Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1947
- Issue
- Heft 9 (9.11.1947)
- Date
- 1947-11-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 4 CDie Stimme Nr. 9 Musik In (Aus : „Aufbau” Die Saison des Palestine - Orchesters stand unter dem Zeichen hervorragender Gastdirigenten (Molinari, Much, Bernstein, Eduard Lindenstein, Manuel Rosenthal), während der im Lande ansässige Dirigent George Singer beim Prager Musik-Fest große Erfolge für die palästinensische Musik, vor allem für Ben- Chayims Symphonie, Kaminskis Trompetenkonzert und M. Lavrys symphonisches Gedicht „Emek” erzielte. Bei demselben Musikfest brachte der hiesige Pianist Frank Pollak die Uraufführung von Klavierwerken palästinensischer Komponisten und fand gleichfalls viel Verständnis bei der tschechischen Presse. Als Dirigent zeichnete sich Franz Pollak durch eine gelungene Tel-Aviver Erstaufführung von Benjamin Brittens „Serenade” (für Gesang, Streicher und Hornsolo) aus, wie überhaupt die Zahl der modernen Werke, die Palästina in der nun zu Ende gehenden Saison zu hören bekam, sehr groß ist. Die Ortsgruppe, der „Gesellschaft für zeitgenössische Musik” hat ihre Tätigkeit neuerdings wieder aufgenommen; man spielte Bartok, Copland, Milhaud etc. Munch brachte Honeggers „Liturgische Symphonie” mit erschütternder Wirkung; ferner widmete er einen ganzen Abend der palästinensischen Musik, indem er die „Semitische Suite” von Boskovits, das „Klavierkonzert” von Marc Lavry (Solistin Pnina Salzmann), meine „Zwei palä- Palästina von Max Brod.) stinensischen Bauerntänze” und mit besonders hinreißendem Schwung Ben Chayims „Concerto Grosso” aufführte. Hier ist zwar nur im zweiten (langsamen) Satz eine Einwirkung östlicher Musikmotive spürbar, doch interessanterweise tut dies der Einheitlichkeit des ganzen keinen Eintrag. Aus der reiche nErnte des heuer Gebotenen, von dem hier nur eine Andeutung gegeben werden kann, seien noch drei Werke von Mahler-Kalkstein hervorgehoben : eine Sonatine, die Menachem Preßler entzückend spielte, ein Flötenkonzert und die vom Dirigenten Taube uraufgeführte „Volkssymphonie”, deren zündende Rhythmen den rein ausgeprägten „Mittelmeer-Stil” zeigen (Mediterranean Style) der viele, wenn auch .durchaus nicht alle hier geschaffenen Werke charakterisiert. Es ist ein heiterer, energischer, in der Linienführung freier, manchmal an arabische Gemeinsamkeit anklingender Stil. Denn was die Politik trennt, führt die allumschließende Landschaft zusammen. Leider und öfter auch umgekehrt. Der eben genannte jugendliche Klaviervirtuose Menachem Preßler, der hier mit großem Erfolge Konzerte gegeben hat, wird auf seiner Tournee, die er im Herbst antritt, auch eine Reihe Kompositionen palästinensischer Komponisten üi seine Programme auf nehmen. „Lang ist der Weg" Der erste Film der IFO. Jsrael Beker, eine der interessantesten Eilmentdeckungen der letzten Zeit, schrieb gemeinsam mit Dr. Georg Ktilb unter dem Titel „Lang ist der Weg” sein erstes Drehbuch, das die Internationale Filmorganisation München mit ihm als Hauptdarsteller als ihr erstes größeres Werk verfilmte. Israel Beker spielt in diesem Film in der Rolle des David Jelin sich selbst, einen Teil seines Lebens. Weitere Darsteller sind Berta Litwina, Jakob Fischer, Hans Leo Fischer, und Alexander Bardini. Der Film „Lang ist der Weg” behandelt das tragische Schicksal einer jüdischen Familie von Kriegsbeginn bis Kriegsende : Die Familie Jelin wurde zum Abtransport nach Auschwitz eingeteilt. Auf der Fahrt gelingt es