Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 61 (April 1952)
- Date
- 1952-04-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2431292-2431356-2431361--0410-2432027- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 61 DIE STIMME Seite 7 Nachrichten aus Israel Irsaelische Sängervereinigung Im Juli dieses Jahres veranstaltet die israelische Sängervereinigung „Hazamir" ein Fest, an welchem jüdische Chöre aus allen Ländern der Diaspora teil nehmen werden. Im Rahmen dieser Wettbewerbe sind Veranstaltungen in Jerusalem, Tel Aviv und Ramat- Gan vorgesehen, und anschließend eine Besichtigung des Landes durch die ausländischen Gruppen, die als Gäste der israelischen Regierung am Feste teilinehmien. Kfar Truman Am 26. Mai findet in Washington beim Jüdischen Nationalfond eine dtnnerparty statt aus Anlaß der Errichtung eines Kibbuz auf den Namen „Kfar Truman“, wobei Präsident Truman sein Erscheinen zusagte. Dr. Harris J. Levinc, der Präsident des jüdischen Nationalfonds, Mendel N. Fisher, der Exekutivdirektor des Fonds und Milton Kronheim, der Washingtoner Versitzende des Kfar-Truman-Projekts wurden von Präsident Truman empfangen. Die Delegation wurde durch das Kongreßmitglied Mutter aus Brooklyn beim Präsidenten eingeführt. Tatsachen um eine Dichtung F* Z. Fimkelstein : Ein Buch, von dem vielleicht nur mehr ein einziges Exemplar existiert, das dank der emsigen, hingebenden Sucharbeit des verdienstvollen Bibliothekars der IKG, Herrn A. Singer, unter Mitwirkung des Chawer Fritz Müller, auf gefunden und der Vergessenheit entrissen wurde. Das Buch wird dem Verfasser nach Jerusalem übersendet und dort von diesem in hebräischer Sprache neu auf gelegt werden. Es handelt sich: um eine äußerst wertvolle Arbeit: Wie es im Vorworte heißt: „Um eine Dichtung“, die sich auf das Tatsachenmaterial der Tagebücher und der gesamten Herzl-Literatur stützt und seherische Wahrheit bietet; so, wie das Leben dieser heroisch-tragischen Führergestalt, in welcher Traum und Vision stets in einer wundervollen Harmonie dahinflossen. Mit Herzls eigenen Redewendungen schildert Fiinkelsteih die erschütternden, aufwühlenden Erlebnisse in Paris, Moskau, Wilna und Warschau. Was Herzls prophetisches Äuge erschau te, was er verkündete, ist Wirklichkeit geworden und hat sich erfüllt. Sieben Bildnisse aus dem Leben Herzls bilden eine willkommene Ergänzung des Buches. Wir hoffen, daß es dem Verfasser gelingen wird, die geplante Neuauflage dieses interessanten Buches in Bälde herauszubriingen. Ottilie Gröbl Wellpappe-, Kartonagen-, Bflroartlkel-Fabriken und Druckereien MLÜCKSMANNtSÖHNE Wien XVII., Beheimgasse 77 A 29 2 27 A 28 0 29 GEDENKHÄIN FtR AMERIKANISCHE HELDEN Pläne zum Pflanzen eines Gedenkwaldes zum Andenken der amerikanischen Freiwilligen, Juden und Nichtjuden, die im Kampfe für die Unabhängigkeit Israels fielen, sind von „Amerikanischen Veteranen Israels“ ausgearbeitet worden. Die Organisation der Amerikanischen Veteranen Israels“ schließt auch die Besatzung der illegalen Einwandererschiffe ein. Die Campagne wurde kürzlich in New York iins Leben gerufen und Erkundigungen bezüglich der Daten der Gefallenen sind bereits beim israelischen Verte Id i gun gsm in i ster I um e in gezo g en worden. Nach einem Bericht der amerikanischen Veteranen sollen