Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1947
- Issue
- Heft 2 (25.8.1947)
- Date
- 1947-08-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 £Die Stimme Nr. Zum Besuch der PaIäs^ina=Kommission in Wien | Neues aus Palästina iliiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiM Die kürzlich in Wien weilenden Delegierten des Palästina-Untersuchungsausschusses der UN, haften Gelegenheit, die Situation der jüdischen Flüchtlinge und Displaced Persons zu studieren. Die Kommission kam zu einem Zeitpunkte, da die Lage äußerst gespannt ist und neben den tausenden Duden in den Camps von Oesterreich, 10.000 jüdische Flüchtlinge aus Rumänien in vier Wiener Lagern auf engsten Raum zusammengepfercht leben müssen. Das Gesehene hat auf die Delegierten einen tiefen Eindruck gemacht. Werden jedoch diese ihre Eindrücke, das Welttribunal, in dessen Händen nunmehr das Schicksal des Heiligen Landes liegt, veranlassen, eine klare Entscheidung zu treffen? — Das ist die große Frage, nicht nur für die Menschen in den Lagern, sondern für die ganze zionistische Welt. Monate sind eine lange Zeit für Menschen, die nur mehr eine einzige Hoffnung in sich tragen. Zwanzig Monate Lagerleben bedeuten Demoralisierung, Untätigkeit und ermüdendes Warten. Die Männer des zweiten Untersuchungsausschusses haben als Exponenten der Vereinten Nationen die gleichen Feststellungen machen können. Aus Gesprächen mit den rumänischen Duden gewannen sie die Ueberzeugung, daß jede Verzögerung in der endgültigen Entscheidung über Palästina, das traurige Geschick dieser Menschen steigern und der Glaube an die Menschlichkeit, die ein Präsident Roosevelf einst so gepriesen hatte, schwinden müsse. Die Mission dieses Unterausschusses der Palästinakommission hat mit der Besichtigung der Lager und einigen Konferenzen ihr Ende gefunden. Der nächste Akt in diesem ae- (Palcor.) Ein Sprecher der Dewish Agency gab über die in den letzten Tagen sich zuspitzende Situation zwischen Militär und Yishuv folgende Erklärung ab: „Es war eine Woche der Barbarei und der Vergeltungsakte, wie sie in der traurigen Geschichte Palästinas nicht ihresgleichen hat. Eines steht fest, wenn die Regierung ihre Haltung gegenüber den Flüchtlingen nicht ändern und friedliche Einwohner für die Taten Unverantwortlicher bestrafen wird, besteht keine Hoffnung, daß sich die Lage bessern wird. Wenn man das Unwesentliche und die Propaganda beiseite läßt, gleicht die Lage trotzdem einem Kriegszustand zwischen Bevin und Beigin (Leiter des Irgun Zwai Leumi), wobei die Masse des Yishuv einerseits, und die Soldaten der britischen Armee in Palästina andererseits, nur hilflose Werkzeuge und Opfer ihrer Führung sind. Wenn die britische Regierung nicht erkennt was auf dem Spiel steht und nichts unternimmt um die herrschende Spannung zu beseitigen, werden sich die Ereignisse der vorigen Woche nicht nur wiederholen, sondern die Lage wird sich weiter verschärfen. (Palcor.) In den ersten Tagen dieses Monats wurden in Palästina 35 Verhaftungen von der Regierung vorgenommen. Unter den Verhafteten befinden sich die Bürgermeister von Tel Aviv, Nathania, Ramath Gan und Petach Tikvah. Man vermutet, daß weitere Verhaftungen bevorstehen. In den Häfen, Flugplätzen und an den Landesgrenzen wird schärfste Kontrolle geübt. (Palcor.) Berichten der Palcor Agency zufolge wurden, beim Versuch die syrische Grenze zu überschreiten, 2 britische Polizeioffiziere verhaftet. Man nimmt an, daß diese