Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1954
- Issue
- Heft 86 (Mai 1954)
- Date
- 1954-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8(’> DIE STIMME Seite 3 Jom Haazmauth-Feiern in Wien Im Großen Musikvereinssaal Die Israelitische Kultusgcnieinde in Wien vcninsliiltctc am 9. Mai im Großen Musikverc inssual anläßlich des Jom Iluatzmauth eine Fcstvcrsummlung, bei welcher der Konsul des Staates Israel, Ksliel, die Festrede hielt. Nach der Eröffnungsansprache des Präsidenten der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde hielt. Konsul Eshel ein groß angelegtes Heferat. Die in jeder Weise denkwürdige Hede umfaßte die große Hefreiungstat und die Erfüllung eines zw eitausendjährigen Wunsches. Unter anderem führte der Hedner aus, daß cs nicht genüge, den einen Tag als Festtag zu feiern, man müsse vielmehr täglich an Israel denken und zu Israel unerschütterlich stehen. 'Protz aller Schwierigkeiten, denen Israel zu begegnen hat, muß festgcstellt werden, daß der Prozeß der wirtschaftlichen Konsolidierung, die Erhöhung des Exports und die Stabilisierung der Deviscnwirtsehaft große Fortschritte gemacht hat. Was die militörischc Lage anlangt, so köanne man ihr mit großer Zuversicht enlgegcnschen, denn Israel sind „Krallen gewachsen“, die es zu verwenden wissen wird, wenn cs der böse Nachbar so weit kommen ließe. Mit den abschließenden Worten „die Diaspora hilft Israel und Israel hilft der Diaspora“, schloß der Konsul unter lang andauernden! Beifall seine Ausführungen. Festgottesdiensf im Stadtfempel Aus Anlaß des f>. -Jahrestages der Ausrufung des Staates Israel, fand am 8. Mai im Wiener Stadttempcl ein Festgottesdienst stall, bei welchem Herr Oberrabbiner Dr. Akiba Eisenberg die Festrede hielt. Die Zionistische Föderation lud ihre Delegierten und Freunde am Vorabend des Jom Ilaatzmauth zu einem gemeinsamen Abendessen, welches im Hcstauranl Weihburg stattfand. 'Nach Begrüßung des Konsuls Eshel durch den Präsidenten Dir. Gustav Leitncr, bildeten sich freundschaftliche Zirkel, die bis spät nachts zusammcnblieben und feierten auf diese Art den sechsten Geburtstag unserer Mcdinah. Kinderfest Zur Feier des Unabhängigkeitstages hat die Zionistische Föderation den Wiener Kindern drei Israclfilme gezeigt, die bei den jungen Zuschauern großen Beifall landen. Der erste Film behandelte die Arbeit an Meer und See, im zweiten sah man israelische Volkstänze, der dritte, oft von Beifall unterbrochen, führte vor Augen, wie der Jom Ilaatzmauth in Israel gefeiert wurde. Der Film „Stadt der Zelte“ war ein richtiger Spielfilm, der das Leben von zwei Einwanderern aus den fernen Ländern beschrieb. Das Kreuzkino, das von Frau Landau in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt wurde, war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Im Sender Rot-Weiß-Rot hielt aus Anlaß des Unabhängigkcilstages, der Konsul Arie Eshel eine Ansprache über die österreichischen Hundfunksender. B. Teilet WIEN I, SALZTORGASSE 5 TELEFON U 25-4-85 HERREN-, DAMENKLEIDER UND -MÄNTEL MODISCHE SPORT- UND REGENSCHUTZBEKLEIDUNGS¬ FABRIK Empfang bei Konsul Arie Eshel ln dem gastfreundlichen Heim des Konsuls Eshel trafen sich am 8. Mai Funktionäre der Wiener Judenschaft und des Wiener Zionismus zu einem gemütlichen Cocktail zur Feier des 6. I nabhängigkeitstages des Staates Israel. Zum Gedenken Warschau In der Stadt Warschau, in der die Feinde der Menschheit, die Nazi, ein jüdisches Ghetto errichtet haben, wurden Juden zusammengedrängt, gepeinigt, besudelt, ausgehungert, zu