ungefähr 50 Amerikaner gefallen sein, denen bisher kein Denkmal gesetzt worden ist. Der Wald zu ihrem Angedenken wird vom KKL gepflanzt werden. DREI NEUE WÄLDER AUF KKL-BODEN Im Monat März fanden die ersten Pflanzungen der drei Wälder (die wichtigsten Wälder) statt. Bei einer gemeinsamen Zeremonie werden die ersten Setzlinge des Smuts- Waldes und des Jubiläumswaldes (der Teil der südafrikanischen Judenheit) gepflanzt. Die Kosten von 25.000 Bäumen im Smuts-Wald haben die südafrikanischem Juden und die von 8000 Bäumen, die Juden Englands auf sich genommen. Im Jubiläumswald werden 24.000 Bäume gepflanzt. Der dritte Wald, für den der Nationale Bund der jüdischen Arbeiter in Amerika verantwortlich ist, wird 20.000 Bäume enthalten utnd wird im Heldenwald angelegt. Alle obengenannten Wälder befinden sich im Jerusalemer Korridor. Fortschritt im landw. Sektor. „In den 70 Jahren der Ansiedlung“, die der Gründung des Staates veramgingen, sind 300 Siedlungen geschaffen uind eine halbe Million Dunam unter den Pflug gebracht worden“, sagte Bein Guirion. In weniger als vier Jahren ist die Zahl der landwirtschaftlichen Siedlungen verdoppelt und 3,900.000 Dunam kultiviert worden, 500.000 davon von arabischen Bürgern. (Von 610 Siedlungen sind 79 o/o auf JNF Land). Diese Großtat ist vielleicht das wichtigste und konstruktivste Unternehmen des jüdischen Volkes in unserer Epoche und wurde von Juden von Yemen, Marokko, Irak, der Türkei und Tunis — von ägyptischen und osteuropäischen Juden, von Chalutzim aus England, Amerika, Argentinien, Süd-Afrika und West-Europa ausgeführt“. Der Ministerpräsident gab detaillierte Ziffern über den Fortschritt des landwirtschaftlichen Sektors. 125.000 Tonnen Futter, Weizen, Gerste, Korn und Mais sind dieses Jahr geerntet worden gegenüber 33.700 Tonnen des vergangenen Jahres. Oelpflanzungen beliefen sich auf 10.000 gegen 250 Tonnen, Gemüse auf 225.000 Tonnen gegenüber 145.000 Tonnen. Kartoffel — 53.000 Tonnen gegen 36.000. Ferner wurden 10.000 Tonnen Zuckerrüben geerntet. Jüdisches Spital und Altersheim in Not Die charitativc Tätigkeit bildet seit jeher eine der vornehmsten Aufgaben der Jüdischen Gemeinde und die Wirksamkeit ihrer Wohlfahrtsanstalten ein Ruhmesblatt in ihrer Geschichte. Die Situation dieser Einrichtungen ist jetzt im eine neue Phase getreten. Nachdem die Israelitische Kultusgemeinde Wien unter der Naziherrschaft von der SS aus dem weltberühmten Rothschildspital vertrieben und auch ihres Altersheimes beraubt worden war, wurden diese Anstalten in den unzulänglichen Gebäuden der Malz- Israels Ärztemangel So lange war man gewöhnt, in Israel ausschließlich ein Land für manuelle Arbeiter mit Ueberschuß an Intellektuellen jec^cr Art zu sehen, daß eine Nachricht, die jetzt kommt, mehr als überraschend wirkt: Die 13. Hauptversammlung der Arbeiterkrankenkasse (Kupath Cholim) besprach als eines ihrer Hauptthemen, den Mangel an Aerzten, der besonders im ländlichen Sektor uind in den neuen Siedlungen herrscht. Die Versammlung forderte eine rationelle Verteilung der vorhandenen 3500 Aerzte über das ganze Land, inklusive den Negew. Heute ist der Zustand so, daß die meisten Aerzte in den großen Städten sitzen. Resultat : Scheinbarer Äerzfeüberschuß, der aber bei einfacher Gegenüberstellung von Bevölkerungszahl