Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 65 (August 1952)
- Date
- 1952-08-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. <>! DIE STIMME Seite 7 Kleine Nachrichten aus Israel Beisetzung Wolffsohns in Israel Dur Sarg mit den Gebeinen David Wolffsolms. des zweiten Präsidenten der Zionistischen Bewegung, wurde nach Sv in er LVbeniihrumJ aus Deutsch lanii in der vergangenen Woche auf dem Hcrzl-Bc rg bei Jerusalem boigesetzt. Vor d-r feierlichen Beisetzung: wurde der S'U'g Wolffsohns auf dem Hof des jrwish Agency-Cfebriudes in Jerusalem, umgeben von einer Ehrenwache. aufgebahrt. UnL. r 'den Sarg- 1 riigi:rn befanden sich der amtierende Vöudspriisklcnt Joseph Sprinza’k und Ber! bucker. An der Fekrsfutulc auf dem bkrzl-Bcrg nahmen Mitglieder des Kabinetts, der Koecseth, der Jewsb Agency sowie alte zionistische Persönlichkeiten teil. Die Leberreste des großen Toten wurden nahe bei Herzls Eltern in die Erde gesenkt. Die Feier schloß mit dam Absingen der Hatikwah - wie es Wolffsohn in seinem letzt; n Willen gewünscht batte. (JTA.) Meir Haezrachi ’• Vir Ha ezrachii. der 20 Jahr e hin - ik-rch an der Spitze des Organisation«- u. Propagandadepartements des KKb stand, verschied plötzlich in seinem Jerusalemer Heim im Alten von 57 Jahren. Unermüdlich war Haezrachi für den Eonds tätig, und noch in den letzten Wochen seines Lebens, als die /Verzte ihm schon dringende Schonung und Ruhe geboten, ließ er es sich nicht nehmen, von seinem Krankenbette aus, die Geschäfte des Eonds zu. leiten. Meir Haezrachi war eins mit dem Keren Kayemcth — mit seiner Idee, mit seiner Institution und mit seiner Arbeit. Der Keren Kayemcth war ein untrennbarer Teil seines Lebens. Seine Ergebenheit dem Fonds gegenüber war sprichwörtlich von dem Zeitpunkt an, da er dem Beamtenstab des Hauptbüros beitrat, bis zu seinem Tode. DIE HEBRÄISCHE UNIVERSITÄT Im laufenden Schuljahr besuchten 2542 Studenten f in kl. Forschungsschüler) die Hebräische Universität zu Jerusalem, gegenüber 2282 Studenten im Vorjahr. Die Studenten stammen aus 55 Ländern, wobei die Zahl der neuen Olim eine ziemlich beträchtliche ist. Leber 1000 Studenten lernten Judaica als Hauptfach, über 300 Allgemeine Philologie und Philosophie' und eä 80 Studenten wählten Orientalische Studien. Ueber 500 studierten Jura, über 400 Naturwissenschaften, 250 Medizin und 88 Agronomie. Die Studenteinzahl verteilt sich auf 1296 Männer und 740 Frauen. Die Mehrzahl der Studenten ist im Alter von 24 bis 30 Jahren. Etwa 8«/» waren über 30 Jahre. Etwa ein Drittel der Studenten hat die Mittelschule im Eretz Israel absolviert, 154 in Ruinäiniien, 145 in Polen, 123 iin Irak. Die übrigen Studenten haben ihre Mittelschulbildung in 30 verschiedenen Ländern erhalten. EINWANDERUNG IM JUNI 1952 E(wa 2000 Personen sind iim Laufe des Monats Juni nach Israel eiingewaliefert, davon waren 1250 Personen aus Nord-Afrika, 500 aus Persien; 100 aus Yeinen und Aden. Im August wird eine Alijah von 300 Personen aus Jugoslaviien erwartet. Die Alijah aus Bulgarien betrifft 70—100 Personen pro Monat. Aus Rumänien sollen demnächst 50 Juden, die nicht rumänische Bürger sind, nach Israel auswandern. VIER JAHRE DER ALIJAH-AUFNHME- Die Abteilung für Alijah-Aufnahme der jewish-Agency veröffentlicht folgndee statistische Daten: Im Laufe von vier Jahren (15. 5. 48 bis 15. 3. 52) wurden 449.387 Olim in beste.ndigen Wohnungi n untergebracht. 245.559 Personen befinden sich noch in provisorischen Behausungen, davon etwa 40.000 in Zelten. Sie werden jc- Zdoch vor Anfang der Winterregen in Holz- oder Betonhäusern uirkrgebrecht werden. 