schwerer Sklavenarbeit gezwungen und schließlich mit entsetzlichen Mitteln dem Tode preisgegeben. Den Helden des Warschauer Ghettos war es klar, daß eine Auflehnung gegen die gefährlichste Militärmacht der Welt, das gegen sie und ihre Brüder vom llillcrismus gefällte Todesurteil, nicht abzu wehren vermochte. Trotzdem holte die, unter unsäglichen Schwierigkeiten organisierte Schar von mutigen Juden des Ghettos zum Schlag gegen unsere Todfeinde aus und schlug ihnen moralisch die schmutzige Waffe aus der Hand. Die Menschen im Ghetto fielen den Brandbomben der Nazi zum Opfer. Das Opfer der Helden war aber nicht vergeblich, weil sic den moralischen Sieg über den Feind errungen buben. Das jüdische Volk gedenkt in Ehrfurcht ihrer Märtyrer, die in bittersten Stunden das Banner der Menschlichkeit entrollt haben. Br. Mauthausen Der Bundesverband der Israelitischen Kultusgcnieinde in Österreich verunstaltete am (i. Mai eine Gedenkfeier für die ermordeten Märtyrer im ehemaligen KZ Mauthausen. An dieser Trauerfeier nahm ein sowjetischer General mit seinem Stab teil. Der Präsident der Israelitischen Kultusgciiuindc Wien, Herr Dr. Maurer, hielt die Gedenkrede. Die aus Wien erschienene Delegation legte am Grabmal einen Kranz nieder, der Chor der Israelitischen Kultusgemcindc sang das El mole rachainim und beendete damit die solenne Feier für unsere Märtyrer. Gunskirchen Unmittelbar vor dem Zusammenbruch des Nazi-Heiches trieben entmenschte SS-Schcrgen eine große Anzahl von unglücklichen KZ-lcrn in den Wald von Gunskirchen bei Wels und ermordeten sie auf bestialische Weise. Am Jahrestag der Befreiung Österreichs veranstaltete die Linzer Kultusgemeinde eine würdige Feier im Walde von Gunskirchen. Es waren zahlreiche Abgesandte sämtlicher Kultusgcncindcn Österreichs und Funktionäre der Stadt- und Landesregierung Obcröstcrrcichs, erschienen. Die Gedenkreden gipfelten in der Muhmmg, der Naziopfer niemals zu vergessen. DER S. C. HAKOAH wird am IS). Juni 1954 sein 45-jähriges BestandjubiUium feiern. Aus diesem Anlaß findet am 19. Juni im Parkhotel Hietzing eine Festveranstaltung mit Tanz statt. Das Fhrcnprutcktor.nl übernahmen Biindesminister Dr. Kolb, Konsul Eshel. Pr of estver sa m m I u ng Am Dienstag, den 20. April veranstaltete die Zionistische Föderation eine Protestv crsammlung, die im Festsaid des Notel Post ubgehallrn wurde. Zur Frage stand die Delogierung des ehemaligen Insassen des Hothschildlagcrs. Habbincrs Ne.mnimi. Die Hedner übten Kritik an dem Verhalten der Polizei, insbesondere au dem der Leitung der Israelitischen Kultusgcnieinde. Herr Direktor Gustav Lritner erklärte einleitend, daß die Versammlung heute nicht auf diese Angelegenheit mit jener Schärfe eingelien könne, die notwendig wäre, um die Brutalitäten gegen unglückliche Juden zu i baraklcrisicren. weil es einer Einmischung in ein schwebendes gerichtliches Verfahren gleichkäme. Man wolle sich daher darauf vorläufig beschränken, dagegen Protest zu erheben, daß erwachsene Juden, aus welchem Grunde immer, geschlagen wurden. Keinesfalls könne dem Präsidium und der Amtsdirektion der Kid lusgemeinde der Vorwurf erspart werden, daß sie. anläßlich der Delogierung, eine Haltung eingenommen haben, die verdammenswert ist. In seinen Ausführungen wandte sich Herr Leitncr dem Problem des Hothschildlagcrs als solchem zu. und erklärte, die zionistischen Mandatare der Kultusgcnieinde haben bereits im Dezember vorigen Jahres das Problem des Verkaufs des in Frage stehenden Bothschildgcbäudcs