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Die Stimme · 1953-07-01 · Heft 76 (Juli 1953) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
1953
Issue
Heft 76 (Juli 1953)
Date
1953-07-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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II., Wien I., Dominikunerbustei 24, 'Tel.: 1t 27 5 55, Kl. 201 an jiid. selbständige Kaufleute, Gewerbetreibende rufe. und an freie Be- DIE STIMME Zweierlei Maß N u ll dem hihi Lehen (Ich >t ..Segnet, die Flieh fliirhen. tut w ihl denen. die Fmh In^en". handelte Minister Helmer, als er die Oel Ientlii likeit offiziell aiifri -T. ..w eg/iisliauen". Helmer weiß es gut. dal' die aus Rußland /.uriiekgekehrten Nazis kulpahle Taten begingen und nach dem Biieh'.tahen des Gesetzes, insbesondere nach den Geboten der gesellschaftlichen M uai nicht freigesprocehn werden können. \her uegsehauen kann Jeder- V. b. b. Wenn nicht zustellbar retoursendenl Redaktion .DieStlmme , WienIX, Unlversititsstr.4 T :L t „ un.i•/.: re.it" l s ■ ■ i Ücthiik tru-iri ftanstdllei .1. ,Pr .*Ur L Luirrinß nsaun und den Nazis verzeihen nur so! - ehe' Menschen, die nach am Grabe die I loffmuig aufpflanzen. Die Heimkehrer aus Rußland werden über das Ministem >rt ,.\\ egsehauen" hinaus ihre uneingeschränkte Freiheit genießen. einer Besehäf tiung obliegen. F.ntschädigung erhalten und Gegenstand der Bewunderung vhi Seiten der Bodenständigkeit sein. Muters ist es um eine Kategorie \on Menschen bestellt, die im Okt »her 1939 \ an der Gestapo gezwungen w urde, mini Nisko zu gehen, wo für sie ein ..Dorado" im nazistischen Sinn bereitet wurde. Nisko war tatsächlich eine öde Gegend und beherrscht um polnischen und nazistischen Bäubern, die auf das Eintreffen der unglücklichen Juden gelauert haben. Die Gestapo lieft nämlich verlauten, daft Nisko eine autonome Stätte sei. wo Juden sich handwerklich und kommerziell entfalten können und \:>n den Gesetzen des Rassismus wenig behelligt wei den. \ on der damaligen Kultusgcmeinde gingen, im \uftrage der Gestapo, an die jüdische männliche Bevölkerung W iens \ ufI ordei ungeii aus. sieh für Nisko zu meiden, wobei gute Evistenzaussieh t?n \erheiftcn wurden. Im Kalle. Niehtbeaehtung der Aufforderung wurden Reprcsalien angedroht. Jüdische Handwerker lieften ihre W erkzeuge und Maschinen nach Nisko befördern. die aber niemals den Bestimmungsort erreich teil, da sie von der Gestapo gestohlen wurden. Ms die l nglüeklirhen in Nisko eintrafen. wurden sie von der SS empfangen, bis auf die Haut ausgpeliindert und mit dem Revolver und der Maschinenpistole gezwungen, die damalige russische Greiiin schönster Ausführung, goldgcprägte Doppelkarten. Büttenpapier bestellen Sic mittels Postkarte bei O. Kaufmann, II. Pillersdorfg. 5a (1.20 samt Kouvert). Ab 20 St. werden franko zuges tollt. z.e. welche in Nisko verlief, illegal zu überschreiten. Jene, die nicht auf der Strecke blieben, kamen nach Lemberg und dann nach Karaganda. . I Fcr w aren sie. als Angehörige einer feindlichen Macht Ausiiahmsgesetzen uiitcrw orfen. wurden unter militärischer Bewachung in einem Lager konzentriert. muftten. gleich -anderen Gefangenen, schwere Arbeit leisten, kriegsbedingte Entbehrungen leiden und waren ihrer Ereilieit beraubt. Arm. krank und halb \erhungert, kehrten die Karagandaleute nach dem befreiten Oesterreich, in ihre ..Heimat", zurück. Für sic, die alles verloren haben, deren Familien in den nazistischen Todeslagern zugrunde gegangen sind, erhöh kein Nationalrat die Stimme, für sie sprach kein Minister W orte des Trostes, für sie gab es in der Heimat keine lladioduichsage. für sie gab es kein Zeitungsorgan. das ihre Leiden gesehilcl t(, und die Bevölkerung aufgefordert hä‘Je, sieh mit den Heimkehrern aus Karaganda zu solidarisieren. Ja. Juden sind cs, denen das offizielle Oesterreich die kalte Schulter zeigt, Juden sind es, denen ein Großteil der österreichischen Bevölkerung mit l nwillen begegnet. Juden sind es, die man diffamiert, und mit vergrämter Miene ihre Heimkehr registriert. Diese Opfer nazistischer Barbarei haben an die österreichischen Behörden einen wirklich bescheidenen Wunsch: mm möge sic jenen gleic-hsteilen, die in ebenso harten Konzentrationslagern schmachteten und jetzt unter das Haftentschädigungsgesetz fallen — und das wird verweigert! Einmaliges Bücherangobot! J ii (1 a i e a Grütz: Geschiehtc d. Juden gebd. 5 Bände S 80.— Kompert: Sämtl. Werke, Gliettogesch. 8 Bd. gbd. S 80.— Hcrzl: Judcristaat in hebräisch gbd. S 10.— Dr. Bergmann: Legenden d. Juden, gbd. S 30.— H. Heine: 20 Bände, gbd. gut erhalten. I Bd. fehlt S 80.— Buch d. jiid. Weisheit. Parabeln und Legenden S 20.— Zuschriften an die Administration unter ,, Bücher". Mit der HAKOAH zur IV. MACCABIAH NACH ISRAEL 20. bis 29. September 1953 Auskünfte: Sekretariat des S. C. Hakoah Wien I, Seitenstettengasse 4, Telefon U 26200 von 9—12 Uhr „TABU” Warenhandelsgesellschaft W. Rursztyn WIEN VI, MARIAHILFER STR. 51 TELEPHON Ii 24 204 TEXTILIEN UND HEHHENKONFEKTION S. C. UaUaaU Mit Freude vermerken wir zwei Siege des Sportklubs Hakoah: Am 4. 7. d. J. siegte die Mannschaft des Sportklub llakoali gegen Sportklub „Donau“ im Wasser bull mit dem schönen Resultat 7 : 2. Auch im Handball konnte der jüdische Sportklub gegen Stockerau mit dem Ergebnis II : 7 siegen. KLEINER ANZEIGER Bürokraft gesucht . Stenographie. Masehinsehreihen Bedingung. Lntcr ..Yerläftlieli" an die Adm. d. Bl. Suche für meinen Neffen, 30 175. gesund, sportlich, in siidcuropüi.schrm Land ansässig, british suhjekt, in gesicherter, selbständiger Existenz, zwecks Ehe, ansprechendes, charaktervolles, intelligentes Mädchen (Jüdin oder jiid. Abstammung) \ erm ögen nicht notwendig. aber Herz und Gemüt um ..rechten Eieck". Nur pcrsönl. detaillierte Zuschriften, womöglich mit Lichtbild unter selbstverständlicher Diskretion erbeten an Administration unter ..Judcnurmes Land. Nr. 305". Witwe. 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