Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 55 (8.11.1951)
- Date
- 1951-11-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 55 DIF STIMME Seife 7 liuvzt HaeUdcUUn aus Iscael Von den 80.000 in Ungarn lebenden Juden haben sich 40.000 zur Auswanderung nach Israel registrieren lassen. * Hochhaus in Tel Aviv Tel Avivs größtes Büro-Hochhaus, das 7' '..stockige Miriam I.evy Einn Building im Herzen der Stadt, dürfte Anfang nächsten Jahres fertiggestellt und beziehbar sein. Der Bau, der 1 Million Dollar gekostet hat, wurde gemeinsam finanziert von Joseph Levy, dem Präsidenten der bekannten Herrenkonfektionsfirma (’rawford Clothes Ine., und der Palestine Hconomie Corporation, beide in New York. * Erdöl. Der Entwurf eines Gesetzes befr. den Abbau von Bodenschätzen, das speziell die Forschung nach Erdöl in Israel zu fördern bestimmt ist, ist nunmehr fertiggestellt und soll sofort nach Bildung der neuen Regierung in der Knesseth eingebracht werden. Das Gesetz wird allen ausländischen Konzernen, die sich für die Erwerbung von Konzessionen interessieren, die gleichen Möglichkeiten geben. Doch erwartet man, daß amerikanische und britische Oelgesellschaften die Hauptbieter für solche Konzessionen sein werden. * Tel Aviv — Becrscheba. Das Verkehrsinimisferiuni hot mit der Ausarbeitung von Plänen für die Eisenbahn zwischen Tel Aviv und Becrscheba begonnen. Eine Anzahl von Fachleuten hat ihre Arbeit bereits aufgenommen. Die neue Strecke wird über eine Länge von ungefähr 100 Kilometern führen. * Sharett in U. S. Ä. Israels Außenminister Moshe Sharett ist in den Vereinigten Staaten einget reffen und eröffjnete die Greater New York Kampagne für die Israel Bonds mit einer Massenversammlung auf dem Straus Square in der unteren Ostseite von New York, an der auch New Yorks Mayor Vincent R. Impellitteri (eilinahm. 10.000 Menschen hörten begeistert die Rede von Außenminister Sharett, der erklärte, wenn jeder Jude in New York und in den Vereinigten Staaten das tue, was in seinen Kräften stehe, dann würde das Gesamtergebnis der Bond-Kampagne Israels Zukunft sichern. Sharett bändigte bei dieser Gelegenheit dem Mayor von New York eine persönliche Einladung von Premierminister Ben Gurion zum Besuche Israels aus. * Reorganisation der Regierung Israels. In der ersten Sitzung des neuen Kabinetts stand die Ernährungs- und Rohmateriallage des Landes an erster Stelle der Tagesordnung. Dr. Dov Joseph, der neue Handels- und Industrieminister, erstattete ausführlich Bericht. Das Kabinett ernannte einen Vier-Mann-Ausschuß,, bestehend aus Dr. Joseph, Einanzminister Kaplan, Verkehrs minister Pinkas und Minister Naphtali. Der Ausschuß soll das Versorgungssystem eingehend studieren und der Regierung in 14 Tagen einen umfassenden Bericht unterbreiten. Einen weiteren wichtigen Punkt auf der Agenda der ersten Kabinettssitzung bildete die Reorganisation der Ministerien. Das Einwanderungsministerium wurde aufgelöst und seine Aufgaben vom Innenbezw. Justiz- und vom Außen inin is t eriuim iibernommen. Ferner sollen die Aufgaben des Landwiirtschaftsmiinisters in Zukunft zwi- Erslklassige Stolle und Zugehör, sowie beste Verarbeitung bilden die Grundlage der bewährten TELLERKLEIDUNG ///. Hsüßfofrätttti#- 90 U16 2 £6 sehen dem neuen Handels- und Indusfriemioisterium Josephs und dem Landwirtschaftsminisferium aufgetei11 werden. Zum stellvertretenden Erziehungsminisfer wurde Rabbiner Kaftane von der Agudas Israel ernannt, J. Efrafi wurde stellvertretender Landwirtschaffsmfnister. 