Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 67 (Oktober 1952)
- Date
- 1952-10-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. (>7 i. dii; stimm»; Löge, Verleumdung, Heuchelei ÖsteczeicU und die IdeUöffetiUUUUeit I'.'!mi uns leid. (1 1ß wir litis mit cinrr /i'iliitio. dir t'fsi s: ■ i t .i \\ nrlirti erscheint. Iirsi bä l'ijn,.n müssen. Diese Zcitimi; führt tlr;i I'i■ eii litieti(ii i) Titel ,.\\ ieir.'r Sints tm". weil dir I lei uisirrlit'r es dirinl il'ai'■elu'ii h:ih:• n. (len siehent.Mi I i*• - an dem (•nt! ruli!. /11 en tw eilien und I nndie zu stiften. Der ..\\ iem-r > 1111-1 i-’' wird um d '.i \risr11reu l'in-in/iert. der St il) der Bedik t M i re stellt drin 11 i 11 erisimis mdie. Dies /ur (diu'ik teristik der llerrrn. die iul dm s i 11 liehen Zerfall d > \ nlkes spekulieren und in der Nummer 3 mm II. Oktulier luleende Erüiisse \nii 'ich ne - lien : ..Die österreichischen Klickstelluneserset/e sind schlimmstes l nnelit! S<> kann man es immer »ieder uin den sonaoiannten Riiekstellur.irslietriiffeneii und jenen Leuten hören. die Kinldiek in fließe sehr betrübliche Materie liahen. Reim Pnrclischnittsbürger findet diese klier wenic W idcrhall . . . Wenn aber, i iishesondere der Nationalsozialist. Mm \risirrime hört. Imt dies hei ihm keinen enteil Kinne.. . [ni Na - ti<■ 11;iIs<e/.i*iIist('n obwaltet die \nrstellun<>. daß jede l obertr.igumt snri jüdischem \ erm.'ieen in den -Jahren Mm 1938-—194" mehr oder weniser unter \iniendinu; mui Zwirne grsclrili und daher nicht redlich w ae. \ rmii Standpunkte seiner Weltanschauung war er dem \riseur nicht criin gesinnt. denn er war cennet. in ihm einen Menschen zu sehen, der eine politische Situation, zu der er am allerwenigsten heigetragenh.ilte. für persönliche Grsehäfts/.w ecke aiisn iit/le." kann man Heuchelei. Tücke und Heimtücke mich weiter treiben? Der Schreiberling aber kann es : ..Nun muß man gerechterweise hier einige irrige \ orstellungen korrigi'-- ren . . . sie aus dem öffentlichen Bewußtsein herausnchmen und in das Licht einer kühlen, gerechten und gesehichtsti euen Betrachtung stellen... Die überwiegend meisten [ ebertragungen uin jüdischem Eigentum. erfolgten in den -Jahren 1D38—1939: die \ eräußerer waren in der Kegel keineswegs Personen, die sieh parteipolitisch oder sonstwie betätigt hatten, so daß sie nun durch den Nationalsozialismus mit Kerker oder KZ bedroht gewesen wären. Vorwiegend waren es Leute, die im dritten Reich kein Weiterkommen für sich sahen, die nicht mehr im Lande bleiben. Mindern auswandern wollte n." Hier steht das Iler/, still. Der verleumderische Schreiber und bewußte Lügner muß es wissen : Juden wurden ge/.w ungen. Vermögen. Existenz und — in sielen Fällen — die Mutter, die Frau und Kinder zurücklassend, das Land zu verlassen. Die Gestapo befahl und die Nichtbefolgung batte Dachau. Buchenwald und somit den Tod Äir Straffolge. Aber der korrupte Schreiberling hält mit dem Spiele nicht innr und fährt fort, die Probleme der ehemaligen Arisierungen aus dem gewollten publizistischen Dunkel, das man seit 1945 aller Orten in unserem öffentlichen Leben feststellen kann, herauszunehmen und sie in dir geschieh tstreue Betrachtugng zu stellen. Der ..Wiener Samstag" meint weiter: ..Die Juden haben ihr Vermögen zumindest in Geldwert mit sieh genommen und zu diesem Zweck suchten sie Käufer für ihre Häuser. Inlehmungen. Geschäfte und Landgüter. In sehr vielen Füllen baten und beschworen sie mögliche I n teressen I .mi ihnen ihren Besit/ ab/iikaufen und ihnen damit die Ausreise ins Ausland zu ermöglichen... Der nationalsozialistische Staat hatte das Inteiesse. daß jüdisches Vermögen möglichst gewinnbringend verkauft werde. Er setzte daher den Preis für das jüdische Vermögen nach dem V erkehrsw ert fest. Der Ariseur Il i11( kein Interesse, der V ermögensverkehrsstellr Geld /.u/.useh an/.en. sondern nur (’s dem Juden zu geben. Die V ermögensiibertragungen geschahen in der freundschaftlichsten Form. Die Ariseure waren in den seltensten Fällen Pg. und schon gar nicht illegal." W oher hatten die Ariseure das Geld, um Güter zu kaufen '( Angesichts dieser infamen Darstellung kann man mit Fug und Beeilt sagen: die Jouraiaillle lügt, daß