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Die Stimme · 1952-01-16 · Heft 58 (16.1.1952) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 58 (16.1.1952)
Date
1952-01-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 58 DIE STIMME Das Schicksal der Kultusgemeinde J iN!' seht' Briilh r irni jüdische Sclnve - sle: ■.! He' t!e:! kommenJ..'n Ke'We.- \\ ahli m kop.iir c. auf jede mn/clm.' Stimm: an. ili'iiü mit der Erdung r \\ iei er Kthdki w ird das Leben und (.las Schicksal von. uns luden an diesem vici’üirn peli; ischcn Brennpunkt Luro pas I tir hinge Zeit entschcden w erden. Gerade weil wir nur so wenige tausende Juden von einer einst mächtigen Kehilla übrig geblieben sind, gerade deshalb vv'egt jede abgegebene Stimme vielfach und ist entscheidend für den Ausgang der Waiden, der das jüdische Schicksal jüdischer Menschen mitlvellcm wird 7,11 formen. Hs kann keinen Zweifel neben, daß es in Oesterreich nur eine einzige jüdische Parte: gibt, die wirklicli und vv ahrhnftig, einzig und allein rein jüdische Interessen, die Interessen von Huch jüdischen Brüdern und von Huck jüddsdnen Schwestern vertritt. Fs :st die „Jüdische Konföderation“, Liste der Zionisten und traditions* treuen Juden! Diese Liste vertritt keine Partei, denn das Wort Partei bedeutet immer einen Ted. Wir kämpfen aber nicht für Sonderinteressen eines Teiles der Judensehafr, wir kämpfen für das W ohl der Gesamtheit der Juden. Wir sind die Judenschaft selbst, du wir niemals die Interessen anderer parlamentarischer und damit politischer Parteien des Landes v ertreten. W ir können dadurch nicht unter das Diktaf der Interessen anderer Menschen komm e n. Wir Zionisten kämpfen für die Neuerricht unjj einer Wiener Kehilla, die unabhängig von den Sonderinteressen politischer Parteien, nur das Wohl aller jüdischen Menschen Oesterreichs im Auge hat. Es ist uns voll bewußt, daß die meisten Juden Oesterreichs organisiert sind. Wenn sie ihr Berufsinteresse in dieser oder jener Partei vertreten glauben, so ist das ihre Sache. Bei den kommenden Kehilla-Wahlen handelt es sieh aber nicht um die Interessen einer Berufsgruppe, ja nicht einmal um die politischen Interessen einer Partei, es handelt sich um Dich, Bruder und Schwester, als Juden. Nur wenn die Liste der Jüdischen Konföderation, die Liste der Zionisten und traditionstreuen Juden, die Majorität erlangt, nur dann sind die Interessen von Luch allen als Juden in den besten Händen. Wir wollen deshalb die bisher geschehenen Hehler schonungslos aufdecken, die ihren Ergründ hauptsächlich in der Tatsache haben, daß die Kehilla bisher von politischen Parteien beherrschtst wurde. Nie mehr darf die Wiener Kehilla der Tummelplatz politischer Part ien werden! Alle Ji’den Oesterreichs können leicht kontrollieren, daß wir die reme Wahrheit sprechen und daß sie von den anderen „jüdischen“ Parteien, die nichts anderes als dre Ableger und Befehb;em p 1 änger po! itisch er üsterreichischer Parfe'en sind, ständig belogen und betrogen w urden. Deshalb weg mit diesem System, das nichts anderes versteht als d:e Weisungen von Parteisekretären in der Kehilla zu vertreten, das behauptet, daß nur diese oder jene politische Partei die Interessen von uns Juden vertritt, das begeistert auf d'e