Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1948
- Issue
- Heft 14 (23.1.1948)
- Date
- 1948-01-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 CDie Stimme Nr. 14 Unsere (,5)/tim nie Die SeetynUse Ut> TUdcUtina im JUcUte dee Widdickkeü Die Presse bringt jeden Tag Nachrichten über die Kämpfe in Palästina. Die Araber, auf gehetzt durch ihre feudalen Herren, führen aus dem Hinterhalt unsinnige Leberfälle auf jüdische Autobusse und die friedliche Bevölkerung. Die arabischen Nachbarstaaten organisieren Banden, die die palästinensische Grenze überschreiten und jüdische Siedlungen überfallen. Die englische Mandatarmacht, die die Verantwortung für die Ruhe und Ordnung im Lande trägt, beteilt die Araber mit Waffen, unternimmt keine Schritte gegen die Gewalttäter und das Schlimmste vom Schlimmen, sie hindert unsere Haganah in der Ausübung ihrer Pflicht, jüdisches Leben und jüdisches Vermögen zu schützen. Wir wußten, daß wir unseren Judenstaat nicht ohne Kampf bekommen werden. Um ein ruhiges und glückliches Leben unseren zukünftigen Generationen zu sichern sind wir bereit Opfer zu bringen. Wir haben volles Vertrauen, daß die Haganah die Grenzen, die durch die UNO festgelegt wurden verteidigen wird. Die Haganah wird den Angreifern und den Friedensstörern d. gehörige Antwort geben. Der Kampf in Palästina geht aber weit über den Rahmen eines Kampfes zwischen Juden und Araber hinaus. Er stellt ein Problem dar, das schon seit geraumer Zeit reif wäre vom Sicherheitsrat der UNO behandelt zu werden. Was sich jetzt in Palästina ereignet, gefährdet die Autorität der Vereinten Nationen und bedroht den Frieden der Welt. Der Grundgedanke der UNO-Charta ist, alle Konflikte zwischen den Völkern auf friedlichem Wege zu schlichten. Staaten mit aggressivem Vorgehen wurden bis heute in die UNO nicht auf genommen. Die UNO-Charta sieht Sanktionen für solche Länder vor, die in Konfliktsfällen mit der Anwendung aggressiver Mittel drohen. Und was sehen wir beim Palästinaproblem? Arabische Länder, Mitglieder der UNO betätigen sich ganz offen, vor der ganzen Welt, als Aggressoren. Regierungschefs, ja ganze Regierungen erklären offen und unzweideutig vor der ganzen Welt, daß sie die Beschlüsse der UNO, die mit großer Majorität angenommen wurden, nicht anerkennen und sich allen Erfüllungsversuchen mit bewaffneter Macht entgegenstellen werden. Mit voller Berechtigung stellt man die Frage, wie Länder, die sich mit Hitlers Lehren von der Agression und Gewalt identifiziert haben, weiter vollberechtigte Mitglieder der Vereinten Nationen bleiben können. Wie sie Mitglieder einer Körperschaft sein und bleiben können, zu deren Grundprinzipien sie in offener Gegnerschaft stehen. Es frägt sich weiter, wie England, einer der Garanten der UNO-Charta, diesen Aggressoren Hilfe leisten kann? Es besteht daher, da das Beispiel der offenen Aggression besonders ansteckend wirkt, nicht nur das Prestige der Vereinten Nationen sondern auch der Weltfriede auf dem Spiele. Wir Juden können selbstverständlich jetzt nicht wieder monate- oder jahrelang auf eine Entscheidung warten. Sollten die benachbarten arabischen Staaten ihre Drohungen verwirklichen wollen und den Einmarsch in unser Land versuchen, dann wird der palästinensische Jischuw in seinem Kampf nicht allein bleiben. Das Judentum der ganzen Welt wird mobilisiert urd in einem Maße zur Hilfeleistung fu rangezogen werden, daß den Aggressoren die Lust am weiteren Kampf vergehen wird. Wir hoffen aber, daß die Vereinten Nationen es nicht zulassen werden, daß das Feuer sich ausbreitet und daß sie noch rechtzeitig Mittel und Wege finden werden, ihre Autorität zu retten und za demonstrieren, daß die UNO-Beschlüsse Beschlüsse sind, die man nicht einfach ignorieren kann. Ben Jakob. Empfang des Tel-Aviver Stadtpräsidmten im New-Yorker Stsdtrat. (Palcor) Der Bürgermeister von Tei- Aviv J. Rokach wurde im New-Yorker Stadtrat vom Stadtpräsidenten William Dwyer offiziell empfangen. Tn Erwiderung auf die Begrüßungsrede hob J. Rokach unter anderem hervor, daß der Zweck seiner Reise mit dem Arbeiterführer A. Harzfeld nach New-York, der sei, die Realisierung c^er Pläne des jüdischen Nationalfords hinsichtlich Boden und Kolonisation zu fördern, um im Sinne des Beschlusses der UNO eine gesunde wirtschaftliche Basis für den Judenstaat zu schaffen. „Die Stadt Tel-Aviv, deren Präsident zu sein, ich die Ehre habe, ist ein Symbol und