Flucht mit den letzten Unruhen in Tel Aviv, bei denen 5 Duden getötet wurden, in Zusammenhang steht. Die Regierung hat nämlich eine Untersuchung in dieser Angelegenheit angeordnef. (Palcor.) „Kol Israel“, der Sender der Haganah, gab heute im Zusammenhang mit den letzten Ausschreitungen der Polizei und der Truppen eine ernste Warnung durch: „Wir werden die Schuldigen finden und sie werden die Strafe, die ihnen gebührt, erhalten. Als Folge, des verabscheuungswürdigen Mordes an zwei britischen Sergeanten haben britische Truppen und Polizei mit einer wilden Orgie von Vergeltungsmaßnahmen gegen den Yishuv eingesetzt, bei der viele unschuldige Menschen getötet und verletzt wurden. Die Regierung und die Militärbehörden, wissen nur zu genau, daß diese feige Tat von einer Regierungsmitgliedern, die im Zeichen gegenseitigen Verständnisses verliefen. Das Dudentum der ganzen Welt wartet gespannt auf die Schlüsse, die der Ausschuß aus seinen Beobachtungen und Wahrnehmungen ziehen und die Anträge, die er der Palästina-Kommission unterbreiten wird. Das Schicksal vieler tausender Menschen hängt von diesen Berichten und Anträgen ab. Das jüdische Volk blickt in vollem Vertrauen auf das Humanitätsgefühl und den Gerechtigkeitssinn der Mitglieder des Untersuchungs- Ausschusses der Vereinten Nationen. ACHTUNG! Die Annahme von Aufträgen für die Einschaltung von Glückwünschen und Gratulationen anläßlich der bevorstehenden hohen Feiertage hat bereits begonnen. Bestellen Sie rasch, damit wir Zeit und Gelegenheit haben ein hübsches Arrangement zu treffen. Wir werden alle Ihre Wünsche berücksichtigen. Mäßiger TarifI Bestellungen täglich — außer Samstag und Sonntag von 9—12 und von 16—18 Uhr Wien IX, Universitätsstraße 4/4 Oie Administration Gruppe ausgeführt wurde, die außerhalb de organisierten Yishuv und dessen Veranfwor tung steht. Wir warnen die Soldaten und di< Polizei nicht zu toben! Wir forden von de; Behörden diesem Toben ein Ende zu bereite; und die schuldtragenden Soldaten und Poli zisten zu bestrafen." (Palcor.) Herbert Rabinobitc, ein 23-jähriger junger Mann, der während des Krieges der französischen Widerstandsbewegung angehörte, und vor 2 Dahren nach Palästina gekommen war, wurde, während er in einem Kiosk ein Glas Sodawasser trank, aus einem vorbeifahrenden Militärwagen angeschossen. Er ist im Spital seinen Verletzungen erlegen. (Palcor.) Die britischen Soldaten, die nicht unmittelbar im Dienste stehen, erhielten Befehl in den Baracken oder in den Sicherheitszonen zu bleiben. Man nimmt an, daß mit diesem Befehl Ausschreitungen gegen Zivilpersonen verhütet werden sollen. Die Haganah hat in den letzten zwei Tagen verschiedene Attentatsversuche der jüdischen Dissidentengruppen vereitelt. Im Gebiet um Nathania entfernte sie eine Anzahl von Landminen. Der bei einem Banküberfall getötete jüdische Beamte, der um das Verbrechen zu verhüten, sich den Räubern entgegenstellte, gehörte ebenfalls der Haganah an. (Palocr.) Bei der Durchsuchung eines Hauses im Bezirk Givath Shaul, Derusalem. durch britische Soldaten am 4. d. M. wurden Waffen gefunden. Das Haus wurde in die Luft gesprengt. (Palcor.) An Bord der drei Transportschiffe, die die Flüchtlinge der „Exodus“ führen, wurde je ein Arzt des Internationalen Roten Kreuzes in Genf zugelassen, doch dürfen sie die Reise nur in ihrer Eigenschaft als Aerzte und nicht als Beobachter mitmachen . (Digest.) 