vor dem zuständigen Forum aufgerollt und eine eindeutige, jeden Zweifel ausschlicßende Antwort erwartet, die jedoch bis zur Stunde nicht cingetroffcn ist. Kurios ist cs, daß aktive Mandatare des Kultusvorstundes erst auf Umwegen erfahren konnte.!. daß die leitenden Herren der Kehila nicht bereit seien, die Liegenschaft Hothschildspital an eine in Wien bekannte jüdische Organisation zu veräußern, da das Präsidium der Kultusgcnieinde, bereits seit längerer Zeit, mit einem Kaufintcressen teil in Unterhandlungen stehe. Nachdem noch einige Hedner gegen das aulokratischc Verhalten der Leitung der 1KG Stellung genommen haben, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit folgenden Worten: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient und jede Gemeinde hat die Leitung, die sic verdient. Wir müssen aus unserer Geschichte und aus der Vergangenheit lernen, denn Gott wird uns nur helfen, wenn wir uns selbst helfen.“ Richtigstellung Die Kultusgemeinde Wien hielt es für notwendig, uns durch ihren Bechtsnn wnlt Dr. Friedrich Wcihscnstcin, eine Entgegnung zuzusenden, die wir nachstehend bringen. ln Vertretung der Israelitischen Kullusgcmcindc Wien ersuche ich Sic gern. § 23 des Bundesgesetzes über die Presse, um Veröffentlichung der nachstehenden Entgegnung: Sie sch reihen auf Seite 8 der Nr. 85- 1954 Ihrer Zeitung in einem Artikel betreffend das Leichenbegängnis von llofrat Dr. Fuchs: ..Das passive Verhalten der Israelitischen Kultusgemeinde anläßlich der Bcslutlungsfcierlichkcitcn für llofrat Dr. Fuchs hat in Kreisen, die den V erblichenen kannten und verehrten Erbitterung h e r v o r g e r u f e n. ‘ ’ Ihre Behauptung, daß die Israelitische Kid lusgemeinde anläßlich der Bestuttungsfeierlichkeitcu für llofrat Fuchs ein passives Verhalten eingenommen habe, ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß die 1s- Stadlrat Mandl, und Dr. Walter Hauke. ruoülischc Kullusgemeinde durch Entm SIN C t K ■ STOFF! tu DtMOIEtnumsn 71 REINWOLLENE DAMEN- U. HERRENSTOFFE KAMMGARNE TWEEDE IN NEUESTEN MODEDESSINS SEIDENNOUVEAUTfiS TEL. U 21-3-88 Italic«»*«** naeli ~ «lc*rgiiir#>cii Welt *Flnmnrgw (iruppe I T A 1,1 A NORD . u SÜD-AMERIKA ■ MIIIEEAMERIKA NORD « SUDPAZIEIK UjOYDTRiesm ADRUmÄ ‘AEGYPTEN ISRAEL LIBANON SYRIEN CYPERN TURKU SCHWARZES MEER GRIECHENLAND TI R R E \ I \ IYBIEN ■ TUNIS SIZILIEN SARDINIEN KORSIKA MALTA MARSEIILES SPANIEN NORD EUROPA -^- Auskünfte und Buchungen: Bei der Zweigniederlassung in Ulen, I., Kärntnerring 6, Tel.U 47-5-60 Ser., bei der Filiale in tiraz, Auncnstraße IO, Tel 6701 sowie hei allen Heisebüros Frauhtcnabteilung: IVien, I., Kärntnerstraße 53 (Eingang Johannesgasse 1), Tel. K 24-5-60 Serie Die Idealsten Schulterauflagen aus Watte, beete Paßform, für Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „hAPO” A chselpolster- Erze ugung RU DICH <& Co. Wien II, Aspernbrücken g. 4 Telephon R 45 5 63 Besuchen Sie die Hübner- Betriebe Kursalon — Open Gate Splendid — Konzertcafe und Bar — Feuchter Stock Kobenzl-Restaurant Sendung ihres V iz: Präsidenten Herrn Dr. Wolf Herzberg ihre aktive Teilnahme am Leichenbegängnis des Herrn llofrat Fuchs manifestiert lmt. Wahr ist ferner, daß Dr. Wolf 11erzberg vom Präsidenten Dr. Fmil Maurer ersucht worden war, in dessen Vertretung heim Leichenbegängnis der Teilnahme der Israelitischen Kultusgemeinde durch Worte ehrenden Gedenkens Ausdruck zu geben. Erstklassige StoHe und Zugehör, sowie beste Verarbeitung bilden die Grün der bewäh TELLER-KLEIDl ///. HaüphtraMt 88- 90 U16 2 86