Krokodilsfriinen seiner eigenen Politiker über djis Schicksal der Jude 1 hinwe:s( und das alles nicht wahrhahen will und .alles vertuscht, was ihre Politiker im Parteimferess-“. spred en, schreiben und machen .... wenn es gegen die fuden geht. In diesem Ze'tpunkt eines wachsenden Anti' emitismus, in diesem Zeitpunkt eines genährten Neo-Lasehismus gibt es für Luch, jüdisch" Schwester nunc! jüdische Brüder keine Oual der Wahl. Ls ist Huer Lehensiuferesse, wenn Ihr bei den Kehilla-W e.hh n vollzählig erscheint und die Erste der Jüdischen Konföderation, Liste der Zionisten und (radifionstreurn Juden wählt. W i>- hatten keine Absicht uns in die stau Wahlkampf, hei dem für uns die l.autcrkeii und Reinheit der Interessen mul die Sa'ihe'keit der Hände spricht, der Taktik unserer Wahlgegiu-r ae/a passen. Wir sind überzeug' davon, daß jeder denkende |ude von seihst weiß, daß sein Wohl nur v mi eure» er i.iste via treten wird- Der aber wie üb iah von den Kommunisten mal am ch n Sozialisten aufgewühlte S.lm-a;/ •zwingt uns, Huch jüiLschm Erüde< •* mul Schwestern, d‘e Erinnern :m sch che ne Hehler nahezubringen, damit Ihr auch genau wißt, warum Ihr un scie Liste wählen sollt und warum es in cLescr Angelegenheit keinen Gu - w issamskonflikt für Luch gibt. Welcher fude darf überhaupt auf da- Idee kommen, die Kommunisten zu wählcm. cLe d’e löste der ..Innigkeit“ präsrnt'cren aber nicht die Eime der Li-ugkeit repräsentieren. Denkt daran wie es Huren leiblichen jüdischen Schwestern und Brüdern in den Ländern geht. cLe von Kommunisten beherrscht werden, denkt daran wie dort jüdische Gemeinden unter den' Diktat von Parteisekretären nur vegetieren können, denkt daran, wieviele tausende Juden von cLesen Ländern nach Oesterreich geflüchtet sind, um 'on hier ihren Weg nach Israel zu linden. Denkt daran, daß in kommu- ’üsfiseh beherrschten Ländern Juden aus Stellungen geworfen wurden, die nie nach dem Kriege wieder innehatt ’n und denkt daran, daß die lautesten Schreier gegen che nationalsozialistischen Mörder und Peiniger nicht lautere Zwecke verfolgen. I mi nun zu den Soz:alisfen, die für den „Bund der werktätigen Juden“ werben. Auch s:c dienen nur dem •engen Parteiinteresse der Sozialisten, auch sie bringen die Befehle ihrer Partei, che keine jüdische Partei ist, in die Wiener Kultusgemeinde, auch sie vergessen die höheren Interessen der Juden als solche oder lassen sie ganz einfach unter den Tisch fallen. In der sozialistischen Gruppe haben die Vertreter des Verbandes Oesterreichisehrr Juden ihre bisher gezeigte Gesmnung mit einer solchen Brutalität über Bord geworfen, daß man nur staunen kann, wem man über die erste Verachtung hinweg ist. Seihst ein Dr. Braun, der immer eine gewisse mittlere Linie einnahm und stets von sich wies, als Sozialist gewertet zu werdea, ist nun endlich he» den Sozialisten gelandet. Mit ihm ein Mann, dessen zu spät durchschauter Charakter einmal deutlich beleuchtet werden muß : Dr. LeLlsbcrg. Dr. heklshcrg hat den „Geschmack“ aufgebracht, öffentlich aufzutreten und eine Liste, in der er nicht' mehr aufgestellt wird, anzugreifen. Wir haben wirklich nicht gedacht, daß er das wagen würde. Dr. E eidsberg weiß genau daß er ein Spmlball in den Händen der Kommunisten ist, die ihm mit