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Die Stimme · 1951-04-19 · Heft 48 (19.4.1951) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 48 (19.4.1951)
Date
1951-04-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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timme Galligem ein zionistisch e JVo ch enschrift Preis 2 Schilling V.|.k. | Redaktion und Administration: 2 Wien IX, Universltätsstr. Nr. 4/4 S s Telefon A 26 4 73 s Postscheck-Konto Nr. 134.292 19. April 1951 Zionistischer Landesverband Wien \j u l« ,,_< i C vi üTn D, II .Ni 1.1 .'V WlmSllllUimUltlHMtMMHNMMItUltf Nr. 48 - 1951 Israels Konflikt mit Syrien JISKOR für die Warschauer GheHohelden y Die Trockenlegung der Chuleh- I Sümpfe, die Tausenden von Neuein- Wanderern Arbeit gibt und nach ihrer J Vollendung bedeutende technische 1 Möglichkeiten für die Ausnützung des i Jordanfiußlaufes bieten wird, bot in 1 der letzten Zeit Anlaß zu einem Kon- | flikt zwischen Syrien und Israel, der \ mit der Ermordung von sieben jiidii sehen Polizisten durch syrische Solda- | teil am 6. April 1. J. seinen Höhe- \ punkt erreichte. Dieser Vorfall ist i nur einer von den vielen Versuchen; der Syrier, dieses friedliche Aufbauwerk zu stören, in dem sie eigenartiger Weise eine Gefährdung ihrer CI re nz.Stellungen sehen. Die Beschwerde Israels bei den Vereinten Nationen, daß syrische Soldaten Angriffe auf jüdische Polizisten in einer demij lita rasierten Zone verübt hatten, wur- | de noch durch die Erklärung des israelischen Premier-Ministers verstärkt, in der es hieß, daß Israel nicht bereit wäre, sich von seiner friedlichen Arbeit im Chuleh-Gebiet abschrecken zu I lassen. Ministerpräsident Ben Gurion 1 erklärte, er hoffe, daß Strafmaßnah- | men der israelischen Luftwaffe, so wie ä sie nach der Ermordung der sieben 1 Polizisten getroffen werden mußten, l der syrischen Regierung genügend klar; gemacht hätten, daß ähnliche Zwi- | scbcnfäUc in Zukunft von Israel nicht! geduldet werden könnten. Die Tat- | sache, daß die syrische Regierung ihr Bedauern über die Zwischenfälle im Chuleh-Gebiet nicht ausgesprochen hatte, ließ klar darauf schließen, daß es sich nicht um lokale Zusammenstöße handelte, sondern um eine Aktion, die * von hoher Stelle geplant war. Die gemischte syrisch-israelische Waffensiillstandskommission, die um die Zeit des tragischen Zwischenfalles gerade unter dem Vorsitz der Be- 1 obachter der Vereinten Nationen tagte, mußte während der letzten Wochen / und bis zur Einigung über eine beide ] Seiten befriedigende Lösung, ihre l Arbeit unterbrechen. Augenblicklich; sind Verhandlungen im Gange, um die Sitzung der Kommission wieder aufzurehmen, wobei sich die Israeli- 1 sehe Delegation mit den Vorsitzenden; der Beobachter der Vereinten Natioiven über folgende vier Punkte als! Vorbedingung zur Wiederaufnahme i der Sitzungen einigte : Zurückziehung aller militärischen und para militari- 1 sehen Verbände aus der dcmiUtarii serten Zone, Einstellung der Schieße- I reien über die Demarkationslinie, oder | innerhalb der demilitarisierten Zone, I Freiheit für die Beobachter der Vereinten Nationen, ihren Pflichten nachvukommen, und Bestätigung der Ver-; nntwortumg des Vorsitzenden derWafi fenstillstandskomnüssion, das Leben \ in der demiilitarisierten Zone wieder j >n normale Wege zu leiten. Mittlerweile gehen die Trockenlegungsarbeiten weiter. Das sumpfige Gebiet, durch das bis vor kurzem noch' Herden wilder Wasserbüffel zogen und das ein Bild der Verödung bot, verwandelt sich iin fruchtbaren Boden. bruchfbarmachung des Bodens Israels, Bekämpfung der Malaria und Arbeitsbeschaffung für die Tausende von Neu ein Wanderern — das sind unsere Gründe, warum wir das große Werk im Chuleh-Gebiet fortsetzen werden. Der Aufbau der Mcdinath Israel bedeutet für uns Juden die Existenz, die nationale Zukunft. Kein anderes Volk der Erde hat gleich uns so viele aufrichtige Beweise der Friedensliebe geliefert und der Welt ein Beispiel gegeben, zu welchen Opfern die Juden bereit sind, um ein seit Jahrtausenden vernachlässigtes, der Oede anbeimgefallenes Land wieder aufzuhauen, zu unserem, aber auch zum Wöhle der gesamten Menschheit. Israel hat seinen Willen, mit den Nachbarländern in Freundschaft