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Die Stimme · 1952-05-01 · Heft 62 (Mai 1952) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 62 (Mai 1952)
Date
1952-05-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seife 2 DIE STIMME Nr. 62 „Das aufregendste Land” sagt Elranorc Ronsi'vrll Elranmv Rnosrvrlt. l-'rrni des fnilicmi l . S. - Präsidenten l'ranklin Drl.am lh><>- scvrlt und seit l(>45 Mitglied (Irr amerikanischen Ileleaatimi in der Generalversammlung drr Vereinten Nahmen. verbrüh Ir Mitte l'rliruir IM“>J vier Tage für rine inönsive Besuchs-I mirnce in Israel. Obwohl ihr lleiseplan einen 14-stiindigen Tag für ihre Besuche in allen XX inkeln des Landes vorgesehen hatte. war \Irs. Hoosevclt doch frisch und unermiid- 1 ich. ..Ich fühle mich nie ermüdet, wenn ich geistig gefesselt bin”, sagte sie. Der besuch in zwei XX'izn-Anstalten war in dem durch das Außenministerium für Mrs. Hoosevclt vorgesehenen Reiseplan vorgcmcrkt. ln Iladassim wurde Mrs. Hensevelt von der Präsidentin der Welt- NX IZO und von der Vorsitzenden der Exekutive der Welt-XXTZO willkommen geheißen und durch diese Mustersehule geführt. Mrs. Hoosevclt war \nn den wundervollen Handarbeiten der jungen Schüler besonders beeindruckt. Lin löjähriges. aus Polen eingew andertes Mädchen übergab Mrs. Hoosevclt ein feingestiektes Tischtuch. das es selbst augeferti^t halte. In einer unvorbereiteten Rede drückte Mrs. Hoosevclt ihre Gefühle für ..dieses wunderbare Land” aus : ..leb bin glücklich, daß ich diese Schule sehen konnte. Ich habe in diesen zwei Tagen viele Dinge in Israel gesehen. Ich denke, daß meine Eindrücke von der Schnelligkeit, mit der Sie hier alle Probleme meistern, die uns allen unüberwindbar scheinen w ürden, bleibende sind. Und doch werden diese Probleme behandelt und gelöst. Mein erstes Gefühl war, daß die Einordnung und Verschmelzung so vieler Menschen eine sehr schwierige Sache wäre und doch fand ich, daß in fast jedem Orte, wo ich — so weit Kinder in Betracht kommen — Fragen gestellt habe, dieses Problem gelöst wird und auch die älteren Leute scheinen — vielleicht nicht so rasch — in gemeinsamer Arbeit auszukommen. Es ist das aufregendste Land, in welchem ich mich jemals befunden habe. Ich weiß noch nicht ganz, wie alle Dinge, die man jetzt als Schwierigkeit sieht, gelöst werden sollen. Aber ich habe noch niemals gesehen, daß solche Schwierigkeiten mit soviel Energie angepaokt wurden. Das ganze erinnert mich an die Vereinigten Staaten. Sie haben hier so viel Phantasie und Weitblick, daß es Ihnen bestimmt gelingen wird. Ihre Probleme einer Lösung zuzuführen. Ich glaube, daß Sic in Ihren Schulen wunderbare Dinge leisten. Eine Tatsache, die jedem Menschen wie mir in die Augen springt, ist, daß die Kinder so natürlich und daß auch die Waisenkinder glücklich und nicht anstaltskrank sind. Was die Einrichtungen betrifft, die ich hier gesehen habe, so sind cs wunderschöne Einrichtungen für Kinder, leberall. wohin ich kam, sagte man mir, daß diese Einrichtungen sieh noch in einem Aufbauprozeß befinden, aber nichtsdestoweniger sind sie so, wie sie heute sind, außerordentlich interessant. Ich erachte meine Reise für die interessanteste Heise, die ich jemals unternommen habe und wünsche Ihnen einen vollen Erfolg.i: In der landwirtschaftlichen Berufsschule in \ahalal wurde Mr. Hoosevclt von den W IZO-Funktionären und auch den Mitgliedern der örtlichen Israel Federation Executive willkommen geheißen. Mis. I! (>< >sc \ eit wurde mit einem wunderschönen jemenitischen Schal beschenkt, der besonders für sie angefertigt worden war. Bei