Veröffentlichungen gedroht haben, die ihm reichlich unangen ehm werden können. Wir hätten uns ehrlich gefreut, gerade mit Dr. Leidsberg nicht ab reeluien zu müssen. Bevor er es abewagen sollte, jüdische Interessen zu vertreten, wollen wir seiner Gedächtnisschwäche etwas nachhelfen. Wir wollen ihm da ein Wort zünden : Nisko! Kann er sich denn nicht daran erinnern, daß er einmal gedroht hat. wer nicht nach Nisko geht, der wird bis KZ verschickt V Dr. Leldshrrg hat doch damals bereits gewußt, weis Auschwitz und andere Lager bedeuten oder nicht V End Dr. Leldsherg wird sieh doch auch daran erinnern, daß er im Pothschildgarf en verboten hat, sieh zionistisch zu betätigen, und daß er auch dort mit der Verschickung ins 1 odeslager gedroht hat! Wie wenig ein Dr. 1 eldshcrg berufen ist und wm Mein seine Befähigung ist, ein Releraf .auszuiihen, in dem er, getreu seinem Namen, fest wie ein Leis und wi" Gn Berg hätte stehen sollen, heweist seine. Tätigkeit im Lricdhois amt, das, er bisher ,.bcfreute“. Ihm oblag die Beaufsichtigung und Verwaltung der hri clhöle. W ie Pr. Leids herg se'ne Pl lichten verletzt hat, geht daraus hervor, daß keine Inventur auf nähme gemacht w urde und daß Grabsteine verschwanden! Ja, noch viel mehr; Dr. leldsherg ließ den he- . 1!: -1 t. ,1 i ■ her dl s Lr'vdh.'ts mit es, c ■ en s. V. . i -I n 1 > v 11 ■ he e.ü r ' 11. r m \ e •>' iß -. d n IV u;.. I de: il.M-rn D V kV e-.g; U > den m ’d."enden I her d-s hrie.lboVm tee, zu rnlGnueu und imur Anklage zu stellen. Weil wir schon gezwungen sind, uns mit der Person des Dr. Leldsherg zu befassen, wollen wir so am Rande v c ('merken, daß der Verband Ocsicrre:ehischer luden, der ursprünglich als G egen ge wicht gegen kommunistischen Liufluß gegründet wurde und für den Dr. Leldsherg verantwortlich zeichnete, heute nur am Papier existiert, daß aber trotzdem größere Summen laufend einkassiert werden. So hat ein hervorragender Wiener Jude einen sehr grollen Geldbetrag gespendet, der ausgereiehl hätte, dreißieg jüdischen Familien eine Lxisfe// zu gehen. Wir kennen h: ute. bereits ankiiucligen, daß Dr. Leldsherg zur Rechenschaft ge.z.ogn waeden wird was mir dem Geld" geschehen i-:t. W;ir Zionisten wollen liei (Leser Gelegenheit bemerken, daß wi” die erlistete mul konstruktive Absicht liahrn, dk* Wiener Kultusgemeinde in ihren alten Glanz wieder her- 'oastelleu. Wir Zionisten haben seit 1 °48 dafür gesorgt, di" Kultusgemeinde von korrupten Menschen zu reini- Da wi ’ uns nun schon mit Dr. heldsberg mul mit der l-ekligen Eriedholsüp'lccenheil befassen mußten. wollen wir vh’ieh auf den „Wahlschlager“ der S(v/.:alisten der Wiener Kultusg ■meinde emgeheu. Da protzen die So z-ilpfen, daß de- ..Schutt von den jii disd.en Lricdhüfcn weggeräumt wurde“. |a, liegt denn heut".*, noch Schutt auf den anderen Wöencr hrkalhöfen'-’ Das ist kein besonderes Vi rdienst! Wi um sehion der Seluitt wehge räumt wurde, warum dann so spät? Ls wäre weitaus dringend' r, daß die Sozialisten ihr f tirsorcr ndrs In teresse mehr (h .u Lebenden, den vvcn:' en iibt'rlebei'd u Juden Chesterrvi i.hs zuvveadi •n Vor cbmi Kr.■ *p.»* g ib ■”V 60.000 ji'ul' sein / W’obnungen. 