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Die Stimme · 1948-11-20 · Heft 27 (20.11.1948) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 27 (20.11.1948)
Date
1948-11-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 27 £)ie Stimme Seite 7 10. November 1938 Zur großen Trauerkundgebung der Israelitisthen Kultusgemeinde Wien I >ic Tl :MI<'!’I('i<‘l anläßlich des /.ehlit<*11 (I('<I(>iik 1;iu<'s (Irr furclil ban n Sclircckciisliim' min!). und 10. Xovi m- Im 1 r |!ÖN wurde /n eiiM'in ri ndrucks \olli'ii Frli'htiis yrsl a!l(d . I >er (irolx- Mu.' ikvi'iadiissaal. bis /um Itd/den Platz besetzt, wnr von einer wiirde- \ idlen ,\I mospliäre erfüllt. als zur I > in - 1 < iIunj-T der Peier die W iener Symphoniker imler der Leiluny; von I )r. liaii- WOll den Traiiermarseli aus Beeliiovens ..Frniea" zum Vortrag bradi- I en. I) r. I) a v i d S e li a p i r a. dm- Präsident der Israelitisrhen Kidtusyemeinde. spraeh mit ergreifenden Worten. iiher die iledeuliinp* dieses Ahrnids <ies (ii'denkens. über dio unormeßlielie Barbarei. uIkm* dii' Millionen Opfer, die unser \ olk erleiden mußte. Fr Imyriißle die erseliiencnen Ehrengäste: den Ihindeskanzler Iny. I )r. li. e. Leopold Figl. dii' Herren Minisler Krauland mul Migseli. sowie die Vertreter anderi'r Minislerien. Dr. Kurl Lewin als K’epriisenlanlen des SlaaO's Israel. Herrn l’rälaien I )r. Fried, der in \ erirelung Sr. Eminenz Kardinal Fürster/Juseliof i )r. Innilzer ersehienen war. ferner die Vertreter der alliierten I lesat ziingsmärhte. I lernt Vizebür,germeist er llonay und All biirgermeisler Karl Seitz. I > u u d e s k a n z 1 e r F i g 1 bezi'ichneti' sieh zu Beginn seiner Keile nicht mir als I»epriisentant und (lief der österreichischen Bundesrogiprung. sondern auch als Kamerad der vielen jüdischen KZ.-Opfer. mit welchen er gemeinsam die unsagbaren Leiden er- 1 i-aui'ii mul.de. Fr versprach, daß alle Anstrengungen zum Wiederaufbau und zur W iedergutmachung gemacht werden würden, und plädierte für das Vergessen des Fnrcehts und für die Öffnung di'i* Herzen zur Zusammenarheit, mit. dem österreichischen Volke. I) r. K u r 1 Löwin, der Vertreter Israels in Österreich, ergriff, stiirmiscli begrüßt,, als nächster Redner das Wdirt. Fr hezeichnete Europa nach all den Ereignissen als einen Trümmerhaufen. Die unmenschlichen (ieschehnisso könni'ii nie wieder,gutgemacht, wc'rden. wie kann ('s für so viel Opfer eine Vergeltung* gehen! Fs ist nicht unsere Sache, die Schuldigen zu bestrafen und die tausendfachen Yet- / f ellpappe-, Kartonagen-, Büroartikel fabrikrn und Druckereien A. Glücksmann Sc Sökne Wien XVII, ßeheimgassc 77 Iclephon: A 20 2 27, A 2S o 2() brei-heil ZU sühnen, dies ist die A n g r I cLM'ii heil der St a a I e n. i n W e I e h e n diese I 11 lll e IIsehen leben. Nur ei lies kann uns ein Trost sein: die Erschaffung des St aali's Brach Israel wird darüber wachen, dal.' es niemals möglich sein wird, dal.s unsere Hriider und Schwestern rechtlos und schutzlos sein werden. wo immer sie sich belinden werden. I s r a e 1 h a 1 sei n e T o r e W eit g e ö f I n e I II II (1 s e i n e F 1s e h a I I ii n g w i r d d c m .1 u d e nt ii m d e r Weit di e F r 1 ö s ii n g v o n all e n F h e 1 n d (' r .J a h ih u n d e r t e b ring e n. Der Direktor des österreichischen World dewish ( ongress-lhireaus. M r. F r n (' s t, S t i a s s ii y. brachte zw ei