ein Beweis für unsere Fähigkeit zur Selbstverwaltung. Diese rein jüdische Stadt mit ihren zweihundertfünfzigtausend Einwohnern, bildet ein Drittel der jüdischen Bevölkerung Palästinas. Trotz des jetzigen Blutvergießens hoffen wir mit den arabischen Nachbarn friedliche Beziehungen zu unterhalten. Ich stamme aus einer Familie, die mehr als hundert Jahre in Palästina lebt, ich weiß, daß zwischen Juden und Arabern eigentlich kein Haß besteht und die jetzigen Unruhen nur das Resultat der Tätigkeit jener Hetzer und Politiker sind, die sich um den Groß-Mufti gruppieren. UNO und die Lage in Palästina. (Palcor). Das Verhalten der britischen Verwaltung in Palästina und hauptsächlich deren Unfähigkeit den Unruhen ein Ende zu bereiten, wurde in den Kreisen der UNO-Delegierten in Lake Success mit einem gewissen Gefühl der Unruhe aufgenommen. Der Vertreter eines großen Staates hat sich an seine Regierung um dringende Intervention beim Sicherheitsrat gewendet. Man glaubt, daß der Sicherheitsrat in den nächsten Wochen zur Lage Stellung nehmen wird. Gewisse Delegierte sind der Meinung, daß man durch Vermittlung der UNO von der britischen Regierung Aufklärung verlangen muß. Im allgemeinen herrscht die Meinung vor, daß für die gegenwärtige Lage England deshalb die Schuld trägt, weil die britische Regierung versicherte, daß in der Uebergangsperiode ausschließlich sie allein die Verantwortung übernehme und bis zur Beendigung des Mandates, das heißt bis 15. Mai 1948, keine andere Macht dulden werde. Wie aus maßgebenden UNO-Kreisen verlautet, birgt, wenn die UNO- Kommisslon nicht bis zum 1. Februar 1948 nach Palästina kommen sollte, die geschaffene Lage in Palästina gewisse Gefahren. Es ist klar, daß der Kommission eine internationale Armee zur Seite stehen muß. Maßgebende Diplomaten in Lake Success sind überzeugt, daß die UNO sofort die entsprechenden Maßnahmen zur Milderung der Lage in Palästina ergreifen wird. Der Sicherheitsrat ist selbstverständlich die einzige Körperschaft, deren Beschlüsse für alle Mitglieder der UNO bindend sind u. auch einen Einfluß auf Groß- Britannien ausüben könnten. Technische Hindernisse beeinträchtigen aber ein schnelleres Tempo in dieser Hinsicht. Es wäre deshalb dringend geboten, die Haganah zu legalisieren. Nur das allein könnte die Kampflust der arabischen Extremisten herabmindern und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, eine Verständigung mit den mäßigen arabischen Elementen herbeizuführen. * (Palcor). In Jerusalem werden unaufhörlich Revisionen durch die Polizei durchgeführt. In arabischen Häusern wurden Maschinengewehre, Bomben und Handgranaten gefunden. Die Waffen sind neuesten britischen Typs. Der Sender der Haganah meldet, daß eine ihrer Abteilungen, deren Wachdienst im Bereich der hebräischen Universität liegt, auf eine Bande schwerbewaffneter Arabern gestoßen ist. Die Araber, die das Feuer eröffneten, wurden von der jüdischen Patrouille zurückgeschlagen. Zwei tote Araber, die am Kampfplatze zurückgelassen wurden, wurden als zwei, aus den Unruhen der Jahre 1936 1939 her berüchtigte Bandenführer erkannt. Im Laufe der letzten Tage wurden jüdische Geleitzüge in verschiedenen Teilen des Landes überfallen. In Jerusalem wurde der jüdische Polizist Max Schneider von einem arabischen Legionär erschossen. Auch aus anderen Teilen des Landes wurden ähnliche Ueberfälle arabischer Legionäre gemeldet. Alle Bemühungen jüdischer Persönlichkeiten, den Abzug der Legion, wenn nicht aus Palästina, so wenigstens aus den jüdischen Gebieten zu erwirken, führten bis heute zu keinem Erfolg. Die jüdische Polizei in den Kibuzim erhielt von der palästinensischen Regierung die Erlaubnis, ihre 18 Panzerautos zu benützen. Da aber gleichzeitig mit der Erlaubnis die Einschränkung gemacht wurde, daß der Gebrauch d.r Panzerwagen nur auf dem Gebiet gewisser Kibuzim erlaubt sei, war diese Bewilligung von keinem großen Nutzen für die Aufrechterhatung des Ueberllandsverkehrs. In Safed wurde das Hadassah-Spital von einem, durch die Araber zu einer befestigten Stellung ausgebauten Hügel, beschossen. Von Einheiten der Haganah wurden die Angreifer nach mehrstündigem Kampfe vertrieben. Eine Strafabteilung der Haganah hat in dem Dorfe, aus dem vor einigen Tagen ein jüdischer Begleitzug überfallen wurde, und ein Mitglied der Haganah, Ichuda Chassin, den Tod fand, drei Häuser, in denen arabische Banditen versteckt