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Die Stimme · 1948-04-08 · Heft 20 (8.4.1948) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 20 (8.4.1948)
Date
1948-04-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife 4 Nr. 20 CDie?Stimme ( Rückkehrer auj Palästina Einige offene Worte Fs ist gut so. Hie Demokratie verleiht jedem Mensehen neben anderen Freiheiten auch das uneingeschränkte Recht der Redefreiheit, Es ist offenbar, daß sich in Zeiten von Wahlwerbungen auch Leute finden, die von dieser Wohltat eine allzuergiebigen Gebrauch machen, je nach Veranlagung und Temperament in den Wogen der steigenden Wahlkampagne das richtige Maß verlieren und so in Demagogie ausarten. Fs darf aber nicht wundernehmen, daß im Zuge des jetzigen Wahlkampfes um die jüdische Kultusgemeinde in W ien auch Menschen angegriffen werden, die aus mannigfachen Gründen, teils freiwillig, zum überwiegenden Teil jedoch gezwungen, aus Erez ,,zurückgekehrt” sind. Von seiten der ,,Soneh-Zion” werden diese Leute als Menschen hingestellt, die weitschauend zu der Erkenntnis gelangt sind, als sei der Judenstaat so eine Utopie, als die ihn die Assimilanten zeitlebens betrachteten. Von dieser Seite wird also den „Heimkehrern” ein Wohlverhaltungszeugnis ausgestellt. „Seht”, rufen die Soneh-Zion, „hunderte Menschen haben dem werdenden Judenstaat den Rücken gekehrt und sind in ihre alte Heimat zurückgekehrt, weil, ja weil sie eben erkannt haben, daß das, wovon wir jahrzehntelang gewarnt haben, sich unter keinen Umständen verwirklichen läßt.” Diese Demagogen gehen in ihrer Demagogie noch weiter und behaupten, daß die Juden nicht die Fähigkeit besitzen, ein staatenbidendes Volk zu sein. W ir wollen nun über das Problem der Rückkehrer einige offene Worte sagen : Wer sind denn eigentlich die Leute, die zurückgekehrt sind? Der eine Teil gehört zu denen, die im Handel oder in einem freien Berufe tätig waren und im Jahre 1938, nach dem Hitlereinfall „illegal” aus Europa nach Erez gingen, wo sie unter den widrigsten Bedingungen, nach abenteuerlichen Fahrten halb nackt und mit nassen Rucksäcken endlich ankamen. Berufsmäßig fehlten diesen Menschen wohl alle Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Einordnung. Seitens der englischen Mandatsverwaltung wurde ihnen die Zuerkennung der Legalität beharrlich verweigert, obwohl häufig die Zahl der ausgebooteten Olim von der Hauptquote in Abzug gebracht wurde. Vorwiegend gehören diese Leute zu d^r Sorte Juden, die mit dem Zionismus keinerlei Berührungspunkte hatten und im Gewirr der Landeskompetenzen häufig die Neigung zeigten, für ihre „Illegalität” den Nationalen Instanzen die Schuld zu geben. Sie glaubten daher mit dem Makel völliger Heimatlosigkeit behaftet zu sein. Bedenkt man noch, daß in dieser Wien IX., Mariannengasse 3 Telephon A 23 2 12 CDer JSiebesgabenclienst für Österreich (Wien und -(Provinz) Ersuchen Sie Ihre Verwandten und Freunde im Ausland Ihnen zu helfen. 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JUvitt, iiieicU, fUUtnuiUsieaßs 4 — T-ttepUiu*: 2? 10 20 Postsparkassen-Konto: VIII 9054 In den letzten Tagen sind Telegramme aus Amerika, England, Frankreich, Palästina, Italien, Schweiz u. anderen europäischen Ländern eingelangt, die einmütig das größte Interesse für die Wahlen der Wiener israelitischen Kultusgemeinde zum Ausdruck bringen. Erfüllet Eure Wahlpflicht! Wahlenthaltung nützt nur den Gegnern! s Kategorie von Menschen die älteren Jahr gütige am stärksten vertreten waren, dann wird man auch die große Schwierigkeit ihrer sprachlichen Einordnung t 1 Erez begreifen. So lebten sie in Eres Israel ein Leben der Isolierung und betrachteten sich dort selbst als Außenseiter. In dies.r Ausweglosigkeit kam ihnen die U. N. R. R. A. zu Hilfe, die ihnen die Möglichkeit gab, kostenfrei die Rückkehr anzutreten. Man würde aber dieser Gruppe von Menschen Unrecht tun, wenn man sie der Desertion oder feindseligen Abkehr von Erez bezichtigen würde. Durchwegs rechtschaffene Menschen, denen info'ge der klimatischen Verhältnisse, info’ge ihres Alters und mangels materieller und sprachlicher Mittel, die Einordnung in Erez verwehrt blieb, haben sie das Recht in Anspruch genommen,;ti ihre frühere Heimat zorückzukehrvn. Eine zweite Gruppe von Menschen, die mit den diversen U. N. R. R. A, Aktionen rückkehrte, bilden Leute, die aus familiären Gründen, trotz einer gewissen Einordnung im Lande ihr Domizil gewechselt haben. Hier handelt es sich vorwiegend um Leute, die in sogen. Mischehen lebten und aus Furcht vor Verfolgungen sebst von ihren eigenen Frauen zur Auswanderung gedrängt wurden und nunmehr zu ihren Familien zurückzukehren wünschen. Schließlich sei noch die dritte Gruppe jener Personen erwähnt, die nach W ien nur vorübergehend