Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1949
- Issue
- Heft 33 (3.12.1949)
- Date
- 1949-12-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Ü.)ie Stimme Nr. 33 Neue Ziele des Zionismus Was auf der 52. Konvention der ZOA in New York beschlossen wurde / Neuorientierung und Umgestaltung des Basler Programms Autonomie der Landesverbände und Welt- Föderation ( Fort.-» t/utii: \ <• i\ SoiU“ l) Weizmann über Weizmann Mii-kt er mit Re-pekt uml Verehrung auf. Kij lieht. wenn nmn so sagen ilnrf. ilm ..unbekannten Juden" und dm ..bekannten Nicht jmien". Dann kommt dmgröhte Wider- 1 i ui• l): das Erreichen des Zieles, der .ludeii-taat. ent.-tehl unerw artet.< Hinz, uiuiwartet wird er zum Staatsoberhaupt emporgetramm. Dieist alter nur ein srheinlmre V i (lei sprueh. (Mine W'ei/.manns dreißigjährige Arbeit, ohne W'ei/.manns System wäre der Judenstaat niemals a!s l>eu\ ex marhina gekommen. Saitesind kein Programm. kein Arkeitssystem. und ein Wdirten auf solche Sprünge ist kidne Politik. Man mul> die Kräfte sammeln und prüfen, oh -ie stark genug sind, um auszureichen. um den Kampf weiter zu tragen. Krst dann können sie dynamisch wirken. Mud das j.-t eigentlich der Sinn des Messianismus. Man liest das Werk und es scheint. ' hier ist ein Lehen von (iliick erfüllt: bedeutende große Erfolge im Reiche der Wissenselm ft. große politische Infolge. ein glückliches Familienleben. Aber dieses (iliick. erkennt man. ist nicht leicht erworben worden. Hie Liebe zum jüdischen Volk war begleitet von Sorgen und Enttäuschungen. die Schmerzen verursachen und Xervenkraft verbrauchten. Beim Studium des Buches tritt das Biesendrama. das zwischen Volk und Führer spielt, lebendig vor Augen, ein Drama, das zu unserem (iliick oimn guten Ausgang gefunden hat. Weizmann.- Weg hat sich als richtig erwiesen. Weizmanns ("Haube an das jüdische Volk hat nicht versagt, der (Haube des jüdischen Volkes an Weizmann wird auch nie versagen. A. Th Die Zionistische Organisation Amerikas, die einzige Landesgruppe der Allgemeinen Zionisten, die seil Schaffung der modernen zionistischen Bewegung durch Theodor llerzl alljährlich zu lagen pllegl. hielt ihre ö‘2. Konvention in New York ab. Etwa ‘2000 Delegierte, die mehr als ‘230.000 Mitglieder in allen Teilen der Vereinigten Staaten repräsentierten. hallen sieh zu der an dramatischen Momenten reichen Tagung im Hotel Statler eingefunden. ..The Konvention of Ghallenge" — dieses Wort prangte in Riesenietlern au der Stirnseite der Verhandhmgssäle. Es hatte für die 'Tagung doppelte Bedeutung. Zunächst werden die Tilden Amerikas ..herausgefordert". unter denen nach der Welle der Begeisterung über die Errichtung des jüdischen Staates und die heroischen Siege der kleinen Israel-Armee über (dne Eeberzahl von Feinden eine gewisse“ Ermüdung platzzugreifen beginnt. Den ..müden Seelen" ruft die Führung zu: Das Ziel ist erst in dei ersten Etappe erreicht. Der Staat ist weder militärisch, noch wirtschaftlich. noch in seinem Endziel, allen heimatlosen Juden in der Welt ein Heim zu bieten, gesichert. Die amerikanische Judenheit. die so viel zur Erreichung der ersten Etappe beigetragen hat. hat damit erst recht die Mitverantwortung auf sich genommen. das Werk zu einem guten Ende zu führen. Nicht ..Ausruhen", sondern erhöhte Anstrengung tut jetzt not! ..Neuorientierung** ..I lernusgeforderl" wird aber auch die gesamte zionistische Bewegung. I lernusgeforderl zu ..Neu-( hienlierung". zu einer Emformung des allen Basler Programms. Die Weltorganisation soll bestehen bleiben: Israel hat sie jetzt mehr nötig denn je. Jedoch soll eine neue Form der Organisation plalzgreifen. die den l.nndes- Organisalionen ..Autonomie", d. h. ein grobes Mal.» von l