Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1948
- Issue
- Heft 13 (8.1.1948)
- Date
- 1948-01-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 CDie Stimme Nr. 13 Ölte und verdienstvolle Wiener Zionisten - Zeitgenossen Theodor Herzl’s lesschulinspektor Hof rat If. WILHELM FEIERTAG ilüi Hofrat Ingenieur Leopold HERZKA Hofrat Ing. Isaak LERNER Ober-Veterinärrat Dr. Heinrich ROSENZWEIG In memoriam Robert Stricker Jetzt, da der Jtidenstaaf Wirklichkeit geworden ist, betraditen wir es als eine Ehrenpflicht, jenes Mannes zu gedenken, dessen hervorragendes und verdienstvolles Wirken für den Zionismus und die Idee des Judenstaates, nicht nur in die Geschichte des Wiener Zionismus, sondern in die Geschichte des Zionismus überhaupt, einzugehen verdient. Dieser Mann war Stricker — Robert Stricker — Oberbau-Rat Ing. Robert Stricker oder wie man ihn allgemein kannte und nannte — „der Stricker”. Stricker war Vollblutzionist; für ihn war Zionismus eine Berufung, eine Mission, eine heilige Sache, die heiligste Sache, der man als Jude dienen konnte. Und er widmete sich ihr ganz. Er war ein Besessener, ein unermüdlicher und unerschrockener Kämpfer und Streiter in Wort und Schrift. Die Begriffe Zeit, Mühe, Tag, Nacht kannte er nicht; es gab keine Aufgabe die ihm zu schwer oder zu groß gewesen wäre. Sein Leben, sein ganzes Denken und Fühlen war der Verwirklichung der Ideen Herzls, dem Erneuerungswillen, der Vereinheitlichung der Juden, der Vereinigung der Juden in einem Judenstaat in Erez Israel, gewidmet. Nie war er mit sich selbst zufrieden. Häufig auch mit den andern nicht. Um seinen eigenen Ansichten über verschiedene zeitgemäße Probleme des Zionismus oder der zionistischen Politik Geltung zu verschaffen, schlug er sich mit Freund und Feind, mit hoch und nieder, mit jung und alt herum. Er stand immer im Mittelpunkt der hitzigsten Gefechte; der Kampf war sein Element und eine ganz besondere Aufgabe erblickte er darin, den Kampfgeist zu wecken und wachzuhalten. Körperlich schon fast gänzlich! gebrochen, hielt er noch ifn Theresienstadt jeden Sabbath in hinreißender Weise die Thora über den Zionismus. Feigheit, Kleinmut, Kriecherei, Anbiederung waren ihm verhaßt. Stolz und mutig schritt er durch alle Phasen seines bewegten zionistischen Lebens. Er hat sich vor niemandem gebeugt, auch vor dem Tode nicht, zu dem ihn feiges Mordgesmdel frühzeitig verurteilte. Stolz und mutig, erhobenen Hauptes, betrat er an der Spitze seiner jüdischen Leidensgenossen die Gaskammer. , . Stricker, der große Kämpfer, Lehrer und Erzieher ist nicht mehr. Er, der Unbeugsame, der Unerbittliche, wä(re am 29. November nicht zufrieden gewesen; er hätte aber doch aufrichtige Freudentränen vergossen und uns alle umarmt. Stollz hätte er ausgerufen: „Judenstaat! Seht hin ich habe nicht umsonst gekämpft 1” Es wäre der größte Triumph seines Lebens gewesen. Wir wollen und werden Stricker nie vergessen. Er ist als Kämpfer, als' Held und Märtyrer in die Geschichte des jüdischen Volkes eingegangen. Die Schrekkenszeit hat uns auch ihn genommen. Stricker, der Wegbereiter, fehlt uns jetzt auf dem Wege nach Erez. Ein reiches Erbe wäre anzutreten 1 Wer fühlt sich dazu berufen? Er melde sich \ Ing. K. Chanukafeier der hebräischen Die hebräische Schule in Wien beging heuer in besonders feierlicher und erhebender Weise das traditionelle Chanukafest. In