9 jüdische und 1 arabischer Erzeuger von Cytruskonzentraten, pasteurisierten Säften und ätherischen Oelen werden in nächster Zeit ihre Produkte gemeinsam verkaufen. Die Produzenten, die sich vor einiger Zeit zu einer Handelsgesellschaft zusammengeschlossen haben, werden ein eigenes Verkaufsbüro eröffnen. (Digest.) Am 10. Duli d. D. landete das erste schwedische Flugzeug in Lydda in Palästina. Von dort fliegt es nach Teheran weiter. Die schwedische Fluggesellschaft wird den regelmäßigen Verkehr Stockholm—Teheran über Palästina betreiben. Herr L. Rhenquist, der Districtsoffizier für diese schwedische Luftlinie bezeichnete den Flughafen von Lydda als einen der besten, wenn nicht gar den besten Flughafen im Nahen Osten. (Digest.) Dr. Isaak Dorion hat eine Monographie in hebräischer Sprache verfaßt, in der er Freuds Auffassung, widerlegt, daß Moses ägyptischer Herkunft und kein Dude gewesen sei. Er führt den Beweis, daß Moses dem Volke entstammt, das er später geführt hat. * Erstklassige Stenotypistin für die Administration gesucht. — Vorzustellen täglich — außer Samstag u. Sonntag - von 9 -12 und von .6—18 Uhr in der Administration des Blattes Wien IX, Universitätsstraße 4/4 Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Zionistischer Landesverband in Österreich Wien IX., Universitätsstraße Nr. 414 Redigiert von einem Redaktionskollegium Redakteur: Ing. Siegm. Kornfein, II., Floßg. 9 Druck: Stephan Szabo, II., Unt. Augartenstr. 30 Jüdische Flüchtlinge aus Rumänien im Rotschiidspital lllpffi iiü f. Vor ungefähr eineinhalb Dahren bereiste auch eine Palästinakommission die Lager in Oesterreich und Deutschland. Der Bericht, der Großbritannien als Auftraggeber dieser Studienreise überreicht wurde, war derart überzeugend, daß es sich damals entschloß, neue Truppenkontingente nach Palästina zu entsenden. Das war die Antwort der Mandatsmacht an die vielen Verzweifelten, die es vielleicht wagen wollflen, ihr Ziel auch auf illegalem Wege zu erreichen. Seitdem hat sich viel ereignet, sowohl in Palästina selbst, als auch in den DP-Camps von Oesterreich und Deutschland; zwanzig Die UN-Kommission in Wien Im Zuge ihrer Reise durch die DP-Lager in Deutschland und Oesterreich, traf die Untersuchungskommission der UN am 11. August 1947 in Wien ein. Die Delegation, die unter Führung des Australiers Mr. Hood stand, besichtigte während ihres eintägigen Aufenthaltes sämtliche Flüchtlingslager in Wien und nahm Gelegenheit sich auch über die Lage der 10.000 D e UJ Kl mmission vor dem Rotschildspital in Wien waltigen Drama des jüdischen Volkes kann die Lösung bringen, für die heute Abertausende vegetieren müssen. Er kann aber auch, und dies weiß das jüdische Volk genau, die Fortsetzung des Kampfes und eine Verlängerung der Leiden der DP’s bringen. Doch sind die Chancen zur Erreichung unseres Zieles groß, weil die Welt den Frieden will und weil die Welt weiß, daß ein deuemder Frieden nur durch Gerechtigkfeit erreicht werden kann. Und deshalb wird Palästina das werden, was es eigentlich schon immer war: Unsere Heimat! jüdischen Flüchtlinge aus Rumänien, die hier unter schrecklichen Bedingungen untergebracht sind, zu informieren. Die Delegation nahm auch die Berichte der jüdischen Hilfsorganisationen entgegen, die einen tiefen Eindruck auf die Kommissions-Mitglieder machten. Der Untersuchungs-Ausschuß hatte außerdem Besprechungen mit dem österreichischen Bundeskanzler Dr. h. c. Ing. Figl und anderen ( eir sei sic sä de ar ur sic Ei te Ei st Ul jig« b w Sl d e k / f li c f I Jl