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Die Stimme · 1951-06-01 · Heft 50 (1.6.1951) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 50 (1.6.1951)
Date
1951-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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timme e/lllgemein zionistischeJdochensehrtft Pr«ls 2 Schilling V. b. b. UIIIIIHHHHHHIIMHHIIIIMHIMIIIHI r Redaktion und Administration: 3 WienIX, Universltätsstr. Nr. 4/4 3 Telefon Ä 26 4 73 S Zionistischer Landesverband Wien nrin n^bbzn oMm nnn»m Postscheck-Konto Nr. 134.292 2 1. Juni 1951 hMI|llliai«IIIIIIIIIIIINIIIII<Mllllllll9m r % Nr. 50 - 1951 ■w- Israels Erziehungsminister Remez gestorben Israels Regierung und der gesamte Jhchuw haben einen unersetzlichen Verlust erlitten : Der Erziehungsmini st er und erster Verkehrsminister David Remez ist am 19. Mai plötzlich gestorben. David Remez wurde im Jahre 1886 in Kopust (Rußland) geboren, erhielt eine traditionelle Erziehung und besuchte später die Universität in Konstantinopel, von avo aus er im Jahre 1913 seine Älijah antrat. Der akademisch Gebildete, arbeitete als Land- Avirtschaftsarbeiter in den Kolonien Ben Schemen, Beer Tuvvla, Karkur und Sichron Taakow. Der Verstorbene gehörte zu den Gründern der Histadruth Haowdim und war maßgeblich an der Schaffung der „Achtud äavodah“ beteiligt; aus dieser ging später die Mapai hervor. Im Jahre 1920 wurde Remez in die Exekutive der Histadruth berufen und Avar vom Jahre 1930 bis 1946 ihr\erster Sekretär. Als Mitglied des „WaadLeumi‘ leistete er Hervorragendes. Im Jahre 1.944 zum Vorsitzenden dieser Institution gewählt, bekleidete er diese Stelle bis zum Jahre 1948. Remez Avar in früheren Jahren Leiter des Büros für öffentliche Arbeiten in der ..Histadruth“ und „Solel-Boneh“. Die Mapai entsendete den Verstorbenen in den Tel-Aviver Stadtrat. Bei den letzten Zionistenkongressen konnte man der markanten Erscheinung Remez begegnen und seine wohltuende 1. ebba ft i g keit be vv um d enn. Die britischen Behörden hatten den agilen und eifrigen Kämpfer am 29. lumi 1946, mit anderen Führern des Jischuw, gefangen genommen und in das Lager Latrun gebracht. Gleich nach der Gründung des neuen Staates, Avurde er zum Verkehrs minister ernannt und die Geschichte legt Zeugnis dafür ab, was Remez in kürzester Zeit vollbracht hat. Die aus Israel abziehenden Engländer haben bewußt Verkehrswege zerstört. Remez war es, der in kürzester Zeit die Wege wieder hersteilen ließ. Es mutete wie ein Wunder an, daß die Israelische Post In den darauffolgenden Tagen klaglos funktionierte. Die Eisenbahnlinie Jerusalem - Tel Aviv verdankt den Bau seiner Initiative, Seit Ende 1950 war — nach Umbildung des Kabinetts — Remez zum Erziehungsminister ernannt worden, ln der kurzen Zeit seines neuem Wirkens konnte er Vorbildliches leisten. Außer seiner erfolgreichen politischen Tätigkeit, beschäftigte sich der verstorbene Minister mit literarischen Arbeiten, veröffentlichte Gedichte und Avar Mitarbeiter an der Encyklcpädie, die unter Vorsitz von Chairn Nach man Bialik herausgegeben wurde. Allgemeine BeAvunderung erregten seine hervorragenden Kenntnisse der hebräischen Sprache und ihm Averden eine Reihe neuer Wortschöpfungen zugeschrieben . Sein Sohn Aharon Remez war bis vor kurzem der Chef der israelischen Luftwaffe. Das Hinscheiden Remez hinterläßt eine große Lücke und ganz Israel trauert um den großen Verblichenen. Gesegnet sei sein