waren, zerstört. J. Chassin wurde mit militärischen Ehren begraben. Die von Arabern auf dem Wege nach Bath-Galim, einer Ortschaft in der Nähe von Haifa, aufgestellten Barrikaden, wurden durch die Haganah beseitigt. Der Militärkommandant von Haifa, General-Major Stak well hat der jüdischen Verwaltung bekannt gegeben, daß im Notfälle Militärpatrouillen ausgeschickt werden. Das bedeutet, daß die von tiefer gelegenen Stadtteilen zum Hadar-Hacarmel führenden Hauptwege für die Kommunikation freigegeben werden. Jüdische Verteidigung wird gestuft. Es häufen sich die Meldungen, daß britisches Militär und britische Polizei die Verteidigungsmaßnahmen der jüdischen Siedler stören. Das ist umso bedrohlicher, als es auch in solchen Gebieten vorkommt, die schon Zielpunkte arabischer Ueberfälle waren und. in exponierter Stellung sich befinden. In Kfar Ezion erklärte der britische Kommandant einer Gruppe von drei Panzerautos, britischer Infanterie und arabischer Polizei, daß er für die Aufrechterhaltung der Ordnung und der Sicherheit im ganzen Gebiete Sorge tragen werde. Die erste Maßnahme, die er traf, war die Revision sowohl der Magazine der Siedlung, als auch der Wohnstätten der Einwohner. Aus der Jerusalemer Altstadt, in die in letzter Zeit militärische Abteilungen verlegt wurden, wird gemeldet, daß sich die Soldaten wie in okkupierten Gebieten benehmen. Unberechtigte Revisionen sind an der Tagesordnung, wobei nicht selten Wertgegenstände mitgenommen werden. „Die Stimme Israel”, der Sender der Haganah meldet : Bei den Gewehren, die bei den letzten Zusammenstößen den Arabern weggenommen wurden, handelt es sich um Waffen, die vor einigen Tagen von der palästinensischen Polizei bei Haganahmitglicdern konfisziert wurden. Der Sender meldet weiter, daß britische So’daten Schießereien, aus den der Haganah nahe gelegenen Positionen beginnen, um Gegenangriffe zu provozieren. Auf diese Weise gelingt es ihnen, die genaue Lage der Stützpunkte der Haganah festzustellen. Ueberfall auf das Polizsidepot in Ramleh. Palcor (London) Ein offizieller Sprecher dir Regierung erklärte, daß der Ueberfall auf das Polizeidepot in Ramleh nur durch die Hilfe der arabischen Wachen ermöglicht wurde. Bei diesem Ueberfall erbeuteten die Araber einige hurd rt Gewehre und eine größere Menge Munition. Das Depot ist ein Trainingslager für arabische Polizisten unter Leitung britischer Militärs. Der britische Kommandant, ein Hauptmann, war zur Zeit des Ueberfalles nicht zugegen. Sein Vertreter, der Widerstand zu leisten versuchte, wurde entwaffnet und in ein Zimmer gesperrt. Im jüdischen Flugzeug nach dem Negev. Palcor (London) Infolge Blockierung aller Wege zu den Kibbuzim im Negev durch arabische Banden, hat der rote Magen-David in Erez Israel ein spezielles Flugzeug geschickt, um zwei während der Kämpfe schwer verwundete Kibbuz - Polizisten, Izchak Schein und Israel Sonnenreich in ein Spital zu bringen. Ein Mitglied des Kibbuz, Schmul Rokowski, fand beim Kampf in der Nähe der Wasserpumpe des Kibbuz, den Tod. Das Flugzeug hat gleichzeitig Lebensmittel abgeworfen und die Stellung der bedumischen Banden genau festgestellt. Nach einem später eingelaufenen Bericht, sind drei Militärkolonnen auf dem Wege nach dem Negev. Abkommen zwischen britischem Militär und arabischen Banden. Palcor (London) Arabische Banden besetzten das Dreieck Nablus, Dscbemin, Tel-Keren. Die britische Verwaltung ist in diesem Gebiet fast untätig. Es gibt auch genügend Beweise dafür, daß die Briten den Arabern unter der Bedingung freie Hand gelassen haben, daß britisches Militär nicht angegriffen wird. Andererseits zeigt die britische Administrative die eiserne Hand in den von Juden bewohnten Teilen des Lundes. Revisionen, Konfiskation von Waffen, Gefängnis für Mitglieder der Haganah sind an der Tagesordnung. Als Beweis dafür, daß eine stille Vereinbarung zwischen der britischen Militärbehörde und den arabischen Banden besteht, kann die Tatsache dienen, daß während eines britischen Angriffes auf einen Teil von Jaffa, der Ortskommandant von einem Vertreter der arabischen Exekutive gefragt wurde, warum in einem rein arabischen Teil militärische Operationen durch ge führt werden. Die Folge war, daß sofort der Rückzugsbefehl für das britische Militär gegeben wurde. Als kürzlich ein Miliitärlastauto von Arabern überfallen wurde, erklärte ein britischer Offizier, daß dieser Ueberfall eine Verletzung des Abkommens sei.