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Die Stimme · 1948-02-15 · Heft 15-16 (15.2.1948) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 15-16 (15.2.1948)
Date
1948-02-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Preis 1 Schilling timme \ eftllgemein _ zionistischeJVo chens chvift Erscheint jede Woche Zionistischer Landesverband Wien nrn BFtbsn D^n nnnxrn 4* fest ‘1 Nr. 15/16 — 1948 Redaktion und Administration i Wien IX, Universitätsstraße Nr. 4/4 Telefon A*26-4=73 Postscheckkonto Nr. 134.292 15. Februar 1948 Vertreter der Jewish Agency erklärt: Jüd. Regierung gebildet Paris. Eigenbericht. Die U. N. O. Kommission für Palästina wird bei ihrem Eintreffen in Eretz schon eine provisorische jüdische Regierung vorfinden, die in der Lage sein wird, die staatlichen Aufgaben zu übernehmen. Diese Erklärung wurde heute von einem Vertreter der Jewish Agency auf einer Pressekonferenz abgegeben. Eine Kommission aus Vertretern der Jewish Agency und des Nationalrates in Palästina hat sich mit der Bildung dieser Regierung befaßt, die aus 15 Ministerien Bildung einer jüdischen Armee. Jerusalem. Eigenbericht. Wie verlautet wird auch ein Landesverteidigungsministerium geschaffen werden. Die Haganah beschäftigt sich mit der Bildung einer Miliz. Das Budget des Judenstaates wird 12 bis 15 Millionen Pfur.d betragen. * Hundert Araber bei einem Ueberfall auf jüdische Kolonien gefallen. Tel-Äviv. Palcor. Mehrere arabische Banden überfielen die vier jüdisch-orthodoxen Kolonien : Ein-Zurim, Kvar-Zion, Msuth-Izchak und Ravadim. Der Kampf dauerte die ganze Nacht. In den frühen Morgenstunden gelang es der Haganah, die Araber durch einen Gegenangriff zurückzuwerfen. Die Verluste der Araber betrugen hundert Tote, die Verluste der Haganah zwei Tote und einen Verletzten. * Amerikanische Arbeiterfederation drängt auf rasche Aktion. New-York. Paloor. Im Zuge der Kampagne der Gewerkschaften, wurde bei einer Konferenz des Nationalen Notstand-Ausschusses, in der Addan Pines eine Million Dollar für die Histadruth überreicht wurde, eine Botschaft des Präsidenten der amerikanischen Arbeiterföderation W. M. Gireen verlesen, in der er einen Aufruf an die U. S. A. und die U. N. O. richtete, unverzüglich Maßnahmen zu treffen, um das jüdische Volk in Palästina gegen die Angriffe derer zu schützen, die dem Beschlüsse der U. N. O. trotzen wollen. „Unsere Zeit ist da und nun ist der Moment gekommen, in dem die U. S. A. und die U. N. O. uisch und entscheidend handeln müssen.” Moshe Shcrtok betonte im Laufe seiner Rede : „Es wird der Tag kommen, an der wir an Euch nicht cui len Aufruf Geld, sondern auch um Menschen d Landes richten werden.'* bestehen soll. Drei Subkommissionen beschäftigen sich mit den folgenden Fragen: 1. Finanzen, Oekonomie und Landwirtschaft. 2. Gesundheit, Arbeit, Emigration und Information. 3. Transport, Post, Eisenbahn, Hafen, Luft, Polizei und allgemeine Verwaltung, Außerdem werden noch die Probleme der Sozialversicherung, der internationalen und allgemeinen Politik des Judenstaates, die Frage des internationalen Statutes für Jerusalem sowie das Justizwesen studiert. Haschomer Hazair vereinigt sich mit Ächdut Avodah. Jerusalem (Palcor) Die zwei radikalsten Sektionen der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina u. zw. die Parteien des Haschomer Hazair und des Achdut Avodah vereinigten sich zur „Vereinigten Arbeiterpartei” (Mifleget Hapoalim Hameuchedet). Die neue Partei wird unmittelbar nach der Mapai die zweitgrößte in Palästina sein und steht sowohl innerlich und äußerlich mehr links als die Mapai, um eine aktivere sozialistische Politik zu betreiben. Der Kompromiß wurde nach vorher abgehaltenen besonderen Konferenzen der beiden Parteiexekutiven von einer überwiegenden Mehrheit angenommen. Dr. Moshe Sneh, der unlängst seine Funktion in der Exekutive der Jewish Agency, in der er die allgemeinen Zionisten vertrat, niedergelegt hat, hat sich der neuen Partei angeschlossen. * Jüdisches Schiff „Kadmah” verkehrt zwischen Cypern und Palästina. Famagusta (Palcor). Auf Grund der Jännerquote verließen an Bord der „Kadmah” 478 Flüchtlinge Cypern um nach Palästina zu gelangen. Im Monat Jänner können nur mehr 58 Flüchtlinge aus Cypern weggebracht werden, da vor einiger Zeit auf Grund der Jugendalijah 214 Personen bereits befördert wurden. Die Gruppe, die jetzt Cypern verließ, sind die Auswanderer, die im Dezember 1946 und itn Februar 1947 versuchten auf Haganah-Schiffen Palästina zu erreichen. Das ist die erste Reise der „Kadmah” von Cypern nach Palästina und die Flüchtlinge waren nicht erst genötigt die zionistische Flagge zu hissen, denn sie wehte schon über dem Schiff. * Soforthilfe für Palästina. New York (Palcor). In einer Rede vor lern Wohlfahrtskomitee in Chikago, apolberte