sieh die Balken biegen. Sie belehrt uns. daß die l ebertragungen von jüdischem Eigentum in den Jahren 1938 und 1939 erfolgt sind, die Veräußerer weder mit Kerker noch mit KZ bedroht waren. Die Sklavenhalter v um ..W ienei Samstag" spekulieren auf die Vergeßlichkeit der breiten Masse und hoffen, durch ihre böswillige Gallimatliie. die Gehirne zu vernebeln. Die diebischen Ariseure wollen der Oeffentlichkeit allen Ernstes einreden. daß es im Nazircich keinen Beiehstagsbrand gab. keinen KJ. November, keine Ermordung von Juden auf offener Straße. keine Plünderungen der jüdischen Geschäfte und Wohnungen, kein Zusammenfangen der Juden, wo immer sie angetroffen wurden. keine Massenmorde in der Hölle von Dachau und Buchenwald und sonstigen V ernichtungslagern. keine Gaskammern. Dvo unvorstellbare Strafen über Juden verhängt wurden., keine Ausweisungen von Juden, keine Kennzeichnung der deutschen Pässe mit einem J. keine Quälereien im Gestapogebäude, wenn der Jude nicht seine l ntersehrift unter den Verkaulsv ertrag gesetzt hatte, keine Vermögensverkehrsstelle. dir die Judenhäuser registriert und sie dem Ariseur zugesclilagen hat. Sie wollen nicht wähl’ haben. daß ein Jude nur zehn Mark über die Grenze nehmen durfte. Die Ariseure verteidigen ihre Beute und führen ins Treffen, daß der Jude ihnen den unbeweglichen Besitz aufgedrängt habe. Gewiß mußte der Jude anbieten, w eil er sonst mit absoluter Gewißheit das Leben verloren hätte. Ohne l »bedenklichkei ls( rklärung, konnte niemand die Grenze des Nazi reich es überschreiten. Kam ein Jude um eine l nbedenklichkeit ein. mußte er seinen Vermögenstand genau deklarieren. Schon im Jahre 1938. unmittelbar nach dem Einbruch des Nazismus in Oesterreich, wurden die Juden ausnahmslos aufgefordert, der Gestapo Die Spannung von sechs Wochen früher haf nachgelassen. Die Gesetz esvorlagen, die sie verursacht haben, ruhen. Durch die W eltpresse gingen kurze Meldungen nicht von W ien ausgehend, die erste derartige Meldung kam aus Paris des Inhaltes, in Wien hätten inoffizielle Verhandlungen .zwischen der österreichischen Regierung und den jüdischen Weltorganisationen stattgefunden, welche die betreffenden Gesetze zum Gegenstand hatten. Der Name Dr. Maurice Perlzweig tauchte zum ersten Mal ungefähr einen Monat nach den Verhandlungen in einer Reutermeldung aus Tel-Äviv auf, welche berichtete: „Der Leiter der politischen Abteilung des jüdischen Weltkongresses in den USA, Dr. Maurice Perlzweig, erklärte in Tel-Aviv, daß der österreichische Bundeskanzler Ing. Dr. Figl ihm kürzlich in Wien diie Zusicherung gegeben habe, die österreichische Bundesregierung sei grundsätzlich bereit, mit einer „bevollmächtigten Körperschaft“ über die Rückgabe jüdischen Eigentums in Oesterreich, für das keime Riickstellungsberechtigfen mehr am Leben sind, in Verhandlungen zu treten.“ Da wir mit Dr. Perlzweig in Verbindung waren, sind wir in der Lage, unseren Lesern genaueres zu berichcin A crmögonsvpr/.cichnis vorzulegen und vor allem den Schmuck dem Dorotheum (staatlich priviligiertes Versatzamt) ohne Gegenleistung abzuliefern. Hierauf kam der unbewegliche Besitz des Juden an die Bcihe. Ein Teil der Ariseure überfiel die Juden und nötigte sie unter Drohungen. das Haus, das Fabriksobjekt usw. herzugeben, ein anderer Teil ließ hintenherum durch die V ermögensverkehrsstelle. durch die Gestapo oder durch das nazistische Strafgericht nachhelfen. Die Ausweisungen der Juden nahmen beängstigende Dimensionen an und die Gestapo setzte die Todesdrnlumgcn virl- •fueli in die Tut um. Was Wunder, daß die Juden eine Panik ergriff und sie bedenkenlos die Häuser und Güter dem Ariseur überantworteten. Wir dürfen es nicht vergessen, daß der Jude einem räubernden Arier nicht widersprechen durlte. weil aul seine Anzeige hin. die nächstgelegene Polizeistelle, die Verhaftung des Juden vornahm, was die sofortige l eberstellung ins KZ und den Tod zur Folge hatte. Smd fiü.dOO ermordete österreichische Juden nicht genug Zeugen dieser unerhörten. unfaßbaren Freveltatcn V \\ ie lange wird die demokratische Exekutive dem heimtückischen Treiben eines ..W iener Samstag” Zusehen und damit den Hilf Oesterreichs ernstlich aufs Spiel setzen '< Der