2432285
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 8 DIE STIMME Nr. 88 General Moshe Dayan Der Oberbefehlshaber der Israel-Armee. General Masche Dayan. traf am 7. August 1 f M4 auf Einladung der französischen Armee zu einem mehrtägigen Besuch in Baris ein. Er legte am 10. August einen Kranz am Grabmal des I nbekannten Soldaten nieder und hatte eine längere Besprechung mit dem französischen Generalstabschef General Guillaume. der ihm hei einer Bei er im Dome des Invalides die Auszeichnung des Kommandanten der Ehrenlegion verlieh. * * * Der Unterzeichnete hatte das große Glück, der Auszeichnung des Oberbefehlshabers der Israelischen Armee. General Mosche Dayan in Paris beizuwohnen. Es war ein erhebender Augenblick, als Mosche Dayan beim Are de Triomphc vom französischen Gcncralstabschef Guillaume empfangen wurde und von der Militärkapelle nach der Marseillaise, die Hatikwah intoniert wurde. In der einfachen Uniform eines französischen Soldaten, empfing General Dayan die hohe Auszeichnung des ..Kommandanten der Ehrenlegion'4. Aus Anlaß der Anwesenheit des israelischen Generalstabschefs, fand beim israelischen Botschafter Jaacov Zur, ein Empfang statt, bei welchem ich geladen war. Bei dieser Gelegenheit hatte ich die große Ehre, dem Botschafter und General Dayan vorgestellt zu werden. Bewundert habe ich die große Bescheidenheit des ersten Militärs Israels. Wolf Tischenkel Dr. Albert Vajs in Wien Wien (1PN) L’niv. Prof. Dr. Albert Vajs, der Präsident der Föderation der jüdischen Gemeinden in Jugoslawien, weilte mehrere Tage in Wien. Dr. Vajs war führend an dem Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden in Jugoslawien beteiligt und besitzt im Lande große Autorität. Dr. Vajs gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Jüdischen Weltkongresses. Als Gast der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat Dr. Vajs in einem Vortrag über die Lage der jugoslawischen Juden nach der Befreiung vom nationalsozialistischen Joch gehalten und hiebei insbesondere auf die Zusammenarbeit mit jüdischen Weltorganisationen, dem Staat Israel und den jüdischen Gemeinschaften anderer Länder bezug genommen. Dr. Albert Hertzka Der Zionistische Landesverband in Österreich hat einen großen Verlust zu beklagen: Dr. Adalbert Ilertzka ist um 28. Juli d. J. nach langer schwerer Krankheit verschieden. Dr. Ilertzka gehörte seit der Gründung dem \ orstand unseres Verbandes an und leistete unserer Organisation stets wertvolle Dienste. Der tieftrauernden Witwe spricht die Redaktion innigstes Beileid aus. Maria Weishut Unser Vorstandsmitglied Herr Alfred Weishut, erlitt durch das plötzliche Hinscheidcn seiner Gattin Maria Weishut, einen schweren Verlust. Der Zionistische Landesverband und die Redaktion der „Stimme”, übermitteln unserem Gesinnungsgenossen tiefempfundenes Beileid. A. Glücksmann & Söhne Wellpappe- und Kartonagenfabrik, Druckerei und lithographische Anstalt Moderne, zweckmäßige, bedruckte u. unbedruckte Kartonagen in jeder Ausführung, sowie Tragtaschen, Mappen, Schnellhefter und Briefordner, Drucksorten aller Art. Wien XVII, Beheimgasse 77 Telefon U 50 3 28 und U 50 3 29 Bei Anfrage wollen Sie sich auf unsere Zeitschrift berufen Stella