Andenken. Außenminister Sharett (Tel-Aviv) Außenminister Sharett gab in der Knesseth einen Bericht über die jetzige Situation im Syrienkonflikt. Er unterstrich, daß die Ursache des Konflikts in der Unklarheit des Waffenstillstandabkommens mit Syrien und in den unberechtigten Ansprüchen Syriens auf gewisse Teile des Hulehgebietes liegen. Der Minister gab einen Ueberblick über die Geschehnisse der letzten sechs Wochen, wobei er hervorhob, daß die Israelregierung unwiderlegbare Beweise über die Schuld Syriens und über den direkten Anteil ihrer Armee an den Kriegs Operationen besitzt. Der Außenminister sprach dann über den Beschluß der Feuerein Stellung und formulierte zwei Kardinalpunkte der Israelregierung : 1. Die Sicherung der jüdischen Kolonien in dem demilitarisierten Gebiet, über den Syrienkonflild 2. Zurückziehung der bewaffneten —- regulären oder nicht regulären — syrischen Truppen in dem oben er- Aväbnten Gebiet. „Israel hat keine Absicht, sich auf Rechnung Syriens zu vergrößern, aber es wird jeden Fußbreit seines eigenen Bodens mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.“ Der Sicherheitsrat fordert . . . Mit 10 Stimmen, bei einer Stimmenenthaltung (Sowjetunion), hat der Sicherheitsrat die englisch-französischamerikanisch-türkische Resolution betreffend den syrisch-israelischen Konflikt angenommen. Diese Resolution fordert die Evakuierung aller militärischen Kräfte aus der entmilitarisierten Zone, die Einstellung der Entsumpfungsarbeiten im Huleh-Gebief und zwar bis zu dem Zeitpunkt, in dem es zu einer Vereinbarung ln der g em i s ch t e n Waffen still staindsk ommission kommt. In der gleichen Resolution Avird Israel das LufCbombardement des Dorfes Alhama am 5. April zum Vorwurf gemacht. F. M. Erfolge der Israelanleihe Enthusiastische Aufnahm: Der 9. Mai ist in New York zum „Ben Gurion Tag“ proklamiert Avorden. Ben Gurion wurde dort mit außergewöhnlicher Begeisterung aufgenommen. Alle Zeitungen veröffentlichten Bilder von ihm und den Ihn begleitenden amerikanischen Staatsmännern. Eine riesige Menge jubelte dem Gast aus Israel zu, als er zusammen mit dem Bürgermeister durch die Straßen New Yorks fuhr. In Anwesenheit von hunderttausenden Menschen, begrüßte dann der New Yorker Bürgermeister Ben Gurion, den er als eine der „größten Persönlichkeiten der Welt“ beze lehne te. Bei einem Bankett im Hotel Waldorf-Astoria erklärte Ben Gurion unter anderem : Das Geld der jetzt verkauften Obligationen Avird zur Stärkung der ökonomischen Struktur Israels verwendet werden. Dies wird dem Staat Israel ermöglichen, Aveiitere 600.000 Olim aufzunehmen, die im Laufe der nächsten drei Jahre eiinAVandern Averden. ' Der New Yorker Bürgermeister beze ich niete den Premierministe r als Menschen der Tat und des schnellen Entschlusses, Eigenschaften, die für das neue Israel und für seine Bürger symbolisch sind. In den ersten zehn Maitagen wurden in den Vereinigten Staaten Obligationen der Israelan,leihe in der Höhe von 35 Millionen Dollar gezeichnet. * * * David Ben Gurion besuchte Professor Albert Einstein, mit dem er sich zwei. Stunden lang unterhielt. Auf die Frage nach dem Thema der Unterredung erklärte Ben Gurion, daß sie nicht über Politik, sondern über wissenschaftliche und philosophische Probleme gesprochen haben. * * * Premierminister Ben Guriom empfing am 11. Mai den Vorsitzenden der zionistischen Organisation Amerikas, Herrn Benjamin Browdy, mit welchem er