Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1953
- Issue
- Heft 79 (Oktober 1953)
- Date
- 1953-10-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 2 Schilling V b. b iimme OtfOH du AtttytmtiHtH ÜohUUh in ÖsUuticU Zionistischer Landesverband Wien rrrn o^vsfn rrnnarn fr——* 2 Redaktion und Administration : 3 Wien IX, Univcrsitätsstr. Nr. 4/4 1 i 1 Telefon A 26 4 73 Postscheck-Konto Nr. 134.292 3 IkiM i | Oktober 1953 | J IIIIMMIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIHIIIIIMIIIWliC Nr. 79 - 1953 Israel üt*d dU acaUscUc k/dt Kiu Rundfunk-Interview des Außenministers Moshe Sharett Außenminister Moshe Sharett befaßte sich am 17. September 1953 in einem Interview in der Stimme Israels, mit Beziehungen Israels zu Amerika und den arabischen Staaten Auf eine Kruge über den Stand der israelisch - amerikanischen Beziehungen antwortete Minister Sharett: „Es sollte klar sein, daß wir, abgesehen von gelegentlichen Mcinungsdiilcrcnzcn über die allgemeinen internationalen Kragen, die auch zwischen anderen Stuaten auftreten können, stets die Möglichkeit von Komplikationen besonderer Art mit den LSA ms Auge fassen müssen, solange das Problem unserer Beziehungen mit den Nachbarländern noch keine endgültige Lösung gefunden haben wird. Auf dieser Ebene liegen die Differenzen, die in der \ ergangenheit vorhanden waren und die auch wieder auftauchen können. ^ir können trotz unseres starken Wunsches nach Beziehungen einer festen Krcundschaft mit den USA, die eine der wichtigen Grundlagen unserer Außenpolitik bildet, unsere Haltung jedoch nicht durch das alleinige Kriterium der Anschauungen der USA bestimmen. Die amerikanische Regierung mag zuweilen ihre eigene Ansicht und wir unsere eigene Meinung haben, speziell in Angelegenheiten, die entscheidend unsere Zukunft berühren. Wir würden jeden einzelnen Kall einer Meinungsverschiedenheit bedauern, aber wir sollten darüber nicht bestürzt sein. Wir müssen einer jeden solchen Situation mit der Anstrengung begegnen, von neuem unsere Position in einem freundschaftlichen Geiste und mit der Absicht, Verständnis für sie zu gewinnen, darzulegcn. Vor einigen Jahren zeigte das State Departement in Washington in der Blütezeit des demokratischen Regimes die Tendenz, eine endgültige Haltung in den Kragen cinzunchmcn, die zwischen uns und den arabischen Nachbarländern jcstehen. Mit anderen Worten, das B istreben war auf die Kristallisierung eines Programms für die Regelung eines Kriedensschlusscs gerichtet. Kein Wunder, daß dies in einigen Delailfragen zu Meinungsverschiedenheiten mit uns führte. Die I SA suchten eine Abkürzung auf dem Wege zum Krieden im Mittelosten und versuchten, da sie auf die hartnäckige Ablehnung der Araber stießen, eine Kriedensregelung oder wenigstens einen Fortschritt in der Richtung auf eine solche mit dem Preise weitreichender Zugeständnisse seitens Isruels zu erreichen. Wir betrachteten diesen Kurs als verhängnisvoll für unsere Interessen und hatten keine andere Wahl, als ihm nachdrücklich zu widersprechen. Diese Situation änderte sich im Laufe der Zeit, und die Politik des State Departements legte sich immer weniger und weniger auf bestimmte Details der Kriedensbedingungen fest. Sie konzentrierte sich hauptsächlich auf die folgenden beiden Punkte: 1. Die Stabilisierung des gegenwärtigen territorialen Status quo auf der Basis der Waffenstillstundsverträge, um jeden neuen Konflikt zu verhindern, der geeignet wäre, den Krieden in diesem Gebiete und in der Welt zu stören. 