Hetze muß Einhalt geboten werden. denn die Schreiberlinge bandeln nach dem Grundsatz: Audueter eulumuiure. semper «liquid haerct. Verleumde kühn, etwas bleibt immer haften! ten. Zunächst über die Person dot Delegierten: Dr. Perlzweig, ein Po Ufiket von großem Format, ein Grandseigneur des Außen diensfes, fand den Weg in die Politik vom geistigen Gesichtspunkt her. Sein Vater war der Komponist der Hafikvah. zu seinen Kindheitserinneru.ngen zählt die Bekanntschaft mit FIrrzl. FT wählte zunächst den Beruf des Rabbiners, betätigte sich aber schon frühzeitig politisch und war durch viele fahre zionistischer spokeman im englischen Parlament. Als politischer Leiter des jüdischen Weltkongresses, der er heute ist, befand sich Dr. Perlz.wcig gerade, auf einer Reise nach Griechenland, in die Türkei zu einem Zusammentreffen mit Mr. Easterman und anschließend nach Israel. Auf dVser Reise wurde er von den österreichischen Gesandtschaften in New-York umd London dringend aufgefordert, seine Reise zu unterbrechen und zu einem kurzen Besuch nach Oesterreich zu kommen. Er konferierte hier mit Bundeskanzler Figl, Außenminister Gruber, dem amerikanischen Hochkommissär Thompson, dem stellvertretenden Flochkommissär Dowling, dem britischen Minister, dem Konsul des Staates Israel und schließlich mit den leitenden Vertretern der j ü d i sch e n Kultus g e m e i n d e. Es braucht niemanden in Erstaunen zu setzen, daß diese kleine, innerösterreichische Angelegenheit sich plötzlich als eine Angelegenheit von internationalem Interesse erwies: Nicht von international-jüdischem, sondern von wirklich internationalem, welches die Juden auch durch ihre großen Organisationen anzufachen, gar nicht in der Lage gewesen wären.- Aber welche politische Angelegenheit irgend eines Landes, ob das jetzt ist Persien, Aegypten oder Korea, ist denn heute nicht von internationalem Interesse? Jedes Land lebt heute durch die Verbindung mit der Umwelt und strahlt anderseits auch seine Wirkung auf diese Umwelt aus. So klein kann ein Land gar nicht sein, daß es dies nicht täte Und eine politische Angelegenheit, wie die Auseinandersetzung mit der vergangenen faschistischen Epoche, die schließlich die heutige Welt geprägt hat, mit den Problemen und Schwierigkeiten, mit denen sich jeder heute plagen und mit denen auch jede Regierung heute fertig werden muß, sollte keine internationale Angelegenheit sein? Keiner hatte erwartet, daß es so wird- Nicht kJ ie österreichischen Staatsmänner, nicht die österreichischen Juden und 'nicht die jüdischen Weltorganisationen. Es war einer der Fälle, wo die Geschichte denen, die sie machen in ‘einem bestimmten Fall etwas neues beizubringen ‘hat. Der österreichische Bundeskanzler hat den Wunsch ausgesprochen, mit Vertretern einer ‘Korporation zu. verhandeln und von ihr auch ein Memorandum vorgelegt zu bekommen. Die Korporation wird sich zusammensetzen aus den vier jüdischen Weltorganisationen: Jüdischer Weltkongreß, American Jcwish Comitce. Joint Jewish Agency und als fünfter Partner die Wiener jüdische Kulfusgemeintle. an deren Stelle aber jetzt wahrscheinlich die 'inzwischen gegründete Dachorganisation der jüdischen Gemeinden Oesterreichs treten dürfte. Diese Körperschaft ‘ist mit der „Bevollmächtigten Körperschaft“ gemeint, von der der oben erwähnte Reuterbericht spricht. QUALITÄ! Oft kopiert Nie erreicht ,tHoka&$ü* Schuherzeugung Wien III., Münzgasse 5 Telephon U 19 408 Bevor Sie anderswo Kohle, Koks, Anthrazit, Briketts, Holz einkaufen, beraten Sie sieh — unverbindlieh für Sie — mit mir! ICH BIETE IHNEN: BESTE QUALITÄT STAUBKBE1E SOBTIEBUING TROCKENES BRENNMATERIAL- KÜNKTLICIIK ANLIEFERUNG ZU JEDER GEWÜNSCHTEN STUNDE Billigste Kreise auch für kleinste Mengen. Kohlenlmmllung WALTER VOLK Wien IX., Garnisongasse 12 Tel.: A 23-7-30 Der Zionistische Landesverband in Österreich ladet Euer Wohlgeboren zu einem Vortrag von Herrn Georg Flesch Abgeordneter der Knesseth Exekutivmitglied des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Thema: Israel 1948 1952 ein, welcher am Donnerstag, den 23. Oktober 1952, um 19 Uhr 3C im großen Vortragssaal des Gewerkschaftshauses, Wien I.. Maria Theresienstraße 11, stattfindet. Eintritt frei.