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Die Stimme · 1951-02-25 · Heft 46 (25.2.1951) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 46 (25.2.1951)
Date
1951-02-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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timme o/Hlgemein zionistisch eJVo che ns ch ri/i Preis 2 Schilling V. b. b. s \ 5 Redaktion und Administration: 5 Wien IX, Universitäfsstr. Nr. 4/4 S s Telefon A 26 4 73 : Zionistischer Landesverband Wien i*7j* w D'*1?1?—m C*v*'2»m rTi"7nNi*l)*7 Postscheck-Konto Nr. 134.292 | 25. Februar 1951 | m m I Nr. 46 — 1951 Arabische Legion ändert ihre Einstellung zum Flüchtlingsproblem | ARNOLD DAVID Am 24. Jänner 1931 starb nach kurzem Leiden der Vize Präsident dies Zionistischen Landesverbandes in Oesterreich. Das Begräbnis fand unter großer Beteiligung am 26. Jänner statt Regierungsrat Oehler, der auch die religiösen Funktionen versah, sprach ergreifende Worte zur Würdigung des-, allzu früh Verstorbenen. Für den Zionistischen Landesverband sprach an der Bahre der geschäftsführende Vizepräsident Ernest Stiassny, für die Jüdische Spar- und Kreditgenossenschaft Herr Wenkhart. Welcher Wertschätzung sich Herr Amtsrat David bei seiner Kollegenschaft erfreute, zeigten die Worte, die der Leiter des Arbeitsamtes Herr Arthur Hilbert und die Betriebsräte Trunner und Czap fanden. Am Grabe verabschiedete sich der Präsident der Hakoah, Herr Robert Glücksmann, von dem unvergeßlichen Freunde. * * * Das unerwartete Ableben Arnold Davids hat eine nur schwer ausfüllbare Lücke im jüdischen Leben in Wien zurückgelassen. Schwer betroffen durch seinen Tod wurde die Zionistische Bewegung und insbesondere der Zionistische Landesverband, dem er ebenso wie der Zions-Idee mit seiner ganzen Seele und seiner ganzen Kraft ergeben war. Noch nicht den Lebensherbst erreichend, ich möchte sogar sagen, in der Blüte seiner Jahre, hat ihn der unerbittliche Würger dahingerafft und uns allen einen schweren Verlust zugefügt. Von frühester Jugend ist er in den vordersten Reihen der Zionisfen- Kämpfer und der nationalen Eiferer gestanden und hat überall, auf welchem Posten er auch immer gestanden sein mag, seinen ganzen Mann gestellt. Gegen sich selbst streng, hat er mit unerbittlicher Strenge von seinen Mitarbeitern volle Pflichterfüllung verlangt. Lange vor dem letzten Weltkrieg hat er in der ziomst’ischcn Bezirks- Sektion Mariahilf-Neubau an führender Stelle gewirkt, und für diese so erfolgreich gearbeitet, daß er schon damals in das Goldene Buch des Keren Kayemeth Le Israel eingetragen wurde. Seine Tätigkeit hat sich nicht nur auf den engeren Rahmen der Bezirks-Sektion beschränkt, sondern darüber hinaus im Rahmen des damaligen Zion istischen Landeskomifees auch auf die jüdisch-politischen Belange ausgewirkf. Zum Siege der Zionisten im der Wiener Kultusgemeinde, im Kample gegen die unentwegte Assimilation und gegen die Zions- Feinde hat er sein Schärfleiin beigetragen. Ausgesfattet mit unermüdlicher Tatkraft, gepaart mit hervorragendem organisatorischem Talent, hat er überall und in den Jahren der hi tierischen Geserah auch in Palästina und sodann in Israel organisatorisch gewirkt. Viel zu verdanken in jeder Hinsicht hat ihm unser Zionistischer Landesverband dem er zweimal als Vizepräsident seine volle Kraft gewidmet hat. Mitten in der Anstrengung, den Landesverband weiter auszubauen und zu entwickeln, ist er uns entrissen worden. Ganz grundlos ist gegen ihn im letzten Jahre von unverantwortlicher beite eine Hetzkampagne inszeniert worden und ich bin stolz darauf, beigefragen zu haben, daß nach einer auß erordentl leben Parfeigerichf sverhandlung er restlos rehabilitiert wurde, nachdem