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Die Stimme · 1952-05-01 · Heft 62 (Mai 1952) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 62 (Mai 1952)
Date
1952-05-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 DIE STIMME Nr. 62 Israel Symbol des Friedens JAKOB TANNENBALM ,.l Hil ('s \vin1 «t'sclu'lH'M am Kmk* der Tage. Kestlifgriiiulet wird sein der Berg des Hauses des Kwigen. An der Spitze der Berge und erhaben über alle Hügel. Strömen werden zu ihm alle \ ölker . . ." ..Kine Lehre wird von Zion nusgeben . . ..Daß sie ihre Schwerter umsehmieden zu Pflugscharen L ud ihre Lanzen zu W inzermessern. Nicht mehr soll tragen Volk gegen Volk das Schwert. Und nicht soll man fürder lernen den Krieg..." (Jesajas. 2. 1 -;>) In der akademischen Streitfrage, ob die Weltgeschichte in einer geraden, fortschreitenden Linie verläuft, oder sich im Kreise bewegt, scheinen, wenn man die jüdische Geschichte in Betracht zieht, die Vertreter der zweiten These Recht zu behalten. Schon zum dritten Male in der jüdischen Geschichte erfolgt die Gründung eines jüdischen Staates in „Zion“, und zum driften Mal wiederholt sich das wunderbare Schauspiel der Rückkehr der Juden aus der Fremde in ihre alte Heimat, welche durch fremde Völker in Besitz genommen und verwüstet wurde. Diese geschichtliche Tatsache, insbesondere der Umstand der Wiedererlangung der staatlichen Selbständigkeit nach einer beinahe 2000jährigen Galuthzeit, erscheint wie ein Unikum in der Geschichte der Völker! Viele, große, mächtige Staaten und Völker des Altertums, wie Babylonier, Assyrier, Römer, die Besieger Israels und Judas, gingen unter. Auch zahlreiche andere kleine Völker unterlagen dem Gesetz des Wechsels, des Werdens und Vergehens. Das besiegte, kleine, schwache, zu Boden getretene, schon totgesagte Israel blieb erhalten und feiert seine Wiederauferstehung 1 In unseren Tagen erlebten wir mit eigenen Augen, den Versuch des deutschen Staates, das jüdische Volk auszurotten. Dieses dritte nationalsozialistische Reich, der grimmigste und gefährlichste Feind Israels und der freien Menschheit wurde besiegt, zerschlagen. Seine Pläne der Welteroberung, der Unterjochung Europas und der Absorbierung und Äuslöschung vieler kleiner Völker, scheiterten, während das zur vollständigen Vernichtung verurteilte jüdische Volk den Tag der Wiederherstellung seiner Freiheit und Unabhängigkeit feiert und daran geht, sein neues jüdisches Reich aufzubauen. .. Es ist hier nicht der Ort, Spekulationen über diese so wunderbar anmutende Erscheinung anzustellen. Religiös veranlagte Naturen, Theologen, theologisch denkende Metaphysiker und Idealisten sehen darin die Absicht des Weltgeistes, der das jüdische Volk als Instrument gebraucht, seinen geheimen Weltplan durchzuführen. Realisten dagegen finden auch für diese Tatsache natürliche Ursachen. Alle Weliteroberungspläne der Geschichte, auch die eines Cyrus, Alexanders, Cae'sars, Napoleons, scheiterten,, weil sie auf der Grundlage der Gewalt, Macht und der Unterdrückung anderer kleiner, schwacher Völker aufgebaut waren. Nur ein Weltstaat auf der Basis der Gerechtigkeit, der Moral, der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit aller Völker, der Liebe und des Friedens, wie ihn das Judentum vertritt, ^u!