1 halte ab er gibt c; a oeh immer Inmdcrfe [ude fi. (Löi unzub 'ii.glielum Heimen ein äe fl-rsf 1 Eck he reu swerfrs l).asei>i fri sfr M. Wh 11 m kumm: rn sieh die So 7'a 1 liste:1 nie hf l! I) 1 d’e.-vi* /\ennstender Ar mt M V Weil es'jni der Gemein de Wien mul der ' Wiener Judensehal'f de jiidb eben so z.ialisti.schcii Manda - fare stel’eu, die ihren Linfluß nurausnid/.! n, um :lm*n persönlichen Lhrg, iz zu hefr'rdigni. Ls muß einmal klipp und klar grwai.t v malen; d:,e Sozialisten haben inm b.d'o der Leitung der Wiener Kul- 1 u -g; mciude versagt. W as wäre aus den v.eiir.en österreichischen Juden na Pi ali dem Schrecken des Hitler- Bavbarisir.us geworden, wenn nicht usläncl Tch" jüdische Organisationen g' hollen hätten. .Auch heute würde das Wand seine Hilfe verstärken, wenn das Mißtrauen in die Kultusgemcindi* dadurch v ersclnviinde, daß diese ('eldfdlle nicht von Parteipolifikern, sondern von wahrhaften Juden verwaltet werden würde. Man könnte ja direkt Mitleid haben, wenn man sieht, wie sieh die sozialistischen Juden in ihrer Propaganda drehen und wenden müssen, um die Befehle ihrer Partei in d’e Kultusgemeinde zu übertragen, und gewisse 'baten ihrer Parteileitung verschweigen müssen. Als im Jahre 1948 eine Aendcrung des dritten Rückstellungsgesetzes erfolgen sollte, wurde sie Hindurch die Intervention des damaligen zionistischen Präsidenten der Kultusgen.einde De. Sehapira und des Vizepräsl-denten Herrn Bittmann mit Hille des Jüdischen Weltkongress es verhindert. Gnd als im Jahre 1950 drei Abgeordnete der SPOe und drei der OeVP den Antrag auf Abänderung (! e s Ruckste 1! u n gsge s e tz e s u n te rsei 1 ri e - ben, da hat es nur das Eingreifen des damalig e n a m er i k a 11 i sch e 11 Hoehk 0111 - missars Keyes bewirkt, daß das Rückstellmigsgesetz, nicht geändert wurde. Warum haben denn damals die jüdischen .Sozialisten ihren Parteigenossen auf die Lngeheuerlichkeit einer solchen Gesefzcsabändcrung nicht aufmerksam gemacht V Und nachher waren sie sehr kleinlaut und haben ja Vchts davon verlaufen lassen, daß ihre Parteigenossen die Absicht haben, das LVu’kstclIuMgsgesetz zu ändern, um Stimmen der Nazis zu fangen! Li dieser Stadt, in der Theodor ILrzl sei*;en „judenstaat“ geschrieben hat und in vier er den Kampf »am die SelmIliing eines selbständigen Staates begonnen hat, ist es selbstverständlich, daß die Judonschafl eine wahre jüdische, eine positiv jüdische Vertretung bekommt. Indische Brüder und jüdische Selnve- :-ü! ii! W;r fordern Euch nochmals auf, daran zu denken, daß es für jeden iiuleii, der lür eine saubere Leitung der Kultusgemeeule ist, die fern von Parti ipolitik nur rein jüdischen I11- 'cres.stn dient, nur eines gibt: zur Wahlmne zu gehen und zu wählen die Liste der Jüdischem Konföderation, Liste der Zionisten und fraditiivns- (reuen Juden, Lasst Euch nicht irreführen! Jüdische demokratische Liste (Einigkeit) ist die Liste der Kommunistischen Partei! Liste der werktätigen Juden ist die Liste der Sozialistischen Partei! Deshalb keine Stimme jenen Kandidaten, die jüdische Interessen nicht vertreten können! Liste „Jüdische Konföderation“ ist die einzige Liste, deren Kandidaten ausschließlich jüdischen Interessen dienen Deshalb wählet: „JÜDISCHE KONFÖDERATION“ Liste der Zionisten und fraditionstreuen Juden

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