und Friede zu leben und ihre Integrität zu respektieren, unzweideutig unter Beweis gestellt. Syrien zeigt leider kein gleichartiges Bestreben und hat sich damit in die Reihe der berüchtigten Agressoren gestellt und so dem Friedens willen einen tödlichen Schlag versetzt. Unter den vielen traurigen Ereignissen des Zweiten Weltkrieges, in welchem sechs Millionen Juden auf bestialische Weise umgebracht wurden, ragt wie ein Leuchtturm jenes grandiose Ereignis hervor, das unter dem Namen : „Der jüdische Aufstand im Warschauer Ghetto“ bekannt geworden ist. Es ist dies ein Geschehnis von höchster Bedeutung und wert verzeichnet zu werden, nicht nur in der jüdischen Geschichte, sondern auch in der Geschichte der Menschheit überhaupt, als ein leuchtendes Beispiel von Tapferkeit und Heldenmut. Ein solch kühnes, gewagtes, todesverachtendes Unternehmen eines kleinen Häufleins ausgehungerter, durch tausend und aber tausend Nöten und Leiden gegangener Männer und Frauen gegen einen bis über die Zähne bewaffneten, heimtückischen und grausamen Feind, welcher beinahe ganz Europa in Blitzesschnelle erobert hatte, ist in der Tat höchst rühmenswert. Die Weltgeschichte hat wenig Beispiele für ein so heldenmütiges Unternehmen einer so geringen Zahl von Kämpfern gegen eine gewalttätige, erdrückende Uebcrmacht zu verzeichnen. In der jüdischen Geschichte könnte man noch den Aufstand der Makkabäer gegen die Griechen als Vergleich hin stellen. Die Juden waren, solange sie im eigenen Lande lebten, immer ein tapferes Volk, und nicht selten hatten sie sich und ihr Vaterland gegen übermächtige Feinde zu verteidigen : Assyrier, Babylonier, Griechen und Römer. — Obwohl Tapferkeit nicht gerade zu den Tugenden des Judentums gehörte, sondern die Liebe und der Frieden, doch für den Notfall war auch Tapferkeit und Kampf geboten. Wie soll denn ein angegriffenes oder unterdrücktes Volk anders handeln, als sich zu verteidigen? 1 Ja, Angriffskriege sollten natürlich verboten sein und diese kamen auch in der jüdischen Geschichte, mit Ausnahme der ersten Besitznahme des Landes, nie vor. Aber einen Verteidigerngskampf zu führen, gebietet die Gerechtigkeit und Menschenwürde. So handelten unsere Väter, als sie ein selbständiges Volk auf eigenem Boden waren und noch ein natürliches nationales Selbstbewußlscin besaßen. Erst später, in der Zerstreuung, änderte sich der Zustand. Das Volk wurde durch die langen, unausgesetzten Verfolgungen und Bedrückungen ein ge schüchtert, entmutigt und unfähig, zur Selbsthilfe zu greifen. Es ertrug unbeschreibliches Leid und Elend, zeigte aber auch darin ein beispielloses Erdulden von Marter und Oua1. Ein passives Martyrium ohnegleichen, wie es die Weltgeschichte nicht kennt; Inquisitionen, Kreuzzüge, falsche Beschuldigungen der Brunnenvergiftung und der Kinderschlachtungen, brachten über das Volk Unglück über Unglück und Zehntausende gingen mit dem „Schema Israel“ auf den Lippen in den Tod, in der Hoffnung, dort im Schattenreich eine bessere Welt zu finden als in dieser des Lichtes.11 Das Ereignis des Aufstandes im Warschauer Ghetto steht wie ein vereinsamter Stern in der langen Nacht der Diaspora über dem himmlischen Horizont und deutet eine neue Epoche der jüdischen Geschichte an. Wer w ar diese kleine Schar von beispiellos tapferen Männern und Frauen? Das waren Zionisten und solche vom Zionismus zum nationalen Selbstbewußtsein erweckte Menschen. Diese haben seit der Entstehung der Chowevej Zion und der zionistischen Bewegung eine neue Renaissance des jüdischen Volkes angebahnt und ihm nationales Selbstbewußtsein und Tapferkeit anerzogen. Noch für viele, viele Generationen wird der Aufstand im Warschauer Ghetto das Symbol der nationalen Würde und des flammenden Protestes gegen Unterdrückung und Barbarei sein. Gedenken wir in diesen Tagen der Helden des Warschauer Ghettos und schaffen wir unserem Volke jene Bedingungen , die eine Wiederholung eines solchen Unglückes unmöglich machen. Ben Towini PESSACH 5711 Seid welch, armseliges Btoi unsere Uälet gegessen haben! ’G 4»“ \ k'Jf i\> iTft'Wwiapjm '3# TfV, J . 'Ism:' VfB tt! < Vr«W| i? •k' xm Aus einer handschriftliche! Hagadah (15. Jahrhundert)

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