2. Die Partner zu direkten Verhandlungen zu bringen, um die Bedingungen für einen Kriedensschluß durch ein freies l'cbereinkommon ohne irgendeinen Druck oder ein Eingreifen seitens einer dritten Partei auszuarbeiten. Letzthin sind seit der Aenderung in den Spitzcnstcllen in Washington Versuche zu verzeichnen gewesen, die darauf gerichtet sind, die früheren Tendenzen Wiederaufleben zu lassen. Man konnte den Eindruck gewinnen, daß das State Departement unter dem republikanischen Regime den Versuch unternehmen würde, zu der Gedankenroutine zuriickzukeliren, die in ihm während einer bestimmten Phase der demokratischen Administration herrschte. Sollte sich diese Tendenz kristallisieren und das State Departement fortfahren, die endgültigen Bestimmungen für eine Kriedcnsregelung festzule-, gen. könnten neue Komplikationen nicht allein zwischen den USA und uns entstehen. Die Beziehungen würden noch weiter verwickelt werden, ohne daß die Sache des Kriedens vorwärtskäme. Es wäre verfrüht, Voraussagen zu wollen, welche Wendung die Dinge nehmen wurden. Wir sind zur Zeit lediglich Zeugen beginnender Tastversuche, die nicht notwendigerweise in endgültige Schlußfolgerungen münden müssen. Auf alle Eällc würde cs überaus voreilig sein, annehmen zu wollen, daß ein Zusammenstoß unvermeidbar sei. Wir unsererseits müssen alle Anstrengungen fortsetzen, unsere Ansichten über die Grundprobleme, die zur Behandlung stehen, der amerikanischen Regierung und jenen Kreisen vorzutragen, die einen Einfluß auf die Gestaltung ihrer Politik ausüben, und müssen versuchen, ihnen die Berechtigung unserer Haltung v erständlich zu machen. Zur gleichen Zeit müssen wir jedoch, wie allzeit, bereit sein, eine entschiedene Haltung auch angesichts einer möglichen Krise einzunehmen.“ Israel und Jordanien. Minister Sharett nahm sodann zu einer Erklärung des jordanischen Pressechefs, Azmi Nashashibi, über die Vorbereitungen Jordaniens zu einem Angriff gegen Israel Stellung: „Ich sah, was in der Presse über die Erklärung Nashashibis erschien. Er unternahm einen lahmen Versuch, den kaltblütigen Mord der fünf jüdischen Jugendlichen zu entschuldigen, die in einer Anwandlung kindlicher Abenteuerlust die Torheit begangen hatten, das Nachbarterritorium zu betreten. Nashashibi sprach auch bombastische Drohungen gegen Israel aus und behauptete, daß es die Aufgabe Jordaniens sei, unser gesamtes Territorium zu erobern. Das Ganze stellt ein Stück größten Unsinns dar, das augenscheinlich Propagandazwecken dienen soll. Es kann kein Zweifel bestehen, daß sowohl Nashashibi wie auch seine Vorgesetzten genau wissen, daß jeder Versuch, neuerlich einen Krieg mit Israel zu provozieren, zu dem Ergebnis der vollkommenen Auflösung Jordaniens führen müßte. Das Schicksal jenes Teiles Jordaniens, der westlich des Jordans liegt, würde in einem solchen Kall im vorhinein dem Untergang geweiht sein. Ohne ihn würde die Stellung des tranjordanischen Gebietes als eines unabhängigen Staates unhaltbar werden, so daß das ganze Königreich liquidiert werden würde. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Nachbarn Jordaniens im Osten schon seit langem gierig auf Jordanien blicken und immer bereit sein werden, es mit ihren Umarmungen zu erdrosseln. Unter diesen Umständen sollte Jordanien um seines eigenen Schicksals willen an der genauesten Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens mit Israel interessiert sein, das für Jordanien von einer viel lebenswichtigeren Bedeutung ist als für Israel, da es sich hier, soweit Israel in Krage kommt, lediglich um eine Krage