Mrs. Meyerson an das anierianische Judentum, für die Juden in Pastina sofort 25 bis 30 Millionen Dollars 'rzubereiten. Wer wirid der neuen jüdischen Regierung angehören? Tel-Äviv. Eigenbericht. Wie hier verlautet, werden der neuen jüdischen Regierung folgende Persönlichkeite piangehören : Präsident : Chaim Welzmann, Ministerpräsident: Ben-Gurion, Außenminister : Moshe Shertok, Einwanderung : Moshe Schapira. Berl Locker soll zum Gesandten in London ausersehen sein. * U. S. Ä. - Senator fordert die Aufhebung des Verbotes für Waffenausfuhr. Washington (ITA) Der demokratische Senator Mugnuson fordert die afghanische Regierung auf, das Verbot rur die Ausfuhr von Waffen nach Erez Israel zurückzuziehen. Er betont, daß dieses Verbot die Juden schwer benachteilige, weil die Araber Waffen von England erhalten. # Die Lage in Palästina vor dem Sicherheitsrat. New-York (ITA) Der philippinische Delegierte in der Palästina-Kommission der UNO fordert rasche Maßnahmen zur Durchführung des Beschlusses über die Teilung von Palästina, denn bei .Verzögerung der Realisierung wird die Teilung schwer durchzuführen sein. Der Vorsitzende Lisitzky hat angekündigt, daß die Kommission sich mit dem Sicherheitsproblem in Palästina beschäftige und einen entsprechenden Bericht dem Sicherheitsrat vorlegen werde. Die Lager auf Cypern überfüllt. London (ITA) Wie Reuter meldet ist die Zahl der in den Lagern auf der Insel Cypern internierten Juden seit der Zeit, da man die illegalen Emigranten zweier großer Transporte dorthin brachte, auf das Doppelte gestiegen. Die Lager wurden für 30.000 Menschen angelegt, es befinden sich aber dort jetzt mehr als 47.000. * Jewish Agency kauft britische Flugzeuge. London (Paloor). Die Jewish Agency hat von der Liquidierungsstelle der britischen Armee 25 Erkundigungsflugzeuge erworben. Außerdem wird die Jewish Agency gewisse militärische Einrichtungen, Militärautos und Stacheldraht kaufen. Die britische Militärbehörde hat auch den Arabern Kriegsmaterial angeboten, sie wollten aber den geforderten Preis nicht zahlen. In militärischen Kreisen weist man darauf hin, daß im Negcv und in den Gegenden wo sich jüdische Kolonien mit arabischen Mehrheiten befinden, Vorbereitungen für den Bau von Flughäfen getroffen werden, um den isolierten Kibbuzim in kritischen Momenten Hilfe und Verstärkungen bringen zu können. Richter Proskauer über den Judenstaat. New York (Palcor). „Das Entstehen eines Judenstaates wird dazu führen müssen, daß verschiedene ideologische Gruppierungen ihre Meinungsverschiedenheiten werden abdämpfen müssen”, erklärte Richter Proskauer, der Präsident des amerikanischen jüdischen Komitees vor der 41. Jahreskonferenz in New York. An dieser Konferenz haben über 400 Delegierte aus verschiedenen Teilen des Landes teilgenommen. Richter Proskauer wies noch im Verlaufe seiner Rede darauf hin, daß zwischen unseren Pflichten als Juden und Amerikaner nicht der geringste Gegensatz bestehe. Er drückte den Wunsch aus, da ßjetzt, da ein Judenstaat gegründet wurde, die Zwistigkeiten zwischen Zionisten und Nichtzionisten aufhören sollten. Richter Proskauer appellierte an die Vereinigten Staaten, das Verbot des Transportes von Waffen nach dem Nahen Osten aufzuheben und teilzunehmen an der Aufstellung einer internationalen Armee,, die stark genug sein soll um Palästina vor Ausschreitungen zu schützen und den UNO-Beschluß durchzuführen. „Solange die Vereinten Nationen nicht eine organisierte bewaffnete Macht zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Durchführung des UNO-Beschlusses nach Erez Israel schicken können, haben wir das Recht, unsere Minimalforderungen dahin zu präzisieren, daß die, deren Leben bedroht ist, soviel Waffen bekommen, um sich selbst und dien Beschluß der Vereinten Nationen verteidigen zu können,” schloß Richter Proskauer seine Rede. * Das amerikanische christliche Palästina- Komitee über alte Pflichten gegenüber den Juden. New York (Palcor) In einer öffentli che nErklärung des amerikanischen christlichen Palästina-Komitees werden die jetzigen arabischen Ueberfälle auf den Jischuw als ei nBeweis dafür angesehen, daß die Araber „den ersten großen Beschluß der Vereinten Nationen” mit Gewalt vernichten wollen. Die Erklärung, die von 13 prominenten Komiteemitgliedern unterschrieben wurde, wurde der amerikanischen Regierung und dem Generalsekretariaf der UNO zu geschickt. Das Komitee hebt besonders hervor, daß die Vereinten Nationen ihre Pflicht gegenüber dem jüdischen Volke und der Welt gegenüber erfüllen müssen, weil „wenn der Versuch der Araber den UNO- Plan zunichte zu machen gelingen würde, es ein Beweis dafür wäre, daß die Organisation der Vereinten Nationen nur eine Gesellschaft zur Führung von Diskussionen wäre.”

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