Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1947
- Issue
- Heft 1 (12.8.1947)
- Date
- 1947-08-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seise 4 S)ie Stimme Nr. piiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinim 1 Neues aus Palästina 1 Keren Kayeme^h Leisrael Jüdischer Nationalfonds Jaar Kedosdiei Austria „Niemals vergessen!", sei der einzige Trost, den wir uns selbst geben können, wenn wir daran denken, daß uns unsere Liebsten durch ein furchtbar grausames Geschick von Mörderhand entrissen wurden. Sie leben aber fort, nicht nur in unserer Erinnerung, sondern für ewige Zeiten auch als Märtyrer des jüdischen Volkes, für Kidusch Haschern, als Kämpfer für das ewige, unvergängliche Judentum. Wie können wir aber unserer Erinnerung sichtbaren Ausruck geben? Der Keren Kayemeth Leisrael in Oesterreich hat nun beschlossen, den Beispiel der anderen von Hitler besetzt gewesenen Ländern zu folgen und in Erez Israe einen Wald in der Form anzulegen, daß für jeden Märtyrer ein Baum gepflanzt wird. Dieser Wald, als Heiligtum gehegt und gepflegt, soll den Namen „Jaar Kedoschei Ausrtia" — „Wald der Jüdischen Opfer Oesterreichs" tragen. Für die würdige Durchführung dieser Aktion hat sich beim Keren Kayemeth in Wien ein Ehrenkomitee gebildet, in dem alle jüdischen Institutionen und prominenten Persönlichkeiten des jüdischen Lebens Wiens vertreten sind. Erben nach jüdischem Eigentum in Palästina werden gesucht Nach den Kriegsgesetzen in Palästina wird noch heute Besitz von Juden, die in ehemals vom Feinde besetzten Gebieten in Europc und anderswo wohnen, legal als „feindliches Eigentum" betrachtet und dessen rechtmäßige Besitzer gelten als „Feinde", die ihrer Eigentumsrechte verlustig gegangen sind, und all ihr Besitz ist dem Treuhänder für feindliches Vermögen, der Palästina-Regierung unterstellt. In Wirklichkeit hat jedoch die palästinensische Regierung glücklicherweise eine gewisse Bereitschaft bewiesen, ihre Kontrolle über jüdisches Eigentum aufzuheben, falls und wenn ein solcher Antrag gestellt wird. Doch hat man guten Grund anzunehmen, daß nicht alles der Kontrolle der Regierung unterstellte Vermögen von den rechtmäßigen Besitzern beansprucht werden wird, da die überlebenden Erben nicht wissen, daß ihre ermordelen Verwandten Besitz im Heiligen Lande hatten, oder sich nicht bewußt sind, daß sie Rechtsansprüche darauf haben. Es besteht dgher die Möglichkeit, daß aus Unkenntnis der Tatsachen oder der Gesetze auf derartiges Vermögen kein Anspruch erhoben, durch die Regierung veräußert wird und in fremde Hände übergeht. Unter diesen Umständen fühlt sich der K.K.L. berufen, zur Abwendung solcher Gefahr einzugreifen, um die persönlichen sowie nationalen Interessen zu wahren, die hier auf dem Spiele stehen. Es wurde daser eine Liste europäischer Juden, deren Besitz in Erez Israel der Palästina-Regierung unterstellt worden ist, und dessen Rückerstattung bis jetzt weder von ihnen selbst noch von ihren EHben verlangt wurde, gngelegt. 4 Millionen Dollar für den Häuserbau Um die Bautätigkeit in Palästina zu erhöhen, wurde ein Betrag von 4 Millionen Dollar (1 Million Pfund Sterling) gesammelt. Dia Jewish Agency hat für diesen Zweck ein Viertel dieses Betrages bereitgestellt, während die Pensionskassen der „Histadruth" 200.000 Pfund St., private Bauunternehmer 100.000 Pfund St. und die Hypothekenbank 300.000 Pfund St. zur Verfügung stellten. Der Restbetrag wurde aus privaten Quellen gespendet. Durch diese großzügige Aktion konnte eine Reihe von Bauplänen realisiert werden. Palästina an zweiter Stelle in der Produktion von" Grapefruit Gemäß der letzten Statistik sind nur die USA Palästina in der Erzeugung von Grapefruit voraus. Palästina steht in der Erzeugung von Orangen an 6. Stelle. Die Weltproduktion von Grapefruit betrug im Jahre 1946 70,000.000 Kisten, wovon die USA 27,000.000 Kisten, Palästina 1,000.000 Kisten erzeugte, vor Südafrika, Jamaika, Cuba und Argentinien. In derselben Zeit betrug die Orangenernte in der Welt 240 Millionen Kisten, wobei die USA mit 120 Millionen Kisten an erster Stelle steht; Palästina mit 10 Millionen Kisten an sechster, nach Brasilien, Spanien, Japan und Argentinien. Zitronen wurden in Palästina im vorigen Jahr 440 Tausend Kisten geerntet. Der heurige Export von Cytrusfrüchten beträgt 6 Millionen Kisten, was um 41 . Millionen Kisten weniger ist, als im vorigen Jahr. Die Ursache dieses Rückganges lag in dem Mangel von Packmaterial aus England, das solches in geringerem Maße lieferte als es sich verpflichtet hatte. Beschluß der UN=Kommission Die UN-Kommission hat beschlossen, die jüdischen DP-Lager in Deutschland, Oesterreich und Italien zu besuchen. In den nächsten Tagen ist die Ankunft der Delegierten in Wien zu erwarten. 