ihrer Besichtigung der Farm, nahm Mrs. Hoosevclt aufmerksam alle Erklärungen über die Entwicklung der Schule und ihre gegenwärtigen Probleme auf. Sic unterhielt sich einige Zeit in französischer Sprache mit einer Masse um -Ingauid-\lijah -Studenten, die aus Marokko und Tunis gekommen sind, ln den Tischler-Werkstätten für Knaben unterhielt sich Mrs. Housexelt lange Zeit mit den jugendlichen Arbeitern und schenkte den Mdklärungen der Lehrkräfte über die neuen Lehrmethoden höchst interessierte Aufmerksamkeit. einem Panoptikum bemerkenswerter Männer entstiegen, stellt er sich, den Blicken seiner erstaunten Mitwelt als „König der Juden“, wie er selbst sich nannte, vor. Ein riesiger, romboidarfig geformter Schädel, auffallend groß, mit einer mächtigen, schwarzen, fettig glänzenden Haarmähne versehen, sitzt auf 2 breiten, ausladenden Schultern. Eine nach vorn ausladende unnatürlich starke Brust und von da abwärts an der ganzen Liliputgestalt fast nichts mehr. Ich erinnere mich kaum seiner Beine, so verschwindend klein und rachitisch waren sie. Umso dauernder haften seine wie Teller anmutenden großen Handflächen im Gedächtnis. Mit diesen ihm scheinbar von Natur aus zu bestimmten Zwecken bedachten Handflächen respektablen Umfanges, auf affenartig langen, dünnen Armen sitzend, trieb er viel Schind,Lud er. Sie verrieten wenig Geist der frommen Denkungsart in seinem Wesen. Da er klein war, hatte er es im Besonderen auf große Personen abgesehen. Seine exponierte, mit blendender Geltungs- Nichts machte Mrs. Roosevelt mehr Eindruck. nL die «außerordentlich schönen, um den Schülerinnen der lladassim- Schule \crfertigtcn Handarbeiten. Der Mrs. Hoosevclt diirgebotene Schal wurde wm einer der ältesten und geschicktesten jemenitischen Arbeiterinnen angefertigt, die in den W IZO-Lüden beschäftigt sind. Ms Mrs. Hoosevclt sielt zum Abschied wandte, winkte sic. die von Millionen wegen ihrer hervorragenden Verfechtung der Menschenrechte (sie ist Xorsitzende des Komitees der \ crcintcn Nationen für Menschenrechte') und ihrer tatkräftigen Haltung gegen jedwede Hassenunterscheidung geliebt und bewundert wird, allen Anwesenden ein herzliches Schalom zu. art ausgestattete Stellung als Polizeioffizier ihm täglich als Miindestquantutn 50 Ohrfeigen an schuldige oder unschuldige Männerwangen zu plazie. ren. Wenn er nicht in seinem Amtsstuhl, wie darin versunken, saß, konnte er im Gehen nur stark ausschroiten, wobei er dem massigen Buldoggkopf leicht zur Seite geneigt hielt und sich der Oberkörper von rechts nach links wiegte. Die Aeugleiin einer Spitzmaus durchforschten seine nächste Umgebung, und wehe, wenn sie daran haften blieben 1 Der Gnom holte seine Opfer vom fahrenden Omnibus herunter. Diesem Manne nicht aufzufallen, war die stete Sorge aller Flüchtlinge. Insbesondere des jüdischen Emigranten. Dieses Männlein, ein japanischer Gestapomann, durchwühlte ln aufdringlichem Interesse alle Nichtigkeiten, die uns, ihm unterstellten Juden, anging und unser Leben im Shanghai war eine zeitlang ohne diesen Vogt schon nicht mehr auszudenken gewesen. Er war die Geißel, der Sadist mit gereiztem Minderwertigkeitskomplex, stets fahndend nach Opfern seiner isinEusciiK Mi/nsc m k i n d i: w i l n festUckc lUwidye&uHfy anläßlich des vielten .Jahrestages der Ausrufung des STAATES ISIUKL Samstag, den 5. Mai 11)52 Großer Konzerthaussaal. III.. Uotliringerstiaße 20 Die Festrede hält der Vertreter des Staates Israel Konsul Arle Eshel Es wirken mit : Die Wiener Symphoniker Dirigent : Prof. Rudolf Moralt Solistin: Lola Granetman - Tel-Aviv (Klavier) Zur Aufführung