Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1947
- Issue
- Heft 8 (1.11.1947)
- Date
- 1947-11-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 (J)ie Stimme Nr. 8 (Schluß von Seite 3) Wenn man von den Hindernissen spricht, die sich der Entwicklung des palästinensischen Sportes entgegen stellen, sind vor allem die SprachenscSwierigkerten hervoruheben. Die Landes.^nache ist Irit und in Irit wird die Jugnud selbstverständlich erzogen. Die meisien mitteleuropäischen Sportfachleute sind zu alt gewesen, als sie ins Land gekommen waren, um die Sprache noch so zu erlernen, daß sie als Jugenderziehei* hätten wirken können. Die Folge davon ist, daß auch sie dem Sport verloren gehen, obwohl man sie dringend brauchen könnte. Das Motto der palästinensischen Jugend heißt Aufbau und Sicherheit und so macht sie sich schon frühzeitig über die Mittel und Wege, die zu diesem Ziele führen, ihre eigenen Gedanken. Das bringt sie zu dem, was man allgemein Politik nennt. Die jungen Menschen teilen sich dadurch auch im Sport in drei Hauptgruppen und zwar in die Poelim-Vereine (Arbeitervereine), in die Makkahim- Klubs (bürgerliche Demokraten) und in die Betarim-Vereine (politisch rechtsstehende). Diese Politisierung schadet der Entwicklung des Sportes. Alle Klubs gehören wohl den Landesverbänden an, die die einzelnen Arten kontrollieren sollen. Dachorganisationen haben aber wenig Macht, da diese bei den politischen Sonderverbänden, die vom Merkas (Zentrale) Hapoel, Merkas Makkabi und Merkas Betar nebeneinander geführt werden, liegen Vertreter der drei Merkassim bilden wohl die Vorstände der Dachverbände und zwar nach einem vereinbarten Schlüssel, bei dessen Festsetzung es bereits zu Reibereien kommt. Die allgemeinen Verbände für Fußball, Schwimmen usw. haben, wie gesagt, wenig Autorität und sind nicht festgefügt. Wenn eine der drei Gruppen irgendwo nicht zufrieden ist, dann verläßt sie den betreffenden Dachverband und betätigt sich in seiner Disziplin unter der sportlichen Kontrolle seines Merkas. Dadurch kommt es vor, daß z. B. Fußballmeisterschaften nicht zu Ende geführt werden können, daß am Ende eines solchen Bewerbes Bestimmungen, die den Ab- und Aufstieg betreffen, nicht eingehalten, oder Leichtathletik-, Tischtennis- oder andere Meisterschaften von einet Gruppe aus unwesentlichen Gründen boykottiert werden. Darunter leidet natürlich die sportliche Erziehung der Jugend. Selbstverständlich handelt es sich hier um Kinderkrankheiten, die über kurz oder lang überwunden werden. Die Jugend ist sich nämlich der Schicksalsbande, die sie verknüpfen, bewußt. Det sporttreibenden Jugend macht das heiße Klima, das acht Monate im Jahr vorherrscht, viel zu schaffen. Am ärgsten ist es in den Monaten Mai und Juni, wenn der heiße Wüsten-Wind, Chamun genannt, über das Land streicht. Die Temperatur klettert an solchen Tagen bis auf 60 Grad Celsius hinauf. Zu Beginn des Krieges ist sogar ein Fußball-Cupfinale bei Chamsin ausgetragen worden. Es gehört zweifellos viel Idealismus dazu, wenn man nach der bei dieser Hitze doppelt schweren Arbeit noch Sport betreibt. Ein großer Teil von Erez Israel war Wüste, als die Juden mit ihrem Kolonisationswerk begannen, und jeder Fußbreit Boden muß ihr auch weiterhin entrissen werden. Die meisten Spielfelder haben demgemäß kein Gras, sondern sind mit einer Sandschichte bedeckt. Einige wenige Klubs, wie zum Beispiel Makkabi- Awschalom und Hapoel aus Petach Tikwah sowie Makkabi und Hapoel aus Rechowoth geben den Kampf gegen den Flugsand nicht auf und pflanzen und verteidigen die Rasenflächen auf ihren Spielfeldern. Das ist mit Kosten and Schweiß verbunden. Die Mitglieder tun aber inr Bestes, weil sie wissen, daß man guten Sport nur auf guten Spielfeldern betreiben kann. In Palästina gibt es nur wenige Laufbahnen, von denen eigentlich nur eine und zwar die des Makkabi-Stadions in Tel- Aviv höheren Ansprüchen genügt. Ebenso dürftig ist es um Bäder für Permschwimmer bestellt. Bis vor kurzem gab es in ganz Erez Israel nur ein einziges Bassin, das internationale