Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 44 (2.12.1950)
- Date
- 1950-12-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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iimme oftllgemeia zionistischeJVochenschrift Zionistischer Landesverband Wien rrris c';:*i77 iT-nxn*: Friedensbereitschaft Israels Herr Abba Eban, der Vertreter Israels in der IL N. O. beschuldigte die arabischen Staaten der Obstruktion in der Frage der Friedensverhandluingen mit Israel. Er erklärte, daß alle Völker des Mittleren Ostens Opfer dieser Ablehnung sind und daß dieser Zu- Ablehnung sind und daß dieser Zustand das Schicksal der arabischen Flüchtlinge besonders erschwere. Israel werde notfalls kämpfen, um seine demokratischen Institutionen vor Invasion und Revolution zu schützen. Es wäre sehr unreal zu glauben, daß Israel irgend welche territoriale Aetiderungen zulassen werde. Eban beschuldigte mehrere arabische Staaten mit Hilfe der arabischen Liga, auf Staaten, die einen Separatfrieden schließen wollten, einen starken Druck Eine Erklärung Abba Ebans auszuüben. Diese Politik sei umso besorgniserregender, als es zur Zeit genügend internationale Spannungen gebe und es die Aufgabe einer jeden Regierung sein müsse, ihr Bestes zu tun, um solche Spannungen zu vermindern. Zum ersten Unrecht dem Krieg von 1948 fügen die arabischen Staaten nun ein weiteres Unrecht hinzu, die Ablehnung eines wirklichen F'riedens. Abba Eban führte weiter aus, daß Israel den Vorschlägen der Ausgleichskommission zustimme, der Flüchtlingsfrage in den Friedensverhandlungen zwischen Israel und den arabischen Staaten Vorrang zu geben. Es ist klar, daß nur diejenigen, die eine endgültige Regelung mit Israel ablehnen auch für di'* großen Leiden der Flüchtlinge verantwortlich zu machen sind. Nur noch neun Staaten haben Israel bisher noch nicht anerkannt die arabischen Staaüpn und ihre Ver- V erblindeten. Israel ist stets dem Prinzip des Friedens treu geblieben, aber von ,der arabischen Welt hören wir keinen Widerhall unserer Friedenssehnsucht, sehen wir kein Anzeichen zur Verständigung. Pausenlos wird die feindliche Propaganda weiter geführt, welche jede Aussicht auf Frieden und Stabilität für die nächste Zeit unmöglich macht. Wir sind jederzeit zu einer endgültigen Lösung der Probleme zwischen Israel und den arabischen Nachbarn bereit, selbstverständlich unter der Voraussetzung, daß die territoriale Integrität Israels garantiert werde. Oberrabbiner Z. P. Chajes in Israel bestattet Die Bürger Tel-Avivs erteilten dem gottseligen Prof. Z. P. Chajes die letzte Ehre, der als ehemaliger Oberrabbiner von Wien einer der geistigen Väter der auflebenden jüdisch-nationalen Bewegung war. Jetzt, 25 Jahre nach seinem Tode wurde er aus der fremden Erde in die der Heimat überführt und dort bestattet. Die Veteranen der zionistischen Bewegung, die Spitzen der Oeffentlichkeit, die Leiter der Institutionen und eine gewaltige Menschenmenge geleiteten ihn aufseinen letzten Weg von der Großen Synagoge zum alten Tel-Aviver Friedhof. Ungezählte gingen an seinem mit der nationalen blau-weißen Fahne bedeckten Sarge vorüber, vor dem Führer des zionistischen Lebens die Ehrenwache hielten. Der Sarg kam aus Hai fa, zusammen mir einer großen Zahl von Begleitpersonen, darunter Ing. Buchbinder, der 1927 in Wien an der Spitz*' des Trauerkomitees stand, daß damals die Beerdigung durchführte. An der Grenze des Stadtgebietes er w arteten den Zug Rabbiner Hager und Herr Nedivi, der Sekretär der Stadt Tel - Aviv. Bevor der Trauerzug die Synagoge verließ, hielten die Führer der Institutionen mit denen Chajes in nahem Konfekt stand und denen er auch seine Feiten Kräfte opferte, mit ergreifenden Worten die Trauerreden. Seine großen Verdienste um die nationale Bewegung würdigte Rabbiner Untermann. Eine eindrucksvolle Schilderung seiner Persönlichkeit und seines Kampfes gegen die Assimilation gab