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Die Stimme · 1948-04-24 · Heft 21 (24.4.1948) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 21 (24.4.1948)
Date
1948-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Saite 2 V (Die Stimme Nr. 21 Nr 0. -A ,\W Äj je i 't *i*i! Unsere 5. JAHRESTAG des Warschauer Ghettoaufstandes Am 19. April waren es 5 Jahre, daß der kleine Rest der Juden des Warschauer Ghettos sich zu einem heldenhaften Widerstand und Kampf liegen die Tiitlerbanden erhob. In der Geschichte der Menschheit gibt es kein Beispiel, daß ein kleines Häuflein gepeinigter, wehrlosen, kranker und verhungerter, in ein kleines Ghetto eingeschlossener Menschen, sich zu einem aussichtslosen Kampfe gegen die größte Gewalt der Neuzeit gestellt hätte. Sechs Wochen kämpften diese Menschen, ausgerüstet nur mit der Ueberzeugung der Ueberlegenheit des menschlichen Geistes über die rohe Gewalt, gegen Kanonen, Tanks und Flugzeuge der Hitlerischen Kriegsmaschinerie. Sechs Wochen beispielloses Heldentum einerseits und schändliche rücksichtslose Barbarei und Gausamkeit andererseits! Sie sind unterlegen, nachdem das letzte Haus, die letzte Mauer, das letzte Versteck in Flammen aufging oder in Trümmer gelegt war. Die ganze Welt hielt den Atem an, aber Hilfe ist von keiner Seite gekommen. Der 19. April ist eine weitere Etappe der Renaissance des Kampfgeistes in der neuren Geschichte des jüdischen Volkes. Diese Renaissance begann auf den Feldern von Tel Chai unter der Führung Josef Trumpeldor’s und erreichte jetzt den Höhepunkt in den Kämpfen in Palästina. Der Geist von Makkabi und Bar Kochba ist wieder erwacht und soll dies eine Warnung an alle sein, die uns vernichten wollen. Am 19. April d. J. wurde in Warschau das Denkmal für die dortigen Ghettokämpfer enthüllt. Die ganize Kulturwelt Tiat an den Feierlichkeiten Anteil genommen. Au sdem Granit, aus dem das Siegesdenkmal der Gewalt Hitlers erstehen sollte, ist nun ein ewiges Symbol des Sieges des Geistes über die Gewalt geworden. Mit dem ganzen jüdischen Volke und der ganzen zivilisierten Menschheit beugen wir unser Haupt vor diesem Mal jüdischen Heldentums und unbeugsamen jüdischein Geistes. Der Kampf des für den Judenstaat Knapper Enthusiasmus für Trusteeship in Lake Success. Neuer Plan ärger als Morrison-Plan. Judenstaat und Kampf einzige Lösung. Tag von Tefilah in 8000 Synagogen. Die Trade-Union - Bewegung in Amerika für den Judenstaat. Vorb rcitung zur UNO Generalversammlung. Von A. Beobachter. Die letzten Wochen in Lake .Success stehen im Zeichen der amerikanischen Bemühungen möglichst viele Anhänger im Sicherheitsrat und in den Delegationen zur außerordentlichen Session derUNO- Generalversamtnlung, für den sogenann ten Trustecship-Plan zu gewinnen. Dabei ist aber der Enthusiasmus in den Kreisen der UNO für die neue Lösung der Erez Israel Frage ein gar schwacher. Die kleinen Staaten wollen sich in kein neues Gedränge einlassen, bevor sie nicht wissen, wie der neue Plan durchgeführt werden kann und sind im Prinzip gegen eine Revision des Beschlusses betreffend die Errichtung eines Judenstaates in Palästina. Der neue Plan der U. S. A. ist noch ärger als der berühmte Morrison-Plan. Daß er von den Engländern inspiriert wurde, beweisen die Töne die heute in UNO-Kreisen laut wurden. Nach diesen soll das Staatsdepartement einen Plan für einen jüdischen Rayon mit einer Fläche von 1700 Meilen vorlegen, (die Fläche des jüdischen Staates nach dem Teilungsplan umfaßt 6000 Meilen); die Emigration in dieses neue Ghetto soll mit 3500 Einwanderern pro Monat für eine Zeit von 5 Jahren begrenzt sein. Zwecks Schaffung einer Basis für die Annahme dieses Teufelsplanes in der Generalversammlung der UNO, die am 16. April zusammengetreten ist, haben die Amerikaner in der Eile Verhandlungen über einen Frieden zwischen der Jewish Agency und dem arabischen Hochkomitee vorgeschlagen. Daß diese Verhandlungen keine Aussicht auf Erfolg hatten, war im vorhinein klar; in Anwesenheit bewaffneter arabischer Banden auf dem Territorium des zu errichtenden Judenstaates kann es keinen Waffenstillstand geben. Wie zwecklos diese Unterhandlungen waren, bewies die gestrige Erklärung Jemal Husseinis. Er erklärte, das arabische Hochkomitee versage der Jewish Agency die Anerkennung und wolle mit ihr