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Die Stimme · 1952-06-01 · Heft 63 (Juni 1952) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 63 (Juni 1952)
Date
1952-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 7 D I E ST I M M E Nachrichten aus Israel fan UfrühzmCiüiU - T-tittin BEHAUSUNG fSCHIKUN) Im Laufe der letzten 4 fahre wurden 75,000 permanente und 57.000zeitweilige Wohnungseinheiten gebaut, deren Kosfen sich auf ca. 72 Millionen Pfund beliefen. INDUSTRIE Seit dem Entstehen des Staates wurden Fabrikseinrichtungcn für ca. 26' Millionen Pfund importiert. Was moderne Einrichtung betrifft, kann eine Anzahl unserer Fabriken den Vergleich sogar mit Amerika auf nehmen. In den neuen Fabriken werden Autos, Rehre. Medikamente, Metallwaren. künstlicher Dinger, Konserven, Schokolade usw. produziert. STRASSENBAU Tn diesen vier Tahren wurden ca. 550 km Straßen gebaut, und 535 km bereits vorhandener Straßen repariert bzw. urngepflästert. Uebrigens gehört Israel zu den wenigen Ländern, die auf ihre Straßen und Chausseen stolz sein können. SEEFAHRTSWESEN Am Ende der Mandatsepocbe besaßen die luden im Lande nur ein einziges Schiff, die „Kedmah“. letzt haben wir es bereits auf 34 Schiffe gebracht, deren Gesamtvolumen etwa 120.000 Tonnen betrifft; darunter 4 Passagierdampfer mit 2000 Betten. 1200 Seekutie und 600 Angestellte bedienen diese Schiffe. LUFTSCHIFFHAFEN Der Flugplatz in Lodd (Lvdda) bedient bereits 14 internationale Luftlinien. Ca. 40 Luftschiffe und 500 Passagiere passierein täglich diesen Flugplatz, und etwa 120 Personen sind beim meteorologischen Dienst beschäftigt. In den 31 •> fahren, da Lodd als israelischer Lufthafein funktioniert haben ca. 408.000 Personen den Hafen für Auslandsreisen und weitere 40.000 die Inlandslinie Lodd Evlafh benutzt. „El Al“ verfügt bereits über 4 internationale Luftlinien. MILCHVERSORGUNG Die Zahl der Milchkühe ist dieses Tahr um 5000 vermehrt worden, was einen Zusatz von 15 bis 20 Millionen Liter Milch bedeutet. AUSSICHTEN AUF GUTE ERNTE Im Gegensatz zur vorjährigen Dürre sind dieses Tahr die Ernte aus sichten dank den Winterregen, durchaus günstig. Die bearbeitete Bodemfläche hat heuer eine Rekordzahl von 21/.J Millionen Dunam erreicht. GEMÜSE IN FÜLLE Man hofft, daß ab Mal die gegenwärtige Krise in Belieferung von Gemüse überwunden ist und daß wir im Laufe der nächsten Monate Gemüse in Füllle haben werden. ZUCKERPRODUKTION Zum ersten Mal wurden heuer Zukkerrübein auf einer Fläche von 8000 Dunam gepflanzt. Die Ernteaussichr ten sind durchaus günstig und ist zu hoffen, daß wir etwa im Tahre 1954 unser n ganzen Zucker bedarf aus der einheimischen Zuckerrübe decken können werden. WASSERWERKE Im Bewässerungssystem Israels fanden in den letzten vier fahren revolutionäre Verunehrungen statt. So liefert die Wassergesellschnft „Mekorofh“ bereits 142 Millien: n Kubikmeter Wasser pro Tahr. TABAK Der;n Israel gepflanzte Tabak deckt bereits die diesbezüglichen Bedürfnisse. Letzten hat man an gefangen auch Virginia-Tabak hier zu züchten, wobei die ersten Experimente als gelungen zu betrachten sind. BAUMWOLLE Vergangenes fahr wurden 1000 Dunam Baumwollle gepflanzt; heuer hofft man Baumwollplantagen■ auf 5000 Dunam zu pflanzen. Auf diese Weise werden wir in einigen Tahren das nötige Rohmaterial für unsere Textilindustrie aus der örtlich gezüchteten Baumwolle liefern können. ORANGENEXPORT Während dieser Saison wurden 3'/. Millionen Kisten Orangen ins Ausland exportiert, davon etwa 2 Millionen nach England, 250.000 nach Holland, 186.000 nach Schweden und 150.000 Kisten nach Norwegen. EXPORT VON BANANEN Sowjetrußland hat heuer etwa 600 Tonnen Bananen von Israel gekauft. Es war dies ein Versuchsversand, und sind bereits größere Bestellungen sowohl aus