Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1948
- Issue
- Heft 27 (20.11.1948)
- Date
- 1948-11-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Ü.)ie Stimme Nr. 27 30.000 jubeln den Fußballern Israels zu Kino amerikanisch-jüdische Freundschaftskundgebung in den Polo Gmunds Das mit größler Spannung erwarlcte Fußballwet t.-piel der National-Elt lsraeU gegen die amerikanis» he Olympia-Fußballma uns» -ha 11 .das am Sonnt au naehmittags bei idealem Wetter in den Polo < irounds l New York) zugunsten des Pnited dewisli Appeal vor sieh ging. gestaltete sieh im Ileisem von rund 20.000 Zusehauern zu einer amerikanisrli-jüdisehen Freundschaftskundgebung von selten erlebter Intensität. Unter einem wolkenlosen Himmel lau das Spielfeld in helhun Sonnensehein da. als sieh tun 2 I hr nachmittags die Tribünen zu füllen begannen. Pie vielen Tausende waren gewiß nicht durchwegs Kenner oder auch nur Freunde des Spiels. Sie kamen einfach. um in den jungen Männern, die hier die Farben der Pepublik Israels im Kampf gegen eine Elite-Mannschaft der Vereinigten Staaten vertraten und alle von der Armee Israels beurlaubt waren, tapfere Streiter für das Lebensrecht des jüdischen Staates zu grüßen und sie. wenn möglich, siegen zu sehen. Man spürte diese Hochstimmung der "Massen in jedem Winkel der Polo Grounds. Ein Jubel ohnegleichen brach los. als unter Vorantritt der Polizeikapelle und einer Falmenwacht der .Tewish War Veterans die Spieler der Israel-Mannschaft in ihren blauseidenen Trikots und weißen Hosen rund um das Spielfeld zogen. Doch auch die amerikanische Mannschaft in weißen, rotgesäumten Sweatern wurde mit der gleichen Begeisterung während ihres Vorbeimarsches aufgenommen. Beide Mannschaften machten physisch einen v o r z ii g 1 i c h e n Eindruck. Kurz nach 2 Uhr begann dann vor Spielbeginn eine feierliche Zeremonie, die das Sportereignis auf eine höhere Ebene, auf die einer politischen Freundschaftskundgebung beider Länder hob. Zunächst schüttelten sich die Kapitäne der beiden Spielmannsf haften freundschaftlich die Hände und tauschten die traditionellen Gaben aus. Die Israel-Mannschaft schenkte dem Gegner einen seidenen Wimpel in dem Farben der jungen jüdischen Pepublik, während die US-Mannsehaft einen herrlichen Strauß dunkelroter ..American Beauty"-Posen dem Kapitän der Israel-Mannschaft überreichte. Inzwischen hatten sich die Spitzen der Behörden und Ehrengäste, unter ihnen New Yorks Mayor 0 Dwyer. sowie der diplomatische Vertreter Israels. Eliahu Epstein und Richter S. Leibowitz. in die Mitte des Spielfeldes begeben. Feierlich erklang jetzt Israels Nationalhymne. die Hatikwah. über das weite Rund und langsam, vom amerikanischen Kapitän gehißt, stieg die blau-weiße Fahne mit. dem Davidsterri am Flaggenmast: hoch. .Nun trat: tiefes Schwingen ein. Alles erhob sieh von den Sitzen. Aus einer Ecke des Spielfeldes erscholl ein Trompetensignal. ..Tops“ wurde geblasen, jenes in seiner Einfachheit und Traurigkeit ergreifende Signal zu Ehren der gefallenen Soldaten. Richter Samuel Kcibowitz gedachte des Oberst David Marcus und der im Kampfe für Israel gefallenen Streiten'. Oann nahm Oberbürgermeister von New York O'Dwyer das Wort. Es waren nur wenige Sätze, aber sie gingen) allen tief xn Herzen. Er sprach von e|er Freuinebeha II New Yorks zu Israel. ve,n e|ei) Treibereien gegen eIie E\i- -tenz r|es jungen Staate- und von seinen' festem Zuven'.-dchf in e|je Fortdauer iirul große Zukunft LraeL. Eliahu Epstein flankte allen Peleüligten für di<" .-(• -Ginim K unelgcbiing der Freund- -e• 11;ift be■ i<Ie-r Länder, vor allem auch Richten Leibowitz. eiern in erster Linie eins Z11' t; t Ii f I e ‘ 1e) 111 n i e 11 des großen Spewtr-rcigni -ezu verdanken war. ln den' Spielpause unteu'hiedten der belie'bte Komiken' Milten Beide und der große» amerikanische» Al h 1 e»t Jime» Tliorpe». ein Mann indianische»n Geblüts. die» Zuschauer mit ihren Darhietunge'ii. Israels Dehnt war kein Meisterstück \ on dem \e»rtretern Israe'ls setzten die Massen eiiu'ii Sieg gegen Anu»rikas Lände»r-Elf als bi'inahe se'lbstverständlicli voraus. In elie»ser Bezie'lmng erlebteii sie» jedoch e»ine scharfe Enttäuschung. 