6 Haganab Schiffe konfisziert Ein englisches Gericht in Haifa hat die Konfiskation von 6 Schiffen, die „illegal" jüdische Einwanderer nach Palästina gebracht haben beschlossen. Diese Liste kann im Büro des KKL., Wien, IX., Universitätsstraße 4 4, eingesehen werden. Alle Interessenten werden aufgefordert, in diese Liste Einsicht zu nehmen. Das Hauptbüro des Keren Kayemeth Leisrael in Jerusalem ist bereit, den eventuellen Antragstellern jede Unterstützung zu gewähren, die sie zur Erteilung weiterer Informationen und zur Prüfung der rechtlichen Aussichten in jedem einzelnen Falle noch benötigen. Der Keren Kayemeth ist überzeugt, daß er dadurch einen wichtigen Beitraa zum Schutze jüdischen Eigentums in Erez Israel leisten kann. 38 neue Kolonien in Palästina Eliezer Kaplan, der Finanzdirektor der Jewish Agency berichtete, daß seit Oktober 1946 24 neue Kolonien gegründet wurden und weitere 14 noch vor Beendigung der Tätigkeit der UNO in Palästina besiedelt sein werden. Feier der Besetzung des Bodens von Cherev Laeth Die arabischen Nachbarn kamen, um die Mitglieder der neuen Siedlung zu begrüßen Das ersfe jüdische Schiff in Tel Aviv eingefroffen Am 27. Juli 1947 waren der Hafen und die Stadt Tel Aviv zum Empfang der aus Europa kommenden „Kadimah" festlich geschmückt. Dieses hebräische Schiff mir ausschließlich jüdischer Besatzung wird den regelmäßigen Verkehr zwischen Europa und Erez Jsrael aufnehmen. Die kostbarste Last, die bei der Jungfernfahrt nach Tel Aviv mitgeführt wurde, war eine Thorarolle, dia unsere Legion auf ihrem, an Siegen reichen Weg, über Nordafrika, Sicilien und Italien begleitet hatte. Nun wird sie wieder ihren Ehrenplatz in der Hauptsynagoge der größten jüdischen Stadt einnehmen. 5 Juden in Tel »Aviv gefallen Plündernde britische Soldaten und Polizei haben heute irf Tel Aviv 20 Auslagescheiben zertrümmert und Passanten tätlich angegriffen, wobei über 20 Menschen verwundet wurden; 5 von ihnen mußten, schwer verletz! ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Stunde später setzte eine zweite Welle der Attacken ein, in der es wieder Verletzte gab. Mehrere Strandcafes wurden angegriffen, und Eigentum wurde vernichtet. Der Schaden wird allgemein als groß bezeichnet. Eine Gruppe versuchte, nachdem sie den Chauffeur verprügelt hatte, auf der Allenby Road ein Taxi zu rauben, wurde aber mit Hilfe herbeigeeilter Pausanten vertrieben. Letzten Nachrichten zufolge, sind 5 Juden ihren Verletzungen erlegen, die als Folge der gestrigen Schießereien von englischen Soldaten und Polizisten zu betrachten ist. Die Toten sind: Kalman Reig, 28 Jahre alt, Mitglied des Hapoel Hamizrachi, vom Kibbuz Tirath Zvi; Victor Yedid Mizrachi, 30 Jahre alt; Zev Neibialkowsky, 31 Jahre alt, ehemaliger Legionär; Joseph Azaffi, 22 Jahre alt; und eine Frau, die nicht idenlifiziert werden konnte. 27 Juden wurden verwundet, die meisten von Gewehrkugeln. Tel Aviv wird ihre Toten am 1. August a. c. um 2 Uhr nachm, begraben. Ein Generalstreik soll erklärt und die Geschäfte gesperrt werden. Bis 4 Uhr nachmittags wird es keinen Straßenbahnverkehr geben. Jutlen Wien*! Werdet alle Mitgli des Weltverbandes der gemeinen Zionisten! Einschreibungen und Aufnahmen tägl. (außer Samstag und Sonntag von 10—12 und von 16 78 Uhr ir ZIONIST; LANDESVERBANL in Österreich WIEN IX., UNIVERSITÄTSSTRASSE Nr. Telefon A 26-4-73 Jüdische Kinderkolonie in Neu lengbach Die hebräische Schule in Wien hat auc während der Sommerferien ihre Tätigkeit nie! unterbrochen. Mitte Juli ist die Schule nac Neulengbach übersiedelt und führt in 2 Ville die von der Israelitischen Kultusgemeinde i Wien zur Verfügung gestellt wurden, eine Kir der-SommerkoIonie für mehr als 60 Kinde Das American Joint Distribution Comitee sor< für gute Nahrung. Die Kolonie steht unter d< Leitung des Herrn Fischmann. Ein qeschult« Lehrpersonal und ein Arzt betreuen die Kind. Am 4. d. M. fand die feierliche Eröffnung d< Kolonie statt, bei welcher Vertreter des jüdi sehen öffentlichen Lebens, des Joint und d< Ortsbehörden anwesend waren. In der Eröfl nungsansprache wurden die besonderen Vei dienste des Joint und des Herrn Bürgermeiste von Neulengbach in herzlichen und anerkenner den Worten hervorgehoben. Nach der Führur der Ehrengäste durch die Anstalt überrascht« die Kinder die Teilnehmer an der Feier dur< verschiedene Vorführungen auf der im Frei« improvisierten Bühne, die allseits größten Beifc fanden. Es war für alle ein Vergnügen zu sehe wie sich die Kinder in kurzer Zeit sichtlich e holt haben. Xzset und ve\faeitet überall Eure Zeitung Dw QUtnmt Allgemein zionistische Wochenschri <D Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Zionistischer Landesverband in Österreich Wien IX., Universitätsstraße Nr. 414 Redigiert von einem Redaktionskollegiuth Redakteur: Ing. Siegmund Kornfein, II., Floß# Druck: Sief, -t Szabo, II., Unt. Augartenstr.