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Die Stimme · 1949-01-07 · Heft 29 (7.1.1949) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1949
Issue
Heft 29 (7.1.1949)
Date
1949-01-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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ISRAEL Wirtschaftliche Entwicklung „Haboker“ (Allgemein Zionistisches Blatt) berichtet, daß ein großer chemischer Konzern in USA der Israel-Regierung einen Plan für mehrere großangelegte chemische Unternehmen unterbreitet, habe. Die Gesellschaft erklärte sich bereit, nach Erhalt der notwendigen Details einen Vertreter nach Israel zu entsenden, um Unterhandlungen zu führen. Weiter berichtet der Haboker“, daß ein Tauschhandelsvertrag zwischen Israel und Österreich abgeschlossen wurde. Israel soll Glaswaren der „Phoenicia“ im Austausch gegen Bauholz aus Österreich liefern. Handelsbeziehungen mit England Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Israel und England entwickeln sich paradoxerweise in umgekehrtem Verhältnis zu den politischen Beziehungen. Zum erstenmal dokumentierte sich diese Haltung in dem Abkommen der Diamanten-Delegation aus Israel mit dem Londoner Internationalen Di amanten-Sy ndikat. Ferner wurde die Absendung von Telegrammen im Rahmen eines Abrechnungsvertrages wechselseitig wieder aufgenommen und der Tarif für Schiffsfrachten nach Palästina gesenkt. Von erstrangiger Bedeutung in diesem Zusammenhang ist das von der Pflanzerdelegation aus Israel und dem britischen Ernährungsministerium Unterzeichnete Abkommen über die Lieferung von Zitrusfrüchten nach England: England übernimmt in der jetzt beginnenden Zitrussaison 3,150.000 bis 3,8-35.000 Kisten, u. zw. 2,150.000 bis 2,610.000 Kisten Shamuti, 257.000 bis 325.000 — Kisten Valencia und 700.000 bis 900.000 Kisten Grapefruits. Die britische Regierung hat sofort für den Kauf der Maximalmengen optiert. Zwischen der Israel-Regierung und der (von britischem Kapital beherrschten) Iraq Petroleum Co. schweben laut „Financial Times“ Verhandlungen über die Wiederaufnahme der Arbeit in den Iiaifaer Erdölraffinerien. Das Abkommen Israels mit Shell und Secony \acuum über die Lieferung raffinierten Öls an Israel soll beschleunigend auf die Verhandlungen zwischen Israel und der IPC gewirkt haben. Das Londoner Blatt zitiert die Haifaer Erklärung des israelischen Wirtschaftsministers Bernstein: Israel wolle die Raffinerien nicht verstaatlichen, die Regierung werde die Werke aber unter eigener Regie in Gang setzen, falls es die Werkleitung nicht von sich aus tue. Britisch-jüdische Geschäftsleute haben eine London Palestine Investment Co. gegründet und 50''/o des Kapitals in Israels zweitgrößter Baumwollspinnerei und Weberei angelegt. Die britische Gruppe hat bisher 1.000.000 Dollar investiert. Neue Straße nach Jerusalem Parallel zu der während des Krieges gebauten Verbindungsstraße nach Jerusalem, der sogenannten „Burma“- St.raße, die zur Aufrechterhaltung des Verkehrs in der Regenzeit nicht geeignet war, wurde eine vierzig Kilometer lange und fünf Meter breite asphaltierte Straße angelegt. Die Konstruktion dieser Straße wurde in der Rekordzeit von acht Wochen vollendet, obwohl das gebirgige Terrain die Ingenieure vor äußerst schwierige Probleme stellte. Die Straße folgt jahrhundertealten Kamelpfaden durch die judäischen Berge. Zur Sicherung wurden entlang der »Straße 5 Soldaten- .Siedlungen errichtet. Hebräisch nennt man die Straße „Kwisch Hagewurah“, das heißt »Straße des Heldentums. Flugtaxidienst Eine private Fluggesellschaft ist von vier jüdischen Fliegern, Veteranen des letzten Weltkrieges, in Tel Aviv gegründet worden. Die Gesellschaft übernimmt Personen- und Frachtverkehr, Ungeziefer-Bekämpfungsflüge, Flugphotographie und Reklameflüge. Verhandlungen mit dem .Postministerium über einen internen Luftpostverkehr sind im Gange. Neue Eisenbahnlinien Der Bau einer neuen Eisenbahnlinie von Haclera nach Tel Aviv wird von der Regierung in Erwägung gezogen. Hadera' liegt zwischen Haifa und Tel Aviv. Die neue Linie würde