Rejmers-Münz (Zum ersten Todestag) Vor der Zeit starb in weiter Fremde eine Lieb (gestalt dos einstigen WJieder Judentums. Stella Münz. Sproß einer assimilierten Patrizierfamilic — ihr \aler Bernard war Redakteur des Venen Wiener Tagblattes — erfaßte schon in ihrer ersten Jugend ihr Erbe als Verbundenheit mit dem jüdischen Schicksal. So schloß sich ein blutjunges Mädchen von einer eigenartig strahlenden Schönheit heim Ausbruch des ersten Weltkrieges der Schar jüdischer Frauen Wiens an, die bei der heranstürzenden Flut jüdischer Flüchtlinge aus dem Osten, helfend und rettend cingriffen. „Unsere Stella“ — so nannte man sie stets —stampfte zusammen mit der hochverdienten Anitta .Müller Heime aus dem Boden für Obdachlose, schuf Volksküchen und Arbeitsschulen. Küchen und Säuglingsheime und das verwöhnte Mädchen war cs auch, das die ersten Transporte verhungerter jüdischer Kinder aus Wien nach Italien, Holland und die Schweiz führte. Abhold jeder Reklame wandelte sie auch jahrelang nach dein Kriege wie ein stiller Engel in den Niederungen jüdischen Leids und nur die großen, rätselhaften Augen verrieten das Wissen uni ihre wahre Mission einer echten jüdischen Mutter der Leidenden. So wirkte sic auch schließlich in Holland und Amerika, nachdem sic der Satan aus ihrer Heimatstadt samt Mann und Kindern vertrieb. In Los Angeles ereilte sie der vorzeitige Tod. Ein Heiligenschein umgab diese Frau zeitlebens und unvergeßlich strahlt das Fluidum eines großen jüdischen Herzens über das Grab hinaus... Z. F. F. Hannah Steiner zum Gedenken Johanna Steiner, geborene Dub, wurde am 27. April 1894 in Böhmisch Leipa geboren. Sie starb am 27. Oktober 1944 in Auschwitz den Tod einer Märtyrerin. Einen Teil ihrer Schuljugend verbrachte sie in England und wurde wegen ihrer außerordentlichen Begabung in St. Paul’s School im Klavierspielen ausgebildet. In ihrer früheren Jugend erhielt Johanna einen Preis als Kluviervirtuosin. In ihre Heimatstadt zurückgekehrt, organisierte sie die Zionistische Ortsgruppe in Böhmisch Leipa und verehelichte sich bald mit dem Gymnasialprofessor Ludwig Steiner. Beide waren Anhänger von Dr. Emil Margulies, dem radikalen Zionisten. Hanna Steiner wurde bald nach Gründung der Wizo eine ihrer Huuptführerinnen. Sic war eine bewährte Kämpferin für die Gleichstellung der jüdischen Frau, leistete hervorragendes in Wort und Schrift für die jüdische Frauenbewegung und hatte großen Anteil an der Arbeit für Jugcndalijah und Jugendhachscharali. 1943 wurde sie von den Nazis nach Theresienstadt deportiert, wo sie sich gemeinsam mit Dr. Franz Kahn und Jacob Edelstein unter großen Schwierigkeiten mit Kulturarbeit befaßte. Sie wurde Ende Oktober 1944 mit ihrem Mann nach Auschwitz verschleppt und dort am 27. Oktober vergast. Ihrer Ehe entstammen zwei Kinder, Emmy Steiner und Adolf Steiner. Ihr Sohn ist clmwer vom Kibbutz „Neoth Mordcrltui". Die Tochter kam mit der Jueendalijali nach Ercz und diente in der Jüdischen Brigade. von Dr. F ritz U 11 m a n n (Jerusalem) BIKUR CHOLIM V erein zur Betreuung jüdischer Kranker, Wien I., Seitenstettengasse 2 Dieser Verein wirkt in aller Stille für unsere kranken Brüder und Schwestern. Dank der Gebefreudigkeit der einsichtigen Glaubensgenossen vermag er seine Aufgabe zu erfüllen. Eine Bitte an alle: Vergessen Sie Bikur Cliolim auch in diesem Jahre nicht, helfen Sie durch Beitritt zu unserem Verein und durch Spenden! Gedenken Sie der armen kranken Menschen beim Thorauufruf. Gedenken Sie jener Kranken, die Ihrer pekuniären Hilfe bedürfen! Generalversammlung des Herzl-Klubs Am 12. 