1 )e»r erwartete» Erfolg kam nicht, zustande: die in ihrer Gesamtheit; die geschlossenere Mannschaftsleistung ze'ige'nde l.’S-Elf blieb verdienterweise» mit einem de»m Spie»lverlauf durchaus ge»ree-ht werdenden 2 : 1-Vorsitrung in Front. Die Gesamtleistung der Israel- Mannschaft. die einige hervorragende Einzelspieler besitzt, ließ vielerlei Wünsche ollen. Was Israel zeigte, blieb Stückwerk, dem der letzte Endeffekt fehlte, um der Elf das Prädikat ..international hochwertig“ ausstellen zu können. Es zeigte sich erneut, daß sich wirklich erstklassige Ländermannschaften nicht von heute auf morgen aus der Erde stampfen lassen. Da jedoch in Israel Soccer Nationalsport ist. darf man davon überzeugt sein, daß es bei dem zur Verfügung stehenden Material nur eine Frage der Zeit bedeutet, bis man einen wesentlichen, qualitätsmäßigen Aufschwung konstatieren kann. Nachdem der Kampf in der ersten Hälfte einen ziemlich wechselvollen unausgeglichenen Verlauf nahm, machte Israel nach der Pause. 20 Minuten lang, eine Schwächeperiode durch, die den Gesamteindruck der Elf wesentlich herabdrücktc. Beim Seitenwechsel stand die Partie schon 2: 1 zugunsten der Einheimischen. Fall Rivers Rechtsaußen F. Souza hatte nach 20 Minuten das Führungstor geschossen, doch dauerte es nicht lange, bis Israels Mittelstürmer Spiegel eine Vorlage seines Nebenmannes des Kapitäns Ben Dror zum Ausgleich verwerten konnte. Noch vor dem Halbzoitptiff übersah Referee (’oggan eine glatte Abseitsstellung des Philadelphiacr Linksaußen Me Langhin, der. allein auf weiter Flur stehend, ungehindert den zweiten Treffer buchen konnte. Ihis Glück war nochmals auf Seifen Israels, als der Schiedsrichter auf Grund einer glatten Fehlentscheidung einem Prachttor des Mittelstürmers Gosta (Lusitanos. Fall River) die Anerkennung versagte. Erst in den letzten 15 Minuten kam wieder mehr Leben und Kampfgeist, in fsraels Reihen. Doch die großangelegtc Sehhißotfensive kam zu spät. Ganz abgesehen davon, daß Yermesh. Miraniovitz. Spiegel. Ben Dror und Bogdonov wiederholt großes Pech mit ihren Schüssen hatten. Es besteht kein Zweifel darüber, daß FS. als das technisch bessere und flüssiger Zusammenarbeit ende Team einwandfrei gewonnen hat. .Namentlich im Sturm halte die Olympia- Mannschaft ein wesentliches Plus aufzuweisen. Interessant und möglioher- 'weise für das Spiei entscheidend waren die grundver.-ohiedenen Systeme, mit denen beide Läufe! reihen operierten. Bei Amerika wirkte (’enterhalf Uolombo von St. Louis striktals dritter Verteidiger. während auf der Gegenseite der recht bewegliche Fuchs seine Hauptaufgabe in der wesentlich ausgeprägteren Unterstützung seiner Vorderreihe erblickte. Durch diese Spielweise bildet!4 Amerikas Hintermannschaft. mit dein sicheren Pittsburger Slrimel im Goal in Zusammenarbeit mit; den Außenläufern (»in Bollwerk, gegen das sich das nicht, genügend Entschlossenheit; und Durchschlagskraft; zeigende Inneutrio nur Kelten durchsetzen konnte». Jerusalems ii rötliche Versorgung K i ii < ■ der lickaii nt i'.-t rn IVrsiinliclikciO'ii der Arzt (»weit Israels. Pr. Hermann Wöllstein, weilt zur Zeil in h<>- snmlerer Mission in New York. Pr. Wollstein ist ineäiziniselier Direktor des Jerusalemer Krankenhauses Hieiir (’holim. das nach dem 11 adassa li-l 1 ospit a I das zweifgröl.Ue Krankenhaus der Ileilirteti Stadt, ist und in der iirztlirhen \ ersortfinif' der Zivilbevölkerung eite» höchst bedeutsame Wolle spielt. Bei einer l'nterredung mit dem aus Ooulsehland stammenden Arzt schilderte dieser die Haltung der jüdischen Bevölkerung Jerusalems und die Schwierigkeiten ihrer iirztlirhen Versorgung in der Zeit der arahisehen Belagerung. ..'Wer es nicht solltet' miterlebt hat. kann sich kaum eine hinreichende Vorstellung von dem Heroismus machen, mit; dem die