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Die Stimme · 1948-09-03 · Heft 23 (3.9.1948) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 23 (3.9.1948)
Date
1948-09-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 23 5)/ß Stimme Seite 5 Tag des Staates in Israel Di«' provisorische R ecieruuudes Staates Israel!i;11 den I I. Todest;tis Dr. Theodor 11«tzls zum Nationalfeiertag proklamiert. I >;is Kultur df'| *;i rl i'iiKMii Imt im ganzen Lande Massen vor.-aminlmigmi ui umni^ i(m! . in denen führende I Vrsöiiliehkoi I en des .liseliuws (iedenkreden für Theodor llei'/d und Ninlimnii Hinlik hmlloii. I len I(r>lt»'|m111 kf der ['Vier In’ldele oino Afililärparad«' in Tel Aviv, die bei der ganzen Ii('\ <")Ik<*runu' große Begeisterung Imrvorrmf. Während Ärnplnne iiber der Slndl kreisten. defilierb'ii Ableilnnrren nller Wa llenga I hinten mit Artillerie;m der Spitze vor dem (tberkommandiorendon. I)nn Talkowsky. der ( IkA des <Ipt'rnüonsbiiros. gab in einer Pressekonferenz inleressanle Einzelheiten über die (>rganisut ion der jiidiseben Luftflotte. Idr b('tonl(\ daß derzeil die größt«' AurincM-ks.'unktM(, der Ausbildung von Piloten und dem Hodenpersonal zugowendel werde. Nur 10" ,, des Personals seien Ausländer und nur 1"M, Nicht jmhm. ..Die jiidisebe Luftflotte lmt ihre Organisalionsarbeit bis 15. Mai unterirdisch g<‘- fülirt“. Erst nach dm- Liquidierung d('s Mandals bat sie* begonnen, öden und frei zu arbeiten: zuerst als AVrbindung zwiselien den isoliertem Kolonien und später als militärisobe Einheit. Am Staatsfeiertag hat das Armeeoberkommando ei mm Tagesbefehl erlassen, in dem Indent wird: Der (leist der Armee hat sieh dank der großen militärischen Erfolge auf allen Fronten gestärkt. Die.-mr fl eist, der weder Angst noch Verzweiflung Kennt. wird den cndgiiltig('n Sieg bringen. Das bedeutet sowohl Freiheit. Frieden und Sicherheit für das jüdische Volk als auch Zusammenarbeit, mit allen Völkern der "Welt. Graf Bernadette fiir Anerkennung Israels durch die UNO Der österreichische Rundfunk hat Montag abends in seinem Nachrichtendienst die Meldung durchgegeben, daß (Iraf Hernadotto in der September-Tagung des Sicherheitsrates in Paris den Antrag auf Anerkennung des Staates Israels stellen werde. Das erste jüdische Gotteshaus in Cochabamba (Bolivien I n der V and. rc-liis von der I tun Ile rr Ifnfrat Ing. [Ru/.k a stelll. ■ Ulis eine Aufnahme « li eses Voll e i noiu sei nc r Schüler pro jekt iei't eh und;i usgeführten V erkes zur Y« ‘i-fiigum. Es ist das erst e jiidD die G ( >11 eshau-. nicht nur in ( öch.i bnmba. sondern in ganz Boliv ien. Um -er ehemalig« 'V Ham «1 s tu; i mi liml (' h; i u ■er. Dipl.-Ing. Erich Moldau . der sich um die Vcrlu reit ung «los Zi onis llius in Bolivien die g TÖßt Oll Yel" dhuis te erworben hat. slellle sich schließlich die Aufgabe, den .luden Boliviens auch ein Got tesliaus zu errichten. Nach seinen, von ihm koslenfen und unter seiner Leitung erstand das Werk. Der Jlau erforderte von der dortigen, noch verhältnismäßig kleinen jüdischen Gemeinde ziemliche Opfer, war aber nicht zuletzt dadurch möglich gemacht, daß sämtliche Professionixten der Gemeinde — 'Tischler. Glaser. Installateure. Flektriker. usw. — ihre Arbeitskraft auch kostenlos zur Verfügung stellten. Das Gotteshaus hat einen Fassungsraum von 5(i0 Personen und enthält zwei Damen- und eine Ghor-Galerie. Der Hau. der in seinen Details ein technisches Meisterwerk ist. das seinem Schöpfer zur höchsten Ehre gereicht, wurde noch durch ein besonderes Wahrzeichen geziert. dos ln d<\ Di aut dem Hilde «du Punk1 in einem kleinen K roPe -dein bar. I 'er Punkt ist in Wirklichkeit ein Stein vom zerstörten I lid zi nner Tempel, der seinerzeit