alle die Anwürfe gegen ihn sich als haltlose Verleumdungen erwiesen haben. Die Tatsache hier festzuhalten, erachte ich als Pflicht gegenüber dem Manen Arnold Davids. Uns, den Ueberlebenden im Zionistischen Landesverband, obliegt die große Pflicht, sein Andenken in der Weise zu wahren und zu erhalten, daß wir mit gesteigerter Tatkraft und Tat willen die Arbeit fortsetzen und alle Kräfte für unser Ideal sammeln. Dr. W. H. Plenarsitzung der Exekutive der Am 28. Jänner 1951 fand in Paris eine Plenarsitzung der Exekutive der Allgemein-Zionistischen Konföderation von Europa und Nord-Afrika statt. H. Dr. Josef Segal (London), Vorsitzender der Exekutive, leitete die Sitzung, an der sich auch Mitglieder aus England, Frankreich und der Schweiz beteiligten. Nach einer gründlichen Diskussion der wichtigsten Fragen, welche auf der Tagesordnung der Allgemein-Zionistischen Tätigkeit in Europa und Nord - Afrika stehen, wurden eine Reihe von Beschlüssen angenommen. Unter anderem wurde beschlossen, die Session des europäischen und nordafrikanischen Rates unserer Konföderation für den 5. und 6. Mai dieses Jahres nach Paris einzuberufen. Weiters wurde beschlossen, alle Kräfte der Konföderation zu mobilisieren, umso den Allgemeinen Zionismus. vor allem in den nordafrikanischen Ländern, zu stärken und die chalutzische Jugendhewegung „Hanoar- Hazioni“ zu fördern. Es wurde auch der Wunsch ausgedrückt, daß sich der K. M. K. (A IC gerne in-zion istiisclve konstruktive Fond) in allen Ländern prozentuell am Maghithfond beteiligen soll, wie es ja schon in Amerika, Kanada, England und Holland der Fall ist. Der Wunsch findet seine Begründung in dem gemeinsamen Interesse des Maghbitund K. M. K., jede Konkurrenz und jedes Mißverständnis zu vermeiden. An der Sitzung beteiligfein sich auch einige w ichtige ausländische Gäste wie brau Rosa Halperin, Präsidentin der „Hadassa“, Dr. A. Stup, Leiter der „Milde Esrachi“ und H. B Rosen, der wirtschaftliche Ratgeber des i s r a e 1 is ch e n V e r te i di g u n g ss m in i s te - riums. Das politische Komitee der .Arabischen Liga faßte einen Beschluß, sich mit der Einwanderung der arabischen Flüchtlinge in den Ländern, in denen sie sich derzeit befinden, einverstanden zu erklären. Obwohl in dem Beschluß nicht gesagt wird, daß die Liga, das Prinzip der freien Heimkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat aufgibt, ßo wird doch erklärt, daß die Frage ihrer Einordnung dringend notwendig sei. In den Kreisen der Ausgleichs-Kommission der UNO für Israel wird dieser Beschluß begrüßt, denn er ist ein Schritt zur Beseitigung der Ursache der meisten Konflikte zwischen Israel und den arabischen Ländern und damit ein Schritt in der Richtung eines dauerhaften Friedens. Noch vor Annahme des Beschlusses der Arabischen Liga veröffentlichte die „Times“ einen Artikel in dem sie erklärt : „Die Lage der Flüchtlin- Dr. Robert S. Markus gestorben Dr. Robert S. Markus, Direktor des jüdischen Weltkongresses starb nach kurzer Krankheit im Älter von 41 Jahren in New7-York. Dr. Markus w ar eine bekannte Persönlichkeit des jüdischen gesellschaftlichen Lebens in Amerika. Während des Weltkrieges war er Chaplain in der amerikanischen Armee. Dr. Nachum Goldmann, Präsident des jüdischen Weltkongresses hat eine Erklärung herausgegeben, in welcher er den tragischen Tod von Dr. S. Markus als großen Verlust für das jüdische Volk und für den jüdischen Weltkongreß bedauert. Als politicher Direktor des jüdischen Weltkongresses hat Dr. Markus Beträchtliches geleistet. Sein tiefes Verständnis der jüdischen Probleme, seine Treue und Ergebenheit, seine Kenntnis der Lage der Juden in fast allen Ländern der Welt, haben ihn zu einem der