und Zahl der verfügbaren Aerzte eine schwere Täuschung ist. Ägyptische Politik gegenüber Israel Die Regierung der Vereinigten Staaten befaßt sich derzeit mit einer sorgfältigen Prüfung der ägyptischen Politik gegenüber Israel in Verbindung mit den begonnenen Friedensverhandlungen in den ägyptischen Hauptstädten. Sowohl die U. S. A. als auch England informierten die ägyptische Regierung sowie die andern arabischen Staaten, daß der Waffenstillstandsvertrag der Arabischen Liga nicht als Basis dienen kann für die Verständigung zwischen dem mittleren Osten uind den Westmächten infolge des antiisraelischen Charakters dieses Vertrages, der die arabischen Staaten davon zurückhält, einen wirklichen Frieden mit Israel zu schließen. ^Lmfie^sckeri^o. WOLLE UND GARNE ..a«. WIEN l„ ADOLF BOMZE HABSBURGERGASSE 14 V, Reinprechtsdorferstraße 48 Feine Juwelen XX, Wallensteinstraße 17 Handgearbeiteter Goldschmuck Silberwaren Telephona32008 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 Bestecke und Chanuca- Leuchter II, Rotensterngasse 5 gasse untergebracht. Unter unsäglichen Opfern, unter den heroischen Anstrengungen des gesamten Personals haben diese trotz aller Behinderungen während und nach der Nazizeit hunderten von Menschen das Leben gerettet undf den großen Ruf des alten Rothschildspifals aufrecht erhalten. Nunmehr hat die Israelitische Kultusgemeinde Wien Spital und Altersheim im dem neu adaptierten Gebäude in der Seegasse würdig untergebracht. Aber die verarmte Kultusgemeinde ist — da auch der JOINT die Subventionen einstellt — außerstande, die neue Anstalt allein zu erhalten. Soll die große alte Tradition der Gemeinde gewahrt bleiben, muß die gesamte Judenschaft Oesterreichs hiezu beitragen. Zu diesem Zwecke haben wir ein Komitee gebildet, das sich zur Aufgabe gestellt hat, die Zukunft der Anstalt zu sichern, um so heilige jüdische Tradition, welche gebietet, den notleidenden Brüdern und Schwestern Hilfe zu leisten, aufrecht zu erhalten. Deshalb ergeht an alle Juden Wiens der Ruf, zu diesem Werke der Nächstenliebe beizutragen. Das Komitee ist überzeugt, daß dieser Ruf nicht ungehört verhallten wird. Gedenket Eurer Toten, indem Ihr den Lebenden helfet 1 Das vorbereitende Komitee : Uiniv. Doz. Dr. Viktor E. Frankl Uiniv. Prof. Dr. Felix Mandl Prim. Dr. Robert Pfeiffer Pol. Chefarzt Hofr. Dr. Paul Pollak Doz. Prim. Dr. Julius Popper Prim. Dr. Matthias Reich Prim. Dr. Rudolf Rosner Uiniv. Prof. Dr. Max Schacherl Univ. Prof. Dr. Heinrich Schur Jüd. Chor. In Wien versammelten sich in der hebräischen Schule etwa 50 Jugendliche und Studenten, die ihr Interesse an der Schaffung eines Chores in Oesterreich bekundeten. Herr Vizekonsul Tavor gab den Anwesenden die Teilinahmebedingumgein bekannt, es wurden gleichzeitig die ersten Termine für Proben vereinbart, die unter der Leitung des Herrn Max Furmansky statt finden werden. Die Gesamtleitung derösterr. Gruppe obliegt Herrn cand. med. Akiba Ehrenreiich. Ueber den weiteren Verlauf der Vorbereitungen des Chores werden wir noch berichten. mdg IMPORT/EXPORT/GROSSHANDEL TELEGRAMMADRESSE: ALTMATEX, WIEN LTHANN & COMP. GEGRÜNDET 1 009 WIEN I, SALZGRIES 16 TELEPHON U 26-2-8 7, U 28-0-26 DAS FÜHRENDE WIENER GROSSHANDELSHAUS IN TEXTIL-, STRICK-, WEB- UND KURZWAREN, GALANTERIE- UND SPIELWAREN