10.000 Kilo Butter werden nach einer Mitteilung des schwedischen Landwirtschaftsministers innerhalb der nächsten drei Wochen nach Israel exportiert. * 60.000 neue Schulkinder werden im neuen Schuljahr 5712 ihre Ausbildung beginnen, teilte der Präsident der Knesseth mit. Insgesamt gibt es heute in Israel 220.000 Schulkinder. In einer Botschaft an den israelischen Gesandten in den Vereinigten Staaten, Abba Eban, (betonte Ministerpräsident Ben Gurion, der Staat Israel repräsentiere und spräche nur für seine eigenen Bürger und nicht im Namen der Juden, die Bürger anderer Länder seien. Die israelische Regierung und das israelische Volk respektierten die Befugnisse und das Recht der jüdischen Gemeinden im Ausland, ihre eigene Lebensweise, ihre sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Institutionen in Uebereinklang mit ihren eigenen Nöten und Bedürfnissen zu entwickeln, im vollen Umfange. * F remde« verkehr. Der Monat Juli brachte den bisherigen Höhepunkt im Fremdenverkehr nach Israel. Nicht weniger als 6332 Touristen besuchten in dem genannten Monat Israel. Im Juli des Voriahres kamen nur 3813 Touristen ins Land. In den ersten 7 Monaten des Jahres 1951 besuchten 29.368 Touristen Israel, während im ganzen Jahre 1950 nur diese Zahl erreicht wurde. * Hoher Besuch in Israel. Einen viertägigen Besuch stattete der amerikanische Kongreßabgeordnefe Franklin Roosevelt jun., dem jungen Staat ab. Er führte Besprechungen mit Staatspräsident Weizmann, Ministerpräsident Ben Gurion, Finanzminister Kaplan und anderen Ministern und traf ebenfalls mit Generalstabschef Jigal Jagin zusammen. * Zwei Mitglieder der Zitrus-Verkaufsgesellschaft, Zvi Izakson und Y. Horin, denen sich später auch Itzhak Rokach anschließcn wird, begaben sich nach Europa, um über den Verkauf der Zitrusernte der kommenden Saison zu verhandeln. Die Delegation reist zuerst nach Schweden. * Die Jewish Agency gab ihre Portefeuille-Verteilung bekannt: Berl Lokker — Vorsitzender der Exekutive u. Leiter der Abteilung für öffentliche Beziehungen; Levi Eshkol — Schatzmeister und Leiter der Landwirtschafts - Siedlungsiabfeilung; Moshe Kol — stellvertretender Schatzmeister, Leiter der Jugend - Al ij ah; Dr. Emanuel Neumann — Leiter der Wirtsehaftsabfeilung; Y. Raphael — Leiter der Einwanderungsabteilung. Weitere Exekutiv-Mitglieder sind : Y. Braginsley, G. Josephstal, Hayim Gremberg, Rabbiner Zeev Gold, Eliahu Dobkin, Zvi Herman, Berl Locker und Dr. Nahum Die neue Regierung Premier B e n G n r i o n stellte die neue Regierung der Knesseth vor,welche aus neun Mitgliedern der Mapai, 2 Mitgliedern der Hapoel Hamisrachi und je einem Vertreter der Misrachi und Aguda besteht. Die Ressorts werden wie folgt auf geteilt : Premier u. Verteidigung: Ben Gurion Finanzen : E. Kaplan Aeußercs : M. .Sharett Polizei : B. Shi.trit Arbeit: G. Meyerson Landwirtschaft und Ernährung : Levi Eskol Erziehung : Prof. B. Z. Dinaburg Gesundheitswesen : Dr. J. Burg (Hap. Hamisr.) Handel, Industrie und Justiz : Dr. D. Joseph Verkehrswesen : D. Z. Pinkas (Mfsr.) Inneres u. religiös. Angelegenheiten : M. Schapira (Hap. Hamisr.) Soziale Fürsorge : Raw J. M. Levin (Aguda) Ohne Portefeuille : P. Naphtali Goldmann sind die Präsidenten des Keren Hajessod. Das Direktorium des Keren Hajessod wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. * Die Philipps-Radiowerke werden in einigen Monaten in der neuen Fabrik in Nafania mit der Herstellung von Radioapparaten beginnen. Bisher wurden in dieser Fabrik ausschließlich Glühlampen hergestellt. Das Kapital der Israel Philipps Ltd. beträgt IL 85.000 und befindet sich ausschließlich in Händen der niederländischen Gesellschaft. * Ein Kaiser-Frazer-Wagen, in der Haifaer Fabrik der Gesellschaft hergestellt, wurde Ministerpräsidenten Ben