Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1948
- Issue
- Heft 17-18 (17.3.1948)
- Date
- 1948-03-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2431292-2431304-2431308--0075-2431657- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Preis 1 Schilling timme Redaktion und Administration i Wien IX, UniversitStsstrafle Nr. 4/4 Telefon A.26.4-73 e/lllgemeia zionistischefdochenschrtft V" ionisiiseker Landesverband Wien runn D'jwi nrnnnn PostsdieckaKonto Nr. 134.392 17. März 1948 Ersdieint jede Woche Nr. 17/18 — 1948 Zu den bevorstehenden Kultuswahlen Voller Zuversicht und Selbstbewußtsein sind wir in das schicksalhafte Jahr 1948 getreten. Nach einer unüberbietbaren Leidensstufe des europäischen Judentums, die sechs Millionen Menschen den Martertod brachte, erfüllte sich apotheosenhaft die Verwirklichung jahrtausende alter Bestrebungen: Der unabhängige Judenstaat Es besteht doch’ ein geheimnisvoller Zusammenhang zwischen Leid und Freude; je (größer das Erlittene um so höher die Gnade, die dem Erlösten zufällt und so ist es gerade unserer Generation beschieden Zeuge unerhörter Geschehnisse kn historischen Ablauf des Lebens unseres Volkes zu sein. Welche Pflichten läße-'i u&i nun sow ohl in d*vr 0»^mthe1it jedem Einzelnen von uns besonders zu? Noch nie jemals in der Vergangenheit stand das Problem des Judentums in der Welt so sehr im Vordergrund der Ereignisse. Noch nie sind die Augen der Umwelt so interessiert und aufmerksam all unseren Handlungen gefolgt. Die Zeiten der Heimatlosigkeit sind vorbei, ein Leben der Gleichberechtigung mit den übrigen Völkern beginnt. Wie werden wir uns in dieses neue Dasein hineinfinden? Die Antwort ist klar 1 Jeder Jude, der in Enez-Israel selbst oder im Ausland als Bürger seines Geburtslandes lebt, weiß, daß uns alle ein unlösbares Band verknüpft. Der Jude des Jischuw hat die Pflicht allles zu tun, um das Ansehen seiner Brüder in der Diaspora zu heben und die, aller Welt offensichtlich geleistete Kolonisierungsarbeit in Erez hat bereits eine gewatige Anzahl von Stimmen unserer Feinde unwiderstehlich zum Schweigen gebracht; andererseits wird der Jude in der Diaspora ein wertvolles Bindeglied zwischen dem kulturellen und wirtschaftlichen Leben seiner Heimat und seinem Vaterlande Erez — bilden müssen. So werden wir überall dem Wöhle unserer Jmwelt wie auch dem Wöhle Erez-Israels und damit unserem eigenen Wohlenützich sein können. Was ist unsere nächste Folgerung? Dieses Programm erfordert Männer! Die Zeiten der Im pro visierung, der Verlegenhcitslösungen sind vorbei; es gilt die große Tradition der Wiener Kultusgemeinde vor 1938 wieder zu Ehren zu bringen und dazu; sind Persönlichkeiten von Charakter und Kenntnisreichtum unumgänglich. Wählet, sicUett tuet WaUltuld! Im Wahlbüro der „Jüdischen Föderation“, Wien IX, Universitätsstraße 4/4, Telephon A 26-4-73, liegt eine Liste der Wähler für die kommenden Kultuswahlen auf. Wir bitten alle unsere Freunde in diese Liste Einsicht zu nehmen, um festzustellen, ob sie dort als Wähler eingetragen sind. In unserem Wahlbüro werden diesbezüglich auch alle gewünschten Auskünfte erteilt. Das Wahlbüro ist täglich (außer Samstag) von 9—12 Uhr und von 15—19 Uhr geöffnet. Neben der Aufrichtung der seelischen Haltung unserer Brüder und Schwestern', die noch von den Schatten der Vergangenheit umdüstert sind, muß endlich die tatsächliche Rückstellung geraubter Vermögen und Wohnungen erfolgen und mit der wirtschaftlichen Eingliederung unserer jüdischen Mitbürger in das Beruf»- und Wirtschaftsleben ernst gemacht weiden. In stufenweiser Äenderumg der Paketbeteilung planen wir mit Hilfe der großen ausländischen Schwesterorganisation unserer Föderation, die Anteilnahme des Juden am Wirtschaftsleben, was gleichzeitig eine Entlastung der Wirtschaft unseres Landes bedeuten wird. Mit der gleichen Unterstützung unserer Bruderorganisationen im Auslande werden wir eine Jüdische Bank- und Kreditgenossenschaft für Handwerk, Handel und Industrie schaffen, die ebenfalls das Los unserer Brüder verbessern wird helfen und gleichzeitig auch dem ganzen Lande durch Förderung von , Wiederaufbau nützen wird. Wir wollen aber auch unseren ganzen Einfluß dahin gtlbend inachetif daß •> V• Twi«?I-~n Oestcrr<y<h Judenstaat für beide Teile eine gedeihliche Entwicklung erfahren. , Schließlich se inoch darauf hinge wiesen, daß wir keinerlei Ehrgeiz Ucuoen, »on der Gemeinde aus nach innen oder nach außen irgendeine Parfeipolitlk zu betreiben. In der jüdischen Gemeinde kann es nur eine Art von Politik gehen und das ist Arbeit für das Judentum Wer, wie wir täglich den Tod vor Augen hatte, bis wir von der siegreichen roten Armee befreit wurden, kann schwerlich von der tiefen Dankbarkeit loskommen, die er den alliierten Armeen gegenüber empfindet. Er wird aber ebenso wenig die großzügige Hilfe und Freigebigkeit des amerikanischen Volkes und seiner Besatzungsbehörden vergessen, die Tausende von Hunger und Krankheit erlöst haben. Wir werden unser Bestes daransetzen mit allen Gutgesinnten in Frieden zu leben; mit aller Beharrlichkeit und Todesverachtung, die uns das Leben gelehrt hat, werden wir uns jedoch gegen jedermann zur Wehr setzen, der uns das Lebensrecht streitig macht! . Rein und klar ist unser Wellen I Sauber und anständig sind unsere Ziele I Wer zu uns gehört, gibt seine Stimme anläßlich der bevorstehenden Kultusratswahlen der Liste der JÜDISCHEN FÖDERATION Vereinigung der zionistischen Organisationen Verband der österreichischen Juden * Verband polnischer Juden Schutzgemeinschaft rumänischer Naziopfer Grolle Wählerversammlung! Schwestern und Brüder! Erscheinet am 20. März 1948 um 15 Uhr pünktlich im Brahms Saal des Musikvereinsgebäudes, I., Bösendorferstraße 12 zur Massenversammlung der „Jüdischen Föderation" HamUafU ÜOHdidcUen dee JUtU du „JüdUcUet* TädetaUo*" wecd&t zu tucU tcecUeu!