vmi einer Familie Skuielzky aus nherhollaIn mm miiao bracht worden war. die heute inzwischen wieder nach < iberlmilabi nun zuriiekgekebrt' ist. Diesen Stein ließ Ing. Moldau in \die Altarwand einmailen) und die darunter angebrachte Tafel erklärt ihn als ein Symbol der zerstörten europäischen Tempel, die in Südamerika in den neuen Gemeindie jüdisch«1 Gemeinde Cochabamba zu diesem schönen AYerk. Fs zeugt nicht nur von Glaubenstreue, sondern auch von Treue und inniger A’erbundenheit mit dem ewigen jüdischen Adlke. Möge die1 jüdische Gemeinde in Cochabamba blühen und gedeihen zur Ehre und zum Stolze des gesamten Judentums und zur Ehre und zum Stolze unseres Staates Israel. Unser Freund und Chawer Ing. Moldau aber hat sich ein dauerndes Denkmal gesetzt und senden war ihm und allen Juden Cochabamhas und Boliviens di^ herzlichsten Grüße aus der Stadt Dr. 'Theodor Herzls. Das Haifaer Dl \ oiJiamlIiimrcii mit Amerika. Siclbmir der Fiurländer P a I e o r. Die p!-.o i-mä Im pmde nuiv 11 ai zur Sieliei nuv d"- Bcdarn a o Rohöl Pit dl" 1 b d I a "l' R aüi l ml i eg mH zw ej m oßeii anierikanDelmn ö)|, enz"i Dell in \ <' l I) i 11 d II11 . denen de zu-agte. da ß;ilies raflinicrle öl. .-uweii <■- nielv dem Inlamlbedarf ilimit. <len /wecken deeuropäisch« n \\dedernufhauprngramnis ( Mar.-hall-Plan ) zuminviudi gemacht werden wird. Die Regierung: erklärte diesen K oiizerimn gleichzeitig-. daß sie bei Nifhlzii-Iandekommen i|es A rra ugenient s geiiötRH sei. das für Haifa benötigte Rohöl aus Rumänien zu beziehen. Fiir den Marshall-Plan können im Haufe des nächsten .Iahre.- an sich -J Millionen 'Tonnen rafüniorten Öles. d. li. JO" „ des für die Kuropa-I li Ife überhaupt vorgesehenen Tnä bst off es. au- Haifa zur Verfügung gestellt werden* * Ein Sprecher .der brit. Bot-cliaft in Washington erklärte: ..Offiziell, hat England wegen der Haifaer Ölraffinerien. deren Inbetriebnahme die Israel-Regierung bekannt gegeben hat. nichts unternommen. Wie sich die Dinge entwickeln worden, ist noch unklar: denn die Raffinerien sind in jüdisi her. die öh|uel!en dagegen in arabischer Hand. Die Hngländer sind an der Erdülproduktion interessiert, weil sie für den Wiederaufbau Europas lebenswichtig ist. Wir wollen die militärische Stärkung sowohl der .luden als auch der Araber verhüten, streben aber gleichzeitig danach, daß öl durch die Rohrleitung gepumpt und zur Förderung des Programms für die Gesundung Europas raffiniert wird. Die Araber können die Ölzufuhr nach. Haifa durch das Abdrehen, eines einzigen Hahnes unterbinden.“ Der Sprecher der JisraelWortretung erwiderte auf eine Frage nach dem Status der Haifaer Raffinerien: ..Am besten legen Sie diese Frage den Engländern vor.“ Ägyptischer Oberbefehlshaber gefallen Einem ägyptischen Kommunique zufolge fand der Oberbefehlshaber der ägyptischen Stroitkräfte in Palästina, öherstlentnant Achmed Aziz Hey. auf dem Schlachtfeld den Tod. Das Kommunique enthält kein«' weiteren Einzelheiten. -ollen den wieder aufcrslclicn ■estelltcn Entwiir los zur Verfiigun Tt } n 1 AYir beglückwünschen unseren hochverdienten Chawer Ing. Moldau und #** „Was willst Du, Rosa.“ unterbrach sie Herr Dachs, „er ward nicht dazu gehen!“ Aber sie erwiderte traurig: „Der gibt nicht nach!“ —-— Max hatte seiner Mutter verheimlicht, dal.s er als Gaftir bereits aufgenommen, vereidigt war und jetzt, am Aonnittag. einen Rostautobuw, diesen beschützend, begleiten solle. Aber die herzlichen AYorte seiner Mutter: „Ich lmb’ doch nur Dich. Max!“ hatten ihn aufgewühlt. — Er war schwankend geworden und überlegte, ob er von seinem Recht zuriiekziitreteu, Gebrauch machen sollt1? Doch die Scham, von den Kameraden als Muttersöhnchen verspottet zu werden, hielt ihn ab, so sehr sein Herz ihn dazu trieb. Er lilt unter diesem Zwiespalt., bis das Gtuvissen sanft und innig mahnte: „Ivowed es owicho, weess imecho! Ehre Aater und Mutier!