9. 1954 fand die diesjährige Genrral\crsammlung des I Icrzl - Klubs statt. Der Präsident l)r. David Gelles begrüßte die erschienenen Mitglieder und Gäste, insbesondere Herrn Krrutnor von der Sorlmut in Jerusalem. Nach Widmung einiger warmer Worte des Gedenkens an die im letzten Jahr heimgegangenen Mitglieder begrüßte der Präsident die im ubgcluufcncn Jahr beigetretenen Mitglieder und nahm in besonders warmen Worten Abschied von Herrn und Frau Dr. Rlumcr, die unmittelbar vor ihrer Aliah stehen. Die Mitwirkung Dr. Rlumcrs bei der Wicdcrcrrichtunng des 1 Icrzl-Klubs und seine Präsidentschaft im ersten Jahr der Wiedererrichtung wurde entsprechend gewürdigt. Aus dem vom Vizepräsidenten Dr. 1 lirsclil erstatteten Tätigkeitsbericht konnte mail einen kurzen Überblick über die wachsende Bedeutung des llcrzl-Klubs im jüdischen Leben Wiens gewinnen. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes durch den Kassier des Klubs, Herrn Wolf Tischcnkcl, wurde dein ubtretenden Vorstand der Dank ausgesprochen und einstimmig das Absolutoriutn erteilt. Uber Vorschlag des Vorsitzenden des Wahlkomitecs wurde der Vorstand in der bisherigen Zusammensetzung, und zwar die Herren Dr. Ilirsehl, W. Tischcnkcl, Dr. Kiwc und Ing. Drill mit Herrn Dr. Gelles als Präsidenten per acclamation wieder gewählt. Karl Redisch — 70 Jahre Der gewesene Präsident der jüdischen Gemeinde in Shanghai, feiert am 25. Oktober in Australien im Kreise seiner Kinder, in voller Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Ich fühle mich verpflichtet, Herrn Redisch bei dieser Gelegenheit nicht nur die besten Glückwünsche darzubringen, sondern ihm auch dafür zu danken, daß er sich in der schweren Zeit der Emigration seiner Lcidensgenossen angenommen hat und ihnen in Freud und Leid zur Verfügung gestanden ist. Ad mea w’essrim sch an all! Wolf Tisehenkcl SCHULJAHR 1954 55 ORT Kostenlose Kurse für Berufsausbildung Die World ORT Union, Austria Mission, beabsichtigt im Schuljahr 1954 1955 die Eröftnung bzw. Weitertührung tolgender kostenloser Fachkurse zur handwerklichen Berufsausbildung : Photographie Radiomechanik Elektromechanik Uhrmacherei Metalldrehen Mechanische Strickerei Hosenschneiderei Wäscheu. Miedererzeugung Damenschneiderei Kosmetik Damenfrisieren Maniküren u. Pediküren Kochen u. Konditorei Ferner: Engl. Handelskorresopndenz, Stenographie, Buchhaltung, Maschinschreiben Anmeldungen zu obigen und eventuellen weiteren Kursen werden in Wien XIX., Ruthgasse 21, Tel. B 14-5-90, von Montag bis Freitag von 9—17 Uhr entgegengenommen. Zu erreichen mit den Straßenbahnen 38 u. 39 bis Haltestelle Silbergasse u. G 2 u. 36, Haltestelle Barawitzgasse f-\ KLEIDER, WÄSCHE, SCHUHE auf Teilzahlung S. Beod WIEN VI, DAMBOCKGASSE 4 V_J Von einer Moschawah Aus einem Brief eines Chawers des llascliomer llazair: Am 8. Juli fuhren wir, eine begeisterte Schar von 50 