12.000 Wohnungen des „Schikun amami“ (Volkswohnsiedlungen) werden noch im Laufe des Budgetjahres aufgestellt werden. MOTORFAHRZEUGE IN ISRAEL Im März 1952 gab es iin Israel 37.706 Motorfahrzeuge, davon waren 15 206 Privatautos, 8573 Motorräder, 1638 Taxis und 1536 Omnibusse. DIE BRANDEISSCHULE für Feinmechaniker in Jerusalem hat die durch ihre Schüler nach dem Zeiß-Modell angcfcrtiglcn Mikroskope auf den Weltmarkt gebracht, die großen Anklang gefunden haben. Die erste Quola bestand aus 200 Mikroskopen. öl) STUDENTEN AIS ISRAEL NACH EUROPA UND VICE VERS AE 50 Israeli-Studenten, Absolventen des II i. Kurses am Technikum zu Haifa,, werden zur Vervollkommnung in praktischen .Arbeiten an Fabriken in Italien., England, Dänemark, Holland, Finnland, Schweden, Schweiz und Jugoslawien arbeiten. Dagegen werden 50 Studenten aus Europa sieh hier speziell in Bau- und öffentlichen Arbeiten vervollkommnen. Diese Einrichtung ist durch die Internationale Organisation für Austausch von Studenten zwecks technischer Ausbildung (Zentrale - London) ermöglicht worden. INTERNATIONALES LAGER FÜR VOLONTÄRARBEITER Am 1. August wird in Kfar-Witkin (llefer Ebene) für die Dauer von 6 Wochen ein internationales Lager für Volontär ar beit eröffnet, welches durch gemeinsame manuelle Arbeit und kulturelle Tätigkeit den Frieden zu fördern beabsichtigt. Das Lager wird zum ersten Mal in Israel durch die amerikanischen Quäker und das Israel-Komitee für UNESCO errichtet, und werden dort, außer den 20 Israelis auch Volontäre aus Belgien, England, Norwegen, Schweiz, USA lind Griechenland erwartet, die sieh am Bau der Jugendherberge in Kfar-Witkin, an Pflanzungen und anderen Arbeiten betätigen sollen. Die Volontäre erhalten nur ihren [ nterhalt und keine Bezahlung. Dagegen werden verschiedene Ausflüge im Lande und künstlerische Darbietungen eingerichtet, an denen sie teilnchinen sollen. JÜDISCHE HOCHSCHULE AUS FRANKREICH NACH ISRAEL Die jüdische Puul-Bärwald-lFachschule für Soziale Fürsorge, die seit 3 Jahren durch den „Ort“ in Marseiile unterhalten wurde, soll im Herbst 1953 mit dem gesamten Stab und Einrichtung nach Israel überführt werden. ARABER WURDEN ISRAELIS Rund 98 Prozent aller in Israel lebenden Araber wurden am 14. Juli, dem Taije des Inkrafttretens des neuen israelischen StaatsbürgerGesetzes, israelische Staatsbürger. 12.000 Personen aus 56 verschiedenen Ländern stellten bis zum Stichtage einen Antrag auf Beibehaltung ihrer bisherigen Nationalität. (JTA.) Hebräische Encyclopädie Interview mH dem Herausgeber. Die jüdische moderne Literatur wird gegenwärtig durch ein monumentales Werk bereichert, das eine längst fühlbare Lücke in der Reihe der jüdischen Informations- und ßildungsqudlen schließt. Es handelt sich um eine 16 Bände umfassende Encyclopädie, wovon 6 Bände bereits fertiggestellt sind und die restlichen 10 im Laufe der nächsten 6 Jahre, jeweils up to date mit den letzten Errungenschaften zu jedem Thema, erscheinen werden. Der Verlagsdirektor der Encyclopedia-Publishing Comp, in Jerusalem, die das Werk herausgibt, Herr Dr. Alexander Peli, weilte kürzlich bei uns und berichtete uns über das im Entstehen begriffene Werk: Die hebräische Encyclopädie wird ein umfassendes Informationswerk über sämtliche wissenschaftliche, historische, kulturelle, religiöse, literarische und künstlerische Themen sein und das von einem authentischen jüdischen Gesichtspunkt aus. Es wird die Aufgabe und den Zweck erfüllen, die Mitgliedschaft Israels in der Familie der Nationen, die politisch schon besiegelt ist, auch kulturell kenntlich zu machen. 600 Mitarbeiter aus der ganzen Welt bürgen durch ihre Namen für das Niveau des Werkes. Es sind 28 Nobelpreisträger darunter und außerdem durchwegs Vertreter ihres Faches von Weltformat. Wir nennen im Folgenden einige Namen: Prof. Albert Einstein, Princetown; Mrs. Joliot Curie, Paris; Prof. Leopold Ruzizka, Zürich; Prof. S. Adler, Jerusalem; Rabbi Prof. Simcha Assaf, Jerusalem; Prof. Salo Baron, New-York City. Der Ehrenpräsident des Werkes ist der Präsident des Staates Israel, Prof. Chajim W eit z mann. Der prominenteste Beurteigler der bereits fertiggestellten 6 Bände ist