bedeutendsten Männer des Jüdischen Weltkongresses gemacht. Er hat sein ganzes Leben dem Dienst an unserem Volke gewidmet, das in ihm einen seiner besten Söhne und getreuesten Aktivisten verloren hat. ln einer Trauermeldung, die von Dr. Israel Goldstein, Vorsitzender des Amerikanischen Sektion des Jüdischen Weltkongresses, herausgegeben wurde, w ird der große Verlust bedauert, den die jüdische Welt durch den Tod von Robert S. Markus, dem Forscher jüdischer Weltprobleme und Kämpfer für das Recht der Juden in der ganzen Welt, erlitten hat. Der Verstorbene war der politische Direktor des Jüdischen Weltkongresses in New-York und er hat mehreremale den Kongreß bei Verhandlungen bei der UNO vertreten, wö der Kongreß als beratende Körperschaft beim sozialen und ökonomischen Rat anerkannt ist. Dr. Marku hat mehrere Memoranden der UNO zugestelf, besonders in der Frage der Entschädigung der jüdischen Naziopfer in Deutschland. Er widmete sich in den letzten Jahren besonders dem Problem der Hilfeleistung für das europäische Judentum. ge bedroht die Sicherheit eines jeden Landes, in dem sie sich befinden. Eine große Zahl arabischer Regierungen ist bereit, mit der UNO miitzuarbeiten, um die Flüchtlinge auf anständige Art einzuordnen, bevor die auf 18 Monate befristete UNO-Hilfe aufhört.“ „Aegypten“, berichtet die „Times“ weiter, „hat ein Projekt zur Ansiedlung von 20,000 Flüchtlingen in der Gegend von Gaza ausgearbeitet, Jordanien befaßt sich mit der Unterbringung von einer halben Million und Syrien und Libanon haben ähnliche Pläne. Regierungskrise in Israel Wie man vorausschen konnte, kam es vorige Woche zu Auseinandersetzungen in Erziehungsfragen, die zu einet neuen Regierungskrise führten. Im Gegensatz zu der bei den letzten Krisen vertretenen Meinungen, ist man diesmal einstimmig der Ansicht, daß die Koalition in dieser Form keine Existenzberechtigung mehr hat und neue Wählen zur Knesseth abgehalten werden müssen. Präsident Weizmann kam nach Anhören der Meinung der Führer aller Parteien zu dem selben Entschluß. Pinchas Rosen, der Justizminiister, der ersucht worden war, zwischen der Mapai und dem Religiösen Block in der entstandenen Regierungskrise zu vermitteln, lehnt diese Mission mit der Begründung ab, daß seine Partei, die P ro g i e s s i v e - A1 ’ ge mein -Z ion is tische, ge - gen jede Form des parteilichen Schulwesens sei und ein einheitliches, den gesamten Staat umfassendes Erziehungsprogramm fordert. Dr. Goldstein zur ~ Im Zusammenhang mit der Kabinettskrise in Israel hat Dr. Israel Goldstein, der Präsident der Weltkonföderation Allgemeiner Zionisten, folgende Erklärung abgegeben : „Ich glaube, daß die neuen Wahlen in Israel die Atmosphäre reinigen xverden und eine Entscheidung bringen über jene Probleme, die die Krise hervorgerufen haben. Damit wird dann eine Basis geschaffen für eine arbeifsf ä h i ge K o a 1 i t ion s -R e g ie r u n g. Richtig abgeschätzt, sind die Umstände, die zur Krise geführt haben, ein Beweis von Israels demokratischem Glauben und politischer Stabilität, ein Beweis der Fähigkeit, politische Fragen ohne Gewalt oder Diktatur, sondern auf demokratischem Wege zu lösen und so den Willen des Volkes zum Ausdruck zu bringen.“ Dr. Newman bei D. Ben Gurion Der Premierminister D. Ben Gurion empfing den in Israel weilenden, früheren Präsidenten der Zionistischen Organisation in Amerika zu einem längeren Gespräch über die wichtigsten Probleme vor denen die Israel-Regierung steht und über die Beziehungen der Regierung zur Zionistischen Weltbewegung. Dieses Gespräch, dem man große Bedeutung beimißt, fand am Wohnsitz Ben Gurions in Tel-Aviv statt. 40515 D8:9^^

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