Chawerim unserer Tnuuli, nach Möniehkirehcn. In einem herrlich zwischen Wäldern und Wiesen gelegenen Haus verbrachten wir 4 unvergeßliche schöne Worben. Jeder Tag war mit Programm ausgefüllt. Mit Soprt und Spiel, Sicliot über die Geschichte des jüdischen Volkes der letzten 20 Jahre, Ivrithlcrncn Singen und Tanzen, vergingen die Tage im Flug. Am ersten Seliabhat gab cs die erste große Aufregung: die Eröffnung der Mosch uw all. Am Tage wurde noeli die Mcssibal) (Feier) vorbereitet. Am Abend stellten sieh alle Kwuzot (Gruppen) auf. Ein Zeichen und auf einmal wurden zahlreiche Fackeln entzündet, ein zweites Zeichen und alle setzen sieh Richtung Mifkadplatz (Paradeplatz) in Bewegung. Es war ein herrlicher Anblick, 50 Chawerim in weißen Hemden und mitAnnvot (Krawatten). Nach der Eröffnungszeremonie stieg eine Rakete steil in die Luft, sie war das Zeichen des offiziellen Beginns des Lagers. Alle Fackeln wurden nun in die Mitte des Platzes gebracht und zu einer Fackclmcdurali (Lagerfeuer) aufgcstcllt. Schon erscholl eine Horruhmclodic und nun begannen wir alle mit einer fröhlichen Horrah. Am Kuf Turnus, dem Todestag Ilcrzls, wurde bei uns eine sehr würdige Feier veranstaltet. Zu gleicher Zeit gedachten wir des verstorbenen Dichters Cb. N. Bialik. Bei einem feierlichen Mifkad (Parade) wurde das Schaffen dieser beiden Großen unseres Volkes in einem Horuat Ilajom (Tagesbefehl) festgehalten. Zum Zeichen der Trauer wurde die große bluuweiße Fahne auf Halbmast gehißt. Zwei Ehren wachen standen am Feuer, das zai Ehren der beiden großen jüdischen Männer entfacht worden war. Nach dein Absingen von Hatikwah und Tcchcsuknu begannen die Thcateraufführungen. Es wurde je ein Stück von Herzl und Biulik aufgefübrt. Die Tiulim (Ausflüge) wurden schon mit Sehnsucht erwartet. Drei Ziele wurden in der herrlichen Landschaft von Möniehkirehcn nusgcwählt. Das Wetter an diesen Tugen war sehr schön, und somit auch die Stimmung mit der wir licimkamen. Die beiden älteren Kwuzot kochten zum ersten Mul unter freiem Himmel ab, und wir waren uns alle einig, daß wir noch nie so gut gegessen haben. Schomriu. Das ist dus Zauberwort, unter dem die Moschawah 2 Tuge fieberte. Da messen sich im sportlichen Wettkampf die Chuwerim. Jeder tat sein Bestes und so wurde der sportliche Teil ein großer Erfolg. Nur zu schnell standen wir um Ende der Moschawah. Als letzter Höhepunkt ist der .Mifkad sium (Abschicdpurude) zu bezeichnen. Eine Feuerschrift leuchtete im Dunkel der Nacht auf, zum letzten Male ertönte der Ruf: „Sehomriin clmsuk!“ und 50 Stimmen antworteten: „Chasuk w’cnmlz!" Die Falme senkte sich quer über den Platz zur Meduruh hin, wo sie zum Zeichen des Endes der Moschawah in Flammen uufging. Eine herrliche Horruli beendete diesen Mifkad. Mit diesem letzten und schönsten Erlebnis schloß die Moschawah. Doch unser Leben geht weiter. In unserem Ken (Heim) erwarten uns neue Aufguben, die wir, wie cs sich für Sehomriin geziemt, erfüllen werden.4' Heinrich STEIN Wian IV, PavorltanstraBa 24 Talaphpni U 49 01 ERZEUGNISSE! Selbstroller Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterjalousien Holzrollbalken Durchsichtige Schaufenaterrolloe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.