David Jelin aus dem Zuge zu springen und zu flüchten. Er schließt sich später einer Partisanengruppe an. Sein Vater findet in der Gaskammer den Tod und Hanne Jelin, Davids Mutter, wird noch rechtzeitig von den Alliierten befreit. Doch sie kann sich darüber nicht aus Vollem Herzen freuen, da auf sie, als Jüdin, keine -Heimat wartet. Nur der Gedanke an ihren Sohn hält sie aufrecht. Als sie nach Warschau kommt, findet sie ihre frühere Wohnung von Polen besetzt vor. Sie erfährt, daß David in Warschau gewesen ist, um sie zu suchen. Mutter und Sohn irren von Lager zu Lager. David hat in Dora Berkowicz eine Schicksalsgefährtin gefunden. Hanne Jelin ist, da ihre Suche weiterhin ohne Ergebnis geblieben war, völlig verzweifelt und dem Wahnsinn nahe. In einem deutschen Krankenhaus findet sie schließlich Aufnahme. Nach ihrer Wiederherstellung gibt das Krankenhaus in der Zeitung eine Suchmeldung auf, die David und Dora erreicht. Nun steht einem glücklichen Zusammenleben der drei Menschen nichts mehr im Wege. Israel Beker schreibt jetzt an einem zweiten Film, der diesmal einen surrealistischen Stoff zum Inhalt hat. Unter dem vorläufigen Titel „In der Triimmcrsfadt” wird das Leben einer Ruinenstadt gezeigt werden, die erst aufgebaut werden soll, nachdem auf der ganzen Welt Frieden herrscht. E. K. Provokationen der Irgun Zwai Leomi. In der Wiener Presse erschien in den letzten Tagen ei|p Notiz über Terrorakte der Haganah. Diese Gerüchte entsprechen absolut nicht den Tatsachen. Es ist offenbar, daß diese Provokation, schon angesichts der verbreiteten Flugschriften, von der Irgun ausgeht. Es beweist, daß die Führer des Irgun den Kopf verloren haben und sich In unverantwortliche Abenteuer eingelassen haben. Fälschermefhoden des Irgun. Heute wurden vom Irgun Zwai Leurfll Drucksorten unter dem Deckmantel des internationalen Komitees für jüdische KZler versendet. Das ist eine gemeine Fälschung und hat diese Aussendung mit dem genannten Komitee gar nichts zutun. Wir überlassen es der jüdischen Oeffentlichkeit, sich über diese hinterlistigen, provokatorischen Methoden ein Urteil zu bilden. HANS SCHNIEDER Internationale Transporte WIEN I., FALKESTRASSE 6 Telephon: R 27 2 50 Sämtliche Inland- und Auslandstransporte prompt und kulant Einlagerungen Ein- und Verkauf von antiken Möbeln, Porzellan, Gold- und Silbergegenständen, Perserteppichen PISK & BACHER Wien I, Weihburggasse 18 Telephon: R24473 Heue dornen- und HeceeMite gegen alte Hüte und Hasenfelle ausgetauscht, Expreß-Reparaturen, 'auch Färben UIIT UAUII Zentrale: Wien II, Glockeng. 12 nUrnAnif Filiale: Wien II, Hollandstr. 10 Ein- und Verkauf sowie sämtliche Reparaturen von Nähmaschinen, Schreibmaschinen etc. David Ziering Wien VII, Apollogasse 20 EINKAUF UND VERKAUF ALLER ART WAREN ALLGEMEINE WAREN-IMPORT- UND EXPORT-AKTIENGESELLSCHAFT WIEN IX, ALSERSTRASSE 8 ZENTRALBÜRO : WIEN IX, MARIANNENGASSE 3 * TELEPHON : A 23-2- 12 REVUEBÜHNE Casanova * WIEN I., DOROTHEERGASSE 6—8 Direktion: OSKAR POUCHE - S. 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Telephon: A26 4J73 Direktion: R. Stephan — Ä. Hoffmann täglich 16.00—18.00Uhr 5h Tee und ab 20.00 Uhr Hagelte Joe Jli&aci und das große Bar-Kabarett-Programm leset und veckeitet „die Stimme" - '• -.* Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Zionistischer Landesverband in Österreich Wien IX., Universitätsstraüe Nr. 4/4 Redigiert von einem Redaktionskollegium Redakteur : Ing. S. Kornfein, Wien II., Floßgasse 9 Druck: Donaustadt, Wien II., Sterneckplatz 5