^ierßi^er^o. WIEN i., HABSBURGERGASSE 14 Feine Juwelen Handgearbeiteter Goldschmuck Silberwaren Bestecke und Chanuca- Leuchter hat Aussicht auf Verwirklichung, wenn auch erst in nicht naher voraussehbarer Zukunft... Die Erhaltung des Judentums und die Errichtung des Judenstaates ist das Symbol des Sieges der Idee des Friedens und des Kosmopolifismus der jüdischen Propheten über die Idee der Gewalt umd der Unterdrückung, wie ihn der Nazismus vertrat... Die große Bedeutung dieser Errungenschaft besteht darin, daß zum ersten Male in der Geschichte, die Völker in einer so schwierigen internationalen Frage, sich nicht von Erwägungen der hohen Politik und der ökonomischen Bedingungen, sondern von dem Prinzip der Gerechtigkeit und der Moral leiten ließen. Das Gewissen der Völker, die die Hinmordung von 6,000.000 Juden durch die nationalsozialistische Bestie stillschweigend und tatenlos zuschauten, den nach Hilfe Rufenden kein Exil in ihren Ländern gewährten und auch die Tore Palästinas vor den zum sichern 7’od Geweihten versperrten, war es, die die Vereinten Nationen zu dem Beschlüsse bewogen, einen Judenstaat zu errichten. Religiöse und mystisch veranlagte Naturen erblickten in diesem, in der Geschichte einzig dastehenden Beschluß der Völker, den Sieg des Prinzips des Guten über das Reich des Satans, das Aufgehen eines neuen Geistes und Lichts der Welt und den Anbruch der messlani sehen Zeit. Dies umsomehr, als bei diesem Beschluß die beiden divergierenden Blocks in den Choral der Erlösung Israels einstimmten. Die Errichtung des Judenstaates ist ohne Zweifel das größte und wichtigste Ereignis des Jahrhunderts und bildet die einzige positive Errungenschaft dieses von Grauen und Abscheulichkeiten erfüllten Nazi-Krüetges. Doch ist es klar und unterliegt gar keinem Zweifel, daß trotz der kolossalen Opfer, die die Juden auf dem Altar der Idee der Gerechtigkeit und des Friedens brachten und ungeachtet der großen Not der aus der schrecklichen Katastrophe erretteten Hunderttausende, die In den DP-Lagern, auf EinreiscbewiUigung in das Land ihrer Väter sehnsüchtig wartend, schmachteten, keine Judenstaatsresolution gefaßt worden wäre, wenn sich in Palästina nicht schon eine beträchtliche jüdische Bevölkerung befunden hätte, die den verwüsteten Boden auch kultivierte. Die Erteilung des Rechts auf einen Judenstaat vonseiten der UNO, war kein Geschenk, sondern nur die Anerkennung und die Sanktiomlierung des Rechts auf den Boden, den wir bereits besaßen und kultivierten. Ohne die schwere Mühe und die aufreibende Arbeit der ChaTuzim. d(ie die Wüste in ein blühendes Land verwandelten, mit ihrem Schweiß umd Blut den sandigen, trockenen Boden tränkten und befruchteten, unter Aufopferung ihres Lebens Sümpfe austrockneten und sanierten, wie eine Fackel den anderen voranleuchtefen und Kulturwerke schufen, die auch den Nachbarvölkern von großem Nutzem sind, wäre ein Judenstaat nie zustande gekommen . .. Die Proklamierumg des Juden Staates ist auch das persönliche Verdienst des Minister Präsidenten Ben Gurion, der den Judenstaat ohne Sanktion der LN und gegen den Willen der Großmächte umd der eigenen Kollegen im der Zionistischen Exekutive, verkündete. Zu einem solchen verantworttumgsvollen Schritt gehörte eiin hohes Maß von Mut, Energie und Entschlossenheit. An diesem Schnitte hing das Schicksal des Judemstaates und des Jischuws, vielleicht auch das der ganzen jüdischen Nation ab, denn kaum hatten die Völker das vom Geist der Gerechtigkeit und der Versöhnung efrngegebene Urteil gesprochen, als sich bekanntlich die Großmächte durch die Drohungen der Araber zu einer Gesinnungsänderung verleiten ließen, den einmal schon gefaßten Beschluß umwarfen und an Stelle eines Judensfaates, in Palästina eine UNO-Protektorat errlchfem wollten. Es war die Ab sicht der Araber, daß es am Tage des Erlöschens des Mandates zu einem anarchischen und chaotischen Zustande komme, wodurch der Judemstaatsplan vereitelt worden wäre. Da setzte zum Erstaunen der Welt die Proklamierung des Judenstaates ein. Mit der Proklamierumg des Judenstaates beginnt eine neue Aera für das jüdische Volk. Die große Bedeutung der Errichtung des Judensitaates für den Jischuw und die ganze Judenheüt liegt so klar auf der Hand, daß es als überflüssig erscheinen muß, sie hervorzubeben. Durch die Schaffung eines Judenstaates ist ein wertvoller Friedens- und