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Die Stimme · 1951-01-22 · Heft 45 (22.1.1951) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 45 (22.1.1951)
Date
1951-01-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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iimme e/lllgemein zionistischeJVochenschrifi Zionistischer Landesverband Wien i'iViVT jr-rnKrn Israel bleibt neutral Wie „Kol Zion Lagoiah“ meldet, hat ein Sprecher der Israelregierung erklärt, daß alle Gerüchte über die Aenderung der Außenpolitik Israels aus der Luft gegriffen sind. Der Staat Israel bleibt, zwischen den beiden Weltblocks, neutral und betrachtet die bis jetzt eingehaltene neutrale Haltung als ein Grundprinzip seiner Außenpolitik. Die in englischen Zeitungen erschienenen Artikel, die besagen, daß Israel ajuf seinem Territorium die Errichtung fremder militärischer Basen, seien es n|un englische oder andere, gestatten werde, entbehren jeder Grundlage, betonte der Sprecher der Zawa Haganah lTsrael. Große Erregung rief ein Artikel des bekannten Labour-Party-Äbgeordneten und Freundes des Präsidenten Weizmann, Crossman, hervor, in welchem er behauptete, die Militärkreise Israels würden gegen einen Durchzug britischer Truppen vom Suezkanalgebiet in das Gebiet südlich des Negev nichts einzuwenden haben. In scharfen Worten widerlegte der Sprecher diese Behauptungen und führte aus, daß Crossmans Artikel keinesfalls die Meinung der Israelregierung und Israclafmee zum Ausdruck bringe. Israel wird den Kriegszustand mit Deutschland nicht beenden Israel ecUait eine neue ZusatxanteiUe von 35 Millionen Dollar. Offiziell wird bestätigt, daß die amerikanische Export-Import-Bank Israel eine Anleihe von 35 Millionen Dollar gegeben hat, um Israel so die Möglichkeit zu verschaffen, die Maschinen, Rohstoffe und Werkzeuge einzukaufen, welche zur Entw icklung der Landwirtschaft des jungen Staates notwendig sind. Diese Kredite sind eine Zugabe zu den Anleihen von 100 Millionen Dollar, welche in den letzten zwei Jahren schon gegeben wurden. Die Abzahlung der neuen Anleihe wird in Raten während 15 Jahren erfolgen. Der Zinsfuß beträgt 3' °/o. Die Bank hat erklärt, daß die Regierung von Israel bereit sei, weitere 70 Millionen in amerikanischer Valuta für die Ausführung ihres landwirtschaftlichen Kolonisationsprogrammes zu investieren. Am 24. Oktober 1950 erhielt die Regierung Israels eine Botschaft von den Regierungen der U. S. A., Großbritanniens und Frankreichs, in welcher diese ihre Absichten bezüglich der nötigen Schritte zur Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland bekanntgaben. In derselben Botschaft fragten die drei Großmächte die Regierung Israels an, ob sie sich diesem Schritte an schließen w ürde. Zur selben Zeit wurden ähnliche Botschaften vielen anderen Regierungen überreicht. Am 9. 1. 1951 übergab die Regierung Israels ihre Antwort in Form einer Botschaft durch das Außenministerium den Gesandtschaften der U. S. A„ Großbritanniens und Frankreichs. Die Antwort Israels weist darauf hin, daß wegen der besonderen Umstände Israels die Regierung nicht dieselben Schritte unternehmen könne, wie die drei Großmächte. Der Sprecher des Außenministeriums erklärte, daß die Regierung Schritte unternehmen werde, um eine Beschleunigung der von Deutschland geschuldeten Wiedergutmachung zu erreichen. Der Sprecher betonte aber weiter, daß die besonderen Umstände, es unmöglich machen, sich dein Schritt der drei Großmächte anzuschließen, da doch ein großer Teil der Einwohner Israels während des zweiten Weltkrieges durch die Ereignisse in Deutschland physisch und psychisch geschädigt wurden. Außenminister Sharetts Korea-Programm ScUwedtn-AnleiUe an den Iil6£ in der Höhl* von 6,000.000 Pfund, Eine Gruppe schwedischer Banken gab dem dortigen Landesverband des KKL eine Anleihe von 6 Millionen Pfund für 5 Jahre, hei einem Zinsfuß von 5<> o. Ein Teil der »Summe wird Lehens- und Rohstoffimporte nach Israel finanzieren. l/oc einte neuen jlegiecüngskcise in Israel? Der Religiönsmimster Rabb. Majmon hat offiziell seine Demission von der Regierung bekanntgegeben u. zw. als Protest gegen die einseitige Erzieluingspolitik im den Olimlagern. Sollte es nicht gelingen, den Rabbiner zur Zurückziehung seiner Demission zu bewegen, so besteht die Gefahr, daß die übrigen Minister des religiösen Blocks auch