“ Doch die*.lugend ist kräftig, mutig, widerspenstig, ergibt, sieb nicht und erwiderte: „Ehre ich sie nicht, mehr, wenn ich ihr Leben schütze?“ Pud immer schwächer und ferner, abslerbend, wie der Ruf eines Ertrinkenden, erklag in ihm das „Kowed es owicho. weess imecho!“ — — — AYährend dieser Seelenkämpfe stand seine .Mutter noch immer an dem Eensler ihrer Wohnung und sali auf die Straße, als könne sie dadurch ihren Sohn zuriickholen. obgleich dunkle Ahnungen ihr zullüsterten. er lasst' nicht von seinen Elan. Angstsehaucr bedrückten sie. aber bald erwärmte ein 1 lolTnungsschimmer das bedrängte Mutterherz: „AVenn er auch Gallir wird!“ dachte sie. „Warum soll ihm denn etwas geschehen? So viele Gaftirim machen Dienst und — bleiben gesund! Warum soll der lit'be Gott, der mir schon den Alaun genommen hat . . .“ und naiv — ergeben, holTend. dal.s durch dieses Opfer die ScbicksaIsmächte versöhnt seien, dachte sie: „Nein! — Der liebe Gott wird mir den Sohn lassen!“ Gestärkt und ermutigt richtete sie sich auf. verließ den Fensterplatz und ging an ihn1 häusliche Arbeit. Es war Mittag geworden, als sie die Wohnung aufgeräumt, das Essen fast fertig vorbereitet hatte: aber mitten unter diesen Vorbereitungen stockte plötzlich ihre Hand, sie sann, ein .Lächeln huschte über ihr Antlitz, als sie beschloß: „Heut' Mittag mach" ich ihm seine Lieblingsspeise: Palatschinken mit Topfen!“ und sogleich verließ sie die Wohnung, um den Topfen zu besorgen. Sie trat auf die Straße. Eine kleine Gruppe Menschen stund vor dem Nachbarhaus und einige Frauen sahen scheu zu ihr, als sie sie erblickten. Eine bekannlo Dann1 ging ihr entgegen. und führte sie abseits. „Was gibt's?” fragte Frau Xeumann. „Warum — warum führen Sie mich weg? Was ist geschehen?“ „Ihr Sohn. Frau Neumann, ist: — ist verunglückt!“ „Um Gottes AYillen! AYo? AYie?" „Er ist als Gaflir mit einem Postautobus gefahren lind um zehn Uhr von drei Arabern angeschossen worden, die getlüchtet. . ." „Wo ist er?" rief die Alutter. „Ich. will zu ihm! Und weshalb...", sie zeigte auf die Menschenansammlung, „stellen die Leute dort? — Lassen. Sie mich doch hin!“ Sie riß sich los, eilte zu der Gnippe, die ihr ehrerbietig Platz machte, und die Mutter stand nun vor einem schwarz umränderten Plakat, las die dürren Worb1: ..'Max Neumann — halb elf Phr gestorben --- zwei Phr Regräbnis!" und brach zusammen. Das tropische Klima Palästinas erfordert, dal.s das Begräbnis noch am Todestag statttindet. Der Friedhof Haifas liegt zwischen dem Aleer und den Abhängen des KarmeW 1 ebirgos. AOn oben blicken di«1 Karmel-N dien, klein, wie Spielzeugschachteln. auf «hui Friedhof und unten schaut das rauschende, ewig lebende Aleer auf die 'Tot«‘ii. die für ihr \Olk gekämpft und gelitten haben. Max Neumanu war der Dreiuodaclitzigst«' >n der Reih«1 der für ihr Land gefallenen Kämpft1!-. Kino Gruppe Gaftirim stand mit Dachs vor dem frischen Grab und er klagte bitter zum Führer «hu- Grunpe: „Ist Emu- Kampf nicht, ein Yerhri'chen? — AYie kommt meine arm«' Schwi'ster dazu, dal.s sie ihr einziges Kind vcudicrl?!“ Der jungt1 '.Mensch «n-widorle: „A\ ir alle, die hier stehen, sind Wiener und im Jahr ÖS aus AYien vertrieben worden! Kein Fand wollte uns damals aufnelnneit und so müssen wir «las uns versprochene Land cu-kämplen und da muß Hlut Hießen!" Dachs schwieg, aluutief, lief wie «'in Stich drang die Erkenntnis in sein Herz: „Wie schrecklich, daß das Lehen nur möglich ist. wenn anderes Leben zerstört wird!“

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