nnbhnngigkvit gegenüber der Wellleitung gewahrt. Jeder Landesverband wird sein wirtschaftliches Israel-Programm allein und unter eigener Kontrolle führen. Die ZOA z. B. gehl daran, den Jordan Valley Aulhorily-Plnn durch Ausnutzung der Jordan-tiefälle und des Toten Meeres mittels eines Kapitals von 100 Millionen Dollar zu verwirklichen, neue Industrien zu schäften und Städte und Dörfer neu aufzubauen. Sie will das auf eigene Verantwortung und ohne ..Mapai- Kontrolle” tun. Emanuel Neumann, der vor Jahrzehnten mehrere Jahn* in Palästina als Mitglied der Zionistischen Welt- Exekutive gelebt halb*, wird nun seinen ständigen Aufenthalt in Israel nehmen, um die Durchführung dieses gigantischen Programms, für das sich amerikanisches Kapital bereits stark interessiert, zu beaufsichtigen. Allgemeiner Zionismus contra Mapai Die Konvention nahm auch Stellung gegen 1 eberanl worlnng von Kontrolle und Einllul.» an ..Nichlzionislen" oder an ..Zionisten von Hestern" durch deren Mil-Einflul.l in die Jewish Agency. Damit sind das American Jewish Hommillcc. das Jewish Labor Hommillcc und ähnliche nichtzionislische. früher sogar antizionistische (iruppen gemeint, die sieh zur Idee des Judenslaales bekehrten und so viel zur (iewinnung von Regierung und öffentlicher Meinung in Amerika und den Kreisen der Vereinigten Nationen für Israel getan haben. Wohl aber erklärt sich die Konvention sehr warm für eine engi* Zusammenarbeit mit diesen (iruppen auch in Zukunft. Tun Hauptgewicht wird auf Wiedererslarkung des Allgemeinen Zionismus gelegt, der - seit Untergang grober jüdischer (icmcindcn in Europa auber in Amerika und in manchen siidnmcriknnischen Ländern wenig Kraft entwickelt. Die ZOA. will nun in einer WiedcraulTebung dieser Bewegung in Israel und anderswo ein (iegengewichl gegen Mapai schaffen. Hoffnung auf Erfolg im Weltkongreß Die Führer der ZOA hoffen, dal.» diese auf dom im Frühjahr 1930 in Jerusalem zusammontreffenden Well kongreb der Zionistischen Organisation als eine so starke (iruppi* erscheinen werde, (lab sie die Dingo in der Bewegung und in Israel — in ( auf Seit» 3,' AUS WEIZMANN’S ANSPRACHE AUS DER REDE LLOYD GEORGES bei der Grundsteinlegung der Hebräischen Universität in Jerusalem am 24. Juli 1918 in der Jüdisch-historischen Gesellschaft in London am 25. Mai 1925 .Ich persönlich befinde mich in Meter Schuld Dr. Weizmann gegenüber und gehöre zu seinen ..Pro.-olyten". Iin Kriegsniinisteriuni sah ich mich einer der ernstesten Krisen, die uns je bedrängt hatten, gegoniibeige.-lellt. Es war eines dieser unerwarteten Di iure, das über uns gekommen war. wie eine Kavallerioaltacke, die plötzlich von einem Abgrund au Meliniten wird. Lud ich befand midi vor einem derartigen Abgrund. AIich von (lesehüt z zu (le.-ehiitz. von (iesehoß zu flesehob marschiertc. fand ich plötzlich, dab uns der wiehtig.-tc Behelf zur Fabrjzicrung von (‘ordile - Holzalkohol - fehlte. Idi wandte mu h an Dr. Weizmann. Alkohol mul.de aus Heiz gewonnen werden. Er hatte kleine Tiere aufgezogen ich weib nicht durch wieviele (lenerationen und trainierte ,-ie im Zuekeressen. und Alkohol wurde aus Mais gemacht und dann gab es eine .Menge (letreide in Agyplen und wir waren gerettel. bdi fühlte tiefe Dankbarkeit und so fühlten auch die Verbündeten zum glänzenden wissonsehaftliehon (leniu.- Dr. WCizmann. Als wir ihn fragten: ..Wav können wir für sio tun. um sie zu ehrend' erwiderte er: .AI ei n B es t. r e b e n g e h t d a li i n. e ine (1 e- I e g e n beit / u h a, I» e n. e I w a s f ii r m e i n V o I k zu tu n." I Meso Sache war uns gewib viel wert, in Eine oder in (leid des König.-reidies. aber alles wa - er verlangte, bestand darin, die Erlaubnis zu erhalten, .