Dr. A. Schalit, der Sekretär Herzls und einer der zionistischen Führer Oesterreichs war. Im Namen des Aktionskomitees sprach der Vorstand der Knesefh J. Sprinzak, im Namen der Jew ish Agency Herr Pliinof, im Namen der hebräischen Universität M. P. Kassato und im Namen der Stadt Tel- Aviv der Bürgermeister J. Rokach. Unter den Trauergästen sah man "den Innenminister Schapira, der die Regierung repräsentierte, Herrn Hartei den österreichischen Konsul in Israel, Oberst D. Amon, der den Staatspräsidenten vertrat, Parlamentsabgeordnete und viele andere prominente Persönlichkeiten des jüdischen Lebens. dthanukkafv 5TJJ (fi>ull mein .IJeil unh mrim' ."kraft IDir miÜ ich luhfmge»! ILiiJe gnäMcy meine 7j)afi, IDank mill ich 3Dir bringen Unfein' Uiaffes (/bluten, ID ämmr her 3miefradit Fluten Lieberklanjg, }} efl g efa n g Huill IDir bann erklingen. n>v- «nntrS rra: -S •TiSen rrprn ■nzi: mm m -vez prn nys <nrmr Ls* mirrr -"u- .rrnrn nrm Preis 2 Schilling V.b.b. b Redaktion und Administration: S Wien IX, Universitätsstr. Nr. 4/4 | Telefon Ä 26 4 73 | S Postscheck-Konto Nr. 134.292 s 2. Dezember 1950 | Erscheint 1 w m I vierzehntägig I Nr. 44 1950 aßec WaUtsieyder Zionistin in Israel An den Gemeindewahlen, die in Israel in 42 Städten und Orten stattgefunden haben, beteiligten sich 320.000 Wähler (die Anzahl der Stimmen des israelischen Heeres ist noch nicht bekannt). Die Resultate der Wahl zeigen eine merkliche Aenderung im politischen Gesicht des Landes. Die Mapai, die unter dem Mantel der Histadruth (Arbeitergewerkschaft) zur Wahl ging, nimmt zwar noch immer den ersten Platz ein, aber gleich nach ihr, hat sich als zweitgrößter Faktor, die Allgemein-Zionistische Partei plaziert. Nimmt man alle religiösen Listen zusammen, so ergibt dies für den Religiösen Block die dritte Stelle, Mapam steht ai: vierter und Cherut an fünfter. Vergleichen w ir diese letzten Wahlen, mit denen zum Knesseth, die vor zwei Jahren stattgefunden haben, so bietet sich uns folgendes Bild in Prozenten : 1948 1950 Allgemeine Zionisten 5.3%, 25.2" „ Mapai 36.-° ii 26.9",, Religiöser Block 12.5% 12.8" ,i Mapam 14.8« 0 11.6%, Cherut 11.5% 10.5" „ Allg.-Zionistische Progr. 4.1°. „ Kommunisten (gemeinsam 4.8"/, mit den arabischen Stimmen 3.5" „ 2.4" i, Abgesehen davon, daß alle Parteien, die die Regierungskoalition bilden, gegenüber den Wahlen zur Knesseth, Verluste an Stimmen erlitten, zeigt, daß die Zunahme der Stimmen der Allgemein - Zionistischen - Progressiven Partei, die also nicht nur keine Stimmenverluste, sondern einen perzentuellen Stimmenzuwachs aufweist, das Vertrauen des Jischuw zum Programm der Allgemeinen Zionisten. Große Empörung rief bei der Arbeiterschaft die Tatsache hervor, daß die Mapai ihre kleine Mehrheit bei der Histadruth (Gewerkschaft aller Arbeitenden) ausgenützt hat, um unter dieser Flagge Wählerfang zu treiben und daraus Parteikapital zu schlagen. Dazu kommt noch, daß für die Wahlpropaganda Riesensummen aus den Betrieben der Histadruth entnommen wurden, wie vom Solel-Boneh, Hamaschbir-Hamerkazit und Tenuwah. Die Minderheiten in der Histadruth, der Haow ed Flazioni (Allgemein-zionistische Arbeiterbewegung) und Mapam haben schärfsten Protest eingelegt gegen die Ausnützung der Histadruth zu einseitigen Parteizwecken und die unverzügliche Rückgabe der ungerechtfertigt entnommenen Gelder wird gefordert. Sondersitzung der israelischen Regierung Gegenüber den jordanischen Truppen, die nach Israel eingedrungen sind und die Straße nach Eliath gesperrt haben, wurde eine israelische Panzereinheit in Stelllung gebracht. Diese Truppe ist sofort aktionsbereit. Die täglich nach Eliath verkehrende Fahrzeugkolonne konnte wegen der von den Jordaniern errichteten Straßensperre gestern ihren Weg nicht m eh r z u r ück legen. Die israelische Regierung und der Parlamentsausschuß für Landesverteidigung haben eine Sondersitzung abgehalten. (AFP.) ^02861