zahlreiche Küstensiedlungen untereinander verbinden. Nach den Plänen würde dkr Bau der neuen Bahnlinie durch die Solei Boneh Co. 800.000 Dollar kosten. Militärisches „Gallup“-Institut Der Generalstab der Israel-Armee hat Prof. Gutmann, einen amerikanisch-jüdischen Experten für die Erforschung der öffentlichen Meinung, mit der Errichtung eines „Gallup“- Instituts für die Israel-Armee beauftragt. Das Institut soll weniger die politischen Anschauungen als Gelmehr die Meinung und die "Wünsche der Soldaten, betreffend interne Armeefragen, eruieren und wird zu diesem Zweck von Fall zu Fall speziell ausgearbeitete Fragebogen verteilen. Die Soldaten müssen ihre Namen nicht angeben. Nach Schweizer Muster Der Chef des israelischen Generalstabs, Brigadier Jaakow Dori, erklärte, daß die Verteidigungsarmee Israels in Friedenszeiten nach dem Schweizer System aufgebaut sein sollte. Er befürwortete eine kleine Berufsarmee Israels mit wohlausgerüsteten Flug- und Marineabteilungen und eine große militärisch ausgebildete Volksreserve. Die israelische Verteidigungsarmee führte als Teil der militärischen Ausbildung auch einen kulturellen Erziehungsplan ein. Besonders für viele erst kürzlich eingewanderte Soldaten bietet dieses Programm eine Möglichkeit, sich Wissen auf jüdischem Gebiet und über Bedingungen des' Landes anzueignen. „Geschmackvoll“ „Kol Israel“ berichtet, daß jüdische Streitkräfte während der Kämpfe im Galil eine britische Kanone eroberten, welche die englische Inschrift trug: „Ein Geschenk an die Moslems in ihrem Kampf gegen die .Juden“. Makkabäer-Ehrung Der traditionelle Chanukka-Fackel: »Staffellauf erhält diesmal anläßlich des Makkabi-Weltkongresses ein besonders festliches Gepräge und wurde am Tage der Kongreßeröffnung (26. Dezember) durchgeführt. Er begann an den Hasmonäergräbern in Modiin und geht über Ramteh, Ludd, Rechowoth, Rishon Lezion, Ness Ziona nach Tel Aviv. Makkabiade Die im Dezember in Tel Aviv zusammentretende Makkabi-Weltkonferenz ' wird voraussichtlich beschließen, daß/ das nächste jüdische Weltsportfest, die „Makkabiade“, im Herbst 1950 in Israel abgehalton wird. Eine Frau als Konsul Nach Frau Golda Moyerson, der Gesandtin des Staates Israel in Moskau, ^urde eine zweite Frau auf einen wichtigen Auslandpostcn entsandt: Judith ßergman wurde zum Konsul in Montevideo (Uruguay) ernannt. Erneuerte Bündnisse Bündnisse aus biblischen Zeiten zwischen Israel und seinen Nachbarn wurden nach Tausenden von Jahren wieder ins Leben gerufen. Als der Minister für nationale Minderheiten in Israel, B. Shitreet, den Ort Jisch (in der Bibel Gischala oder Gusch Chalav) in Galiläa besuchte, der von Maroniten bewohnt ist, erinnerte der Ortspriester, Pater Atanas, an das alte Bündnis zwischen König Hiram und König Salomon. Er erklärte, daß die Maroniten dem neuen Staat Israel in seinem Aufbauwerk ebenso helfen würden, wie Hiram König Salomon beim Bau des Tempels unterstützt hat. Bei der Vereidigung einiger Kampftruppen drusischer Soldaten auf die Fahne Israels erklärte ihr geistliches Oberhaupt, Scheich Sulaiman el Tarif, daß die Herkunft der Drusen auf die Familie ihres Propheten Jithro, des Schwiegervaters Moses, zurückgehe. „Wir freuen uns“, sagte er, „diese alte traditionelle Freundschaft zu erneuern“. Gesandtscliaftsbulletin Golda Mcyerson, die Israel-Gesandtin in Moskau, der Gesandtschaftsrat Namier und der Militärattache Oberst Ratner wohnten am 7. November der Parade anläßlich der Revolutionsfeier auf dem Roten Platz in Moskau bei. Frau Golda Meyerson vertrat Israel bei der Festsitzung des •Moskauer Sowjets, in der Molotow sprach, und bei einem Empfang bei Molotow. Alle Moskauer Zeitungen veröffentlichten das Glückwunschtelegramm Ben Gurions an Stalin. Die Israelflagge wurde am Tage der Revolutionsfeier auf dem Hotel „Metropol“ gehißt, in dem die Israel-Gesandtschaft untergebracht ist. Die Gesandtschaft des Staates Israel in Moskau hat von den Behörden die Erlaubnis erhalten, ein tägliches Nachrichten-Bulletin über die Ereignisse in Israel herauszugeben. Das Bulletin