gelangt : 1. Hymnus der Befreiung von Franz Salmhofer 2. Klavierkonzert Nr. I in g-moll, 5 Sätze von Felix Mendelssohn-Rartholdy Eintritt frei Beginn: Punkt 20.00 Uhr Einlaß: 20.15 Uhr C'ft' Einem Museum der Menschenkunde, Israel-Abteilung „ELSE” PARFÜMERIE WIEN 1, STEINDELGASSE 1 (beim Tuchlauben-Kino) Capri-Reisebüro TELEFON U 213 64 Wien 1, Graben 10 Telephon R 26100 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE Offizielle Verkauf«»telle SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN AUS U. S. A. aller Flug-, Schiff«- und Bahnlinien FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Paß- und Visabe»orgung Wir schicken offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen nach Israeli Launen, Schikanen und seiner kolossalen Handflächen . . . Er war der gcfiirchtctste Mann in Shanghai, der Chef liinerer zivilen Kasernierung. Sein Name allein llöl.Uc Sein ecken und Abscheu ein. Je mehr er gemieden winde, desto selbstgefälliger und unausstehlicher gab er Zeichen seiner unrühmliche n Existenz. Demokrat isrh war sein Verhalten vorgegeben, tyrannisch was es im wahrsten Sinne, des Wortes. Er unterband bescheidene Hxistenzen. er setzte Schauszenen mit Jud; n zum Gaudium der primitiven Chinesen. er verbot alles, was unser Dasein erleichterte, er legte uns Stein um Stein vor die E'tiße. Zwecks Errcieluing lebenswichtiger Beglaubigungen ließ er uns tagelang in verdorrender Hitze, in erstarre mn ach "iider Kälte, Schlange: stehen. Sein Haß kannte keine Grenzen. Dieser IEiß trieb Blüten, welche ihn zum Tagesgespräch der ganzen Stadt machte und ihn zum Judenfeind Nr. 1 stempelte. Der Feldwebel als General, der Emporkömmling commc il laut. Der Mann ohne Gewissen, der Bock als Gärtner im Sinne erzieherisch oder legislativ ordnender Dinge, die zur unerlaubten Exekutive erweitert wurden. W'r sahen deutlich, wie auch hier unter den vielfach naiv anmutenden Menschen des Reiches der auf gehende n «Sonne ein degeneriertes Gewächs aus hitferischen Miasmen gegieh, und wie wir zu wissen glaubten, auf Eingebung der hiesigen Nazi, des später m't vollen Hosen geflüchteten deutschen Botschafters Wiedemann, zum Peiniger der Juden bestellt wurde. So entstand der „Tiger“ des Ghettos von Shanghai. Er war der Häuptling eines besonderen KZ. So entstanden die schon sprichwörtlich gewordenen Ohrfeigen am laufenden Bund. Eine sichere Annahme jedoch setzte uns über alle seine barbarischen Handlungen hinweg. Die Gewißheit, daß auch ihn eines Tages die gerechte Strafe und eine angemessene Vergeltung erwarte. Seine Arbeiten waren aber wie alle Konsequenzen, die einer I riehrichtung und nicht verstandesgemäßen Erwägungen entspringen, für das eigene System zertrümmernd. Desorganisiert und divergierend verliefen alle seine laienlniften ^Direktiven. Am Ende bleibt i,n solchen Fällen, das Chaos, an dem sie alle scheitern mußten. Eui Krieg ist halb verloren, wenn Kaltblütigkeit auch den Einzelnen, ma- | thematische Unbcirrtheit und stoische Zielsicherheit fehlen. Affekte und Exzesse des Hasses sind ein schlechter Kompaß für die Erfüllung einer Zielsetzung eines solch großen Vorhabens, 1 wie es der vom Zaune gebrochene wahnwitzige Hitlerkrieg war. Auszug aus dein noch nicht verüffentj liehlen Manuskript .,|)tr sterbende Apo- ’ siel" von Hermanns. j ERZEUGUNG FEINER KtawcdUh. IGNAZ KOPPEL WIEN I, WIESINGERSTRASSE8 TELEPHOH R 22 2 36 STOFFE KLEIDER FÜR DAMEN HERREN UND KINDER (jüt und pceUwett MMn Kaufhaus Bciidec Hohe Wlun VII, Marlahllfcr«traB« 90 Talaphon: B 36 0 63, B 36237

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