Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1952-05-01 · Heft 62 (Mai 1952) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 62 (Mai 1952)
Date
1952-05-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2431292-2431356-2431362--0413-2432031
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Prals 2 Schilling V.I.I, timme jf 2 Redaktion und Administration: * 3 WienIX, Universitätsstr. Nr. 4/4 3 3 Telefon A 26 4 73 1 i _ I e/lllgemein zionistischeJdochenschrifi 3 Postscheck-Konto Nr. 134.292 1 Mai 1952 MKIIKIIHIIIIiailHIMHIIIIIIIIIKMI! Zionistischer Landesverband Wien rrnn n"bbzn nnnxnrT täümm Nr. 62 - 1952 VIER JAHRE ISRAEL Zum vierten Mal nach dem grandiosen Ereignis der Gründung der Medimath Israel, feiert das jüdische Volk den Tag, an dem es ihm ver-i gönnt war, seine staatliche Selbständigkeit zu erlangen, aus einer heim- und staatlosen Population, ein selbständiges Volk zu werden und sein Leben frei von Unterdrückung, Verdächtigung und feindlicher Verfolgung zu gestalten. Israel hat die Tore für alle Juden geöffnet, die willens sind, ihr endgültiges Domizil ins eigene Land zu verlegen und ihre physische, geistige wie moralische Kraft in dein Dienst des Aufbaues zu stellen. Die Älijah, die mit allen Mitteln gefördert wird, übt entscheidenden Einfluß auf die gesellschaftliche Physiognomie Israels und trägt dazu bei, daß das Land von der Wüste befreit wird, daß neue Städte und Siedlungen in relativ kurzer Zeit entstehen. In der Metamorphose die ln der Masscealijah basiert, spiegelt sich die große Katastrophe des europäischen Judentums wider und bewirkt die entscheidende Veränderung ihrer Struktur und der aller Juden, deren Dasein in der Galuth der Pein unterworfen ist. Unsere nationale Unabhängigkeit hat die Juden des nahen Ostens aus ihrer Lethargie erweckt; sie richteten sich seelisch auf und gingen den Weg in ihre wahre Heimat, nach Israel. Innerhalb der verflossenen vier Jahre, nahm der israelische Jiischuw seine Söhne aus Jemen, Lybien, Tripolitanien, Aegypten, Persien und Irak auf, er ordnete sie in die Wirtschaft ein und ließ sie mit Zuversicht hoffen, daß sich ihre Zukunft gesund und wahr, frei von allen Unbilden, denen sie in der orientalischen Galuth unterworfen waren, gestalten wird. Die Wirtschaft Israels hat bekanntlich mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen, was keinesfalls verwunderlich ist und worüber schon viel diskutiert und geschrieben wurde. BenGurion sagte einmal : „Die Aufgabe, um deren Willen die Mcdinah gegründet wurde, kann von uns unmöglich aus eigener Kraft erfüllt werden. Diese Aufgabe ist zu schwer, als daß der Vortrupp, der unsern Staat ins Leben gerufen hat ,sie aus eigenen Kräften zu tragen vermag. Ohne die Hilfe des gesamten jüdischen Volkes, ist diese Aufgabe undurchführbar.... Hier vollzieht sich, ein Wunder, das noch niemals da war, nicht in der jüdischen Geschichte und nicht in der Weltgeschichte, etwas, das den Auszug aus Aegypten in den Schatten stellt“. [Ein biblisches Zitat laufet: „Wenn Ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, glaubet Ihr nicht". Der jüdische Staat ist ein wahres und ein faszinierendes Wunder, woran auch Nichtzionisfen unerschütterlich glauben. Der jüdische Staat empfing von der Geschichte das Instrument der Arbeit und der Ueberzeugungsfähigkeit und wendet alle Kraft auf, das jüdische Volk um sich zu scharen und sein Herz zu erobern. Zu wenig ist die Erkenntnis In uns aufgedämmert, daß der jüdische Staat ungeahnte Möglichkeiten für das jüdische Volk in sich birgt