Zivilbevölkerung des jüdischen Jerusalem alle Leiden und Entbehrungen auf sich genommen hat. die Ter arabische Angriff und die lange Belagerung ihr auferlogt haben. Man hat den Stoizismus der Londoner während des deutschen ..Blitzes“ in der ganzen Welt bewundert:. Den Juden Jerusalems gebührt nach meiner Überzeugung die gleicln4 Bewunderung. Und nicht minder sollte man die überaus tapfere Haltung des Sanitätspersonals rühmend anerkennen, das seiner Mission unter den denkbar schwierigsten und gefahrvollsten Umständen mit unerschütterlicher Ruin» nachgegangen ist. Was Ärzte. Krankenpfleger. Ambulanzfahrer usw. während der Belagerung geleistet haben, was die jüdische Zivilbevölkerung ohne Murren erduldet hat — das kann der Welt am besten den Geist verdeutlichen, der den Staat Israel möglich gemacht hat. Um ein Bild von den gewaltigen Nöten der jüdischen Bewohner der Heiligen Stadt zu geben, die schlimmsten Miihsale anzuführen: Kein Öl, kein Heizmaterial war vorhanden. Wenn es Wasser gab, konnten nur fi bis 7 Liter pro Kopf zugeteilt werden. Aber das Wasser mußte in den allermeisten Füllen von den Zisternen Mllllllllllllllllllllllllllllllllllllltllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllf «WM*»* mjk vmwwiin Wi Oberbürgermeister O’Dwyer (New York) begrüßt ilie Fußball-Nationalmannschaft Israels abgelmlt worden, und das war jedesmal mit, lieber Lebensgefahr verbunden. Denn die Araber pflegten regelmäßig in die Reihen der Wartenden an den Zisternen hineinzuschießen; einmal gab es bei solcher Gelegenheit 20 Toto. An Schlaf war kaum zu denken. Nacht für Nacht hielten Kanonaden und Explosionen, das Rattern von Maschinengewehrfeuer die Zivilbevölkerung wach. Das nervenberuhigende Mittel einer Zigarette dann und wann blieb ihr auch versagt. Denn Zigaretten waren nirgends aufzutreiben. Lebensmittel waren ungeheuer knapp und teuer. Doch der Kampfgeist und die Zuversicht der Jerusalemer Juden blieben ungebrochen. Mein Krankenhaus Bichur Uholim. das schon seit Dt) Jahren besteht und ursprünglich im amerikanischen Viertel der Alfstadt gegründet wurde, war (»in Hospital für unheilbar Kranke, das 25 Patienten aufnehmen konnte. Vor dreißig Jahren wurde sodann das neue Bichur Uholim-Krankenhaus gebaut, das zuletzt mit, einer Kapazität von 125 Betten das zweitgrößte Hospital der Stadl, wurde. Mitte Jänner dieses Jahres mußten wir unter dem Druck der Ereignisse und nach Zerstörung unseres Gebäudes in der Altstadt die Patienten in andere Räumlichkeiten überführen. Diese waren naturgemäß mehr oder weniger ein Notbehelf und vermeint en unsere Schwierigkeiten. In normalen Zeiten hatten wir .JO bis 40 Geburten im Monat; in den Monaten nach der Räumung hatten wir durchschnittlich 140 bis 150 Entbindungen vorzunehmen. Im Hadassah-IIospital auf dem Seopus-Berge waren nur noch •25 Patienten zurückgeblieben. Glücklicherweise konnte die Iladassah neue Räume im britischen Missions-Hospital in der Prophotenstraßo beziehen, was uns jedoch wenig Erleichterung schuf. Denn dieses Hospital mußte zunächst vorzugsweise Verwundete auf nehmen. Erst als An hing Juni das frühere deutsche Spital übernommen werden könnt,!», wurde dieses ganz zum Kriegslazarott; der Israel-Armee ausgestalt,et. Neben Biclmr-Uholim hat dann noch das kleinert4 jüdische Hospital Sehaare Zedek erfolgreich an der ärztlichen \ ersorgung der Zivilbevölkerung mitgewirkt. AMERIKANER 38 Jahre, 2 monatiger Aufenthalt in Wien, sucht ehrbare Bekanntschaft zwecks Ehe mit Mädchen ausguter jüd. I'arnil/e. Unter „Gesicherte Zukunft“ an die Administration d. Bl. Kigenliimer, 11 »mmnsgt*lummul Verleger: Zionistischer Bandesverhand in Oslerreich, Wien IX, lJniversilälsslrnl.U) Nr. 1/1. Hedigierl von einem llednklionskollegimn. Medakl.: Kudolf ,Sla|i|der, Wien 111, Weyrg.!). Tcelm. Peilung: Hermann llalpern, Wien IX. Druck: „Norhertus“, Buchmul Kunsldi uckcrci, vorm. Boiler & C.omp., (iesellschnl’l in. h. II., Wien III, Kollergn«so 7. rüt tfaiiNRniii mn “ ifir t