Rußland, wie auch aus der Schweiz, Australien und anderen Ländern eingetroffen. Die gesamte Bananenernte betraf etwa 13.000 Tonnen, davon sollen 3000 Tonnen in den nächsten Monaten exportiert werden. OLIVENPLANTAGEN Die Fläche der Olivenplantagen ist um etwa 1500 Dunam vergrößert worden. Diese Bäume wurden heuer in den arabischen und Druzendörfern des westlichen Galils gepflanzt. „Eroberung der Wüste“ Aus Anlaß des 5. Jahrestages der Gründung des Staates Israel wild der junge Staat einen weiteren Schritt zum Aushau seiner internationalen Beziehungen machen. In der Zeit vom 16. April bis 18. Mai 1953 ird in Jerusalem eine Messe unter Beteiligung von ausländischen Firmen, eröffnet. Die Ausstellung wird die Devise „Eroberung der Wüste1" tragen, ein Thema, welches die Berufung des israelischen \'olkcs veranschaulichen soll, im grandiosen Palais, derzeit noch im Bau befindlich, welcher sieh auf über 16.000 Quadratmeter erstreckt, ist ein Teil für den Staat Israel reserviert. Außerhalb des Palais stehen den Ausstellern noch andere 32.000 Quadratmeter zur Verfügung. Zur gleichen Zeit wird ein internationaler Kongreß in Jerusalem vielfache Probleme der Wüste, studieren. Zu erwähnen ist noch, daß Israel bei dieser Gelegenheit die ersten jüdischen olympiselien Spiele veranstalten wird, an denen sieh Sportler aus allen Ländern beteiligen können. 7ih tycofieti li&H&edUaüs Anläßlich des viertel* Jahrestages der Ausrufung des Staates Israel, veranstaltete die Israelitische Kultusgemeinde Wien am Samstag, den 3. Mai 1952 eine festliche Kundgebung im Großen K o n z e r t h a u s s a a 1. Hon* Kultus Präsident Dr. Maurer erüffnefe die Feier und begrüßte den Bundeskanzler Dr. h. c. Leopold Figl, Justizminister Dr. Tschadek, Landtagspräsölent Marek, die Vertreter der Bundesministerien für Unterricht und Inneres, die Herren Vizebiirgermeisfer Honny und Weinberger, den Konsul des Staates Israel, den Herrn Oberrabbiner und viele Ehrengäste. Die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Prof. Rudolf Moralt spielten den „Hymnus der Befreiung“ von Franz Salmhofer. Die Festrede hielt der Vertreter des Staates Israel, Herr Konsul ArieEshel, der in eindrucksvollen Werten eine kurze Uebersicht über die Leistungen des Staates vom Zeitpunkt der Ausrufung seiner Unabhängigkeit bis heute, gab. Anschließend kam er auf die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Israel und Oesterreich zu sprechen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß eine Erweiterung und Vertiefung der Beziehungen der beiden .Länder ein treten möge. Diese Erklärung wurde von den anwesenden Regierungsmitgliedern mit Applaus aufgenommen. Die Symphoniker brachten hierauf das Klavierkonzert Nr. 1 in g-molll op. 25 (3 Sätze) von Felix Mendclssohn- Bartholdy, Solistin war die Gattin des israelischen Vizekonsuls in Wien, Fliahu T’nvor, Frau Lola Granetmian (Klavier). Frau Granetman, eine der besten Pianistinnen Israels, wird das Land beim Internationalen Kongreß für neue Musik in Salzburg im Sommer dieses Jahres vertreten. Die würdige Vcranstatung fand ihren Abschluß mit dem Ertönen der östrereichisclien und israelischen Nationalhymnen. Nach Schluß der Kundgebung empfing Herr Bundeskanzler Figl das Präsidium der Israelischen Kultusgemeinde. Der Präsident der Kultusgemcinde, Herr Dr. Maurer, übergab dem Kanzler ein Memorandum, in welchem die derzeitige Lage der Wiener Judenschaft geschildert und bis zur Erlassung des Restitutionsfondsgesefzes eine Ueberbrückungsliilfe aus öffentlichen Mitteln für die Kultusgemeinde zwecks Erhaltung ihrer sozialen Institutionen gefordert wird. Im Rahmen des Kultur- und Vortragsprogrammes des laufenden ArbcLsjahres veranstaltete WIZO-Wien, wie üblich, an einem Mittwoch-Nachmittag die Unabhängigkeitsfeier 