I legrii Klingst elegrammi' aus London und New York zur Verlesung: Dienstag, den lb. \o\embor LOS, fand unter reger Anteilnahme aller offiziellen jüdischen Stellen auf deas Wiener Zentralfriedhof das feierliche Begräbnis unseres unvergeßlichen Chawer Isidor Bomse statt. Außer seinem tiefgebeugten .Bruder als nächstem Anverwandten war auch eine grol.se Menge derer, die ihm im .Lehen nahestanden und seiner engsten Mitarbeiter ersehienen, um von ihm Abschied zu nehmen. Diesem Trauerzoremonioll gab eine aus seinen besten Freunden gebildete Ehrenwache das entsprechende (lepräge. Vach Verrichtung der üblichen Totengoboto durch Oherkantor Morgenstern ergriff der Oberrabbiner Wiens, Doktor A. Eisenberg. das Wort. Er würdigte in seiner Ansprache das Leben und Wirken des so jung von uns Gegangenen mit zu Herzen gehenden Worten. Darauf hielt im Manien dos Zi oni st isch-1 Revisionistischen Landesverbandes Herr Jerzv Kiinstlinger die Trauerrede, die in der Verlesung des tiefergreifenden letzten Briefes des Verstorbenen an den Redner gipfelte. Demnach galt der letzte Gedanke des Dahingegangenen dem Judenstaate zu beiden Beiten des Jordans, wie ihn .Ja botinsky erträumt hatte. Herr Kiinstlinger betonte, daß der letzte Gedanke des Toten durch die aufopfernde Arbeit unser aller verwirklicht werden muß. Sodann sprach im Namen der Zionistischen Föderation Herr Braver. A11Li Idh h zehnjähriger W b di i - k lu .-chick^aDsehwei er \ovembei- 1age gedenken wir in Trauer na/i -tisi her (Ireiiellierix hali und organisierten Vandalismus. womit jene N-hrei-kensherrschall begann, die mil vollständiger ZerMürung berühmter Wiener jüdischer Gemeinde endele. Wir begrüßen Ihre muligen Bemühungen, jüdisches Leben in jener Siedl wieder aufzubauen. aus der Ilerzls unst erbliehi' Botschaft Ausgang nahm. World dewish ('ongress gelobt, vollsle I ntersliilzung zur vollkommenen Wiederherstellung jüdischen Rechtes und für gerechte Entschädigung heraub- 1 er < >pfer. ih'r den Toten mit dem unbekannten Soldaten verglich, dessen jetzt in aller W elt: gedachl wird. Fr erinnerte daran, dal.s dem Verstorbenen dennoch das Glück beschieden war. die teilweise Verwirklichung seines Streben« in der Errichtung* des Staates Israel zu erleben. was seinen großen \ orgängern llerzl und Jabotinsky versagt blieb. Allerdings war es ihm nicht vergönnt, den Boden der von ihm so heiß ersehnten Heimat zu betreten. Für den Verband der polnischen Juden in W ien ,'prach Herr Dobozs in hebräischer und polnischer Sprache. Nach dem ergreifenden Vortrage des Fl molc rachamiin wurde der Sarg von den Anwesenden zur Grabstätte getragen. Am offenen Grabe nahm im Namen des Shi.lton Betar und der österreichischen Landesleitung des Betar Chawer Chajcik Abschied von Isidor Bomse. AVeiters sprachen noch Chawer Gerbeb über seine persönliche Freundschaft mit dem Verstorbenen berichtend, und für die Alisraehi Herr Feinmann. Alle Stimmen hoben gemeinsam den fanatischen Arbeitswillen, die Opferbereitschaft, und die übergroße Bescheidenheit des nun 'Föten hervor. Das Absingen der jüdischen Nationalhymne beendete das Begräbnis, und jeder der Anwesenden ging mit dem schmerzlichen Bewußtsein, einen der Besten aus den Reihen der jungen Pioniere für die Sache Israels viel zu früh verloren zu haben. 