Gurion in der vorigen Woche von der Kaiser-Frazer-Gesellschaft geschenkt. Neun Düsenjäger kaufte zuverlässigen Meldungen zufolge die israelische Regierung Im Großbritannien. Zwei Zerstörer, die Israel von den USA erworben hat, trafen kürzlich im Hafen von Tel Aviv ein. Zwölf kleinere Fischereifahrzeuge der israelischen Flotte sollen zu Minensuchern umgebaut werden. Jugend-Alijah. Mrs. Eleanor Roosevelt hat das durch den Tod von Feldmarschall Jan Smuts vakant gewordene Amt eines Welt-Schutzpatrons der Jugend-Alijah angenommen. Dies wurde auf der Konferenz der Jugend-Alijah in Jerusalem bekannt gegeben. Moshe Kol, Leiter der Abteilung für die Jugend-Alijah in der Jewish Agency, teilte zugleich mit, daß seit 1946 insgesamt 30.000 Kinder aus 60 verschiedenen Ländern von der Jugend-Alijah betreut worden seien. Die Jugend-Alijah stecke sich aber das Ziel, bis zum nächsten Zionistischen Weltkongreß die Zahl auf 100.000 zu erhöhen. EINEN NEUEN HUT NUR VON RICHARD SCHWARZ WIEN adlergasse4 TELEPHON R 20 2 71 // dec Mut des Mete* *" Die breite Oeffenflichkeif. hat das Resultat der langwierigen Verhandlungen über die Bildung der neuen Regierung mit einigem Erstaunen entgegengenomme.n. Nach allem, was zur Zeit der Regierungskrise, die zur Auflösung der Knesseth und zu Neuwahlen führte, vorangegangen war, und nach dem Verlauf und Ergebnis der Waiden und den seitdem geführten Verhandlungen wurde allgemein mit einer änderet!, breiteren Koalition gerechnet. Auf das jetzt erzielte Resultat einer Koalition zwischen Mapai und den religiösen Parteien war man in weifen Kreisen kaum vorbereitet. Das Programm, das der KnessetL von der neuen Regierung vorgelegt wurde, umfaß! eine Fülle von allgemeinen Richtlinien, die keine um stürzenden Neuerungen gegenüber der Vergangenheit bringen, wie es ja auch kaum anders zu erwarten war. In jedem Falle aber muß die Tatsache begrüßt werden, daß wir nach einem so übermäßig langen Interregnum endlich wieder eine Regierung besitzen, die die Möglichkeit parlamentarisch gestützter Arbeit und damit auch der Planung über den Tag hinaus hat. Die .Stockung, die auf so vielen Gebieten der sachlichen Arbeit infolge der Unsicherheit über die Zusammensetzung der Regierung herrschte, kann nunmehr mit aller Beschleunigung überwunden werden, was vor allem für die verschiedenen Zweige der wirtschaftlichen Verwaltung von größter Bedeutung ist, im denen der Zustand der Ungewißheit erhebliche Schäden angerichtet hat. Der Minister für das neu geschaffene Amt der wirtschaftlichen Koordinierung wird vor schweren und vor allem organisatorisch nicht einfachen Problemen stehen, aber es ist zu hoffen, daß seine Energie und Tatkraft der Wirtschaft zu der einheitlichen Linie verhelfen wird, die ihr in der Vergangenheit so sehr gefehlt hat. David Ben Gurion der Ministerpräsident des Staates Israel, feierte am 16. Oktober seinen 65. Geburtstag. Im Jahre 1906 betrat Ben Gurion zum erstenmal den Boden des Heiligen Landes, dem schon seit seiner frühesten Jugend all seine Sehnsucht galt. Mindestens 50 Jahre seines wechselreichen Lebens stellte der heutige Premier des jungen Staates in den Dienst der Zionistischen Bewegung. Und nicht nur das. Durch seiner Hän- Buchdruckerei A. Glücksmann & Söhne Wien XVII, Beheimgasse 77, Tel. A 29227, A 28029 Alle Arten von Drudesorten Holen Sie bei uns Offerte ein de Arbeit — als Landarbeiter und Wächter in jüdischen Siedlungen des damaligen Palästina — half er, das Land zu einer Heimstätte für alle Juden zu machen. Die Gründung des israelischen Staates, dessen Regierungschef er nun ist, war für ihn die Erfüllung seines größten Wunsches. städtische