-eine Sache für die Wiedererrichtung seine,- \ olkes in .-einem alten Bande, welchccs in der ganzen Welt berühmt gemacht batte. Vorbringen zu dürfen. So wurde die Sache uns vorgelegt. und als du- K ricg.-kabinei t die Anaeleeen heit der Deklaration in Erwägung zog'. war die Stimmung eine einheitlich günstige. Ich glaube, es gelang uns. die Mitarbeiterschaft Frankreichs zur seihen Zeit sielierzustellen und so wurde die berühmte Balfour-Dok I a r a t i e n verwirklicht. Aber es gibt keinen anderen Mann, dessen Anteil gröber war an der Bekehrung der herrschenden Nationen während des Kriege.-, als der meines Freundes Dr. Weizmann. Ich freue mich darüber sowohl aus Sympathie für ihn. als auch aus Gründen des Interesses.“ 1 ..Darf ich mir erlauben, auf ein sehr wichtiges Moment hinzu weisen V Während die Universität das höchste wissenschaftliche Niveau zu erreichen strebt. null.» sie gleichzeitig allen Schichten der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Fs mul.» dem jüdischen Handwerker und Landarbeiter möglich sein. Gelegenheit zu linden, in seinen freien Stunden seine Bildung zu erweitern und zu vervollständigen. Die 'Türen unserer Bibliotheken. Eesesäle mul Laboratorien müssen allen offenstehen. Auf diese Weise wird die Universität ihren Glückwunsch-Telegramm des Zionistischen Landesverbandes Präsident Chaim Weizmann, Rechovoth, Israel Wir erlauben uns Ihnen, sehr verehrter Herr Präsident, zum 75. Geburtstag unsere aufrichtige Bewunderung und tiefempfundene Dankbarkeit für Ihre großen Leis tungen, die Sie für unser Volk vollbracht haben, z u üb e rmi 11 e 1 n . Wi r ent b i e t en Ihnen aus vollstem Herzen die besten Segenswünsche für die Zukunft. Zionistischer Landesverband in Österreich Präsident: L. Neufeld. Der Vorstand: J. Bittmann, Ing. A. Braunstein, A. David, Dr . L. Ehrlich, A. Führer, R. Glücksmann, 0. Gröbl, S. Guttmann, Dr. W. Herzberg, Dr . A. Herzka, Dr. H. Hirschler, H. Keller, Dr. E. Kessler, Dr. H. Kiwe, J. Lauf, Dr. A. Neuspiel, J. Passweg, Dr . W. Popper, J. Rosenstock, E. Schapira, Dr. J. Schumer, S. Süss. R. Stappler, J. Tannenbaum-B 1 och. w ohltiiemlen Einl lul.» mit die Gesamlheil des Volkes nusüben. Der Grundstock der Bibliothek ist bereits vorhanden uml Bestände, die gegenwärtig in Rußland und anderswo lagern, werden einen überaus wertvollen Zuwachs bedeuten. Die Hründimg einer Universitätsbibliothek ist für die erste Zeit nach Kriegsschhiß in Aussiebt genommen. Mannigfach sind die Vorbercilimgsarbeilen. die nunmehr zu leisten sind. Manches ist bereits im Werden, manches, wie das gegenständliche Gebäude, mul.i notwendigerweise aiil'ge.sc hoben werden, bis glückliche Eriedenszeitcn kommen. Aber von heule an ist die Hebräische Eniversiläl eine gegebene Tatsache. Ensen* Universität, durch jüdische Gelehrsamkeit und durch jüdische 'Tatkraft errichtet, wird sich zu einem integrierenden Bcslnnilleil unseres Volksorganismns entwickeln, der jetzt im Aufbau begriffen ist. Sic wird eine zentripetale Kraft besitzen, die das Edelste im Judentum der ganzen Welt unzichcn wird ein einigender Millclpunkf für unsere versprengten Volksleile. Audi geisli- Befruehiung und Anregung wird von dort nusgehen uml die jetzt in unseren /.erst reuten Gemeinden schlummernden Kräfte wieder erwecken, liier wird die wandernde Seele Israels ihre Heimat linden; ihre Krall wird sieh nicht länger in raslloseni und vergeblichem Wandern verzehren. Israel wird endlich mit sieh und der W'ell in Frieden leben. Es gibt eine lahündische Fegende, welche von der jüdischen Seck“ erzähl!, die ihres Körpers heranhl ist und zwischen Himmel und Erde schwebt. So ist unsere Seele heule: morgen wird sie in dieser unserer Ereisladl zur Buhe kommen. Das ist unser Glaube.“