kamen, um ihre Restitutionsansprüche geltend zu machen. Mit Rücksicht darauf, daß die Durchführung derselben mehr Zeit in Anspruch nehmen muß, besteht allgemein die Neigung auch sie als „Rückkehrer” anzusehen, obwohl sie nicht daran denken, hier wieder festen Fuß zu fassen. Und doch stehen alle diese Menschen unter einem so gewaltigen Eindruck Palästinas, daß sie niemals in die Lagge kommen können, jemals ihre Beziehungen zu Zion zu lösen. Dort sahen die Menschen ein neues Geschlecht heranwachsen, eine begeisterte und kralDtrofzentle Jugend, die aus Wüsten und Sanddiinen blühende .Städte und Dörfer schuf, wo die Landwirtschaft, Industrie und Handel zur höchsten Blüte kamen und die Bewunderung der ganzen Wc t fand. Ganz besonders beeindruckt wurden sie von der Erziehung unserer Jugend in Heimen und Schulen jeglicher Art sowie durch die Wiederbelebung der herrlich klingen,den hebräischen Sprache. Es ist daher nicht wahr, daß diese Leute aus Abneigung das Land verlassen haben, sondern einfach aus mannigfachen zwingenden Rücksichten. Wir stellen daher an sie die Gewissensfrage : für wen werdet Ihr Euch am 11. April, am Wahltag der jüdischen Kultusgemeinde entscheiden? Bedenket, daß das war, Ihr in Erez Israel erlebt und mit eigenen Augen gesehen habt, nie möglich gewesen wäre, wenn aus den Galuthländern nicht der nötige Nachschub an materiellen und geistigen Werten erfolgt wäre. Mit Recht hat unser großer Herzl gerufen : „Erobert die Kultusgemeinde 1” Die Kultusgemeinden in den Ländern der Zerstreuung bilden die Grundzellen für den Wiederaufbau unserer altneuen Heimat Und für diese i gigantischen Aufbau reichen Lippenbekenntnisse und bloße Erklärungen nicht aus. Hier haben die | Kultusgcmeinden nebst ihren lokalen v Problemen, wie Wiedergutmachung, soziale Hilfe und wirtschaftliche Einordnung unserer gepeinigten Menschen, auch Pflichten gegenüber dem werdenden Judenstaat zu erfüllen. Daher rufen wir Euch alle ausnahmslos auf, am Wahltage wie ein Mann zur Urne zu schreiten und die Liste zu wählen, welche die Gewähr bietet, alle diese vorerwähnten Aufgaben restlos zu erfüllen. Die Liste der „Jüdischen Föderation” vereinigt alle jene Organisationen, die jahrzehntelang für jüdisches Recht und jüdische Staatlichkeit gekämpft haben 1 on Arnold David Je jehen $aue [Baue xnek,;bvsch bracl men fest! Landeskonferenz der Allgemeinen Zionisten in der Schweiz Kürzlich fand in Biel eine Landeskonferenz des Verbandes Allgemeiner Zionisten statt, an der sich die Mitglieder des Landes Vorstandes und Vertreter der Ghawerim aus Zürich, Genf, Basel, Bern, Davos, St. Gallen, Lausanne, Montreux und Biel selbst beteiligten. Begrüßungen trafen vom Europäischen Büro der Weltkonföderation und vom Belgischen u. Oesterreichischen Landesverband ein. Der Vorsitzende, Dr. Hans Klee, Vizepräsident des Verbandes, konnte von auswärtigen Gästen die Herren Lipa Neufeld aus Oesterreich, W. Fischer aus Rumänien und Hans Winter aus Jerusalem begrüßen. Mosche Waldmann vom Europäischen Büro der Weltkonföderation erstattete einen Bericht über die politische Lage, die Tätigkeit der Allgemeinen Zionisten in der Welt und über die Ziele des K. M. K, (Konstruktiver Fonds der Allg. Zionisten). An der ausgedehnten Aussprache beteiligten sich u. a. Dr. Schwabacher, B. Bernstein (speziell über die Schekelarbeit), S. Körbel (Jugendarbeit, Lage in den DP-Camps), Dr. M. Levy, Dr. Kady, M. Ghaikin, Dr. Th. Fischer, Frau Ruder. Die Landeskonferenz beschloß die Durchführung einer K. M. K. - Aktion in der Schweiz; ein spezielles Komitee wird nach Abschluß der Judäa-Aktion die notwendigen Maßnahmen treffen. Die Landeskonferenz sprach sich einmütig für die Zusammenfassung aller auf dem Boden eines progressiven Programmes stehenden Gruppen der zionistischen Mitte in Erez Israel aus. Zu Delegierten für die nächste europäische Konferenz der Allgemeinen Zionisten wurden - neben dem Vorsitzenden und dem Sekretär Dr. Schwabacher und S. Liebmann, sowie als Stellvertreter B. Bornstein, T. Fischer, M. Levy, und I. Weißwoll gewählt. Besonderer Dank gebührt dem Chawer Mosche Waldmann sowie den Bieler Chawerim und Chaweroth, die durch ihre Gastfreundschaft zum guten Gelingen der Konferenz beigetragen haben. lern Idem! Di erfol I Je des Mise Hagi auf gen, Palä Hag; und bind terbi N* ben Idiie EIN- U. VERKAUF sowie sämtliche Reparaturen von Nähmaschinen, Schreibmaschinen etc. DAVID Z1ERING WIEN VII., AROLEOGASSE NR. 20 Eigentümer, Herausgeber und Verleger: j Zionistischer Landesverband in Österreidi 1 Wien IX., Universitäfsstraüe Nr. 4/4 I Redigiert von einem Redaktionskollegium Verantw. Redakt.: Ing. S. Kornfein, II, Eloüg. 9 Druck: „Donaustadt”, Wien II - KD/I/47/02770

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