und die jüdische Geschichte in ein blendendes Licht getaucht hat, das weif in die Zukunft leuchten wird, auf daß das Judentum wieder auf gerichtet werde und andern Völkern wie dereinst, zum Vorbild diene. Israel macht alle Anstrengungen, um den Schwierigkeiten zu begegnen; es kultiviert den Boden, es schafft mächtige Produktionsbetriebe, gründet moderne Bildungsanstalten, Erziehungsstätten und ruft internationalen Handel ins Leben, knüpft geistige und wirtschaftliche Bande mit anderen gesitteten Völkern und kehrt alles pro bono publioo vor. Das mächtige Werk der wirtschaftlichen, industrielllen und agrikulfurellen Kolonisation schreitet zusehends fort und gedeiht zur Kraft und Stütze des Staatsgefüges. Der israelische Jischuw vermag, nebst den materiellen Werfen, bedeutende Errungenschaften auf dem sozialen und kulturellen Gebiete zu verzeichnen, obgleich er noch einen langen, mühevollen Weg zurückzulegen hat, bis der Staat Israel zur unzerstörbaren Macht, zum Leuchtturin der Erlösung und der Freiheit für alle Juden in der Welt wird. Am Tage der Feier der jüdischen Selbständigkeit wollen wir dessen eingedenk sein, daß Kibuz Galujoth für Israel eine Lebensfrage bedeutet, denn ohne Alijah ist die Existenz der Medina h in Frage gestellt. Die Existenz des souveränen jüdischen Staates vermittelt allen Juden das Gefühl der Sicherheit und die Erkenntnis, daß sie nicht mehr, wie im dritten Reich des unseligen Nazismus, den entfesselten Instinkten und blutrünstigen Schergen zum Opfer fallen werden. Die mit Ruhm bedeckte Zwa Haganah (israelisches Militär) hat gegen die Feinde Siege erfochten, welche die Völker der Erde aufhorchein ließen und wofür sie uns nunmehr Bedeutung beimessen und Ächtung zollen. Israel seinerseits ist im Sinne der Lehren unserer Weisen bereit, mit allen Völkern die guten Willens sind, ehrliche und treue Beziehungen zu unterhalten und dem Grundsatz zu huldigen, daß nichts, was die Menschheit betrifft, für das Judentum eine fremde Angelegenheit sei. Im „Judenstaat“ sagt Herz! : „Die Welt wird durch unsere Freiheit befreit, durch unsern Reichtum bereichert und vergrößert durch unsere Größe. Und was wir dort nur für unser eigenes Gedeihen versuchen, wirkt machtvolll und beglückend hinaus zum Wöhle aller Menschen.“ Jom Haatzmauth 1 Es fehlen die Worte, um die große Bedeutung dieses Tages auszudrücken. Juden, besitzen ihren e i g e n e n Staat, der ihnen die Freiheit gewährleistet, ihr Leben schützt. Auch andere Völker sind im Laufe der Geschichte zur Eigenstaatlichkeit, zur Freiheit gelangt, aber siie starben nicht zu Hunderttausenden, zu Millionen durch Mörderhand, sie wurden nicht gehetzt und getrieben von einem Land zum andern, sie verloren nicht die Menschenrechte und das tragische bitterste Schicksal, das die Juden in der Galuth erleben mußten, ging ihrer Befreiung nicht mit so viel Jammer voran 1 Erhaben ist der Tag an dem wir unsere staatliche Selbständigkeit feiern. Stolz und mutig, zuversichtlich und selbstbewußt hoffen und wünschen wir, daß sich die Zukunft der Medina th Israel glücklich gestalte. In huldvoller Verbundenheit grüßen die Zionisten Wiens und Oesterreichs dein Jischuw in Israel. BERNHARD BRAVER m h M1 Die Zionistische, Tödetoilon ö» ÖstecceicU übermittelt aul diesem Wege anläßlich des Jom Haatzmauth dem Präsidenten des Staates Israel, Chaim Weizmann, der Regierung, der Knesseth und der Zwa Haganah Leisrael sowie dem ganzen jüdischen Volk , f I l , .. , die, UeoduMieit (fiutkwuHscUe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.