der derzeitige Papst, der die Encyclopädie als hervorragende Informationsquelle in christlich-palästinensischen Fragen erklärte. Wir möchten an dieser Stellle besondres Bibliotheken, Schulen, wissenschaftliche Institute und Lehranstalten auf das neue Werk, das erste seiner Art, aufmerksam machen. Eiin Band der neuen Encyclopädie in hebräischer Sprache ist in unserem Besitz und wir sind gerne bereit, Interessenten, die sich zu dessen Einsichtnahme in unseren Bureauräumen, Universitätsstraße 4, einfinden wollen, weitere Informationen zu erteilen, sowie Inskribtionen zu übernehmen und weiterzuleifen. ^(omäe^sc^eriCa WIEN i„ HABSBURGERGASSE 14 Feine Juwelen Handgearbeiteter Goldschmuck Silberwaren Bestecke und Chanuca-Leuchter DR. Z. F. FINKELSTEIN, der Verfasser unserer Artikelrcihc „Wiener in Israel“, weilt derzeit in London und sprach im englischen Radio B. B. C. über „Land und Leute in Israel“. Utas. Uaut - pettocten Freitag, dm 11. Juli, wurde die sterbliche Hülle des Präsidenten der 1 s ni ei ifisehe n Ku 1 f u sge tu e in d e (1 raz, Direktor Paul Wolf, zu Grabe getragen. Der Präsident der Kulfusgnueinde Wien, Herr Dr. Maurer, sprach ergreifend'.: Worte, der Vizepräsident der Kufu'Sgrmeinde Graz, Herr Dr. Fritz Strassmann schilderte m bewegten Worten das Leben und Wirken des Verstorbenen. Herr Oberrablauer Dr. Fisenberg würdigte Dir. Wolf als ehiisch hochstehenden, der Sache des Judentums ergebenen Mann. Herr Dir. Paul Wolf, welcher iin 67 Lebensjahr stand, war Bankfunktionär. Er emigrierte mit Frau und Sohn, nachdem er aus Dachau entlassen wurde, nach Cypern. Von den Engländern über Israel nach Ostafrika überstellt, ging er nach Beendigung des Krieges mit .Frau und Sohn nach Brasilien, wo seine Frau nach kurzer Krankheit verstarb. Herr Dir. Wolf kehrte im Jahre 1948 nach Graz zurück und widmete sich vom ersten Tage an voll und ganz den jüdischen Interessen. Schon im selben Jahr wurde er einstimmig zum Präsidenten der I. K. G. Graz gewählt. Er war in weiten Kreisen ein geehrter und geachtfcter Mann, der sich selbstlos für jeden einsetzte, der der Hilfe bedurfte. Der jähe Tod riß ihn zu früh ans unseren Reihen; er hinterläßt eine Lücke, die wohl schwer auszufüllen sein wird. hotel BELLEVUE IX. Bezirk / Amerikanische Zone Gutbürgerliches FamiiienhoteI Jeder Komfort GARAGE IM HAUS TEL. A18 2 26, A18 2 36 jtau% - pufoc&en Wir beklagen den Verlust unseres Freundes und Chawers Samuel Josef Lauf, der nach schwerer Krankheit iin 54. Lebensjahr verstarb. In lliercc geboren, studierte er Ilandclswissenseliaften, widmete sieh zunächst der Speditionshranclic, erwarb im Jahre I.933 Naphtagruben in Borvslaw und entwickelte eine überaus erfolgreiche kommerzielle und wirtschaftliche Tätigkeit. Auch während der Nazizeit war Dir. Lauf in seinem Beruf tätig und kam nach der Befreiung durch die Bussen nach Gleiwitz und von hier nach Wien, wo er sieh wiederum der Speditionsbranche widmete und die Speditionsfirma „Transsylvania“ zu neuer Blüte brachte. Josef Lauf lebte in glücklichster Ehe, der eine sehr begabte Tochter, die Medizin studiert, entsproß. Als begeisterter Zionist und stolzer Jude, gehörte er seit seiner Gründung dem Vorstand des Zionistischen Landesverbandes in Oesterreich an, war Delegierter in der Zionistischen Föderation und erfüllte die übernommenen Pflichten mit großem Ernst und Gewissenhaftigkeit. Der Zionistische Landesverband in Oesterreich würdigte in seiner Trauersitzung vom 22. Juli die Verdienste Josef Laufs. Der Sprecher, Herr Gustav Leitner, hob insbesondere die Opferfreudigkeit des Verstorbenen hervor! Am 23. Juli veranstaltete die Zionistische Föderation eine Trauersitzung, in welcher Herr Oh.-Babh. Dr. Eisenberg über den Menschen und Zionisten Josef Lauf sprach. Wir werden dem Verewigten ein treues Angedenken bewahren. 1952 WIENER INTERNATIONALE MESSE 7. BIS 14. SEPTEMBER 1952 SBHUI