Vermittluingsfaktor auf der internationalen Arena geschaffen worden, welcher den Völkern große Dienste leisten kann und wird. In der kurzen Zeit seiner Mitgliedschaft in der UNO, war Israel stets bemüht, in Konflikts fällen vermittelnd uind ausgleichend zu wirken, nahm immer für Recht und Gerechtigkeit Partei, auch, wenn es gegen seine Interessen ging und unterließ es bei keiner Gelegenheit, zu den Bemühungen der Völker, den Frieden zu erhalten und zu stärken, sein Schärflein befrzutragein, was ihm auch Anerkennung von seiten der UNO eintrug. Israel steht vor vielen schweren Aufgaben, wirtschaftlicher und kultureller Natur. Die größte Aufgabe des neuen Staates wird es aber sein, din Hort des F r iedens für die ganze Menschheit zu werden und im Sinne des Propheten Jesajas zu wirken, daß die größte Geißel der Menschheit, der Krieg unter den Völkern, ein Ende nehme. Israel, in dessen Freiheit und Selbständigkeit düe beiden gegnerischen Lager von Ost umd Wiest überein stirninten, sich vereinigten und auf gemeinsamer Plattform zusamfmenfanden, ist ein Symbol der Verständigung der Versöhnung und des Weltfriedens. Diese Tatsache bildet elinein Hoff- Moshe Sharett als Gast der italienischen Regierung Außenminister Moshe Sharett wurde bei seinem dreitägigen offiziellen Besuch Italiens als Gast der italienischen Regierung mit großen Ehren aufgenommen. Israels Außenminister wurde bei seiner Ankunft auf dem Flugplatz In Rom von hohen Beamten des ifa 1 i en isehc n A u ße n m in isteriu m s willkommen geheißen; eine Kompanie der italienischen Fliegertruppen erwies ihm die Ehrenbezeugungen. Sharett war dann Ehrengast bei einem Staatsbamketf, das Premier- und Außenminister Alcide de Gasperi gab und an dem auch der Präsident der italienischen Republik, Luigi E|inaudi, mit anderen führenden Persönlichkeiten des Landes teilnahm. Die italienische Visite des israelischen Außenministers fand ihren Abschluß mit eTner Audienz Sharctts durch Papst Pius XII. Es war dies das erste Mal seit Begründung des jüdischen Staates, daß ein Mitglied der israelischen Regierung im Vatikan empfangen wurde. Ausbau des Flughafens Lydda Mit der Fertigstellung der Hauptrollbahn auf dem Flughafen Lydda — womit Im spätestens vier Wochen gerechnet wird — besitzt Israel einen Flugplatz der Kategorie B, der höchsten Klasse des Mittleren Ostens. Im Verlaufe des Jahres soll der Lyddaer Flugpllatz durch eine große Werkhalle weiter ausgebaut werden, die mit Hilfe amerikanischer Spezialisten errichtet wird und in der die Reparatur und Wartung in- und ausländischer Maschinen durchgeführt werden soll. Der israelische Verkehrsntinister D. Z. Pinkas teilte der Presse mit, daß der Flughafen seit seiner Inbetriebnahme im Jahre 1949 400.000 Fluggäste bei 7200 Ab- und Anflügen verzeichnen konnte. Die Pläne für den Bau eines zweiten Flugplatzes bei Beit Vagan seien fertiggestellt worden, und mit den Arbeiten könne in nächster Zukunft begonnen werden. (JTA.) numgsschimmer, daß mit der Erlösung Israels auch die Erlösung der Menschheit verbunden sein wird und daß die Zeit nicht mehr fern ist, von der der größte Prophet Israels, Jesajas, träumte, daß im ihr die Völker sich;die Hand zum ewigen Frieden reichem werden : „Lind es wird geschehen...“ TRANSYLVANIA Internationale Speditionsgesellschaft m. b. H. WIEN IV, HEUMÜHLGASSE 20 Telephon A 32 2 26 B 29 O 48 Telegramm-Adrease „Tranaped" Speditionen aller Art, Verzollungen, Einlagerungen, Nah- und Ferntransporte mit eigenen Kraftfahrzeugen, Verpackungen, Übersiedlungen, Sammeltransporte in LIFTVANS, SPEZIAL¬ VERKEHR von und nach ISRAEL WIRKWAREN UND WÄSCHE-ERZEUGUNG Tel. R 29043 Wien I, Fleischmarkt 16 Tel. R 29044 Postsparkassen - Konto Nr. 30.937 Sendet //Die* Stimmt" an Eure Wiener Freunde im Ausland

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