übe r Fragen der zionistisch ein Politik und Organisation diskutierte. Er in den Vereinigten Staafen des Premiers von Israel interessierte sich speziell für die weiitvcrzAveigte Tätigkeit der Z. O. A. (Zionistische Organisation Amerikas) und drückte den Wunsch aus, sich mit ihren Führern zu treffen. * * * Benjamin Browdy, Vorsitzender der Zionistischen Organisation in Amerika, hat an Präsident Truman appelliert, mit allen Mitteln zu versüßen,, den Frieden zavIschen Israel und seinen Nachbarn zu sichern. Herr Browdy hat sich auch an den amerikanischen Kongreß mit dem Ersuchen gewandt, das Anleiheprojekt für Israel anzunehmen. Bundespräsidenf Dr. h. c. Theodor KÖRNER Die erfolgte Wahl des Herrn Dr. h. c. Körner zum Präsidenten der Republik Oesterreich, gibt uns Veranlassung, unserer Genugtuung Ausdruck zu verleihen und daran die Hoffnung zu knüpfen, daß es dein aufrechten Manne vergönnt sein xvird. seine neuen Pflichten auch nach der Richtung zu erfüllen, daß die Juden Oesterreichs der Wohltaten des Staatsgrundgesetzes nicht nur teilhaftig, sondern sich der Wiedergutmachung der Ihnen vom Naziregime zugefügten schweren materiellen Schäden erfreuen werden. Wir drücken unsere Befriedigung darüber aus, daß Körner, dem Antisemitismus vollkommen fremd ist, und der zu jenen Persönlichkeiten gehört, die den Humanismus und die Gerechtigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben, diese hohe Würde erlangt hat. Viel Glück zur hohen Mission, Herr Staatspräsident Dr. Körner! Dr. Silver von Präsidenten Weizmann empfangen Dr. Abba Hillel Silver, welcher zur Zeit in Israel Aveilt, wurde von Präsidenten Weizmann in seiner Residenz in Rechovoth empfangen. Israel erfüllt die UNO-Beschlüsse Der israelische UNO-Delegierte Aba Eban Avies darauf hin, daß Israel in dem Syrien-Konflikt der angegriffene Teil Avar, und nur zu seiner Verteidigung zu den Waffen griff. Er machte auf die eminente Gefahr aufmerksam, die die Anwesenheit irakischer Militäreinheiten in Syrien für Israel bedeute. Die israelische Regierung hat bebeschlossen, die Äustrocknungsarbeiiten in jenen Teilen des Huleh-Gebietes, die in der entmilitarisierten Zone liegen, einzustellen. Die Arbeiten im übrigen Huleh-Gebiet werden ohne Unterlaß fortgesetzt. Die ausländischen Beobachter stellen fest, daß mit dieser Weisung der Israelregierung die Forderungen des Sicherheitsrates voll erfüllt sind. General Reely, Chef der UNO-Kommission befindet sich zur Zeit in Damaskus und Avird dort mit dem syrischen Premierminister Verhandlungen pflegen, die die Lösung des Huieh-Konfliktes herbeiführen sollen. Kongreßwahlen in Österreich Der Leiter des Organisations-Departement in Jerusalem Exekutivmitglied Herr D o b k i n erklärte in einer Pressekonferenz, daß der 23. Zionistenkongreß am 14. August in Jerusalem beginnen Averde. In allen Ländern — mit Ausnahme von Israel, Marokko, Tunis und Oesterreich — haben die Wahlen der Delegierten stattgefunden, in den genannten vier Staaten w erden die Wahlen in kürzester Zeit durchgeführt Averden müssen. 495 Delegierte Averden beim Kongreß 1,900.000 Schekelbesitzer repräsentieren . Für Oesterreich xvurden vom Organ i sat io ns -D epar te ment Wahlko mm issä - re bestellt, die die Weisung haben, die Kongreß wählen ehestens zu organisieren. Wir rechnen damit, daß diese Wahlen noch im Monat Juni stattfinden Averden, 1 ma«—im»**.'Hin 11

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