11. R. Stephen S. Wise. Präsident des Jüdischen Weltkongresses. New A’ork | ISIDOR BOMSE | Am zehnten .lalue-laue de,- \aziangrilles auf lüdi-Mm Be\ü|k< i uiiu uedenkt W orld Jewish < 'migre-s ge - uwi ll.-a lll llllt überlebenden Ö -1 e, 1 eil lli -rlien Juden der 1 >p11 I der bei- -pie 11( 0-e11 \ erfohrunu. W orld Jewish i ’oiigi e-- wird den Kampf um restlo-i' W iedergut mai Innig jedes der jüdischen (iemeinde zugefiigten I nrechtes fori sei zell. besieht auf Wie derherstelliing aller Fechte und Entschädigung für gerauhtes Gut. Im Kampf um die (ierechligkeit und gleiche Fechte der jiidisi heil Bürger innerhalb der österreichischen tlrenzen erwarlel World Jowi.-di ('ongress I nlerstiitziing seitens der neuen österreichischen I Gm oktal io, welche dieselbe Gerechtigkeit und Gleichstellung als Mitglied der l'N erhofft. Lady Reading. London I) r. V i k 1 <> r P o r d e s. dei* Nestor der Kultiisräte der Kehilia, Wien, schilderte den systematisch vorbedachten Plan zur Fnlrechtung und Bora, nbnng der Juden in Deutschland und Österreich. Fr kommt in seiner Rede auf die schleppende, praktische Durchführung der erst teilweise erlassenen Wiedergutmachungsgesetze. die sicherlich einen gewissen guten Willen ihrer Verfasser erkennen lassen, zu sprechen. Fr betonte, dal.' diese maßlosen \ ersohleppungen in der tatsächlichen Anwendung der W iedergutmarhungsgeselze auf die Tatsache zuriiekzuführon sind, dal.s viele maßgebende Beamte offenbar von ge w i ss e n I d e o I o g ien v o n ..!' r ii h e r“ sich n. o e h n i c h t v n II k o m m e n I o - oe ] ö s 1, h a b o n. Das Symphonieorchester spielte sodann die ..GorioIan"-öuvcrturo von Beethoven. Alhin Skoda (.Burgtheater) brachte die Apotheose ..Israels Klagelied und Israels Auferstellung" nach einer ausgezeichneten freien Bearbeitung von Wilhelm Krell in hervorragender AA'eise zum Vortrag. Zum Abschluß dieser würdevollen Trauer¬ und Gedenkfeier spielten die Symphonikter die österreichische Bundeshymne und die TTa.tikwah. Stapsy Qeschäflsbiicher-Sabrik S. Sturm Öffentl. Verwalter Emil Lindenfeld Fotoalben — Notizbücher, sämtliche Schulhefte sowie Übernahme von Lohnarbeiten jegl. Art. Eigene Rastrieranstalt. Wien, VI., Mariahilferstr. 117 Tel. A 35 3 07 Wir bringen in jeder Ausgabe unserer Zeitung im Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft jüdischer Heimkehrer Anfragen von Stellungsuchenden. — Mittellose jüdische Heimkehrer, KZler und DP.s haben die Möglichkeit kostenlos in unserer Zeitung zu inserieren. Wir hoffen durch diese Maßnahme an der wirtschaftlichen Eingliederung von Beschäftigungslosen positiv mitzuarbeiten. — Zuschriften mit näheren Angaben an die Administration des Blattes erbeten. STE LLENGESUCHE männlich Tuclilmuiclu' Picht,iger Verlrder, 5g Jahre, «acht Anstellung Elektriker mit. Meisterlnieli, f>3 Jahre, sucht lie schält igililg Drogist >li Jahre, mit. großen KiTahrungen in dm* l’arliiineriehranehe, sucht. Anleitung Mechaniker. opiisehe Instrumente, *27 Jahre, mit l.esl eil \ orkeunl llissen, sucht S! e11lllig. A iitomcchanikcr, 72 Jalire. mellt, Arbeit. Magazineur, erfahrener Lagerhalter, versiert, in <I<'r Mübelbranehe, sucht, .Stellung Tepitielifaehiuanii, .77 Jahre, sucht, lieseluifl igung in seiner llranehe. Ilandclsnngcstclltc, auch mit. S|irachkenn! nisscu. suchen Pesehäfl igung. I lansdicncr, auch als Hofengänger mul Inkassant \ erw endb.ir, sin hl Ileseliiifl igung. 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