wird verschiedenen Institutionen in der USSR regelmäßig zugestellt. „New York Times“ ändert ihre Einstellung Eine der größten Zeitungen Amerikas und der Welt, die „New York Times“, welche bisher eine antizionistische Tendenz verfolgte, hat sich mit dem Zionismus scheinbar versöhnt und in der letzten Woche zwei Leitartikel mit positiver Einstellung zum Judenstaat gebracht. In dem ersten Artikel kam die große Zufriedenheit über das Ansuchen Israels um Aufnahme in die UNO zum Ausdruck. Der Autor hofft, daß dieses Ansuchen die notwendige Unterstützung der Großmächte im »Sicherheitsrat finden wird. Im zweiten Leitartikel wird die Einigkeit zwischen den USA und Großbritannien in Paris im Zusammenhang mit der Palästinafrage begrüßt, „Der arabischen Welt wird diese Einigkeit beweisen“, schreibt die „New York James“, „daß ihr Kampf mit Israel aussichtslos ist und eine gerechte Lösung der Palästinafrage von ihr anerkannt werden muß. Die plötzliche Änderung der Einstellung der „New York Times“ wird damit erklärt, daß das faktische Bestehen des Judenstaates die Redaktion gezwungen hat, sich umzustellcn. Einwanderung China Alle 9000 Juden in China haben, wie die „Jewish Agency“ offiziell in »Schanghai bekanntgibt, Gesamterlaubnis für sofortige Aufnahme in Israel — ohne jeden Vorbehalt — bekommen. Dio Israel-Regierung hat die führenden jüdischen Hilfsorganisationen, vor allem den „Joint“ um Mitarbeit bei der Durchführung des Planes ersucht, Sonderzertifikate Dreißig nichtjüdische Frauen aus Europa, die um Einwanderung nach Israel angesucht hatten, erhielten Sondereinwanderungszertifikate in Anerkennung ihrer Bemühungen, Juden, vor allem Kinder, während des Krieges vor den Nazis zu retten. Syrien verbietet die „Times“ Damaskus, 24. Dezember A. P. Dio Londoner „Times“ und die französische Zeitung „Karrioor“ wurden wegen zunehmender zionistischer Propaganda von der syrischen Regierung Vorboten; ebenso die amerikanischen Zeitschriften „Life“ und „Newsweek“ und mehrere türkische Zeitungen. Kanada anerkennt Israel Ottawa, 24. Dezember (AP). Die kanadische Regierung gab bekannnt, daß sie den Staat Israel anerkenne. Acht Internierte entkommen nach Israel Tel Aviv, 19. Dezember (AP). Acht junge Juden im militärpflichtigen Alter, denen es gelungen war, aus einem englischen Internierungslager Cyperns zu entfliehen, erreichten in einem kleinen Ruderboot dio israelische Küste. Schanghaiet* Juden unterwegs nach Israel Schanghai, 24. Dezember (AP). 892 Juden sind heute an Bord der von der IRO gecharterten „Wooster Victory“ aus Schanghai ausgefahren. Das ist die erste Gruppe jüdischer Flüchtlinge aus Schanghai, die nach Israel unterwegs ist. Flüchtlinglager Aden Über 4000 Flüchtlinge schmachten schon mehr als drei Jahre unter den schwersten Bedingungen in den Lagern von Aden. Die britische Regierung hat allem Flüchtlingen im militärfähigen Alter die Einreise nach Israel untersagt, nur Frauen und Kinder dürfen das Lager verlassen. Sowjetunion Die bisher völlig unterbundene Auswanderung von Juden aus Rußland nach Israel wurde von den Sowjetbehörden gelockert. Eltern israelischer Bürger, die von ihren Kindern unterhalten werden; ist es gestattet, nach Israel auszuwandern. 19.000 Einwanderer im November Die Einwanderung erreichte im November die Rekordzahl von 19.000; das sind mehr Immigranten, als unter dem britischen Mandat während eines ganzen Jahres zugelassen wurden (die monatliche Höchstgrenze betrug bekanntlich 1500 Personen). Im September wurden 16.000 Einwanderer in Wohnungen eingewiesen und in die Wirtschaft cingeordnet. Allo Einwanderer werden automatisch Mitglieder der Allgemeinen Krankenkasse „Kupath Cholim“. Haifa. Das berühmte Einwandererschiff „Exodus 1947“ wird jetzt im Hafen von Haifa verschrottet. Das so gewonnene Material wird für Neubauten der Handelsmarine Israels Verwendung finden. Cafe-Restaurant }>Contine.nto£.« JOE LEST/ Praterstraße 7 Vorzügliche Getränke — G,u te Küche — Aufmerksame Bedienung Geheizte Spielräume

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