Maße aufwies und zwar in Haifa. Es war dem Meer abgerungen worden. Nun kam vor zwei Jahren ein herrliches Süßwasser- Bad bei Ramat Gau dazu. Damit sind wir aber schon fertig, da nicht einmal die moderne Großstadt Tel-Aviv ein Schwimmbad besitzt. Die verschiedenen Städte und Moschawoth (Orte, Dörfer) müssen sich mit nicht in Verwendung stehenden Becken (Brechoth), die. für die Bewässerung der Pardessim (Zitrushaine) dienten, begnügen. Sie messen aber nur zwischen 7 bis 13 Meter im Quadrat. Das Fehlen der Bäder ist darauf zurückzuführen, daß sie in jüdischen Siedlungen am Sabbath geschlossen sein müssen, wodurch sic finanziell nicht rentabel sein können. Das Bad in Haifa gehört wohl dem Makkabi, liegt aber im arabischen Teil der Stadt. Das Bad in Ramatban befindet sich außerhalb der Ortschaft. Beide Anlagen unterstehen demgemäß nicht jüdischen Stadt- und Ortsverwaltungen. Die Meeresküste eignet sich nicht für den Sportbetrieb, da die starke Brandung einen Trainingsbetrieb unmöglich macht. Für den palästinensischen Sport steht nicht genügend Geld zur Verfügung. Größere Besucherziffern weisen nur Fußballspiele in Tel-Aviv (bei internationalen Kämpfen bis zu 15.000 Zuschauer) und die Schwimm-Meetings in Haifa und Ramat Gan (bis 2000) auf, so daß die Eintrittsgebühren nur für die notwendigsten Instandhaltungsarbeiten ausreichen. Die Zuwendungen durch die jüdischen Institutionen sind gering, weil sie das Geld für lebenswichtigere Zwecke benötigen. Aus dem Vorhergesagten erkennt man, wie schwer es der palästinensische Sporf hat, Spitzenleistungen zu bieten. Die Hauptziele hat et* aber doch erreicht. Et schlug nämlich die gesamte Jugend, sowohl Mädchen als auch Jungen, in seinen Bann. Er ist eine Massenbewegung geworden und deshalb kommt er der fundamentalsten Aufgabe, die Jugend für Aufbau und Sicherheit fit zu machen, restlos nach. B. „Die Wiener Hakoah” Die Hakoah war einst ein Begriff, ein Glanzpunkt im jüdischen Leben Wiens. Sie errang sich nicht nur höchsten Respekt in allen Sportkreisen, sondern genoß europäischen, ja sogar Weltruf. Sie vertrat die blau-weißen Farben mit dem Magen-David vor aller Welt. Sie hatte eine zahlreiche und begeisterte Anhängerschaft und spielte auch im gesellschaftlichen Leben Wiens eine hervorragende Rolle. Sie zeigte aller Welt, daß die jüdische Jugend auch im fairen Kampfsport, allen anderen Nationen ebenbürtige Leistungen bieten kann. Es war eine Generation jüdischer Sportler, auf die man auch als treue Zionisten stolz sein konnte. Heute, nach der furchtbaren Katastrophe ist unsere Wiener Hakoah, nach ihren Leistungen, diejenige jüdische Instituten, die im Aufbau vielleicht am weitesten vorgeschritten ist. Sie kämpft aber natürlich mit Schwierigkeiten und sie kämpft heldenmütig um ihren weiteren Bestand. Es ist eine Pflicht aller Juden ihr zu helfen! Sie muß wieder die Elitetruppe im jüdischen Sport werden, sie muß wieder ein Zentrum für aufrechtes nationales Judentum, mit einem Wort unsere Hakoah muß wieder unser Stolz werden! Helft ihr 1 Ing. K, HANS SCHNIEDER Internationale Transporte WIEN I., FALKESTRASSE 6 Telephon: R 27 2 50 Sämtliche Inland- und Auslandstransporte prompt und kulant Einlagerungen Ein- und Verkauf von antiken Möbeln, Porzellan, Gold- und Silbergegenständen, Perserteppichen PISK & BACHER Wien I, Weihburggasse 18 Telephon: R 24 4 73 heue Damen- und, UeeeenUüJte gegen alte Hüte und Hasenfelle ausgetauscht, Expreß-Reparaturen, auch Färben UIIT UAUII Zentrale: Wien II, Glockeng. 12 nu 1 "nHnn Filiale : Wien II, Hollandstr. 10 Ein- und Verkauf sowie sämtliche Reparaturen von Nähmaschinen, Schreibmaschinen etc. David Ziering Wien VII, Apollogasse 20 EINKAUF UND VERKAUF ALLER ART WAREN ALLGEMEINE IMPORT- UND EXPORT-AKTIENGESELLSCHAFT WIEN IX, ALSERSTRASSE ZENTRALBÜRO: IX, MARIANNENGASSE 3 TELEPHON: A-28-9-84, A-23-2-12 JUxMt famtU SpcacUetr! Das American Joint Distribution Comitee eröffnet Kostenlose Sprach- und Handelskurse Kohle für den Winter durch A. F. R. A. 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