nicht an einem Tisch sitzen. Die arabische Liga möge aber zur Kenntnis nehmen, daß die Jewish Agency keinen Anlaß hat, sich um ihre Anerkennung oder Nichtanerkennung zu bewerben. Man gelangt hier immer mehr zu der Ueberzeugung, daß Dr. Silver und Dr. Neumann mit ihrer Einstellung zu dem drastischen Vorschlag des Senators Austin, Recht hatten, als sie erklärten, daß dem Jischuw kein anderer Ausweg bleibe, als unverzüglich die Bildung der jüdischen provisorischen Regierung zu proklamieren und den jüdischen Staat mit Waffen zu verteidigen, Diese Stellung, wie sich zeigt, dominiert jetzt bei den Sitzungen des zionistischen Aktionskomitees und hat auch in den politischen Exposees Dr. Neumanns und David Ben Gurions in Tel Aviv ihren Ausdruck gefunden. Am 8. April demonstrierte das ganze jüdische Amerika zum zweitenmal gegen die Politik des Verrates der amerikanischen Regierung. Nachmittag um 4 Uhr wurde die Arbeit in allen jüdischen Geschäften, Fabriken, Werkstätten und Institutionen im ganzen Lande niedergelegt. Von New York bis nach San Francisco fanden sich hunderttausende Juden ln 8000 Synagogen ein und beteten für den kämpfenden Jischuw. Im ganzen Lande wurden große Protest-Versammlungen abgehalten. An Präsident Truman wurde eine Million Postkarten und Depeschen abgesandt, in denen er ersucht wird, sich für die Durchführung des Beschlusses der UNO betreffend die Errichtung des Judenstaates einzusetzen. Die Juden Amerikas ruhen nicht und beschlossen den Kampf fortzusetzen bis die Regierung der U. S. A. wieder zu den traditionellen pro zionistischen Politik, die von der Regierung Trumans zum erstenmal in der Geschichte verraten wurde, zurückkehrt. Die Protestwelle breitet sich immer mehr in den Kreisen der jüdischen und christlichen Bevölkerung aus. Die großangelegte politische Aktion wird durch den Emergency Council unterstützt. Der zionistische Emergency Council in Amerika, — eine Schöpfung der Allgemeinen Zionisten Amerikas, wurde unter der Leitung Dr. Silver’s und Dr. Neumann’s in ein mächtiges politisches Instrument der ganzen zionistischen Bewegung Amerikas umgewandelt. Zur Zeit werden die Verhandlungen des zionistischen Aktionskomitees in Tel Aviv geführt. Nach den letzten Meldungen wurde die Stellungnahme der Allgemeinen Zionisten Amerikas vom ganzt Jischuw enthusiastisch aufgenommen. I); politische Referat Dr. Neumanns mach einen ungeheuren Eindruck. Das Pressi Interview Dr. Neumann’s und Dr. Goli stcin’s wurde ohne Ausnahme In allt Zeitungen veröffentlicht. Die Bereitscha des amerikanischen Judentums, mit a len ihm zur Verfügung stehenden Mi fein zu helfen, bildet eine große Ernr tigung für den Jischuw Palästinas In se nem jetzigen heroischen Kampfe. Die Wahlen in der Kultusgemeind Die am 11. d. M. stattgefundenen Wal len in den Vorstand der Wiener Israelit sehen Kultusgemeinde, an denen sich fiit Wählergruppen um die Stimmen der rur 7000 Wahlberechtigten bewarben, hatti folgendes Ergebnis : Liste 1 (Verband werktätiger Jude 104 Stimmen, 5 Mandate (20%) Liste 3 (.Jüdische Föderation”) 161 Stimmen, 8 Mandate (32%) Liste 4 (Gruppe Brill) 2263 Stimme 11 Mandate (43°/<>) Liste 2 (jüdische Kaufmannschaft) 1( .Stimmen, 0 Mandate (31 U %) Liste 5 (Religiöse Juden), 149 Stic men, 0 Mandate (11 V, °/o) Das Ergebnis ist also, daß keine Gruj pe allein über eine absolute Majoriti verfügt. Wir behalten uns natürlich vo au fdiese Wahl noch ausführlich zurücl zukommen. Ächtung! Juden aus Czenstochau! Die J. H. D. in Wien ersucht höfl. al Personen, die in der Zeit der deutsche Okkupation in Czenstochau gelebt habe in wichtiger Angelegenheit im Büro dt Jüdischen Historischen Dokumentation i Wien L, Seitenstettengasse 4, vorspreche zu wollen. sei Hc tra lve St« wi vo Ur oh jei du tie lei de Gc de un Vc stc foi sis üu te tei Rc W vo na W£ de de gc Ei lei lic wi ke fje od Re & üt w; Die Haganah von M. P. Wafers Aus dem Englischen übersetzt von Ing. Siegmund Kornfein. 