1952, welche sich zu einer erhebenden Kundgebung der Mitglieder und Freunde der WIZO gestaltete. Nach Begrüßung durch den Ausschuß erfolgte die UÜbertragung des Hörspieles vom Sender Rot-Weiß-Rot und der Rede des Israel-Konsuls, Herrn Ehshel, durch welche dieser Infi een Feier besondere Bedeutung verliehen wurde. Frau Konsul Eshel hatte sich als Förderin und Freundin der Bestrebungen der WIZO-Wien bereit erklärt, wie bei sonstigen WlZO-Veranstultumgen zu sprechen und ihre zu Herzen gehenden und interessanten Ausführungen über ihre letzten Reiseeindrücke aus Israel haben begeisterte Zustimmung gefunden. Die historische Bedeutung dies Tages wurde in der glanzvollen Fest rede4 des Herrn Dr. Viktor Pordes gewürdigt. Kurze Rezitationen jüdischer Dichter durch Frau Re,nee Roth schlossen die Feier Wellpappe-, Kartonagen-, Büroartikel-Fabriken und Druckereien A, GLÜCKSM AN N&SÖHNE Wien XVII., Beheimgasse 77 A 29 2 27 A 28 0 29 harmonisch ab, die neuerlich bei allen anwesenden Freunden und Mitgliedern der WIZO das Gefühl der Zusammengehörigkeit und die Vcrbundfenbeit mit Israel zum Ausdruck brachte. Fs erwies sieb neuerdings, daß WIZO Wien, wie alle Föderationen der Welt-WIZO, eine unpolitische und parteilose zionistische. Vereinigung ist, die mit allen jüdischen und zionistischen Organisationen jederzeit gerne vereint arbeitet und die ihr Ziel nur im Dienste an den brauen und Kindern in Israel sieht. Fs kann in der Tat ohne Unbescheidenheit bemerkt werden, daß die seit einigen Jahren erfolgreiche und von Israel anerkannte Arbeit der WIZO-Wien konkrete, wertvolle Leistungen hervorgebracht hat, über die WIZO-Israel in ihrem letzten Briefe wie folgt urteilt: _ tamus Bialik lik nach Odessa, wo er seine literarischen Fähigkeiten in die Tat umsetzen konnte. Seine Gedichte zogen die Aufmerksamkeit gebildeter Kreise auf sich und es ward offenkundig, daß die Poesie Bialiks eine neue Epoche in der hebräischen Literatur cröffncte. Tn Bialiks Dielitungswcisc finden wir das geniale Streben, die Leiden des Individuums mit den .Schmerzen des jüdischen Volkes zu ver- „Nun haben wir d,:ie 5 Kisten mit wunderschönen Sachen erhalten, für die Sie uns seinerzeit die Empfangsscheine geschickt haben. Wir möchten der „WIZO“ in Wien herzlich danken für diese schöne Arbeit, die uns hier sehr hilft in unseren Institutionen uind Heimen. Wir hoffen, daß Sie diese Bestätigung erhalten werden und verbleiben mit vielem Dank und allerbesten Wünschen.. .“ (fCOfZ Am 3. Mai 1952 fand in den Thalia- Sälen in Graz eine von der Grazer Kultusgemeinde und den jüdischen Hochschülern veranstaltete Feier aus Anlaß des 4. Jahrestages der Ausrufung der Unabhängigkeit Israels statt. Im künstlerischen Teil kamen ein jsra- Bialik schöpfte aus einer tiefen Quelle des Wissens und bereicherte alle, die sich um ihn geistig scharten. Seine Aufsätze über die hebräische Poesie waren von außerordentlicher Bedeutung. Die außergewöhnlichen Fähigkeiten, die hebräische Sprache zu meistern, war Bialik wie keinem andern eigen. Besonders hervorzuheben sind Bialiks Sammlungen geflügelter Worte und Sprichwörter, die der talmudischen Literatur entstammen. Bialik trat auch als Lebersetzer hervor, und es sei auch auf die Ucbersetzung „Don Quichote“ nn Cf»rvnntf><; nnrt Wilhelm Teil“ von Reisegepäck und Wohnungsinhalf sind im Sommer besonders gefährdet. Durch Einbruch, Diebstahl, durch Feuer oder Wasser kann Ihr Eigentum schweren Schaden erleiden, gegen den wir wirksamen Versicherungsschutz bieten. Rufen Sie uns, wir stehen gerne zu Ihrer Verfügung. Städtische Versicherung Wien I., Tuchlauben 8 Telephon U 28-5-90 Oft kopiert Nie erreicht stttoUa&sü*' Schuherzeugung Wien III., Münzgasse 5 Telephon U 19 408

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