den Gschwandner Sälen hatten sich zahlreiche Gäste und Kinder eingefunden, auf die das Anzünden der Chanukalichter einen tiefen Eindruck machte. Nach dem feierlichen Lichtanzünden überraschten dann unsere kleinen und kleinsten Lieblinge die Festgäste mit einer Reihe entzückender künstlerischer Darbietungen. Mit Freudentränen in den Augen und mit Stolz konnte man feststellen, daß unsere kleinen Zöglinge der hebräischen Schule geradezu staunenswerte Fortschritte in der Beherrschung der hebräischen Sprache aufzuweisen haben. Mit großem Jubel wurden die von den kleinen Künstlern zur Darstellung gebrachten Szenen „Wir spenden für den Keren Kayemeth” und andere Palästinabilder auf genommen. Großen Beifall fanden auch der reizende Kinderchor und das in entzückenden Kostümen aufgeführte Kinderballett „Auf dem persischen Markt”. Das Ballett wurde von Frau Direktor Roifenberg mit gutem künstlerischem Geschmack einstudiert und arrangiert. Schule in Wien Für die Durchführung und den schönen Erfolg dieses durchaus erfreulichen Festes, gebührt vor allem der Schulleitung und dem Lehrkörper besonderer Dank und Anerkennung. Bedauerlich ist nur, daß führende jüdische Körperschaften der Einladung zu diesem schönen Kinderfeste keine Folge geleistet haben. Ehret das Andenken Eurer Nächsten, die der Hitlerbarbarei 1938—1945 zum Opfer gefallen sind und errichtet ihnen ein Grabmal durch Stiftung von Bäumen im „Wald der jüdischen Opfer Oesterreichs in Erez Israel”. Die Mindestkosten für die Pflanzung eines Baumes betragen S 50.—. Keren Kayemeth Lelsrael Wien IX., Universitätsstr. 4 Postscheckkonto 130.067 World Jewish Congress Anläßlich der Errichtung des Juldenstaates und der Eröffnung des Büros des World Jewish Congreß In Oesterreich, gab Direktor Ernst Stiassny einen Empfang, zu dem die Bundesminister Dr. Krauland und Dr. Gero, hohe Regierungsbeamte, der Vizebürgermeister Honaymit den Stadträten Albrecht und Dr. Matejka, Col. Brothertone in Vertretung General Keyes, des Hochkommissars der U. S. A. für Oesterreich, Chaplaln Lifshitz, das Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde, Direktor Marc Breslow vom A. J. D. C. und die Vertreter aller jüdischen Organisationen und Institutionen erschienen waren. Nach herzlicher Begrüßung der Festgäste durch Direktor Stiassny konnte man aus den Ansprachen der Vertreter der Bundesregierung und der Gemeinde Wien mit Genugtuung entnehmen, daß sie nach Unterzeichnung des Staatsviertrages bereit seien, die berechtigten Ansprüche ider Juden voll zu lerfüilen. Sie feierten die Errichtung des Judenstäates und wünschten den Bestrebungen des World Jewish Congreß besten Erfolg. Auch wir begrüßen freudig die Eröffnung des Büros des World Jewish Congreß und wünschen, daß es seinem Direktor Ernst Stiassny gelingen möge, eine recht segensreiche Tätigkeit zum Wöhle der Juden Oesterreichs zu entfalten. Die Jüdische Historische Dokumentation, Wien I„ Seitenstettengasse 4, ersucht sämtliche Personen, die im Verlauf der Jahre 1940 — 44 in St anislau wohnhaft waren und Auskunft über die damaligen Verhältnisse geben können, im Büro der J. H. D. Wien I., Seitenstettengasse 2, vorzusprechen. Personen, denen der Aufenthaltsort von Menschen bekannt ist, die zu jener Zeit in Stanislau lebten, werden ebenfalls ersucht, dies der J. H. D. Wien mitzuteilen. J-odsehzuH# dec /,Ua^aHaU// Ui dec häcUsteti Vkmmet