demissionieren werden, womit es zu einer neuen Krise in der Koalition kommen würde. Die in der Zwischenzeit erfolgte Abreise des Rabbiners Majmon nach Amerika wird als vorläufige Verschiebung der Regierungskrise betrachtet. Israels Außenminister Moshe Sharett unterbreitete im Politischen Ausschuß der United Nations ein aus sieben Punkten bestehendes Programm zur Erreichung eines dauerhaften Friedens ln Korea. Der mit großer Aufmerksamkeit angehörte und von den Delegierten der meisten Mächte lebhaft beglückwünschte Außenminister unterstützte die Resolution zur Errichtung einer Dreimann-Kommission für die Verhandlung über einen Waffenstillstand in Korea, ging sodann jedoch dazu über, ein vollständiges Programm für Koreas Zukunft vorzulegen. Außenminister Sharett enthüllte hei dieser Gelegenheit, daß er die einzelnen Punkte dieses Programms hei einem Diner im Hause des Generalsekretärs Trygve Lie, hei dem auch die Delegation der kommunistischen Chinesen unter General Wu als Gäste zugegen waren, erörtert habe. Das Sharett-Prograivun für Korea enthält folgende Punkte : Neubekrättigung des obersten Zieles eines unabhängigen und geeinten Korea; Abhaltung freier Wahlen; Bildung einer koreanischen Kommission ‘unter Beteiligung aller direkt am Konflikt beteiligten Parteien; progressive Zurückziehung aller nichtkoreanischen Truppen innerhalb einer festgelegten Periode; Wiederaul hau des Gebiets unter der Aegide der United Nations; allgemeine Garantie für eine Nicht- Intervention. Unter denen, die Moshe Sharett glück wünschend die Hand drückten, waren Sir Benegal Rau, Indiens erster Delegierter, der kanadische Außenminister Lester A. Pearson, Englands Staatsminister Kenneth Younger und der Kolumbianer Dr. Roberto Arbelaez, der Vorsitzende des Politischen Ausschusses. Preis 2 Schilling V.b. b. VAVMIIIIIMMHIMIIIIIIIMIIMIIIIIIIMHIM * Redaktion und Administration: ' Wien IX, Universitätsstr. Nr. 4/4 5 Telefon A 26 4 73 5 Postscheck-Konto Nr. 134.292 s s — s s 22. Jänner 1951 | Erscheint | vierzehntägig 4» jiit iiiiittcitittiiccccittnacccMcct! Nr. 45 1951 fAllgemeine Zionisten steilen die geäßte Delegation xüm Üonistenkongeeß ,,In den Galuth-Ländcrn stehen die Allgemeinen Zionisten bei den Wahlen zum 23. Zionistenkongreß an erster Stelle,“ erklärte bei einer Pressekonferenz Herr Eliahu Dobkin, der Vorsitzende des Organisations-Departementes der Jewish Agency in Jerusalem. Die bisherigen Wahlen ergaben folgende Resultate : Allgemeine Zionisten 90 Mandate Mapai 60 Mandate Misrachi und Hapoelba-Misrachi 37 Mandate Mapam 15 Mandate Revisionisten 15 Mandate Am kommenden Kongreß werden 490 Delegierte teilnehmen, von welchen 200 in Israel (im Laufe des Monates März) gewählt werden. Diese unverhältnismäßig große Zahl der Delegierten stammt aus einem veralberten Prinzip, nach welchem eine doppelte Bewertung der Wähler in Israel stattfindet, und die von den zionistischen Parteien in der Galuth als ungerechtfertigt schon seit langem bekämpft wird. Knesseth tadelt die Aufrüstung Deutschlands Mit großer Stimmenmehrheit hat die Knesseth folgende Resolution, betreffend die geplante Wiederaufrüstung Deutschlands, angenommen : 1. Die erste Knesseth (Parlament) des Staates Israel drückt die Furcht des jüdischen Volkes aus, die durch die Bestrebungen hervorgerufen wird, Deutschland in die Völkerfamilie aufzunehmen —- dieses Deutschland, welches kaltblütig, ohne Gewissensbisse, nach einem teuflischen Plan sechs Millionen Juden ermordet hat, ohne daß sich bis zum heutigen Tage eine Aenderung der Mentalität gezeigt hat. 2. Die Knesseth protestiert aufs schärfste gegen eine neuerliche Aufrüstung West-" und Ost-Deutschlands und speziell gegen die Aufstellung deutscher militärischer Einheiten. 3. Die Knesseth w endet sich an alle Völker, insbesondere an jene, die Opfer deutscher Verbrechen waren und die eich verpflichtet haben, die vollständige Demobilisierung durchzuführen, "al'e Nazikriegsverbrecher zu bestrafen und alles Material, das zur Menschenvernichtung dient zu entfernen. Es ist unsere tiefste Ueberzeugung, daß neue Waffen für Deutschland dazu dienen werden, den Weltfrieden zu gefährden in der Zukunft, wie es in der Vergangenheit geschehen ist. 4. Der Knesseth beschließt die Warnung an die UNO und an alle Parlamente der Welt weiterzuleiten,

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