der Grenzverteidigung handelt, während es bei Jordanien um eine Frage der tatsächlichen Existenz, des Lebens oder Todes dieses Königreiches geht. Da jedoch kein Waffenstillstandsabkommen eine dauernde Stibilität bringen kann bevor es nicht in eine Friedensrcgclung umgewandelt wurde, kann man nur sein Erstaunen über die Blindheit der jordanischen Herrscher zum Ausdruck Aus der Allgemein- Zionistischen Bewegung (ZINS) 300U neue Mitglieder traten im letzten Jahr in Tel Aviv der Partei der Allgemeinen Zionisten bei, wie auf der Abschlußsitzung des Jahres vor llosch- Haschanu festgestellt wurde. (ZINS) Wie aus Nazareth gemeldet wird, fanden zwischen dem Sekretariat der Allgemeinen Zionistischen Partei und den Muchtars von einigen arabischen und drusischcn Dörfern im Galil Besprechungen statt. Gemeinsam machten die Verhandlungspartner, an der Siptze der Vorsitzende der Partei. Joseph Tamir, eine Reihe von Besuchen in die Ortschaften des oberen Galil. Ein Drusendorf bei Safed veranstaltete ein Bankett zu Ehren der Gäste, wobei in zwanglosem Meinungsaustausch die Minoritätenfragen zur Sprache kamen. Es wurde in der Folge eine Serie von Gesetzesvorschlägen ausgearbeitet, um sic in der nächsten Session der Knesset vorzulegen. (ZINS) l landeisminister Dr. Pcrctz Bernstein berichtete über die Fortschritte im Wirtschaftssektor ,die seit der im Dezember 1953 gebildeten Koalitionsregierung erreicht wurden: Die noch bestandenen und wertlos gewordenen Kontrollen in Bezug auf Industrieprodukte und Lebensmittel wurden aufgehoben. Infolgedessen stiegen die Mengen der angelicfertcn Waren und es bildete sich sogar die erste Reserve. Die Exporte an Industrieartikeln (geschliffene Diamanten nicht mitgerechnet) wuchsen während der ersten sieben ■Monate dieses Jahres um 34% gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr. Der Druck des Finanzministeriums konnte gelockert werden, da eine Reihe von indirekten Steuern herabgesetzt wurde. Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten wurden angekniipft, zu dem Zwecke, um billigere Lebensmittel zu importieren und eine Weizenreserve im Lande anzulegen. Gleichzeitig wurde der Stab des Ministeriums um 100 Mitglieder herabgesetzt. Der Handelsminister hat einen Plan in Vorbereitung mit dem Ziele der Preis- Stabilisierung, welche die erste Basis bildet, für die Wiederbelebung von Israels Geldmarkt und dem Wachsen seiner Produktion. bringen, die unser Friedensangebot ablehnen, in dem allein sie eine langfristige Garantie für die Unabhängigkeit und territoriale Integrität ihres Landes finden können. Sei dem wie auch immer, sollte es allen Beteiligten klar sein, daß Israel nicht das geringste Interesse daran hat. das gegenwärtige Gleichgew icht ins Wanken zu bringen. Wir haben dies unzählige Male erklärt. Es ist eine offenkundige Tatsache, daß in jedem Zeitpunkt die aggressive Initiative von der jordanischen Seite der Grenze kam. Wenn die jordanischen Behörden ihr Grenzgebiet unter eine tatsächliche Kontrolle bringen und allen Einfällen und Gewaltausbrüchen ein Ende bereiten würden, so würde die vollkommene Ruhr unverzüglich wiederhergestellt werden.1' ZIONISTISCHE FÖDERATION IN ÖSTERREICH Sonderveranstaltung im Rahmen des Kulturprogrammes Vortrag Max Brod (Tel-Aviv) Der Staat Israel Vision und Wirklichkeit Konzerthaus Donnerstag, 29. Okt. 1953 Mozartsaal 19.30 Uhr Eintritt freil Eintrittskarten im Sekretariat, Wien IX, Universitätsstraße 4, von Montag, d. 26. bis Donnerstag, d. 29. Okt. 1953 in der Zeit von 11 14 Uhr und an der Abendkassa