6. Fortsetzung Die permanente Mandatskommission der Liga der Nationen hat in ihrer Session im Jahre 1930 hinsichtlich der Unruhen des Jahres 1929 folgendes festgestellt : „Die Beschuldigung gegen die Palästina-Regierung, daß sie ihrer Verpflichtung, die Errichtung des Nationalheimes zu fördern, nicht durch wirkliche Taten nachgekommen sei, wurde bemerkenswerterweise durch die Tatsache erhärtet, daß die Regierung nicht imstande war, die wesentlichen Bedingungen für die Entwicklung des jüdischen Nationaheimes, nämlich, die Sicherheit der Person und die Sicherung des Eigentums vorzubereiten.” Nach dieser grausamen Episode gab es für die Führer der Haganah und für das palästinensische Judentum keine Zweifel mehr. Es wurden Schritte unternommen, um das Training und die Beschaffung von Waffen zu beschleunigen. Nie mehr wurden isolierte Siedlungen ohne Mittel für ihren Selbstschutz gelassen. In den unmittelbar darauffolgenden Jahren wurde die Haganah stetig, sorgfältig und demokratisch ausgebaut. Das Training mußte geheim sein, die Waffen illegal gesichert und versteckt werden, denn trotz der Lektion des Jahres 1929 stand die Verwaltung Palästinas ihrer Bildung feindselig gegenüber. Die Führung der Haganah war noch in den Händen von Männern wie Eliyahu Golomb, den demokratischen Führern der immer mehr wachsenden Pionierbewegung. Ihre Mitglieder wurden ausgesucht aus den Reihen der körperlich geeigneten jungen jüdischen Männer und Frauen aller Klassen und Lebenslagen, die durchdrungen waren von dem Geiste und dem Willen, den nationalen Interessen zu dienen. Die Probe kam im Jahre 1936. Es war eine zweifache Probe. Es war die Probe, ob die Organisation imstande war, einem ausgedehnten Angriffe standzuhalten ohne zu zerfallen. Und es war die Probe, ob die Haganah imstande war, ihre Disziplin als eine reine Verteidigungsgruppe und nicht als eine agressive Privatarmee aufrecht zu erhalten. Und die Haganah bestand beide Proben. Die arabischen Unruhen, die im Jahre 1936 ausbrachen, waren die ernstesten, die seit dem Kriege 1914 1918 das Land verheerten. Geleitet von Haj Arnim el Husseini, Mufti von Jerusalem, unterstützt von seinen Gruppen In Palästina und verstärkt von Söldnern und Glücksrittern aus Syrien und Iran, wurden Angriffe auf jüdische Siedlungen im ganzen Lande unternommen. In den ersten Monaten waren Juden und Briten die Zielscheiben. Mit dem Fortschreiten der Zeit griffen die Banden des Mufti auch jene Araber an, die ihm nicht freundlich gesinnt waren. Die Unruhen dauerten drei Jahre. Viele Briten wurden getötet. Im Jahre 1936 wurden in vielen Teilen Palästinas jüdische Siedlungen errichtet. Im Norden und im Süden entstanden isolierte landwirtschaftliche Gemeinschaften, isoliert in Wüste und Wildnis, abgeschnitten von jedweden Hilfszentren. In Erinnerung an die Jahre 1921 und 1929 waren sie im Sinne des Mufti selbstverständlich Zielscheiben arabischer Banden. Sie wurden angegriffen. In allen Fällen verteidigten sich die Siedler selbst. Sie erlitten Verluste. Sie brachten aber auch ihren Angreifern Verluste bei und es kam auch vor, daß eine jüdische Siedlung dvakuiert oder vernichtet wurde. In manchen Fällen gab es einen Pogrom in dem Sinne, daß eine Gruppe von Juden ohne Waffen auf des Schlächters Messer wartete. Sie stände gegen ihre Angreifer auf, leisteten Widei stand, entsprechend den Plänen nach il( nen sie im geheimen trainiert wurden, ni Waffen die sie illegal erworben hatte Hätten sie sich auf die normalen Siche heitskräfte der Regierung, auf die engl sehe Polizei und die Truppen verlasse so wären zahlreiche Siedlungen in Schuf häufen verwandelt und Mustergartenstüi te in stille Friedhöfe verwandelt worde Es hat sich gezeigt, daß die britische Kräfte weder eingesetzt wurden noch iln Kampffähigkeit fü rd.ie Aufgaben der S cherheit genügt hätten. Die Ursache la einzig und aHein in den unzulängliche Verkehrs- und Transportmöglichkeiten, wodurch man nicht in der Lage war, jt dem zerstreuten jüdischen Dorf und jedt Isolierten Siedlung im Lande Schutz z gewähren. Sie mußten sich selbst verte digen. Dank der Haganah konnten s das. Die Angriffe waren oft sehr hefti Die arabischen Banden hatten, beim Vc bergen illegaler Waffen weniger Schwi« rigkeiten als die Juden. Die Grenzen Pf lästlnas stießen an freundlichgesinnte ar< bische Staaten und der Waffen,schtnugg< war für die Araber sehr leicht. Und ü Mufti hatte in Hitler und Mussolini miid tige Gönner. Gold und diplomatische Ii tervention waren im mittleren Osten in mer sehr wirkungsvoll. Die Haganah ha te keine solchen Gönner, die ihr die Weil geebnet hätten.

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